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Materialprüfer konservieren einzigartiges Felsenrelief

Rettung für Sankt Salvator

Die Wallfahrtskirche St. Salvator in Schwäbisch Gmünd besitzt eine in Deutschland einzigartige Darstellung: Ein Relief aus dem Leben Christi (Ölbergdarstellung, entstanden 1620), das direkt aus dem Felshang herausgearbeitet wurde. Doch die Wandoberflächen der Felsenkapelle sind von der Verwitterung bedroht. Um die wertvolle Darstellung zu erhalten, entwickeln Wissenschaftler Materialprüfungsanstalt (MPA) der Uni Stuttgart Methoden für die Konservierung der Kapelle.

Die Kirche wurde 1617 bis 1621 durch Kaspar Vogt als natürliche Felsenkirche oberhalb von Schwäbisch Gmünd in eine obere und untere Kapelle ausgebaut. Die Felsen der Kirche bestehen aus Stubensandstein des mittleren Keupers. Vor allem Feuchtigkeit, Salze und mikrobieller Befall setzen deren Oberflächen zu. Sie beginnen zu bröckeln, zudem bilden sich in Teilbereichen schwarze Krusten. Aufgrund der natürlichen, hohen Bergfeuchte, die zudem jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt, gibt es bis heute keine geeigneten Gesteinsfestigungsmittel beziehungsweise Konservierungsverfahren, die gefahrlos eingesetzt werden können. Ein Austrocknen des Reliefs birgt das Risiko, dass es aufgrund des fragilen Zustands zu verstärkten und schnellen Materialverlusten kommt.


Das Felsrelief in der Wallfahrtskirche St. Salvator in Schwäbisch Gmünd aus dem Jahr 1620. (Foto: Karl Fiedler)
Das Felsrelief in der Wallfahrtskirche St. Salvator in Schwäbisch Gmünd aus dem Jahr 1620. (Foto: Karl Fiedler)

Die Wissenschaftler der Uni Stuttgart werden gemeinsam mit den Projektpartnern, darunter Unternehmen, die zuständige Denkmalbehörde und die Katholischen Kirchengemeinde Heilig-Kreuz Schwäbisch Gmünd, die Schadenspotentiale aus klimatischen, hydrogeologischen, mikrobiellen und nutzungsbedingten Belastungen des Objekts erfassen. Anschließend entwickeln sie ein feuchtetolerantes
Festigungsmittel für die Steinoberflächen, das zunächst auf einige Musterfelder aufgebracht wird und für eine Vorfestigung sorgt. Die anschließende, gesamte Konservierung des Objekts beinhaltet verschiedene Schritte, bei der unter anderem die Oberflächen gereinigt und von Salzen und mikrobiellen Befall befreit werden und schließlich ein Mittel für die Endfestigung aufgebracht wird.

Ziel des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Denkmalpflege geförderten Projekts ist, über die Konservierung der beiden Felsenkapellen hinaus, dass die gewonnen Ergebnisse als Muster für die Konservierung ähnlicher Objekte aus dauerfeuchten Naturstein genutzt werden können. Zudem erarbeiten die Stuttgarter Wissenschaftler ein Überwachungs- und Maßnahmenkonzept, um die Wallfahrtskapelle auch in Zukunft zu erhalten. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Einbindung des Eigentümers, der Nutzer, der Denkmalpflege und der Öffentlichkeit gelegt.
ve



Kontakt

Dr. Jürgen Frick
Materialprüfungsanstalt (MPA) Universität Stuttgart
Tel. 0711/685-63381
e-mail: Juergen.Frick@mpa.uni-stuttgart.de
http://www.shm.uni-stuttgart.de


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