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Automatisierte Zellkulturen und neuartige Fahrrad-Gangschaltung

Nr. 114 vom 10. November 2011

TTI und Uni Stuttgart verleihen Technologietransfer-Preis

Zum dritten Mal verleihen die Universität Stuttgart und die TTI Technologie Transfer Initiative an der Universität Stuttgart den mit 10.000 Euro dotierten Preis für hervorragende Leistungen in Praxis und Theorie des Technologietransfers. Die Auszeichnung teilen sich in diesem Jahr die Firmen InnoCyte und Pinion, zwei Unternehmen, die mit Forscherdrang und Kreativität zukunftsfähige Produkte entwickelt und innovative Neugründungen gewagt haben. Dabei  haben sie in individueller Weise von den Unterstützungsangeboten der TTI und der Universität Stuttgart profitiert. Die Preisverleihung erfolgt am Donnerstag, 10. November, durch Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel, den Hauptvortrag mit dem Titel „Hightech - Gründerland Baden-Württemberg“ hält Prof. Peter Schäfer vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg.

Termin:           10. November 2011, 18.00 Uhr

Ort:                 Universität Stuttgart, Keplerstr. 7, Senatssaal (1.OG)

Die Preisträger präsentieren ihre Projekte im Anschluss an die Ansprachen. Medienvertreter sind herzlich eingeladen.

Der Technologietransfer-Preis wird jährlich verliehen. Bewerben können sich die Mitglieder und Alumni der Universität Stuttgart.

 
Von links: Innocyte-Gründer Roland Huchler, Michael Fritsche und Dirk Malthan.

InnoCyte GmbH

Die im Juli 2011 von Roland Huchler, Dr. Michael Fritsche und Dirk Malthan als Ausgründung aus dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (FhG-IPA) gegründete Firma InnoCyte entwickelt und vertreibt Gerätelösungen zur Automatisierung von Teilprozessen der Zellkultur, das heißt Systeme zur Produktion von biologischem Zellmaterial außerhalb eines Organismus. Die Produktion von biologischen Zellen ist ein Schlüsselprozess für die Entwicklung und Zulassung von Medikamenten und für die Erzeugung von künstlichem Gewebe. Die Aussagekraft zellbasierter Versuchsreihen und die Sicherheit von künstlichen Geweben hängen dabei vor allem von der Reproduzierbarkeit des Zellmaterials ab. Aus diesem Grund sind viele der über 40.000 Zellkulturlabore weltweit an einer Standardisierung und Automatisierung der Produktionsprozesse interessiert.

Diesem Bedarf trägt InnoCyte mit den entwickelten automatisierten Prozessmodulen Rechnung. Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Fraunhofer-Gesellschaft hat das Gründungsteam eine zum Patent angemeldete fluidische Technologie entwickelt, die den zentralen Prozess der „Passage“ der automatisierten Zellkultur mit einem Bruchteil des bisher dafür notwendigen Aufwands realisiert. Diese Basistechnologie bildet die Grundlage für das Pilotprodukt „Split.It“, dessen Markteinführung im 2. Quartal 2012 erfolgen wird und das zum Ausgangspunkt einer geplanten Produktfamilie werden soll.

Weitere Informationen:

InnoCyte GmbH, Roland Huchler, Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart

Tel. 0711/970-1129, e-mail: info@innocyte.com, www.innocyte.com

Pinion GmbH

Eine neue und zeitgemäße Getriebeschaltung für Fahrräder entwickelt und vertreibt die im Jahr 2008 von Michael Schmitz und Christoph Lermen gegründete Firma Pinion. Während sich das beliebte und umweltfreundliche Hobby- und Sportgerät Fahrrad durch Innovationen wie Federung, Scheibenbremsen und Fahrradrahmen aus Verbundwerkstoffen vom einfachen „Drahtesel“ zum Hightechprodukt gewandelt hat, blieb das Grundprinzip der beiden Schaltungssysteme (Ketten- und Nabenschaltung) trotz gravierender Nachteile weitgehend unverändert. Das von Pinion entwickelte P1.18-Getriebe stellt eine technologisch hochinteressante Neuentwicklung dar: Es ist als geschlossene, wartungsarme Einheit in einer für die Fahrdynamik optimalen Position in der Fahrradmitte angeordnet und bietet wegen der hohen Gangzahl ohne Überschneidungen, der großen Übersetzungsbandbreite und der kurzen Schaltvorgänge viele Vorteile gegenüber der traditionellen Technik.

Begonnen haben Michael Schmitz und Christoph Lermen bereits 2006 mit der Entwicklung der Getriebeschaltung. Die ersten Prototypen wurden mit Unterstützung des Instituts für Maschinenelemente der Universität Stuttgart

gebaut, mit Hilfe der TTI GmbH wurde das EXIST - Gründerstipendium beantragt. Auch heute noch pflegt Pinion institutsübergreifend einen engen Kontakt zur Universität.

Weitere Informationen:

Pinion GmbH, Christoph Lermen, Michael Schmitz, Tel. 0711/248 26210, e-mail: info@pinion.eu, www.pinion.eu

Um die Kultur der unternehmerischen Selbstständigkeit weiter zu stärken und dauerhaft zu etablieren, hat die TTI – gemeinsam mit der Universität Stuttgart und im Rahmen des Förderprogramms „Inkubatoren“ – eine Vielzahl an Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für alle Gründungsinteressierten (Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Alumni) durchgeführt. Der Anstieg bei der Anzahl der beratenen Gründungsprojekte wie auch bei der Anzahl der EXIST- Förderanträge spricht für die zielorientierte und erfolgreiche Arbeit in der akademischen Gründungsberatung. Neben der umfangreichen Beratung und Betreuung sowie der Begleitung bei der Förderantragsstellung können angehende Firmenchefs im Rahmen einer Transfer-Gründerunternehmung (TGU) unter dem Dach der TTI mit eigenen Projekten die ersten Schritte der Selbstständigkeit machen. Im universitätseigenen Technologiezentrum besteht die Möglichkeit, zu günstigen Konditionen unter Nutzung von Synergien durch die Nähe zur Universität und zu den benachbarten Forschungseinrichtungen Büro- und Laborräume zu mieten.

 


Von links: Pinion-Gründer Michael Schmitz und Christoph Lermen


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