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Stuttgarter unikurier Nr. 86 September 2000
Auszeichnungen, Ehrungen...
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Als einzige deutsche Wissenschaftlerin hat in diesem Jahr Dipl.-Ing. Anke Wörner vom Institut für Aerodynamik und Gasdynamik den mit 6.000 Dollar dotierten Amelia-Earhardt-Preis erhalten. Insgesamt wurden 35 Frauen in 17 Ländern mit dem Preis ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Zonta International Foundation 
vergeben zur Förderung von Frauen auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt. An der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik promovieren derzeit fünf Wissenschaftlerinnen. 

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Mit der Herwart-Opitz-Medaille der VDI-Gesellschaft Produktionstechnik ist Prof. Dr.-Ing. Kurt Lange, Emeritus des Instituts für Umformtechnik der Universität Stuttgart, ausgezeichnet worden. Damit wurden seine Verdienste bei der Erarbeitung von VDI-Richtlinien auf dem Sektor des Fließpressens sowie die wissenschaftliche Förderung der internationalen Kongresse Cold Forging gewürdigt.

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Markus Schick, Absolvent des Studiengangs Elektrotechnik der Universität Stuttgart, ist Preisträger der SEW-EURODRIVE-Stiftung. Der Stuttgarter Elektrotechniker war einer der insgesamt 17 Diplomanden, die am 7. April bei einer Feierstunde im Schloß Bruchsal für sehr gute wissenschaftliche Arbeiten und kurze Studienzeiten die mit jeweils 3.000 Mark dotierten Auszeichnungen erhielten.

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Gemeinsam mit Kollegen des Manchester Computing Center (MCC) haben Wissenschaftler des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart (HLRS) den Preis für den besten Beitrag bei der High Performance Computing and Networking 2000 (HPCN 2000) in Amsterdam erhalten. Die HPCN 2000 ist das europäische Gegenstück zu den großen Supercomputing-Konferenzen in den USA und Asien und gilt als wichtigste Veranstaltung auf diesem Gebiet in Europa. In ihrem Artikel „The Problems and the solutions of the metacomputing experiment in SC 99“ hatten die Wissenschaftler der Universität Stuttgart ihre Experimente und Erfahrungen während der Supercomputing 1999 beschrieben. Bereits im letzten Jahr waren sie für ihre Arbeiten mit dem „High Performance Computing Award“ der amerikanischen National Science Foundation ausgezeichnet worden. Nun wurden sie auch in Europa für ihre Arbeit geehrt. Gewürdigt wird mit diesem Preis gleichzeitig die gute Kooperation, die in den letzten Jahren zwischen dem HLRS und dem MCC aufgebaut wurde. Die international orientierte Arbeitsweise der Stuttgarter Supercomputer-Forscher wird auch daran deutlich, daß der gemeinsame Artikel bei der Konferenz in Amsterdam von einer japanischen Kollegin vorgetragen wurde.

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Einen Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden der Informatik hat IBM in diesem Jahr erstmalig vergeben. Markus Strasser vom Institut für Parallele und Verteilte Höchstleistungsrechner der Universität Stuttgart hat bei diesem „Best Paper Award“ den mit 3.000 Mark dotierten zweiten Platz belegt. In seiner Arbeit behandelte er die Frage, wie beispielsweise bei Finanztransaktionen, in denen verschiedene Anwendungen miteinander verknüpft sind, sichergestellt werden kann, daß eine Transaktion auch nur einmal durchgeführt wird. Der erste und dritte Preis ging an einen Berliner und Bremer Studenten. Die Preise wurden am 10. April in Heidelberg im Rahmen des halbjährlich stattfindenden Treffens des Technical Expert Councils, einem Gremium führender IBM-Technologen aus dem deutschsprachigen Raum, verliehen.

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Die Technische Universität Cluj-Napoca (Klausenburg) in Rumänien hat Günter Pavel, Dr. Wolfgang Dutschke (beide vom Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Universität Stuttgart), Dr. Thomas Stehle (Institut für Werkzeugmaschinen der Uni Stuttgart ) sowie Dr. Alexander Schloske (Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung) mit dem Titel „Honorary Professor“ geehrt. Damit wurden die Verdienste der Stuttgarter Wissenschaftler um die Förderung der Lehre im Fachgebiet Qualitätsmanagement und Meßtechnik an der TU Klausenburg gewürdigt. Die Stuttgarter unterstützten die TU bei der Einrichtung eines Pilot-Zentrums für Qualitätsmanagement und Meßtechnik, in dem Studierende mit modernsten Geräten und Methoden ausgebildet und Projekte mit Industriebetrieben bearbeitet werden können. Darüber hinaus konnten sich insbesondere Dozenten aus Klausenburg an der Uni Stuttgart über Lehrinhalte und Lehrmethoden informieren. Stehle erhielt die Ehrung für seine Verdienste um die Einrichtung des deutschsprachigen Studiengangs „Technologie des Maschinenbaus“ an der TU Klausenburg im Rahmen eines vom DAAD finanzierten Projekts sowie für die Unterstützung der rumänischen Wissenschaftler in Forschung und Lehre im Bereich des Werkzeugmaschinenbaus.

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In Anerkennung ihrer Arbeiten auf dem Gebiet der Produktions- und Fertigungstechnik hat die Universität Baotou (China) Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Engelbert Westkämper (Direktor des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Universität Stuttgart) sowie Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Uwe Heisel (Direktor des Instituts für Werkzeugmaschinen der Uni Stuttgart) zu „Professoren ehrenhalber“ ernannt. 
Die langjährigen Beziehungen Westkämpers und Heisels zur „Baotou University of Iron & Steel Technology“ führten unter anderem zum Abschluß von Kooperationsverträgen jeweils zwischen der chinesischen Universität und den beiden Stuttgarter Uni-Instituten. Die Verträge sollen den Austausch von Studierenden und eine Zusammenarbeit in der Forschung fördern. Außerdem hat die Universität Baotou an die neuen Ehrenprofessoren die Bitte herangetragen, sie bei der Neuorientierung von Lehre und Forschung zu unterstützen. Bislang lag das Schwergewicht auf Metallherstellung und -bearbeitung. Künftig sollen auch Forschungs- und Lehrinhalte wie neue Formen und Technologien der Produktion sowie Grundlagen der Betriebsorganisation, des Managements und des Werkzeugmaschinenbaus hinzukommen.

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Im März dieses Jahres hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Ergebnisse der Fachgutachterwahlen bekanntgegeben, darunter 17 Wissenschaftler der Universität Stuttgart. Die ehrenamtlichen und in freier und geheimer Wahl gewählten Fachgutachter prüfen Anträge und geben Förderempfehlungen an die Gremien der DFG ab, wobei die wissenschaftliche Qualifikation der Antragsteller, die fachliche Qualität ihres Projekts sowie Zweck und Umfang der beantragten Fördermittel beurteilt werden. Die Zahl der Fachgutachter ist von bisher 523 auf 650 erhöht worden. Damit soll die erhebliche Arbeitsbelastung der ehrenamtlichen Gutachter reduziert und die Bearbeitungsdauer von Anträgen an die DFG weiter verkürzt werden. Gewählt wurden Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Ehlers (Technische Mechanik); Prof. Dr.-Ing. habil. Lothar Gaul (Technische Mechanik); Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. habil. Andreás Bárdossy (Physikalische Hydrologie); Prof. Dr.-Ing. Jens Weitkamp (Technische Chemie); Prof. Dr. rer. nat. habil. Uwe Schumacher (Physik der Atome und Moleküle, Gase und Plasmen); Prof. Dr.-Ing. Kurt Feser (Energieerzeugung und -übertragung); Prof. Dr.-Ing. Alfred Voß (Energieverfahrenstechnik); Prof. Dr.-Ing. Siegfried Wagner (Strömungsmechanik); Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Wehking (Fördertechnik); Prof. Dr.-Ing. Gisbert Lechner (Konstruktionselemente), Prof. Lechner wurde außerdem zum stellvertretenden Vorsitzenden des DFG-Fachausschusses Maschinenbau und Produktionstechnik gewählt; Prof. Dr. rer. nat. Ernst W. Messerschmid (Luft- und Raumfahrttechnik); Prof. Dr. Franziska Wollnik (Zoologie); Prof. Dr. Wolf-Dieter Blümel (Physische Geographie); Prof. Dr. rer. nat. Erhard Wielandt (Physik des Erdkörpers); Prof. Dr. phil. Horst Thomé (Neuere deutsche Literatur); Prof. Dr. rer. pol. Oscar Gabriel (Wissenschaft von der Politik); Prof. Dr. phil. habil. Christoph Hubig (Systematische Philosophie). 
- Nach Redaktionsschluß erreichte uns die Nachricht, daß die DFG Prof. Dr. Thomas Jocher, Direktor des Instituts für Wohnen und Entwerfen, zum Fachgutachter für den Fachausschuß Architektur, Städtebau und Landesplanung für den Zeitraum 2000 bis 2004 gewählt hat.

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Dem Münchner Büro Fink + Jocher ist der Gestaltungspreis der Wüstenrot Stiftung „Wohnbauen in Deutschland“ zuerkannt worden. Der mit 30.000 DM dotierte Preis wurde für eine in Regensburg realisierte „Low-Budget-Anlage“ vergeben. Das kleine Quartier am Stadtrand (siehe Foto) trägt den veränderten Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Gesellschaft Rechnung und ist, wie Prof. Dr. Thomas Jocher, Direktor des Instituts für Wohnen und Entwerfen der Uni Stuttgart betont, sozusagen „gebaute Lehre“. Es bietet Stadtleben in sozialer Durchmischung als Alternative zur typischen Ortsrandlage, ist von hoher Qualität und dennoch preisgünstig. Die Preisverleihung findet am 26. Oktober in Ludwigsburg statt.

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Mit dem James Lee Wilson-Preis für „Excellence in Sedimentary Geology“ ist die gebürtige Mailänderin Prof. Dr. Maria Mutti vom Institut für Geologie und Paläontologie ausgezeichnet worden. Die Society for Sedimentary Geology vergibt diesen international hoch angesehenen Preis jedes Jahr nur an eine Person; bisher wurden weltweit erst sechs Wissenschaftler ausgezeichnet. Die Stuttgarter Wissenschaftlerin erhielt diese Auszeichnung für die Integration verschiedener Forschungsmethoden und Konzepte in der sedimentären Geologie. - Die Verleihung findet Anfang Juni 2001 beim nächsten Jahrestreffen der Gesellschaft in Denver, Colorado, statt. 

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Prof. Dr.-Ing. Gerhart Eigenberger, Direktor des Instituts für Chemische Verfahrenstechnik, ist die Gerhard Damköhler-Medaille 2000 verliehen worden. Die Deutsche Vereinigung für Chemie und Verfahrenstechnik würdigt damit herausragende und umfassende Arbeiten auf dem Gebiet der Chemischen Verfahrenstechnik. Prof. Eigenberger wurde - wie es in der Verleihungsurkunde heißt - „für seine Arbeiten zur Entwicklung neuartiger Reaktorkonzepte, insbesondere Elektrodialyse, Membranelektrolyse, Brennstoffzellen“ ausgezeichnet. Besonders hervorgehoben wurde dabei die enge Verzahnung gezielter experimenteller Untersuchungen mit mathematischer Modellierung und Rechnersimulation. Die Medaille wurde während der Achema Ende Mai in Frankfurt verliehen.

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Prof. Peter Sulzer, Emeritus des Instituts für Baukonstruktion und Entwerfen, ist für den zweiten Band des Werkverzeichnisses über den französischen Ingenieur-Architekten und Möbeldesigner Jean Prouvé (1901 - 1984) von einer international besetzten Jury der Preis für das beste Buch in der Kategorie „Einführungen, Führer, Werkverzeichnisse“ ausgezeichnet worden. Der Preis wurde während der französischen Architekturbuchmesse in Briey verliehen. Jean Prouvé - er war Ehrendoktor der Universität Stuttgart - war ein international bekannter Pionier des modernen Bauens; von ihm entworfene, in seiner Fabrik in Nancy hergestellte Möbel sind weltweit in Galerien und Museen ausgestellt. Der zweite Band des Werkverzeichnisses behandelt Prouvés Werk von 1933 bis 1944. Die zweisprachige Publikation (französisch/englisch) enthält viele hundert Originalzeichnungen sowie Fotos von Erika Sulzer-Kleinemeier. Die beiden bis jetzt vorliegenden Bände sind im Birkhäuser-Verlag (Basel) erschienen. Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. Prof. Sulzer, der in Gleisweiler bei Landau/Pfalz lebt, beschäftigt sich seit fast zwanzig Jahren mit dem Werk von Prouvé, dessen Bauten er fast alle besucht hat und mit dem er zahlreiche Gespräche führte. Zur Zeit arbeitet er am dritten Band, der die fünfziger Jahre behandelt.

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Prof. Dr.-Ing. Helmut Sorg, Institut B für Mechanik, ist zum auswärtigen Mitglied der Russian Metrological Academy in St. Petersburg ernannt worden; damit würdigt die Akademie seine „außergewöhnlichen Verdienste“ auf dem Gebiet der Meßtechnik.

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Mit der Ernst-Schiebold-Gedenkmünze der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung ist der Stuttgarter Nachwuchswissenschaftler Thomas Zweschper ausgezeichnet worden. Die mit 8.000 Mark dotierte Auszeichnung wurde ihm für seine in der Abteilung Zerstörungsfreie Prüfung des Instituts für Kunststoffprüfung und Kunststoffkunde entstandene Diplomarbeit zuerkannt. Zweschper hat in seiner Arbeit das an der Uni Stuttgart entwickelte Verfahren der Lockin-Thermographie für die zerstörungsfreie und berührungslose Charakterisierung von Fügeverbindungen nutzbar gemacht. Die damit mögliche schnelle Identifizierbarkeit falsch angezogener Schrauben oder fehlerhaft gesetzter Nietverbindungen ist vor allem für sicherheitsrelevante Anwendungen zum Beispiel in der Luftfahrt von Interesse, etwa für die Wartungsinspektion von Maschinen und Flugzeugen (siehe dazu auch die Rubrik „Wissenschaft & Praxis“). Thomas Zweschper, der bei Prof. Dr. Gerhard Busse über Anwendungen der Lockin-Thermographie promoviert, erhielt die Auszeichnung während einer Fachtagung in Innsbruck.

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Markus Gruber, Dr. Sven Bruhn und Prof. Dr. Albert Gollhofer vom Institut für Sportwissenschaft ist bei einem sportwissenschaftlichen Kongreß in Jyväskylä (Finnland) der erste Preis im „Young Investigator Award“ für das „mit Abstand beste“ wissenschaftliche Poster zuerkannt worden. Die Stuttgarter Wissenschaftler erhielten den mit 4.000 Euro dotierten Preis für ihre Posterpräsentation „Training induced adaptations of functional stability of the knee joint“. Ein weiterer, mit 500 Euro dotierter Preis in der Posterpräsentation ging an Wolfram Bäurle, Dieter Bubeck, Walter Rapp und Albert Gollhofer für ihren Beitrag „Functional assessment in the validation of the efficacy of muscle strenght training apparatuses“.

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Sieben herausragende Diplom- und Studienarbeiten wurden kürzlich beim erstmals veranstalteten Tag der Technischen Biologie (einen Bericht zur Absolventenfeier finden Sie in der Rubrik „Studium & Lehre“) ausgezeichnet. Preise für Diplomarbeiten gingen an Marie-Louise Rütz für ihre Arbeit zur Kommunikation zwischen tierischen Zellen, an Christoph Dieterich für seine Untersuchungen zu Infektionen an Zellkulturen, die Versuche an Tieren überflüssig machen können, und an Holger Fuchs für Untersuchungen am Rattenhirn, die Bezug zur Parkinson-Erkrankung beim Menschen haben. Für ihre Studienarbeiten wurden Matthias Bauer, Martin Bertschinger, Erik Roth und Martin Schwickart ausgezeichnet.

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Dr.-Ing. Wolfgang Wall, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Baustatik der Universität Stuttgart, hat für seine Dissertation auf dem Gebiet der Fluid-Struktur-Interaktion einen Preis der „Professor Dr.-Ing. Fritz-Peter-Müller-Stiftung“ der Universität Karlsruhe erhalten. Die mit 5.000 Mark dotierte Auszeichnung wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Baudynamik vergeben. 

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Michael Atighetchi, Frank Fischer und Tobias Spribille wurden für ihre herausragenden Diplomarbeiten an der Fakultät Informatik der Universität Stuttgart ausgezeichnet. Die von infos, dem Informatik Forum Stuttgart e.V., gestifteten Preise sind mit jeweils fünfhundert Mark dotiert. Einen infos-Preis in Höhe von 1.000 Mark gab es für die beste Dissertation: Dr. Gabriel Dermler erhielt ihn für seine Arbeit „Ressourcenreservierung und Task-Plazierung in verteilten Multimedia-Systemen“. Christoph Csallner, der an der Fakultät Informatik Softwaretechnologie studiert, freut sich über ein Stipendium von sd&m, einem bundesweit und in den USA tätigen Software- und Beratungshaus. Das mit monatlich 950,- Mark bestückte, auf zwei Jahre ausgelegte Stipendium wurde ihm für seine hervorragenden Studienleistungen zuerkannt (siehe auch die Rubrik „Studium & Lehre“).

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Der Senat der Universität Stuttgart hat Prof. Dr. Harmut Leser, Ordinarius für Physiogeographie und Landschaftsökologie der Universität Basel, die Ehrendoktorwürde verliehen. Damit werden seine hervorragenden und wegweisenden wissenschaftlichen wie anwendungsorientierten Beiträge zur Geoökologie und Physiogeographie gewürdigt, die eine Vernetzung von Geo- und Biowissenschaften als zukunftsorientierte Umweltwissenschaften geschaffen haben. Uni-Rektor Prof. Günter Pritschow überreichte ihm die Urkunde am 30. Juni. 1939 in Naumburg/Saale geboren, studierte Hartmut Leser von 1959 bis 1961 Geographie, Geologie und Biologie in Stuttgart sowie Bodenkunde und Geobotanik/Ökologie in Hohenheim. 1965 promovierte er in Bonn und war anschließend Assistent an der Universität Tübingen bis 1969, wo er auch habilitierte. Im selben Jahr erfolgte eine Umhabilitation an die TU Hannover, die ihn 1971 zum Professor für Physische Geographie ernannte. 1974 erhielt Hartmut Leser die Berufung auf das Ordinariat für Physiogeographie und Landschaftsökologie an der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel. Wesentliche Impulse erhielt Leser in seiner Stuttgarter Zeit vom damaligen Geographie-Ordinarius Herbert Wilhelmy. Prägend in dieser Zeit wirkte auch Prof. Dr. Wolfgang Meckelein, dessen Vorlesungen zur Wüsten- und Polarforschung richtungsweisend für einen der späteren Arbeitsschwerpunkte Lesers wurden. Einen Teil seiner ökologischen Kenntnisse erwarb Leser beim Stuttgarter Zoologen Otto Pflugfelder, insbesondere aber bei dem berühmten Geobotaniker und Ökologen Heinrich Walter. Prof. Leser pflegt bis heute intensive Beziehungen mit dem Institut für Geographie der Uni Stuttgart, vor allem auf dem Gebiet der Polar- und Trockengebietsforschung. Die Konzeption der Geowissenschaftlichen Spitzbergen-Expedition 1990 bis 1992 entwickelte er an der Seite von Prof. Wolf Dieter Blümel (Stuttgart) und Prof. Gerhard Stäblein (Bremen). Die Forschungs- und Lehrkonzepte von Prof. Leser beeinflussen nachhaltig auch die geowissenschaftlichen Studiengänge der Uni Stuttgart. Hartmut Leser gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten des Faches Geographie. Sein breit gefächertes Werk umfaßt über 350 Titel. Hartmut Leser ist Präsident der Schweizerischen Geomorphologischen Gesellschaft, Leiter des Arbeitskreises „Südwestafrika/Namibia“ der S.W.A. Scientific Society Windhuk/Namibia für Mitteleuropa und arbeitet insgesamt in über zwanzig internationalen Kommissionen und Arbeitsgruppen mit.

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Bei der Absolventenfeier der Fakultät Physik werden schon immer die besten Diplomarbeiten eines Jahrgangs mit Preisen ausgezeichnet. Die Studierenden der Fachschaft Physik haben in diesem Jahr erstmals auch auf die Leistung der Lehrenden hingewiesen und den Preis „Dozent des Semesters“ vergeben. In drei Kategorien wurden auf der Grundlage von Vorlesungsumfragen die Preisträger ermittelt. Für die besten Spezialvorlesungen für höhere Semester wurde der Experimentalphysiker Prof. Michael Mehring ausgezeichnet, die besten Wahlfachvorlesungen hielt nach Ansicht der Studierenden der Theoretische Physiker Prof. Günter Wunner und der Preis für die besten Grundvorlesungen ging an den Mathematiker Prof. Burkhard Kümmerer. Der Preis, ein liebevoll gestalteter griechischer Buchstabe Phi, geht aber nicht in den Besitz der Preisträger über. „Es ist ein Wanderpokal“, sagte der Fachschaftler Tobias Beck bei der Preisverleihung, „der jedes Semester neu errungen werden will.“

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Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen hat beschlossen, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Drees, Emeritus des Instituts für Baubetriebslehre, die Ehrendoktorwürde (Dr.-Ing. E.h.) zu verleihen. Die Verleihung findet am 13. Oktober 2000 in Aachen statt. 

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Die Werner-Heisenberg Medaille der Alexander von Humboldt-Stiftung ist Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h.mult. Erik W. Grafarend, Direktor des Geodätischen Instituts, verliehen worden. Damit werden seine Verdienste bei der Förderung der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit gewürdigt. - Prof. Grafarend ist außerdem anläßlich des internationalen Symposiums „Gravity, Geoid, Geodynamik“ Anfang August in Banff (Kanada) in das „Directing Board“ der internationalen Kommission „Gravity and Geoid“ berufen worden. 

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Prof. Dr. Dieter H. Wolf, Direktor des Instituts für Biochemie, ist zum Mitglied der European Molecular Biology Organization gewählt worden.

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Prof. Dr.-Ing. Alfred Voß, Leiter des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER), ist vom Präsidenten des Deutschen Bundestages in die Enquete-Kommission „Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung“ berufen worden. Ziel der Enquete-Kommission ist es, Wege und Gestaltungsspielräume für die Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung Deutschlands unter den veränderten Rahmenbedingungen von Globalisierung und Liberalisierung aufzuzeigen.

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Prof. Dr.-Ing. Ekkehard Ramm, Direktor des Instituts für Baustatik, ist neuer Vorsitzender der German Association for Computational Mechanics (GACM). Prof. Ramm ist bei der Europäischen Konferenz dieser Vereinigung in München in diese Funktion gewählt worden. 

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Koushik Biswas vom Institut für Ni.htmletallische Anorganische Materialien ist für seine hervorragenden Abschlußarbeit in der Fakultät Chemie mit dem Procter & Gamble-Förderpreis ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung fand im Rahmen einer Veranstaltung der Gesellschaft Deutscher Chemiker statt.

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Der Senat der Universität Stuttgart hat Dipl.-Ing. Berndt Heller, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH in Nürtingen, die Ehrensenatorwürde verliehen. Damit werden seine hervorragenden Verdienste um den technisch-wissenschaftlichen Fortschritt auf dem Gebiet der Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme sowie die Förderung von Forschung und Lehre an der Universität Stuttgart anerkannt. Uni-Rektor Prof. Günter Pritschow überreichte ihm die Urkunde am 18. Februar. 1943 in Stuttgart geboren, studierte Berndt Heller Maschinenbau an der RWTH Aachen und ging 1969 als Konstrukteur zur Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH in Nürtingen. 1972 wurde er dort alleinvertretungsberechtiger Geschäftsführer für den Bereich Technik und ist seit 1991 Vorsitzender der Geschäftsführung. Berndt Heller übernahm frühzeitig Verantwortung in einem der größten, international tätigen Firmengruppen des Werkzeugmaschinenbaus in Deutschland. Maßgebend für den Ausbau des Unternehmens verantwortlich, hat er früh die Notwendigkeit der Globalisierung erkannt und umgesetzt. Mit Produkten wie einem systematisch als Baukastensystem entwickelten Bearbeitungszentrum oder softwarebasierter Steuerungstechnik im Werkzeugmaschinenbau ist das Unternehmen außerordentlich erfolgreich. Die Gruppe beschäftigt heute etwa 1.900 Mitarbeiter. In zahlreichen Ehrenämtern bringt Heller seine Erfahrungen ein. Er ist Mitglied des engeren Vorstands des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.), dort Vorsitzender des Technischen Ausschusses und wirkt im Technischen Komitee des europäischen Verbandes der Werkzeugmaschinenindustrie mit. Heller unterstützt die intensive Zusammenarbeit seines Unternehmens mit Hochschulinstituten, insbesondere der Uni Stuttgart. Hier bestehen enge Kooperationen mit Instituten der Steuerungstechnik, der Werkzeugmaschinen und dem Zentrum Fertigungstechnik. Aktiv beteiligt ist das Unternehmen an Verbundvorhaben zu offenen Steuerungen, neuen Maschinenkinematiken und objektorientierten NC-Programmierverfahren. Es werden sowohl hochwertige Maschinen für Entwicklung und Forschung als auch Ausbildungsmaschinen für die Studierenden zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen unterstützt zudem in großem Maße Exkursionen.

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Die Ehrendoktorwürde hat die Erzherzog-Johann-Universität in Graz Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Karl Gertis, Lehrstuhl für Bauphysik und Direktor des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, verliehen. Karl Gertis wurde außerdem in die Russische Akademie für Architektur und Bauwesen aufgenommen und mit dem Preis des deutschen Dachdeckerhandwerks ausgezeichnet. Mit diesem Preis, der erstmalig an einen Wissenschaftler ging, werden herausragende Verdienste um die Förderung des Dachdeckerhandwerks oder allgemein um den Mittelstand gewürdigt. Mit dem Preis verknüpft der Dachdeckerverband die Hoffnung, die künftigen Aufgaben in der Bauphysik, am Dach und in der Wand, bei der Harmonisierung europäischer Normen und der Globalisierung des Bauwesens mit wissenschaftlicher Unterstützung zu bewältigen.

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Artur-Fischer-Preise gab es in diesem Jahr für die besten Absolventen des Studiengangs Physik, Alexander Hutter, Hans Nembach und Andreas Strohm, sowie für drei gleichrangige Kommilitonen im Maschinenwesen, Jochen Frank Hufendiek, Matthias Burger und Thomas Gengenbach. Ehrensenator Artur Fischer überreichte die mit je 2.500 Mark dotierten Preise bei den Abschlußfeiern beider Studiengänge Anfang Juli persönlich.

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Der ehemalige Leiter des Instituts für Entwerfen und Konstruieren der Uni Stuttgart, Prof. Dr. techn. h.c. Kurt Ackermann, ist im Juli in die Akademie der Schönen Künste München aufgenommen worden. Kurt Ackermann zählt heute zu den auch international bekannten und beispielgebenden Architekten. Sein Werk steht in der Tradition der klassischen Moderne. „Raum und Baugestalt seiner Architektur sind durch technischen Anspruch wie konstruktiven Geist bestimmt. In der Rationalität seiner baumeisterlichen Haltung nimmt das Zusammenwirken mit den bildenden Künsten einen unverzichtbaren hohen Stellenwert ein“, hieß es in der Laudatio.

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Prof. Dr. Wolfgang Stürner vom Historischen Institut ist der „Federichino 2000“ zuerkannt worden. Der Stuttgarter Historiker erhält den Preis für seine „international anerkannten Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte und insbesondere zu Friedrich II.“. Die von der Fondazione Federico II Hohenstaufen di Jesi und der Fondazione Federico II di Palermo gemeinsam vergebene Auszeichnung soll auch dazu beitragen, eine breitere Öffentlichkeit auf die Bedeutung des letzten Stauferkaisers aufmerksam zu machen. Die Preisverleihung wird im November in Jesi stattfinden.

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Für ein anspruchsvolles Projekt, das Hardwarepraktikum im Diplomstudiengang Informatik, erhielten Dr. Sybille Hellebrand und Prof. Dr. Hans-Joachim Wunderlich vom Institut für Informatik der Uni Stuttgart den diesjährigen Landeslehrpreis (siehe dazu den Bericht in der Rubrik „Studium & Lehre“).

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Bereits seit 1988 lädt das Institut für Baubetriebslehre der Uni Stuttgart immer am Tag der offenen Tür zu einem Gewinnspiel zugunsten von Amsel, der Aktion Multiple Sklerose Erkrankter Landesverband Baden-Württemberg. Mehr als 25.000 Mark konnten so der Gruppe bereits zur Verfügung gestellt werden. Amsel würdigte die Unterstützung mit Ehrenmedaillen für Prof. Dr.-Ing. Fritz Berner und Dr. Wolfgang Paul.

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Der Otto-Hahn-Preis 2000 ist Prof. Dr. Hans Christoph Wolf, Emeritus des 3. Physikalischen Instituts, zuerkannt worden. Der von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Gesellschaft Deutscher Chemiker verliehene Preis wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich einmalige Verdienste um die Entwicklung dieser Disziplinen in der reinen oder angewandten Forschung erworben haben. Der Experimentalphysiker Prof. Wolf erhielt den mit 50.000 Mark dotierten Preis im März 2000 für sein Lebenswerk. Sein zentrales Arbeitsgebiet und das seines Instituts ist die Untersuchung der photophysikalischen, elektrischen und magnetischen Eigenschaften von Festkörpern, die aus organischen Molekülen aufgebaut sind, den sogenannten organischen Molekülkristallen. Die dort entwickelten Methoden und Erkenntnisse erwiesen sich auch insofern als außerordentlich fruchtbar, als diese auch auf andere Gebieten ausgeweitet wurden: auf ungeordnete Systeme, Polymere und den Elementarprozeß der Photosynthese. Im letzten Jahrzehnt stand die Suche nach geeigneten Bausteinen für eine zukünftige Molekulare Elektronik im Vordergrund. Dies ist eine Elektronik, in deren Bauelementen Moleküle die Schalter, Leiter, Speicher und die logischen Elemente darstellen. Man verspricht sich so weitere Fortschritte in der Miniaturisierung. Diese Arbeiten, zu denen die Forschungen von Prof. Wolf wesentlich beigetragen haben, erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Physikern und Chemikern. Prof. Wolf ist insgesamt erst der zwölfte Preisträger dieser 1955 erstmalig, damals an Lise Meitner und Heinrich Wieland vergebenen Auszeichnung. Unter den bisher mit dem Otto-Hahn-Preis gewürdigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern finden sich illustre Namen, so die Nobelpreisträger Heinrich Wieland, Manfred Eigen und Georg Wittig sowie Heinz Maier-Leibnitz.

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Durch besondere Umweltfreundlichkeit, geringsten Flächenverbrauch, Abfallvermeidung, intelligente Ressourcennutzung und geringe Inanspruchnahme des Naturhaushalts zeichnet sich das unterirdische Wasserwerk „Boker Heide“ aus. Das von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Rott und seinen Mitarbeitern vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft entworfene Projekt wurde in die Liste der „weltweiten Projekte der EXPO 2000“ aufgenommen und anläßlich der Präsentation dieser Projekte mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

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Die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ist dem Emeritus des Instituts für Leichte Flächentragwerke, Prof. Dr.-Ing. Frei Otto, verliehen worden.

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WiTUS, die wissenschaftliche Tauchgruppe der Universitäten Stuttgarts, ist gemeinsam mit dem Verband Deutscher Sporttaucher mit dem Umweltpreis 2000 des Kuratoriums Sport und Natur ausgezeichnet worden. Der mit 15.000 Mark dotierte Preis wurde den Wissenschaftlern der Universitäten Stuttgart und Hohenheim für das gemeinsame Projekt „Naturverträgliches Tauchen in heimischen Gewässern“ zuerkannt. Ziel dieses Projekts, das in Zusammenarbeit mit dem Württembergischen Landesverband für Tauchsport (WLT) realisiert wird, ist die Schaffung einer Datenbank über Süddeutsche Tauchgewässer. Damit soll unter ökologischen Gesichtspunkten ein Beitrag zum naturverträglichen Tauchsport geleistet werden. Dr. Franz Brümmer vom Biologischen Institut der Uni Stuttgart und Gerd Haga vom WLT nahmen den Preis am 16. August in Friedrichshafen stellvertretend für die beteiligten Wissenschaftler entgegen. - Seit fast zehn Jahren exisitiert an den Universitäten Stuttgart und Hohenheim die gemeinsame Tauchgruppe WiTUS. Die Gruppe mit zur Zeit 19 aktiven Taucherinnen und Tauchern setzt sich aus Biologen, Geologen, Geographen und Mineralogen zusammen. Ziel ist es, sich in der Freizeit mit wissenschaftlichen Fragestellungen rund um die Gewässer zu beschäftigen. Dazu gehören regelmäßige Untersuchungen der Wasserqualität, Seminare im Bereich Umweltbildung für Sporttaucher, Angler und Segler, Gewässerreinigungsaktionen oder tauchergestützte Suchaktionen zur Bergung prähistorischer Objekte. Jüngstes Projekt ist die Betreuung der neu angelegten Campus-Seen in Vaihingen (siehe dazu die Rubrik „Nachrichten & Berichte“).

 


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Pressestelle der Universität Stuttgart

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