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SimTech-Wissenschaftler feiern Erfolge

Ausgezeichnete Forschung

Gleich mehrfach stolz sein kann das „Stuttgart Research Centre for Simulation Technology“ (SRC SimTech) auf seine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. So wurde Jennifer Niessner mit dem „Junior Scientist Prize“ der „Activity Group on Geosciences“ der „Society for Industrial and Applied Mathematics“ (SIAM) ausgezeichnet, während Oliver Röhrle den Richard-von-Mises-Preis der Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik erhält. Außerdem werden Johannes Eckstein und Dr. Daniela de Oliveira Maionchi aus Mitteln des EXIST-Gründerstipendiums gefördert, um ihre Geschäftsidee von gekoppelten Simulationen verwirklichen zu können.

Niessner, die bis Februar 2011 als Akademische Rätin am Lehrstuhl für Hydromechanik und Hydrosystemmodellierung der Uni tätig war, bekommt den Preis für ihre innovativen Beiträge zur numerischen Modellierung von mehrskaligen und multiphysischen Strömung- und Transportprozessen. So lassen sich mithilfe ihrer Simulationen zum Beispiel die physikalischen und chemischen Vorgänge in einer Brennstoffzelle abbilden – so komplex wie nötig, so einfach wie möglich. Gewürdigt werden außerdem ihre Entwicklungen im Bereich der physikbasierten Modellierung von zweiphasigen Strömungen in porösen Medien. In ihrer Habilitation hat sie dabei ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem sich etwa die Vorgänge bei der CO2-Speicherung im Untergrund zur Reduzierung des Treibhauseffektes besser beschreiben lassen. Für diese Arbeiten erhält die gebürtige Stuttgarterin zusätzlich den mit 5.000 Euro dotierten Sigrid-und-Viktor-Dulges-Preis*).


Jennifer Niessner und Oliver Roehrle.                                  (Foto: SimTech)
Jennifer Niessner und Oliver Roehrle. (Foto: SimTech)

Mit der Auszeichnung an Oliver Röhrle würdigt das Preiskomitee den 37-jährigen für seine zukunftsweisenden Leistungen im Bereich der Angewandten Mathematik und Mechanik. Der gebürtige Ulmer leitet die an das Institut für Mechanik (Bauwesen) angegliederte SimTech-Forschungsgruppe „Continuum Biomechanics and Mechanobiology“. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt die Modellierung von Skelettmuskeln und Teilen des menschlichen Bewegungsapparates. Die von ihm entwickelten Computermodelle erlauben es zum Beispiel, das Verhalten von Skelettmuskeln auf externe Reize virtuell zu untersuchen. So lässt sich simulieren, wo bei Patienten mit Querschnittslähmung Elektroden platziert werden müssen, um durch gezielte elektrische Impulse funktionelle Aspekte des geschädigten Muskels wieder zurückzugewinnen.
Zukunftsweisend und vielversprechend klingt auch die Geschäftsidee von Johannes Eckstein und Dr. Daniela de Oliveira Marionchi, die damit auf dem deutschen Markt Vorreiter sind. So wollen sie Simulationen von Mehrkörpersystemen (das sind komplexe mechanische Systeme) mit partikeldynamischen Simulationen koppeln und dies Kunden aus der Industrie als Dienstleistung anbieten. Diese verwendeten bisher aus Zeit- und Kostengründen Modelle, die keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern. Entscheidende Impulse für eine erfolgreiche Unternehmensgründung erhalten die beiden durch ihre Zusammenarbeit mit SimTech und dem Institut für Technische und Numerische Mechanik (ITM). uk

*) Niessner ist Alumna des Internationalen Doktorandenprogramms Enviroment Water (ENWAT) der Uni Stuttgart.



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