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Arbeitsmedizinischer Dienst


Anschrift:

Arbeitsmedizinischer Dienst
Universität Stuttgart
Pfaffenwaldring 59
70569 Stuttgart

 
 
  0711 / 685-64545
0711 / 685-64543

Öffnungszeiten: Mo. - Do. 8.00 - 16.00 Uhr
Fr. - 8.00 - 14.00 Uhr
 
 
 
Dr. med. Reindel, Karin
0711 / 685-64546
Dr. med. Arlt, Renate   0711 / 685-64557
     
Schweitzer, Marion
Kühnl, Martina
Bickel, Doris

Die Räume des Arbeitsmedizinischen Dienstes befinden sich im Gebäude Pfaffenwaldring 59 im Untergeschoß. vorLageplan

Aufgabenbereiche:

Der Arbeitsmedizinische Dienst betreut alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Er arbeitet fachlich selbstständig und weisungsfrei. Alle erhobenen medizinischen Untersuchungsbefunde unterliegen in vollem Umfang der ärztlichen Schweigepflicht.

Die originären Aufgaben der Arbeitsmediziner des AMD, der eine Stabsstelle der Kanzlerin ist, ergeben sich aus dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) § 3.
Im Wesentlichen liegen folgende Aufgabenschwerpunkte vor:

  • Beratung und Information des Arbeitsgebers sowie aller Beschäftigten der Universität zu Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Zusammenarbeit mit allen für Arbeits- und Gesundheitsschutz Verantwortlichen
  • Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter sind entsprechend der speziellen Arbeitsplatzbelastungen und Gefährdungen vorgesehen.
    Grundlage sind verschiedene Rechtsvorschriften (u.a. Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge / ArbMed VV; Arbeitsschutzgesetz / ArbSchG; Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung / DGUV Vorschrift 2; Strahlenschutzverordnung / StrlSchV; Röntgenverordnung / RöV; Biostoffverordnung / BiostoffV, Bildschirmarbeitsplatzverordnung / BildscharbV). ( Anmeldeformulare)
    Im Rahmen dieser Untersuchungen werden, falls erforderlich, auch Impfungen durchgeführt z.B. beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen und bei Auslandstätigkeiten unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen.
  • Regelmäßige Begehungen der Arbeitsstätten zusammen mit Sicherheitsfachkräften, Personalrat und Brandschutzbeauftragten. Beratung bei der Gestaltung der Arbeitsplätze, der Arbeitsabläufe, der Arbeitsumgebung und zu sonstigen Fragen der Ergonomie
  • Teilnahme an den Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen
  • Mitwirkung bei der Wiedereingliederung und beruflichen Rehabilitation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sind Teilnehmer des Integrationsteams BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement).
  • Beratung chronisch Kranker und in ihrer Leistungsfähigkeit gewandelter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Beratung bei speziellen Gesundheitsproblemen, z.B. psychischen Störungen, Suchterkrankungen und zu psychosozialen Fragestellungen. Beratung zu geeigneten Therapiemöglichkeiten und Kontakten
  • Teilnahme am Arbeitskreis Sucht
  • Im Rahmen von Maßnahmen zur Gesundheitsprävention und allgemeinen Gesundheitsförderung enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsmanagement; Teilnahme am Arbeitskreis Gesundheit
  • Zu unseren Aufgaben gehört es nicht, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen!
  • Über die beschrieben Tätigkeiten hinaus stehen die Ärzte des AMD für die individuelle Beratung zu allgemeinen Gesundheitsfragen, zu reisemedizinischen Fragen, zur Impfberatung und zur Durchführung von beruflich indizierten Impfungen zur Verfügung.
  • Mitwirkung bei der Organisation der Ersten Hilfe ( Verbandmittelanforderung)
     
  • In den Räumen des AMD erfolgen:
    (Auf Grund der vielfältigen arbeitsmedizinischen Aufgaben auf dem gesamten Campus und in den Unigebäuden in der Stadtmitte ist nicht immer eine Ärztin beim AMD vor Ort. In diesem Fall werden die im Folgenden aufgeführten Leistungen, sofern es von der Ausbildung her zulässig ist, von qualifiziertem Assistenzpersonal durchgeführt)

⇒ Notfallmäßige Versorgung kleiner Verletzungen (z.B. Pflasterverband, steriler Verband) und
    von Insektenstichen
⇒ Für die chirurgische Weiterbehandlung, z.B. Nähen von Wunden, Röntgen, Weiterleitung
    an chirurgische D-Ärzte oder in Kliniken
⇒ Erstversorgung von Brandwunden, Verätzungen der Haut, Inhalationsunfällen. Falls erforderlich
    erfolgt Weiterleitung an chirurgische Fachärzte oder Kliniken.
⇒ Augenverletzungen werden nach der Erstversorgung, z.B. Spülung bei Kontakt mit
    Gefahrstoffen, generell zum Augenarzt oder in Augenkliniken weitergeleitet.
⇒ Notfallmäßige Beratung (d.h. kein Ersatz für Hausarzt oder Facharzt) bei leichteren
    Erkrankungen unterschiedlicher Fachgebiete und Weiterleitung an den Hausarzt oder
    Facharzt. Bei unklaren Krankheitsbildern evtl. auch Weiterleitung in die Klinik.
⇒ Gespräch, Beratung und Weiterleitung an Fachärzte bei akuten psychischen Störungen sofern
    die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter selbstständig oder in Begleitung kommen kann.

Sollte eine Mitarbeiterin/ein Mitarbeiter nicht in der Lage sein, selbstständig oder in Begleitung den AMD aufzusuchen – z.B. bei vitalen Gefährdungen wie Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot, schweren Schmerzzuständen im Brustkorb (Verdacht auf Herzinfarkt), Krampfanfällen -
ist immer der
Rettungsdienst 112 anzurufen.

Empfohlene Links

Dr. K. Reindel                                               Dr. R. Arlt

01/2017
 
  



EBOLA - Fieber
 
Da es keine speziellen Regelungen für Universitäten oder sonstige Lehrbetriebe gibt sind für uns die Informationen staatlicher oder internationaler Stellen, wie sie auch als Link vom Dezernat Personal (Uni Homepage, Reisekostenportal) angegeben sind, verbindlich.
Grundsätzlich ist der AMD als Anlaufstelle hierfür, z.B. bei Krankheitszeichen, nicht zuständig sondern hierzu sind niedergelassene Ärzte aufzusuchen (immer vorher telefonisch anmelden), die in Kooperation mit den Gesundheitsämtern stehen.
Es sollte auch immer daran gedacht werden, dass bei Fieberpatienten mit Westafrika-Reisehintergrund häufig eine Malaria vorliegen kann.
 
Weitere Links:

11/2014

 

Gefährdung durch Mikroorganismen bei Reinigungsarbeiten ( pdf )

Bei Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten (auch im Freien) können Beschäftigte mit gesundheitsschädlichen Mikroorganismen in Kontakt kommen. Dieser Überblick möchte deshalb über mögliche Gefährdungen für den Menschen informieren und gleichzeitig entsprechende Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln empfehlen.

Taubenkot

Verwilderte Tauben leben, unter anderem, in leer stehenden Gebäuden, Industrieanlagen, auf Dachböden, Mauervorsprüngen, Fensternischen und Brücken. Die von ihnen verursachten Verunreinigungen bestehen aus dem ausgeschiedenen Kot, Nestresten, Federn und verendeten Tieren. Im Taubenkot sind viele Mikroorganismen, darunter auch krankheitserregende Organismen (Bakterien, Hefen und Pilze) enthalten. Durch Aufwirbelung des Kotes beim Reinigen, aber auch durch das Aufflattern der Tiere, können diese Erreger in die Luft gelangen und über die Atemluft, die Haut und die Schleimhäute in den menschlichen Körper aufgenommen werden bzw. mit ihm in Berührung kommen. Neben möglichen Lungen- und Darmerkrankungen, kann dies zu allergischen und toxischen Reaktionen durch Schimmelpilze, Endotoxine (Bestandteile der Zellwand von Bakterien, die bei deren Zerfall frei werden) und Parasiten (Stiche durch die Taubenzecke und rote Milbe) führen. Außerdem besitzt Taubenkot eine ätzende Wirkung und in sehr trockenem, aufgewirbelten Zustand eine erhöhte Brand- und Explosionsgefahr.
Bei Reinigungsarbeiten sollte deshalb für eine ausreichende Belüftung gesorgt und eine Staubaufwirbelung unbedingt vermieden (Kot ggf. leicht anfeuchten) werden. Der Arbeitsbereich darf nur mit Schutzkleidung (Gummistiefel, Einwegschutzanzug, Schutzhandschuhe (Nitril), Atemschutz (FFP-2 Maske) in Verbindung mit dicht sitzendem Augenschutz (ggf. Vollmaske, P2) betreten werden. Entsprechende Arbeitsmittel (z.B. Industriestaubsauger Kategorie B) sind zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich sollte im Arbeitsbereich nicht geraucht, gegessen und getrunken werden. Vor Arbeitspausen ist die Schutzkleidung abzulegen und Gesicht und Hände sind entsprechend zu reinigen/desinfizieren. Nach Arbeitsende werden der Taubenkot und die kontaminierte Schutzkleidung fachgerecht (Betriebsanweisung) entsorgt, die Arbeitshilfsmittel gründlich gesäubert und die verschmutzte Kleidung wird bei mindestens 60 °C gereinigt. Bei Auftreten grippeähnlicher Symptome, Unwohlsein, Durchfall, Schwindel oder Erbrechen nach dem Umgang mit Taubenkot, ist der/die behandelnde Arzt/Ärztin auf den vorangegangenen Kontakt mit Kot hinzuweisen.

Hantavirus

Hantaviren haben eine weltweite Verbreitung. In der BRD liegt u. a. ein Schwerpunkt in Baden-Württemberg. Betroffen sind Waldregionen, in denen die Rötelmaus verbreitet ist. Sie ist das hauptsächliche Reservoirtier der Hantaviren in Deutschland. Hantavirus-Infektionen sind zwar ganzjährig möglich, treten aber vermehrt in den Frühjahrs- und Sommermonaten auf. Die Viren werden von infizierten Mäusen, die selbst nicht erkranken, massenhaft über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht dort, wo Rötelmäuse vermehrt vorkommen und insbesondere bei Tätigkeiten, bei denen infektiöser Staub aufgewirbelt wird. Der Mensch infiziert sich in der Regel durch die Inhalation erregerhaltigen Staubes, selten auch durch Nagetierbisse oder die Berührung der verletzten Haut mit kontaminierten Materialien (z.B. Staub, Böden). Für eine mögliche Infektion ist also kein direkter Kontakt mit der Rötelmaus notwendig. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch findet bei den in Europa vorherrschenden Virustypen nicht statt, auch eine Übertragung durch Haustiere oder Vektoren (z.B. Mücken, Zecken) ist nicht wahrscheinlich. Die Inkubationszeit (Zeit zwischen der Infektion mit einem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome) beträgt laut Robert-Koch-Institut in der Regel 2 bis 4 Wochen (Zeitspanne 5 bis 60 Tage). Die Erkrankung, welche häufig auch in milder Form bzw. unbemerkt verläuft, beginnt meist mit abrupt einsetzendem hohem Fieber, das über drei bis vier Tage anhält. Begleitend dazu, treten unspezifische, grippeähnliche Symptome wie Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen auf. Die wichtigste Komplikation stellt eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz dar, die allerdings in der Regel reversibel ist. Schwere, mit weiteren Organbeteiligungen einhergehende und auch tödliche Verläufe sind bei dem in Deutschland vorherrschenden Virustyp aber eher selten. Eine überstandene Infektion führt wahrscheinlich zu einer lebenslangen, Virustyp-spezifischen Immunität.
Da es derzeit noch keinen Impfstoff und keine spezifische antivirale Therapie gibt, ist die Expositionsprophylaxe die wichtigste Maßnahme zur Verhütung von Hantavirus-Infektionen.
Tätigkeiten mit einem besonderen Infektionsrisiko im häuslichen und beruflichen Umfeld sind u. a. das Reinigen von Dachböden, Scheunen, Schuppen, Ställen, Garagen und Kellern, in denen sich Nager aufhalten bzw. aufgehalten haben, weiterhin Garten-, Wald- oder Holzarbeiten, aber auch andere Aktivitäten im Freien (z.B. Zelten, Joggen, Jagd).
Im Umfeld menschlicher Wohnbereiche sollten deshalb Mäuse und Ratten bekämpft und die allgemeinen Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Das Info-Blatt des RKI (Robert-Koch-Institut) gibt dazu nützliche Hinweise:
Lebensmittel und Tierfutter sollten für Nager unzugänglich aufbewahrt, Abfälle in verschließbaren Mülleimer entsorgt und Essensreste und tierische Abfälle nicht auf den Hauskompost gegeben werden. Außerdem müssen mögliche Eintrittspforten für Nager ins Haus abgedichtet und Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten (z.B. Sperrmüll, Altreifen und Abfallhaufen) beseitigt werden.
Vor Beginn der Reinigung von Räumen sollten diese, wenn möglich, durch das Öffnen von Türen und Fenstern gut gelüftet werden. Es empfiehlt sich auch hier, mögliche Staubentwicklungen in kontaminierten Bereichen durch Befeuchten zu vermeiden. Zum Schutz vor Hantavirus-Infektionen müssen Mäusekadaver und Exkremente sicher beseitigt und vor der Entsorgung mit Desinfektionsmittel benetzt und kontaminierte Flächen sorgfältig mit Haushaltsreiniger gesäubert werden. Bei all diesen Tätigkeiten empfiehlt sich das Tragen von Gummihandschuhen und eines eng anliegenden Mundnasenschutzes (FFP3-Maske). Abschließend müssen Hände und eventuell auch das Gesicht gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden.

Informationsquellen:
www.rki.de

Zecken
Im Frühjahr, Sommer und Herbst ist Hochsaison für Zecken (gemeiner Holzbock). Sie sind in Wald und Flur in nahezu allen Teilen Deutschlands, außer in Höhen von mehr als 1500 Meter (über dem Meeresspiegel), zu finden. Sie sitzen meist auf der bodennahen Vegetation (Gräser, krautige Pflanzen, niedriges Gebüsch), auf Totholz (umherliegende Äste, Baumstämme, Baumstümpfe) oder in und auf Laubstreu und können von einem vorbeilaufenden Menschen abgestreift werden. Zeckenstiche bleiben teils unbemerkt. Sie können jedoch gefährliche Erkrankungen übertragen, z. B. Borreliose und FSME.
Die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) steht für eine besondere Form der Hirnhautentzündung und ist eine Viruserkrankung. Da sich die Viren in den Speicheldrüsen der infizierten Zecken befinden, gelangt virushaltiger Speichel praktisch sofort nach dem Stich in den menschlichen Körper. In Süddeutschland und Österreich kommen FSME übertragende Zecken (i. d. R. etwa 1%-3%) nahezu flächendeckend vor (weitere Risikogebiete in Deutschland, siehe aktuelle Karte des RKI). Nach erfolgter Infektion treten bei etwa 30% der Betroffenen ca. 7 bis 14 Tage nach dem Stich grippeähnliche Symptome auf. Häufig ist aber nach Abklingen der Beschwerden die Erkrankung wieder beendet. Lediglich bei einem Drittel der ursprünglich Erkrankten, kommt es nach einer weiteren fieber- und beschwerdefreien Zeitspanne von 7 bis 20 Tagen, zu einer zweiten Erkrankungsphase mit einer ernstzunehmenden, stark fiebrigen Hirnhautentzündung. Etwa 1% dieser Fälle verlaufen tödlich. Nach einer überstandenen FSME besteht eine lebenslange Immunität. Eine direkte medikamentöse Therapie, mit der das FSME-Virus bei einer Infektion bekämpft werden kann, gibt es noch nicht. Einen zuverlässigen Schutz gegen die Erkrankung bietet nur eine FSME-Schutzimpfung, welche insbesondere all jenen Personen zu empfehlen ist, die sich beruflich oder privat häufig in der freien Natur aufhalten.
Die Borreliose ist eine durch Bakterien verursachte Erkrankung. Die Bakterien halten sich v. a. im Darm der befallenen Zecke auf und werden meist erst 12 bis 24 Stunden nach dem Stich übertragen. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch übliche Kontakte findet nicht statt. Wird die Zecke frühzeitig, z. B. am Arbeitsende entdeckt und entfernt, kann in den meisten Fällen eine Infektion verhindert werden. Auch führt nicht jede Infektion mit Borrelien zwangsläufig zu einer Borreliose. Schätzungen gehen von 50 000 bis 100 000 Infektionen pro Jahr in Deutschland aus. Es können verschiedene Krankheitsstadien erreicht werden, die zum Teil ineinander übergehen und auch parallel auftreten. Am Anfang finden sich oft grippeähnliche Symptome. Innerhalb von Wochen und Monaten nach dem Zeckenstich können Herz, Gelenke, Haut und Nervensystem befallen werden. Typischerweise tritt Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich eine relativ scharf begrenzte, runde Hautrötung, die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) auf, die praktisch beweisend für eine Erkrankung ist. Leider schließt das Fehlen dieser Wanderröte eine Borreliose aber nicht aus! Die häufig direkt oder kurzfristig nach einem Zeckenstich auftretende kleine, meist juckende Hautrötung (vergleichbar wie nach einem Mückenstich) hat in der Regel nichts mit einer Wanderröte zu tun. Zur Behandlung einer Borreliose wird vom Arzt ein geeignetes Antibiotikum verordnet, um mögliche chronische Borrelioseschäden zu verhindern. Eine wirksame Schutzimpfung gegen diese Erkrankung gibt es derzeit noch nicht. Die FSME-Impfung bietet keinen Schutz vor der Borreliose. Außerdem schützt eine durchgemachte Borreliose nicht vor einer Neuinfektion oder Neuerkrankung.
Da es keinen hundertprozentig sicheren Schutz vor einem Zeckenstich gibt, kommt auch hier der Expositionsprophylaxe eine entscheidende Bedeutung zu. Durch eine Reihe einfacher Verhaltensregeln, kann man das Risiko von einer Zecke gestochen zu werden, jedoch deutlich vermindern. Vorbeugende Maßnahmen vor einem Aufenthalt im Freien sind zum Beispiel:
Ein Zecken abwehrendes Mittel (Repellent) auf die Haut und wenn möglich auch auf die Kleidung auftragen (Beipackzettel u. Gebrauchsanleitung beachten).
Geschlossene Schuhe, helle, langärmelige Oberbekleidung und lange Hosen, mit über die Hosenbeine gezogenen Strumpfenden, tragen.
Mitnahme eines geeigneten Werkzeuges zur Entfernung saugender Zecken (gut schließende Pinzette, Zeckenzange, Zeckenkarte…) sowie Pflaster und Desinfektionsmittel.
Unterwegs im Freien sollten vorhandene Wege benutzt und ein Kontakt mit der Vegetation am Wegrand vermieden werden. Kleidung und sichtbare Hautbereiche sind regelmäßig und gründlich auf Zecken abzusuchen. Dies gilt auch sofort nach Ankunft zu Hause. Frei umherlaufende oder bereits festgesaugte Zecken müssen unverzüglich entfernt werden, dies ist letztlich wichtiger als die Art und Weise wie man sie entfernt. Nach Entfernen der Zecke wird die Wunde desinfiziert und mit einem Pflaster versorgt. Sinnvoll ist es auch, sich das Ereignis (Datum!) zu notieren. Bei einer größer werdenden Hautrötung oder ringförmigen Verfärbung von mehr als ca. 2 cm Durchmesser oder grippeähnlichen Symptomen in den ersten 4 Wochen nach einem Zeckenstich, bei einem unklaren Impfstatus und überhaupt bei Unsicherheit bzw. auftauchenden Fragen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Zusammenfassend gilt, dass durch umsichtige Verhaltensweisen und die entsprechenden Schutzmaßnahmen eine Gefährdung des Menschen durch die angeführten Mikroorganismen wesentlich reduziert werden kann.
Für weitere Fragen steht Ihnen der Arbeitsmedizinische Dienst und die Abteilung Sicherheitswesen zur Verfügung.

Informationsquellen: www.rki.de

07/2012

Beruflicher Auslandsaufenthalt

„Vorbeugen ist besser als Heilen“

Dieser Spruch scheint sich jedoch noch nicht überall durchgesetzt zu haben.
Jährlich erkranken eine Vielzahl von Menschen an Hepatitis A, Hepatitis B und Malaria. Viele dieser Erkrankungen wurden bei Auslandsaufenthalten erworben, nicht nur von Touristen sondern oft auch von beruflich Reisenden.
Weitere häufige Erkrankungen sind Durchfallerkrankungen, fieberhafte Infekte, Geschlechtskrankheiten, Typhus und Unfälle.

Wo liegen Risiken?

Auslandseinsätze sind durch sehr unterschiedliche Arbeitsbedingungen gekennzeichnet:
Längere Zeit in abgelegenen Gebieten unter klimatisch und hygienisch schwierigen Bedingungen und in einfachen Unterkünften im Gegensatz zu mehrtägigen Geschäftsreisen unter besten hygienischen Standards und in klimatisierter Umgebung. Aber auch hier kann es sein, dass durch unbekannte Infektionsquellen Gefahren bestehen.

Zwischen 30 Grad nördlicher und 30 Grad südlicher Breite befinden sich die sog. warmen Länder. Durch Hitze, Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung entsteht ein Klima, an das sich Menschen aus unseren Breitengraden erst gewöhnen müssen.
Dies gilt besonders für den Bereich der Tropen (ca. 20. Breitengrade um den Äquator). Diese Umstellung (Akklimatisation) gelingt einem gesunden Organismus nach relativ kurzer Zeit. Auch Menschen mit Vorerkrankungen können in diese Regionen reisen und dort arbeiten, sofern sie hierzu ärztlich beraten wurden und eine adäquate medizinische Betreuung im Zielland gewährleistet ist. Akute Erkrankungen und bestimmte chronische Leiden können aber sowohl bei kurzen als auch bei längeren Aufenthalten ein Gesundheitsrisiko beinhalten.

Wichtige Impfungen

Bei fast allen Reisen empfiehlt sich ein Schutz vor Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis),
Hepatitis A und B.
Je nach Reiseland und Reisebedingungen kommen Impfungen gegen Cholera, Gelbfieber, FSME,
Influenza, Japanische Enzephalitis, Meningokokken Meningitis, Kinderlähmung (Polio), Tollwut und Typhus hinzu.

Malaria – wie kann ich mich schützen?

Bei Tropenreisen steht die Malaria unter den schweren Infektionskrankheiten an vorderer Stelle.
Die Aktivität der Malaria übertragenden Mücken beschränkt sich überwiegend auf die Dämmerungs- und Nachtstunden.

Grundlage jeder Malariavorbeugung ist die Vermeidung von Insektenstichen (Expositionsprophylaxe).
Das Risiko von durch Mücken übertragenen Erkrankungen (z.B. Malaria, Dengue- und andere virale Fieber) wird erheblich verringert durch:

  • Anwendung von Moskitonetzen (evtl. auch imprägniert)
  • Einreiben unbedeckter Hautstellen mit Mücken abweisenden Mitteln
  • Tragen von Haut bedeckender, heller Kleidung
  • Aufenthalt in mückensicheren Räumen (Klimaanlage, Fliegengitter)

Je nach Land und aktueller Risikolage kann die Mitnahme eines zusätzlichen
Antimalariamittels zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen oder auch eine medikamentöse Prophylaxe angezeigt sein.
Vor dem Antritt eines beruflichen Aufenthaltes in einem Malariagebiet ist in jedem Fall eine Beratung durch den Arbeitsmediziner erforderlich.
Zu beachten ist, dass es keinen vollständigen Schutz vor einer Malariainfektion gibt (auch nicht bei einer regelmäßigen medikamentösen Prophylaxe).
Grundsätzlich ist jedes unklare Fieber in den Tropen ab dem 6. Tag nach Betreten eines Malariagebietes und auch lange Zeit nach Rückkehr solange verdächtig auf Malaria, bis das Gegenteil erwiesen ist.

Arbeitsmedizinische Vorsoge

Vor Tätigkeiten in Tropen, Subtropen oder sonstigen Auslandsaufenthalten mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen sind Mitarbeiter arbeitsmedizinisch zu beraten einschließlich erforderlicher Malaria- und Impfprophylaxe (konkretisierende Hinweise zur Auswahl und Durchführung s. BGI/GUV 504-35).
Arbeitsmedizinische Vorsorge (Pflichtvorsorge) ist zu veranlassen (s. ArbMedVV; DGUV Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorge, G 35 Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen; BGI/GUV-I 504-35).
Anmeldung unter: http://www.uni-stuttgart.de/zv/amd/formulare/index.html
Weitere Vorsorge nach 24-36 Monaten und bei Beendigung der Tätigkeit.

Der Arbeitsmedizinische Dienst bietet Ihnen:

  • Umfassende individuelle Beratung
  • Vorsorge nach G 35
  • Bewertung des persönlichen Malariarisikos
  • Durchführung von Impfungen (z.B. Hepatitis A u./o.B, Tollwut, Typhus, Menigokokken-Meningitis, Cholera)


Internetadressen

Robert Koch-Institut RKI: www.rki.de

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin
und Internationale Gesundheit e.V. ( DTG): http://www.dtg.org

Word Health Organization (WHO): www.who.int

Centers for Disease Control and Prevention (CDC): www.cdc.gov

Auswärtiges Amt: www.auswaertiges-amt.de

Reisemedizin (B.A.D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH):
www.die-reisemedizin.de

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung: www.dguv.de

01/2017

Rauchen oder Gesundheit ( pdf )

Weltweit gesehen rauchen etwa 47 % der Männer und 12 % der Frauen. Der Anteil der Raucher/innen an der Bevölkerung nimmt in weniger entwickelten Ländern zu, in entwickelten Ländern nimmt er ab.

Tabakrauch, ein Gemisch aus  Partikeln und Gasen, steht mit seinen Folgeschäden für die menschliche Gesundheit an vorderster Stelle bei den Umweltgiften.
Zu den Partikeln im Tabakrauch gehören das Nikotin und die Bestandteile des Teers oder Kondensats, zu den gasförmigen Anteilen Kohlenmonoxid.

Rauchen macht abhängig
Für die psychoaktiveWirkung des Tabaks ist Nikotin entscheidend.
Die Intensität der Nikotinaufnahme beim Rauchen hängt ab vom Nikotingehalt des Tabaks und vom Rauchstil (Inhalationstiefe, Atemvolumen). Im Durchschnitt wird ein Milligramm pro Zigarette aufgenommen. 
Nikotin ist eine stark Sucht erzeugende Substanz, ähnlich wie Alkohol, Kokain oder Heroin.

Aus inhaliertem Zigarettenrauch wird mit einem Zug eine relativ große Nikotinmenge über die Lungen in den Blutkreislauf aufgenommen und erreicht nach sieben bis zehn Sekunden das Gehirn.
Dort regt Nikotin die Ausschüttung verschiedener Überträgerstoffe an. Ihre Wirkungen können  sich im Wohlbefinden, in Wachheit, Gedächtnisleistung, Stimmung, Hemmung von Angst, Anspannung, Schmerz und Appetit zeigen. 
Die Wirkung des Nikotins wird also als angenehm empfunden, sie hält aber nicht lang an. Das Verlangen nach Nachschub kommt auf.
Rauchen wird schnell zur Gewohnheit und zum starken Bedürfnis. Das Rauchen verbindet sich mit bestimmten Situationen und beginnt, dazu zu gehören. Ohne Zigarette scheint etwas zu fehlen. Aus der Gewohnheit wird eine  Abhängigkeit.
Die Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten gibt einen guten Hinweis auf den Grad der Tabakabhängigkeit. Wer über 20 Zigaretten pro Tag raucht, ist wahrscheinlich abhängig.

Rauchen verkürzt das Leben
An Folgeerkrankungen des Tabakrauchens stirbt heute weltweit jeder zehnte Erwachsene vorzeitig.
An Herz und Kreislauf bewirkt Nikotin Anstieg von Puls und Blutdruck und verminderte Durchblutung von Haut- und Koronargefäßen. Langfristig werden die Blutgefäße geschädigt.
An den Atemwegen führt Rauchen zu Entzündungen, z.B. chronischer Bronchitis und deren Folgen.
Tabakrauchenthält Krebs erregende Stoffe: Benzo(a)pyren und weitere aromatische Kohlenwasserstoffe, Nitrosamine, aromatische Amine, Benzol, Chrom, Arsen, Cadmium, Polonium 210.
Dass Rauchen eine wesentliche Ursache für Lungenkrebs ist, zeigte der Brite Sir Richard Doll bereits im Jahr 1950.


Haupt- und Nebenstromrauch
Hauptstromrauch ist der Teil des Tabakrauchs, der aus dem Mundstück der Zigarette entweicht.
Als Nebenstromrauch wird der Rauch aus dem brennenden Ende der Zigarette und der Rauch, den der Raucher ausatmet, bezeichnet.
Auch der Nebenstromrauch enthält krebserzeugende Stoffe.

Passivrauchen
Mit Passivrauchen ist gemeint, dass auch Nichtraucher den Rauch aus dem Nebenstrom, in der Regel unfreiwillig, einatmen.
Die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat im Jahr 2002 Passivrauchen als krebserregend eingestuft.
Die DFG hat in ihrer MAK-Werte-Liste Passivrauchen am Arbeitsplatz als krebserzeugend beim Menschen eingestuft.
D.h. auch bei Nichtrauchern erhöht sich bei entsprechender Belastung durch Passivrauchen das Risiko für Folgeerkrankungen wie Lungenkrebs.

Informationen zum Thema Rauchen und Hilfen, um das Rauchen aufzugeben, finden sie beispielsweise unter: