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Prof. Sandra Richter in Wissenschaftsrat berufen

Strukturfragen im Blick

Der Bundespräsident hat am 31. Januar die Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Literaturwissenschaft der Uni Stuttgart, Prof. Sandra Richter, für drei Jahre als Mitglied in den Wissenschaftsrat berufen. Die Professorin für Neue Deutsche Literatur folgt ihrem Fachkollegen und früheren Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Prof. Peter Strohschneider. Der Wissenschaftsrat ist eines der wichtigsten wissenschaftspolitischen Gremien in Deutschland. Er berät die Bundesregierung und die Länder in allen Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs.

Zu den Aufgaben des Wissenschaftsrats gehört auch die Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Wissenschaft in Deutschland im nationalen und europäischen Wissenschaftssystem. Damit einher gehen Überlegungen zu den quantitativen und finanziellen Auswirkungen der Empfehlungen sowie die Frage, ob diese den Erfordernissen des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens entsprechen. Der Wissenschaftsrat gibt Empfehlungen und Stellungnahmen zu den wissenschaftlichen Institutionen (Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen), insbesondere zu ihrer Struktur und Leistungsfähigkeit, Entwicklung und Finanzierung, sowie zu übergreifenden Fragen des Wissenschaftssystems, zu ausgewählten Strukturaspekten von Forschung und Lehre sowie zur Planung, Bewertung und Steuerung einzelner Bereiche und Fachgebiete.


Prof. Sandra Richter
Prof. Sandra Richter

Innerhalb dieses Arbeitsplans will Prof. Richter, die unter anderem in den Forschungsausschuss berufen wurde, insbesondere zwei Aspekte verfolgen. „Zum einen
faszinieren mich die strukturellen Fragen“, erklärt die
37-Jährige, „etwa: Wie stehen die Universitäten heute da, wie wird die Situation nach der Exzellenzinitiative sein – hier geht es insbesondere um die Sicherung der Nachhaltigkeit der Exzellenzprojekte - und wie soll die Differenzierung der Hochschullandschaft weiterverfolgt werden?“ Zum zweiten interessiert sich die Literatur- und Politikwissenschaftlerin für die Auswirkungen der strukturellen Veränderungen auf die einzelnen Fächer und Fachbereiche. „Dabei geht es insbesondere um das Verhältnis von Disziplinarität und Interdisziplinarität, also um das Spannungsfeld zwischen der heute vorherrschenden Verbundforschung und der Identität der Fachbereiche“, so Richter. Auch die Auswirkung der Digitalisierung auf die Geisteswissenschaften – Stichwort „Digital Humanities“ – sollen ein Thema sein.
Prof. Sandra Richter studierte Politologie, Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Hamburg, promovierte 1998 mit einer Arbeit über die geistes- und literaturgeschichtliche Bedeutung der Hugenotten im Deutschland des 18. Jahrhunderts und habilitierte sich im Jahr 2003 mit einer Studie zur Geschichte der Lyrik und Lyriktheorie. Nach mehrjähriger Forschungs- und Lehrtätigkeit am King’s College London folgte die Heinz Maier-Leibnitz-Preisträgerin 2008 dem Ruf an die Universität Stuttgart. Prof. Richter gehörte unter anderem dem Programme Committee des Euroscience Open Forum 2008 an. Sie ist Mitglied im Arbeitskreis für Geschichte der Germanistik im Deutschen Literaturarchiv Marbach sowie assoziiertes Mitglied im Think Tank 30 des Club of Rome.
Ebenfalls neu in den Wissenschaftsrat berufen wurde der ehemalige Präsident der ETH Zürich, Prof. Olaf Kübler. Der emeritierte Professor für Physik und Informatik gehört als externes Mitglied dem Universitätsrat der Uni Stuttgart an. Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Firma Trumpf und Tochter des langjährigen Uni-Rats-Vorsitzenden Prof. Berthold Leibinger, wurde erneut für eine dreijährige Amtszeit berufen. amg
 



Kontakt

Prof. Sandra Richter
Institut für Literaturwissenschaft
Abteilung für Neuere Deutsche Literatur I
Tel. 0711/685-83065
e-mail: sandra.richter@ilw.uni-stuttgart.de


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