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Exzellenzinitiative II: Vollantrag für zusätzliche Graduiertenschule

Mehr erwartet, aber nicht entmutigt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat haben in ihrer Entscheidung zur zweiten Phase der Exzellenzinitiative am 2. März eine Graduiertenschule der Uni Stuttgart zum Vollantrag zugelassen. Für das Projekt mit dem Titel „Advanced Condensed Matter Science“ (Moderne Festkörperwissenschaften) wird die Universität bis zum 1. September 2011 einen Vollantrag ausarbeiten. Das Zukunftskonzept mit dem Titel „Kooperativer Forschungscampus Stuttgart – Wissenschaft für den Menschen“ wurde unter 22 Mitbewerbern alleine in dieser Förderlinie zwar nicht zum Vollantrag zugelassen. Die Universität hat jedoch sehr positive Rückmeldungen zu den Inhalten des Konzepts erhalten und wird es deshalb in Teilen trotzdem umsetzen.

„Wir haben uns zwar mehr erhofft, doch angesichts der riesigen Konkurrenz von insgesamt 227 Neubewerbungen sind wir dennoch zufrieden, dass wir mit einem Projekt punkten konnten“, so Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel. „Jetzt werden wir mit großem Engagement die Ausarbeitung des Vollantrags angehen und setzen außerdem auf den Erfolg der Fortsetzungsanträge für die bereits laufenden Exzellenzprojekte, den Exzellenzcluster Simulation Technology (SimTech) sowie die Graduiertenschule Advanced Manufacturing Engineering (GSaME). Wenn bei der endgültigen Entscheidung im Juni 2012 alle drei Anträge durchkommen, werden künftig rund 45 Professuren an der Universität Stuttgart in Exzellenzprojekten arbeiten, damit liegen wir im nationalen wie auch im internationalen Vergleich sehr gut.“


Gold-Nanostrukturen sind ein Thema der geplanten Graduiertenschule zu den Eigenschaften kondensierter Materie.  (Foto: Institut)
Gold-Nanostrukturen sind ein Thema der geplanten Graduiertenschule zu den Eigenschaften kondensierter Materie. (Foto: Institut)
Graduiertenschule Moderne Festkörperwissenschaften
Die Graduiertenschule ACMS (Advanced Condensed Matter Science, Sprecher Prof. Harald Gießen) befasst sich mit modernen Materialwissenschaften und ist an der Schnittstelle von Physik, Chemie und Biologie angesiedelt. Beispiele für hochaktuelle Forschungsthemen sind Metamaterialien für optische Tarnkappen, unkonventionelle Supraleiter, Quantencomputer und neuartige, bioinspirierte Nanomaterialien.
Das Vorhaben vertieft die Verbindung der Universität mit den beiden Stuttgarter Max-Planck-Instituten. Diese betreiben bereits die gemeinsame „International Max Planck Research School for Advanced Materials: From Microscopic Understanding to Functionality“ und arbeiten in verschiedensten Forschungsprojekten bis hin zu Sonderforschungsbereichen zusammen. Ebenfalls eingebunden ist das neue Forschungszentrum SCoPE (Stuttgart Center of Optics and Photonics Engineering). Die Festkörperforschung hat in Stuttgart eine lange Tradition und genießt Weltruf. So wurde einer der Koordinatoren der Graduiertenschule, Prof. Bernhard Keimer vom MPI für Festkörperforschung, mit dem Leibnizpreis 2011 der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Zwei weitere Wissenschaftler, die Physiker Prof. Tilman Pfau und Prof. Jörg Wrachtrup, erhielten jeweils einen Advanced Grant 2011 des European Research Councils. Die Graduiertenschule möchte sicherstellen, dass Studenten auf sehr hohem Niveau in einer weltweit führenden Forschungsumgebung zu ihrer Promotion intensiv begleitet werden. 

Zukunft für das Zukunftskonzept
Kernidee des Kooperativen Forschungscampus ist es, die am Standort Stuttgart vorhandene einzigartige Kombination aus einer der forschungsstärksten Universitäten Deutschlands, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Wirtschaft und Gesellschaft ganz neuartig zu formieren und die Forschungsaktivitäten zu bündeln. Dadurch wird es noch besser möglich, gesellschaftsrelevante Zukunftsthemen ganzheitlich und interdisziplinär zu erforschen. Der Zusatz „Wissenschaft für den Menschen“ drückt zudem aus, dass die Universität im Verbund mit ihren Partnern in noch größerem Maße als bislang Leuchtturmprojekte definiert und interdisziplinär erforscht, um die globalen Zukunftsprobleme der Gesellschaft zu lösen.

Das von über 100 Beteiligten erarbeitete Konzept hat nicht nur eine enorme Schubkraft in die Uni gebracht. Es wurde auch von zahlreichen externen Experten hervorragend bewertet und erhielt nicht zuletzt ein dickes Lob von Seiten des Wissenschaftsministeriums.

Auch mit diesem Wind im Rücken wird die Universität die wesentlichen Projekte des Zukunftskonzepts dennoch umsetzen, „wenn auch in abgespeckter Form und über einen längeren Zeitraum hinweg“, so der Rektor. So wird die Zusammenführung der am Standort vorhandenen Akteure zu einem lebendigen regionalen Netzwerk weiter vorangetrieben. Beispielsweise wird mit der im Januar 2011 gestarteten Initiative „DLR@UniST“ die Zusammenarbeit von dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität Stuttgart weiter gefestigt. Weit vorangeschritten ist auch die Einrichtung der Graduiertenakademie GRADUS, die im Laufe des Sommersemesters umgesetzt werden soll.
amg

 



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