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Berthold Leibinger Stiftung finanziert Professur „Wirkungsgeschichte der Technik“

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Zwischen Naturwissenschaft, Technik, Gesellschaft und Kultur bestehen vielfältige Wechselwirkungen. Sie zu erforschen ist die Aufgabe der neuen Stiftungsprofessur „Wirkungsgeschichte der Technik“ an der Universität Stuttgart. Dafür stellt die Berthold Leibinger Stiftung der Uni in den kommenden zehn Jahren 1,5 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten zur Verfügung. Die Uni stellt die Infrastruktur, insbesondere Arbeitsräume, und stattet den Lehrstuhl mit dem für die Lehr- und Forschungstätigkeit erforderlichen zusätzlichen Personal und Sachmittel aus.

Die neue W3-Stiftunsprofessur wird am Historischen Institut der Philosophisch-Historischen Fakultät der Uni angesiedelt sein. Der historische Blick auf die Zusammenhänge zwischen Naturwissenschaften und Technik einerseits und Gesellschaft und Kultur andererseits soll dabei helfen, Antworten auf die drängenden Fragen nach Bedingungen und Folgen technischen Wandels zu geben. „Die Kombination von Wissenschafts- und Technikgeschichte in einer Professur ist in dieser Form einmalig an einer technisch orientierten Universität in Deutschland, wenn nicht gar in Europa“, so Unirektor Prof. Wolfram Ressel.


(Von links) Stiftungsgründer Prof. Berthold Leibinger, Unirektor Prof. Wolfram Ressel, die Geschäftsführerin der Stiftung, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller und Prof. Peter Scholz, Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät.  (Foto: Eppler)
(Von links) Stiftungsgründer Prof. Berthold Leibinger, Unirektor Prof. Wolfram Ressel, die Geschäftsführerin der Stiftung, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller und Prof. Peter Scholz, Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät. (Foto: Eppler)

Die Stiftungsprofessur soll übergreifend mit praktisch allen Fakultäten der Universität zusammenarbeiten und außerdem im Internationalen Zentrum für Kultur und Technikforschung der Universität Stuttgart (IZKT) mitwirken. Die Stiftungsprofessur wird das interdisziplinäre Lehrangebot der Philosophisch-Historischen Fakultät, insbesondere den Master „Wissenskulturen“, mit neuen Ideen bereichern. Für die ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengänge wird der neue Lehrstuhl Lehrveranstaltungen anbieten, in denen die Studierenden disziplinübergreifendes Wissen erlangen und für fächerübergreifende Fragestellungen sensibilisiert werden – Kernkompetenzen, die auch zur Persönlichkeitsreifung künftiger Führungskräfte wichtig sind.
Den Vertrag über die Stiftungsprofessur unterzeichneten Prof. Ressel und die Geschäftsführerin der Berthold Leibinger Stiftung, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, am 12. November 2010. Aus Erfahrung weiß die Geisteswissenschaftlerin, dass es einen Teil des Unternehmenserfolgs ausmacht, technische Prozesse aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. „Der Blick über den Tellerrand hinaus ermöglicht oft überraschende und besonders kreative Lösungen“, berichtet Nicola Leibinger-Kammüller. Zurzeit läuft das Berufungsverfahren, um die Stelle zu besetzen. Sollte die Stiftungsprofessur nach spätestens acht Jahren positiv bewertet werden, so wird die Uni für mindestens weitere zehn Jahre sicherstellen, dass der Lehrstuhl bestehen bleibt. uk



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