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SOFIA hat wissenschaftlichen Betrieb aufgenommen

Neue Fenster in die Sterne

Am 6. April 2011 führten deutsche Wissenschaftler ihre ersten astronomischen Messungen an Bord des Stratosphären-Observatoriums für Infrarot-Astronomie SOFIA durch und gingen mit dem Beobachtungsinstrument GREAT, dem „German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies“ der Entstehung von Sternen auf die Spur. Beim ersten wissenschaftlichen Flug überhaupt im Dezember letzten Jahres hatte SOFIA die zahlreichen Sternentstehungsgebiete im Sternbild Orion beobachtet, deren Infrarotinformationen von der Erde aus praktisch nicht beobachtbar sind. Der wissenschaftliche Betrieb des Projekts der Amerikanischen Weltraumbehörde NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Uni Stuttgart koordiniert.

Terahertz-Photonen aus der Sternentstehungsregion M17SW, aufgenommen mit dem Beobachtungsinstrument GREAT.      (Abbildung: NASA/DLR/SOFIA/ USRA/DSI/JPL- Caltech/M. Povich)
Terahertz-Photonen aus der Sternentstehungsregion M17SW, aufgenommen mit dem Beobachtungsinstrument GREAT. (Abbildung: NASA/DLR/SOFIA/ USRA/DSI/JPL- Caltech/M. Povich)

Beim Beobachtungsflug im April wurde das Instrument GREAT unter anderem auf die Galaxie IC342 ausgerichtet, eine nahegelegene Spiralgalaxie in Richtung des Sternbilds Giraffe (Camelopardalis), und auf den Omeganebel M17. In beiden Quellen wurden sowohl die Strahlung des ionisierten Kohlenstoffs bei einer Frequenz von 1,9 Terahertz (einer Wellenlänge von 0,158 Millimetern entsprechend) als auch die Emission der Rotationsübergänge des warmen Kohlenmonoxids CO beobachtet. Diese allerersten Spektren mit GREAT zeigen das herausragende wissenschaftliche Potential der luftgestützten Ferninfrarot-Spektroskopie. Die große Sammelfläche des Teleskops mit 2,7 Metern Durchmesser, gepaart mit dem enormen Fortschritt der Terahertz-Technologien, lässt GREAT Daten
100-fach schneller erfassen als bisher. Dies eröffnet den Weg für einzigartige wissenschaftliche Experimente.
Mit GREAT wurden die stärksten Emissionslinien beobachtet, über die eine Kühlung des interstellaren Materials erfolgt. Das Gleichgewicht zwischen Heizungs- und Kühlungsprozessen reguliert die Temperatur des interstellaren Mediums, und damit auch die Ausgangsbedingungen für die Entstehung von neuen Sternen. Die ionisierte Kohlenstofflinie wird durch intensive Ultraviolettstrahlung von neugebildeten Sternen angeregt; sie gibt einen einzigartigen Zugang zum Verständnis der physikalischen Prozesse und chemischen Bedingungen in den stellaren Geburtsstätten.
Nach diesen ersten Beobachtungsflügen mit GREAT wird SOFIA für die Nutzung von Astronomen außerhalb des Projektes geöffnet. Bewerben konnten sich Astronomen aller deutschen Institute. uk
 



Kontakt

Prof. Alfred Krabbe
Deutsches Sofia Institut
Tel. 0711/685-62406
e-mail: krabbe@dsi.uni-stuttgart.de
 


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