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TTI und Uni Stuttgart verleihen Technologie-Transfer-Preis

Erfolgreiche Ausgründungen gewürdigt

Die Universität Stuttgart und die TTI Technologie-Transfer-Initiative GmbH haben am 30. November 2010 zum zweiten Mal den Technologie-Transfer-Preis für hervorragende Leistungen in Praxis und Theorie des Technologietransfers verliehen. Den mit 12.000 Euro dotierten Preis teilen sich die zwei Unternehmen scireum und Compositence sowie das Transfer-Gründer-Zentrum New Materials Technologies.

(von links) Stefan Bubeck und die Brüder Andreas und Michael Haufler von scireum sowie Bernhard Mitschang, Professor am Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Uni und Pate im Gründungsprojekt scireum. (Foto: TTI)
(von links) Stefan Bubeck und die Brüder Andreas und Michael Haufler von scireum sowie Bernhard Mitschang, Professor am Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Uni und Pate im Gründungsprojekt scireum. (Foto: TTI)

Die Brüder Andreas und Michael Haufler von dem Unternehmen scireum haben sich der Papierflut im Großhandel angenommen. Mit ihrer Softwarelösung CatalogPortalSystem haben herkömmliche Katalogschränke ausgedient, die sich unter dem Gewicht von Katalogen, Preislisten, technischen Datenblätter oder Prospekten zu biegen drohten. Mit Hilfe der Software können die Handelsunternehmen ihre Mitarbeiter, Kunden oder Händler über das Internet mit stets aktuellen Papierunterlagen in digitaler Form, als PDF-Datei, versorgen und zusätzlich noch Kataloge von Lieferanten abonnieren. Zunächst war die scireum mit Sitz in Remshalden als Transfer- und Gründerunternehmung der TTI 2008 gegründet worden, bis sich die Hauflers im Januar 2010 komplett selbständig gemacht haben. Das Unternehmen startete als Ausgründung aus dem Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Uni.
Ebenfalls 2008 gründeten Volker Witzel und Ingo Karb, Mitarbeiter am Institut für Flugzeugbau, die Firma Compositence mit Sitz im universitätseigenen Technologiezentrum. Ihnen ist es gelungen, vollautomatisch Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen herzustellen. Faserverbundwerkstoffe sind besonders leicht und interessant für Automobilhersteller oder Flugzeugbauer, die mit leichteren Karosserien spritsparende Autos und Flugzeuge bauen können. Die bisher teilweise noch in Handarbeit gefertigten Faserverbundwerkstoffe waren allerdings teuer. Witzel und Karb können sie billiger herstellen, weil sie durch das automatisierte Verfahren unter anderem weniger Material verbrauchen.


Unter dem Dach der TTI entwickelt Gründer Frank Kern, Mitarbeiter am Institut für Fertigungstechnologie keramischer Bauteile, seit 2004 zusammen mit der Firma ForestaDent Bernhard Förster GmbH aus Pforzheim neue Verfahren, um sogenannte durchscheinende Orthodental-Brackets herzustellen. Das sind die Teile einer festen Zahnspange, die auf die Zähne geklebt werden – sie sollen möglichst nicht auffallen. Mit Hilfe des isostatischen Heißpressens hergestellte Brackets waren bisher aufwendig und teuer. Die beiden Partner haben den Werkstoff unter Bedingungen des drucklosen Sinterns hergestellt und zu einem hochpräzisen Bauteil im net shape Formgebungsverfahren keramisches Spritzgießen verarbeitet.
„Mit der Vergabe des Preises soll die Bedeutung des Technologietransfers für Wissenschaft und Wirtschaft einer breiten Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden“, sagte Uni-Rektor Wolfram Ressel in seiner Laudatio. Seit 12 Jahren gibt es die TTI an der Universität Stuttgart. Seither berät und begleitet sie forschungsbegeisterte und kreative Studierende, Mitarbeiter und Alumni, die den Sprung in die Wirtschaft wagen wollen, um ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse in marktfähige Produkte zu verwandeln. Genau dies gelang den drei Preisträgern mit ihren neu gegründeten Firmen hervorragend. Der Preis wird einmal jährlich an Mitglieder und Alumni der Uni verliehen, die erfolgreiches ein Unternehmen gegründet haben. „Der Preis zeigt, welch hohen Wert der Technologietransfer an der Uni Stuttgart hat“, erklärte Günther Leßnerkraus vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg. Der Transfer erfolge einerseits über die an der Uni gut ausgebildeten Fachleute, die das Wissen in Wirtschaft und Gesellschaft tragen, als auch über innovative Ideen als Quelle der Existenzgründungen.           Helmine Braitmaier/uk
 



Kontakt

Prof. Bernd Bertsche
Technologie-Transfer-Initiative GmbH
Tel. 0711/685-66170
e-mail: bertsche@ima.uni-stuttgart.de


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