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Barrierefreiheit der Internetauftritte

Das hier beschriebene Webdesign für die OpenCms-Templates 2.1 und 2.2 läuft aus. Schulungen und Unterlagen für das neue Webdesign (Template 3.0) sind derzeit in Vorbereitung und werden voraussichtlich ab April 2017 zur Verfügung stehen. Bei Fragen melden Sie sich bitte per E-Mail.

Rechtsgrundlage für eine Pflicht zur barrierefreien Gestaltung von Internetauftritten der Landesbehörden und Hochschulen in Baden-Württemberg ist das Landesbehindertengleichstellungsgesetz (LBGG BW).

BITV und LBGG

Die Anforderungen der BITV (siehe dazu Rechtsgrundlagen des Bundes) sind durch das Landesgesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen ( Landesbehindertengleichstellungsgesetz - LBGG BW [PDF]  ), in Kraft getreten am 01.06.2005, auch auf Landesebene umgesetzt. Hinsichtlich eines barrierefreien Internetauftritts verweist das Landesgesetz auf die Standards der BITV.

Geltung für Hochschulen

Was bedeutet das neue Gesetz für die baden-württembergischen Hochschulen?
§ 10 in Verbindung mit § 6 Absatz 1 Satz 1 des Gesetzes verpflichtet nur die landesunmittelbaren Körperschaften des Landes und die sonstigen Einrichtungen der Landesverwaltung zu einem barrierefreien Internetauftritt. Alle sonstigen der Aufsicht des Landes unterstehenden juristischen Personen des öffentlichen Rechts sind "nur" der Förderung des allgemeinen Gesetzesziels verpflichtet (auch hierfür erscheint ein barrierefreier Internetauftritt zumindest erstrebenswert). Hinsichtlich der Einordnung der Hochschule in diese Begriffe haben wir beim baden-württembergischen Sozialministerium nachgefragt.

Die Antwort von dort ist eindeutig:
Das Sozialministerium geht in Abstimmung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst davon aus, dass die Hochschulen des Landes sowohl unter den Begriff der landesunmittelbaren Körperschaften des öffentlichen Rechts als auch den der Einrichtungen der Landesverwaltung fallen. Mit der klaren Folge, dass die Hochschulen den Anforderungen des § 10 (barrierefreie mediale Angebote) mit samt dem vorgesehenen Verweis auf die BITV nachkommen müssen.

D.h. die Hochschulen sind grundsätzlich verpflichtet, ihre Internetauftritte barrierefrei zu gestalten.


Geltung für Downloads
Müssen also auch alle herunterladbaren Dokumente barrierefrei sein?
Nachdem sich im Internet einige Aussagen finden, dass der Barrierefreiheit Genüge getan ist, wenn ein downloadbares Dokument als solches gekennzeichnet ist, haben wir nachgefragt:

Nach Auskunft des Bundessozialministeriums gehören alle Downloads zum Internetauftritt und müssen damit barrierefrei sein.

Bezogen auf das LBGG BW haben wir vom Landessozialministerium folgende Aussage bekommen: Nach dem LBGG BW müssen die Internetauftritte nur grundsätzlich barrierefrei sein. Auch finanzielle Möglichkeiten spielen hier eine Rolle. Laut Gesetzesbegründung sei entscheidend, dass der relevante Inhalt barrierefrei wahrnehmbar sei. Klar als downloadbar erkennbare Dokumente seien demnach ausgenommen.

Web Content Accessibility Guidelines 2.0

Grundregeln der Web Content Accessibility Guidelines und weitere Informationen finden Sie bei www.zendas.de

WCAG 2.0

Checkliste

Neben den allgemeinen Anforderungen an die Barrierefreiheit haben wir im Folgenden anhand von 6 verschiedenen Bereichen Fragen zusammengestellt, die Ihnen bei der Einschätzung, ob Ihre Webseite barrierefrei ist, helfen sollen.

Sollten Sie alle Fragen mit ja beantworten können, kann man davon ausgehen, dass Ihre Webseite barrierefrei ist.

  • Besitzen alle Seiten des Webauftritts ein einheitliches Layout?
  • Werden die für die Navigation und Verständnis relevanten Inhalte auch als Text zur Verfügung gestellt?
  • Ist die Navigation klar, übersichtlich und einheitlich gestaltet?
  • Gibt es eine klare Trennung zwischen Informationen und Layout (z.B. durch die Verwendung von StyleSheets)?
  • Besteht eine klare und einheitliche Navigationsstruktur?
  • Ist beim Einsatz von Tabellen als Layoutgerüst die Linearität beibehalten worden?
  • Wurde versucht, Java, JavaScript, Flash u.a. zu vermeiden?
  • Wird das aktuelle HTML syntaktisch und formal korrekt eingesetzt?
  • Wurden die wesentlichen Bestandteile der Navigation und der Seiteninformation an den Anfang der Webseite gelegt?
  • Sind die eingesetzen Technologien (z.B. HTML 4.01, CSS 2.0) vollständig dokumentiert und öffentlich zugänglich?
  • Werden die Technologien in einer aktuellen Version eingesetzt?
  • Werden nur Technologien eingesetzt, die den Stand der Technik wiedergeben?

Bereich 2: Schriften, Bilder und Darstellungselemente

  • Wurde auf die Darstellung von Text in Bildern verzichtet?
  • Wird die Information in Bildern alternativ als Text dargestellt?
  • Ist die Schriftart und -größe nicht absolut festgelegt?
  • Wird auf die Verwendung des <FONT>-Tag (für Schriftarten, -größen, -farben, etc.) verzichtet?
  • Werden Schriftarten ohne Serifen eingesetzt (z.B. Arial, Verdana, Helvetica, Sans Serife)?
  • Wird CSS auf den Webseiten eingesetzt?
  • Werden die HTML-Konstrukte und MARKUP-Sprachen korrekt einsetzt?
    Beispiele:
    • Sind die Seitenüberschriften im <h1>-Tag eingebettet?
    • Wird für die Darstellung von Listen der <li>-Tag verwendet?
  • Wurde auf eine kontrastreiche Kombination von Vordergrund, Schrift und Hintergrund geachtet?
  • Wurde auf die Farbkombination rot/grün verzichtet?
  • Sind die Texte, Bilder und Informationen auch in schwarz/weiß verständlich und lesbar?
  • Haben Tabellen zu Beginn eine Überschrift?
  • Werden bei Datentabellen Zeilen- und Spalten beschriftet?
  • Wurde auf Hintergrundbilder/grafiken verzichtet oder wurden diese nur sehr dezent eingesetzt?
  • Werden für Diagramme alternative Beschreibungen angeboten (z.B. Tabellen)?
  • Wird bei dem Einsatz von Imagemaps eine Übersicht aller vorhandenen Links zur Verfügung gestellt?

Bereich 3: Frames

  • Wurde versucht, auf Frames zu verzichten?
  • Sollten Sie dennoch Frames verwendet haben, sollten Sie die folgenden Fragen beantworten:
    • Kann man sich trotz Frames per Tabulator-Taste logisch durch die Webseite bewegen?
    • Wurden die Frames eindeutig definiert und benannt?
    • Wurde das <NOFRAME>-Tag verwendet?

Bereich 4: Einbettung von HTML-fremden Objekten (Multimedia, Applets, Flash, Scripts,...)

  • Wird eine Beschreibung der Objekte in einem alternativen Textseite bereitgestellt?
  • Wird auf ein Flackern oder Aufblitzen von Objekten verzichtet?
  • Wird auf einen Lauftext verzichtet?
  • Ist der Informationswert noch gegeben, wenn das Objekt deaktiviert wird?
  • Ist das Objekt unabhängig vom Eingabegerät (z.B. Browser)?
  • Wird für die angebotenen Videos eine Audio-Beschreibung zur Verfügung gestellt?
  • Sind die verwendeten Multimediaobjekte, Applets und Scripte vom Eingabegerät (z.B. Browser) unabhängig?
  • Werden Alternativen zu dynamischen Inhalten angeboten?

Bereich 5: Benutzerinteraktion

Als Benutzerinteraktion werden Aktionen und Tätigkeiten verstanden, die ein Benutzer oder Anwender auf einer Webseite durchführen kann (z.B. Formulare ausfüllen, E-Mails versenden, Links und Verweise anwählen).

  • Werden Pop-Ups vermieden?
  • Wird der Nutzer über eine Änderung einer aktuellen Ansicht informiert?
  • Sind die Ziele einzelner Links und Verweise klar ersichtlich?
  • Sind alle Links mit der Tab-Taste ansteuerbar?
  • Ist die Beschriftung von Formularfeldern jeweils direkt vor der Zeile positioniert?
  • Besteht innerhalb eines Formulars eine logische Tab-Reihenfolge?
  • Lässt sich das Forumlar ausschließlich mit der Tastatur ausfüllen und abschicken?
  • Werden E-Mails im Text-Format versendet?
  • Wird bei Attachments und Downloads die MS DOS-Konvention (8.3) eingehalten?
  • Werden Texte im Anhang von E-Mails im RTF- oder TXT-Format angeboten?

Bereich 6: Sprache und Inhalt

  • Sind die Texte klar, einfach und allgemein verständlich?
  • Sind die Texte grammatikalisch und ortografisch korrekt?
  • Werden Fachausdrücke vermieden oder zusätzlich erklärt?

    Hinweis: Sollten Fachausdrücke, Fremdwörter, Abkürzungen oder Akronyme dennoch für die Webseiten notwendig sein, sollten Erklärungen in Klammern stehen oder in einem Glossar verfügbar sein.

 (Informationsquelle: Zentrale Datenschutzstelle der baden-württembergischen Universitäten -ZENDAS )