What Would Sokrates Do?

What Would Sokrates Do?

An der Universität Stuttgart gibt es für jeden Studierenden genug Raum, sich zu entfalten. Vom einsamen Sitzen im Hörsaal über die Teilnahme am Hochschul-Badminton und dem Gründen einer studentischen Initiative, kann sich jede und jeder seinen Alltag in und um die Universität gestalten. Bei diesen ganzen Möglichkeiten käme ein Vorbild ganz recht. Eines, das einen an die Hand nimmt und zeigt, wie es gehen kann. Warum nicht diejenigen um Rat bitten, die so weise waren, dass ihr Denken noch heute unsere Sichtweise auf das Leben beeinflusst? Wie würden die griechischen Philosophen heute studieren, wenn sie an unserer Stelle wären? Ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag über die Möglichkeiten unserer Entfaltung.

Schule von Athen

„Die Schule von Athen“ von Raffaello Sanzio.

Der Erstsemester Aristoteles wäre ein sehr eifriger Kommilitone. Sein persönliches Glück sucht er in den Tugenden und im Mittelmaß. Das heißt nicht, dass er nur mittelmäßig gute Klausuren schreiben würde. Ein Leben, das sich ausschließlich Jägermeister und Semester-Opening-, Semester-Closing- und Semester-Midterm-Feiern widmet, würde er definitiv nicht gutheißen. Aber auch die klügsten und fleißigsten Studierenden dürfen sich ab und an ein Feierabendbierchen gönnen und das Champions-League-Finale anschauen. Wichtig sei eben das Mittelmaß. Neben seinem Studienfach (natürlich Philosophie) engagiert er sich im Debattierclub der Universität Stuttgart, weil er schon immer eine Schwäche für Rhetorik hatte. Bei seinen Kumpels fällt er abends im Café Faust besonders oft durch kuriose Überzeugungen auf. Beispielsweise behauptet er, Bisons würden sich gegenüber Feinden mit gezielten Schüssen ihres Kots verteidigen.

Im Café Faust würde er vermutlich auch Platon treffen, der ihn als Tutor in „Geschichte der Philosophie“ unterstützt. Platon ist bekannt dafür, sich regelmäßig mit den Dozierenden anzulegen. Er wirft ihnen vor, lediglich Meinungen zu vertreten. Über Wahrheiten könnten sich überhaupt nichts aussagen, solange sie nicht anfingen, über die Ideenwelt zu sprechen. Klausuren schreibt er zudem nur in Form von Dialogen, weil dies die einzig richtige Weise sei, sich der Wahrheit zu nähern. Platon ist als relativ herrschsüchtig verrufen, weil er ständig vorschlägt, er selbst müsse als Rektor eingesetzt werden, weil nur Philosophen an die Macht sollten. Nach den Vorlesungen geht er von Bodyfit über Bodyflex & Stretch und Bodyworkout in diverse Sportkurse der Universität Stuttgart, um sich sportlich weiterzubilden. Aber auch die Musik ist ihm wichtig, weswegen er sich in der restlichen, knapp bemessenen Freizeit aufopfernd im Hochschulorchester engagiert. Am liebsten wäre es ihm allerdings, nicht nur er, sondern alle Studierenden würden sich dieser mehrfachen Ausbildung unterziehen. Nur dann wäre die Universität auch ein ideales Bildungssystem.

Laptop, Studierende

Moderne Studierende mit Rucksack und Laptop.

Einen Großteil seiner Dialoge schreibt Platon über sein großes Vorbild Sokrates, der einige Semester über ihm studiert und der heimliche Star am Institut für Philosophie ist. Als bekannter und äußerst beliebter Student, lassen es ihm die Professoren und Professorinnen durchgehen, dass er keine einzige Hausarbeit schriftlich verfasst, sondern sein gesamtes Studium mit mündlichen Prüfungen bestreitet, obwohl er den Prüfenden mehr Fragen stellt als umgekehrt. Da die, von ihm entwickelte, Methode der Maieutik allerdings schon mehrfach zu wissenschaftlichen Durchbrüchen bei den Prüfern geführt hat, darf Sokrates inzwischen auch selbst Seminare geben. An der Universität eckt er als Mitglied in der Studierendenvertreterschaft Stuvus an und besucht diverse Vorträge der Universität, stets barfuß laufend. In seiner Freizeit stellt er sich regelmäßig auf den belebten Marktplatz (die Mensa) vor Athen (Stuttgart) und verwickelt die Studierenden in philosophische Gespräche. Da Größe leider immer auch Neider anzieht, wird er jedoch schließlich von einer Gruppierung eigenbrötlerischer Dozierenden beim Rektor gemeldet. Er verführe die Studierenden der technisch orientierten Universität Stuttgart zu geisteswissenschaftlichen Themen. Daraufhin muss er den bitteren Becher der Exmatrikulation trinken.

Was wir daraus lernen können? Vielleicht wird man nicht zum großen Denker, nur weil man beim Hochschulsport mitmacht. Aber schaden kann es zumindest auch nicht.

 

Anna

Datteln zu Sonnenuntergang

Datteln zu Sonnenuntergang

Was bedeutet Ramadan eigentlich für die muslimischen Studierenden an der Universität Suttgart? Zur Aufklärung über die Tradition und zum Knüpfen von interreligiösen Kontakten veranstaltete die muslimische Studierendenunion ein gemeinsames Fastenbrechen bei Sonnenuntergang.

ÖZ-Café

Das Ökumenische Zentrum ist Anlaufstelle für alle muslimischen Studierenden.

Die Muslimische Studierendenunion, auch Muslim Students Union (MSU) genannt, hat bereits diverse Islamwochen auf die Beine gestellt, sowie gemeinsame Freitagsgebete organisiert. Bereits seit mehreren Jahren vertritt sie die Interessen muslimischer Studierender. „Die nächste Moschee ist in Bad Cannstatt.“, erklärt Mohamed, der sich ehrenamtlich für die Vereinigung engagiert. Weil die muslimischen Studierenden und Mitarbeitenden an der Universität Stuttgart daher nicht mal eben in der Mittagspause in die Moschee fahren können, treffen sie sich regelmäßig im Raum V 7.31 auf dem Campus Stuttgart-Vaihingen. Im vergangenen Dezember haben sich einige Mitglieder der Union zusammengefunden, um gemeinsam eine neue Satzung aufzusetzen und Veranstaltungen zu planen, die die Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart fördern sollen. Das gemeinsame Fastenbrechen bei Sonnenuntergang im Ökumenischen Zentrum ist die erste Veranstaltung, die in diesem Rahmen organisiert wurde. Das Ziel ist, möglichst viele interessierte Studierende zusammenzubringen.

Ermöglicht wurde die Veranstaltung, die auch Iftar genannt wird, durch die Kooperation mit dem Internationalen Zentrum (IZ) der Universität Stuttgart. „Die Idee hinter der heutigen Veranstaltung ist, dass wir über den Ramadan aufklären.“, erzählt Mohamed. Er selbst wurde schon oft nach den Bräuchen während des Ramadans gefragt, beispielsweise ob er denn tatsächlich tagsüber nichts trinken dürfe. Das gemeinsame Fastenbrechen soll auf solche und ähnliche Fragen Antworten geben. Interessierte Studierende, egal welcher Konfession, sind zudem herzlich eingeladen, Mitglied in der Studierendenunion zu werden. Außerdem sei eine Zusammenarbeit mit anderen religiösen Hochschulgruppen der Universität Stuttgart und dahingehend möglicherweise auch gemeinsame Veranstaltungen geplant. „Der Kontakt zu anderen ist auch für uns sehr wichtig.“, so Mohamed.

Studierende unterhalten sich.

Studierende verschiedener Religionen tauschen sich beim Fastenbrechen aus.

Besonderen Wert legen die Mitglieder der Union auf den Austausch mit anderen. Als Motto dient ein Satz aus dem Koran, der wie folgt ins Deutsche übersetzt werden kann: O ihr Menschen! Wir haben euch aus Mann und Frau (Adam und Eva) erschaffen und haben euch zu Völkern und Stämmen werden lassen, damit ihr euch kennenlernt. Der Edelste vor Gott ist der Frommste unter euch. Gottes Wissen und Kenntnis sind unermesslich. Oder in der Kurzform: Wir haben euch zu Völkern und Stämmen werden lassen, damit ihr euch kennenlernt. Hiermit möchten sie sich für Vielfalt und Toleranz positionieren. „Der Koran erklärt, dass es eine Bereicherung ist, dass wir verschieden sind. Er fordert auch, dass wir uns besser kennenlernen.“, so Mohamed. Hierzu informieren zwei Mitgliederinnen der Union am Veranstaltungsabend mithilfe einer Präsentation über den Hintergrund und die Bräuche des Ramadans. Der Fokus liegt auf Liebe, Gemeinschaft und Bewusstsein. Während des neunten Monats des islamischen Mondkalenders soll man sich beispielsweise mit seinen schlechten Gewohnheiten auseinandersetzen und in sich kehren. Statt der eigenen Wünsche, sollen die Wünsche Allahs in den Mittelpunkt gerückt werden. Mit drei Datteln und Gesang beginnt der anschließende, gemeinsame Iftar. Mehr Informationen und Bilder findet ihr auf der Facebook-Seite.

 

Anna

Campus Beach: Ein Cocktail mit Freunden zwischen Palmen und Sand

Campus Beach: Ein Cocktail mit Freunden zwischen Palmen und Sand

Wenn Stuttgart schon nicht am Meer liegt, holen wir den Strand eben zu uns. Der Campus Beach wurde als kleine Oase zwischen der Cafeteria CONTRAST und dem Informatik-Gebäude auf dem Campus Stuttgart-Vaihingen errichtet. Welche Idee dahinter steht und was sich im Vergleich zu letztem Jahr verändert hat, erzählt mir Tobi. 

Seit Ende Mai ist der Campus-Strand wieder für alle Studierenden der Universität Stuttgart geöffnet. Zum zweiten Mal in Folge können sich die Besucher und Besucherinnen bei Sonnenschein auf den Strandstühlen entspannen, Tischkicker spielen und Longdrinks zu studentenfreundlichen Preisen genießen. Der Strand ist wochentags bei gutem Wetter von 13:00 Uhr bis 21:00 Uhr geöffnet. Aber bereits vor dem ersten Öffnungstag hatten die fleißigen Helfer und Helferinnen alle Hände voll zu tun. Die alte Imbissbude mit Fritteusen, die heute als moderne Strandbar fungiert, musste zu Teilen umgebaut werden. Neu ist beispielsweise die robuste Holztheke, die eigenhändig von den Studierenden entworfen und befestigt wurde. Auch der Strand selbst hat sich verändert. Nicht nur die Terrasse wurde verkleinert, sondern auch die Menge an Sand reduziert. Der wird bei den Umbauten übrigens in großen Containern zwischengelagert.

Aber warum macht man sich überhaupt die Mühe, so eine Menge an Sand zu bewegen? „Der Campus Beach ist ein großes Projekt von Stuvus, um dem Campus zu beleben.“, erklärt Tobi, einer der Hauptorganisatoren. „Wir finden, dass das ein super Projekt für die ganze Uni ist, da viele Studierende etwas davon haben.“

  Ab 10. Juli till end of summer

Die Strandbar soll das Angebot der Universitätskneipen im Sommer ergänzen. Durch regelmäßige Öffnungszeiten und günstige Preise möchten sie den Studierenden einen verlässlich geöffneten Ort zur Erholung bieten. Hierzu soll sich der Strand finanziell selbst tragen. „Wir wollen, dass sich das Projekt etabliert und auch über eine längere Zeit bestehen bleibt.“, so Tobi. Momentan müssen bisherige Ausgaben noch abbezahlt werden. Sobald sich der regelmäßige Einkauf jedoch mit den Einnahmen deckt, können die Getränkepreise noch nach unten angepasst werden. Zunächst muss der Strand allerdings wieder für das Bauigelfest und den Tag der Wissenschaft abgebaut werden. Ab dem 10. Juli ist der Strand dann bis ungefähr Mitte September erneut geöffnet. Mit DJ und eigens hierfür aufgebauter Cocktailbar wird die Wiederöffnung am Mittwoch, dem 12. Juli mit einem großen Fest für alle Studierenden gefeiert. Wer sich für den Erhalt der Strandbar engagieren will, kann beispielsweise als Barkeeper oder Barkeeperin für den reibungslosen Ablauf hinter der Theke sorgen. Der Campus Beach sucht noch immer Helfer und Helferinnen, die sich an der täglichen Arbeit beteiligen. Die Schichten dauern jeweils drei Stunden, in denen immer zwei Mitarbeitende die Theke und Liegefläche betreuen. Interessierte Studierende können sich im Helfernetzwerk registrieren und sich selbstständig für Schichten eintragen. Zusätzlich sollten sie sich per Mail bei den Organisatoren melden. Koordiniert wird der Ablauf vom jeweiligen Tagesleiter. Als Gegenleistung kann man sich Getränkemarken und ab drei Schichten sogar ein eigenes T-Shirt verdienen. Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen und noch mehr Bilder findet ihr auf der Facebook-Seite.

 

Anna

Familienkutschen am Limit

Familienkutschen am Limit

Mit alten Autos 7777 Kilometer von Deutschland bis in die Wüste Jordaniens fahren und damit noch Gutes tun. Das klingt etwas verrückt, sind aber die Spielregeln der Allgäu-Orient-Rallye, bei der wir – sechs Studenten der Luft- und Raumfahrttechnik der Uni Stuttgart – in diesem Jahr teilgenommen haben. Und es hat sich mehr als gelohnt!

 

 

Unsere drei Autos durften jeweils nicht mehr wert sein als 1111,11 Euro oder mussten älter als 20 Jahre sein. Auf der Strecke selbst durften wir weder Mautstraßen noch Autobahnen verwenden und zur Navigation war GPS tabu! Durch die Rallye selbst werden diverse Charity-Projekte unterstützt und wir selbst haben dem SOS-Kinderdorf in Tirana, Albanien, Sachspenden vorbeigebracht.

 

Aus 5 mach 3

Unser Team hat sich gegen Anfang des Jahres komplett zusammengefunden und gleich im Anschluss stand die Suche nach Sponsoren auf dem Programm. Auch die Autos mussten organisiert werden und so wurde der Bekannten- und Verwandtenkreis mobilisiert, der uns immerhin zwei der drei Autos umsonst „einbrachte“. Am Ende kauften wir wegen den aufzubringenden TÜV-Kosten doch noch zwei weitere Autos und so bestand unser Fuhrpark letzten Endes aus einem Ford Focus, einem Opel Zafira und einem Ford Escort. Den nun überschüssigen Opel Astra verkauften wir wieder.

 

Auf der weiteren Agenda stand nun die Autos umzubauen: Betten wurden in die Kofferräume eingebaut, Dachhimmel wurden aus Platzgründen entfernt, sodass komfortable Schlafmöglichkeiten entstanden, Zusatzscheinwerfer wurden angebracht und wegen weiterer Beleuchtungen am Auto wurden auch Zusatzautobatterien eingebaut. Am Ende bekamen alle Autos noch eine gelbe Wüstenbordüre, sodass die Zusammengehörigkeit unverkennbar und unser Team bestens vorbereitet für den Start am 7. Mai in Oberstaufen im Allgäu war.

Dann ging’s endlich los

Die ersten vier Tage nach Abfahrt galt freie Streckenwahl, denn der erste Checkpoint, an dem sich alle Teams gemeinsam trafen, war laut Roadbook in Istanbul. Das Roadbook erhielt jedes Team beim Start und es enthielt einige Aufgaben, die es während der Rallye zu erledigen galt. Eine Roadbookaufgabe war beispielsweise das Anfertigen eines Teamfotos an jeder Grenze – die Bildergalerie dazu findet sich auf unserem Facebookaccount.

Rektor Ressel und die Rosenstöcke

Pflanzen der Rostenstöcke

Zudem musste sich jedes Team von einer berühmten Person des öffentlichen Lebens zwei Rosenstöcke und eine Friedensbotschaft sponsern lassen. Die Rosenstöcke pflanzten wir in Oberstaufen und Istanbul, die Friedensboschaft platzierten wir in der Klagemauer in Jerusalem. Als Studenten der Uni Stuttgart lag für uns nahe, wen wir dazu anfragen wollten und der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Wolfram Ressel, erklärte sich gerne bereit, die Schirmherrschaft über diese Rallyeaufgabe zu übernehmen.

 

Spenden für ein SOS-Kinderdorf

Unsere Route führte uns nun von Oberstaufen aus durch Österreich, Italien, wieder Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro bis nach Albanien, wo wir in Tirana das SOS-Kinderdorf besuchten und die gesammelten Spenden vorbeibrachten.

Spenden wurden im SOS-Kinderdorf verteilt.

Auch die Universität Stuttgart unterstützte uns hierfür mit über 80 Schultaschen, die die Kinder vor Ort  hochbegeistert entgegennahmen. Nach den sehr positiven Eindrücken dort setzten wir unsere Reise durch Griechenland bis in die Türkei fort.

 

Polizeieskorten und Autokorsos

Dort sollten wir nun die nächsten 10 Tage verbringen, lernten viele Städte und die türkische Gastfreundschaft kennen und schätzen. Das konnten wir auch mit den anderen Teams, die bei der Rallye mitfuhren, teilen, denn nun traf man sich jeden Abend in Fahrerlagern. Unsere Tage in der Türkei, die von vielen Polizeieskorten und Autokorsos durch Innenstädte und sogar über die Bosporusbrücken geprägt waren, endeten in Adana.

Ohne Codewort keine Einreise

Von hier aus flogen wir unseren Autos nach Tel Aviv hinterher, welche ihrerseits am Vorabend die Reise per Schiff von Mersin nach Haifa, Israel, antraten. Leider nahm unser Flugkapitän kein Codewort mit auf die Reise, was aber notwendig ist, um in den israelischen Luftraum einfliegen zu dürfen. So konnten wir erst auf den zweiten Versuch nach erneutem Zwischenstopp in Adana in Tel Aviv landen.

Familienkutschen am Limit

Über den Jordan

Nach wunderschönen und interessanten Tagen in Israel, die durch einen Schulbesuch, Militärpräsenz, die Negev-Wüste aber auch das Westjordanland und damit Bethlehem aber auch Jerusalem geprägt waren, setzten unsere Reise nach Jordanien fort. Die Einreise hier war wohl mit die zeitaufwendigste, nachdem unsere Autos erst an der Grenze versichert wurden und undurchsichtig lange Prozesse bei über 200 Teilnehmern ihren Tribut forderten. Auch hier standen Wüstencamps auf dem Plan, unter anderem im Wadi Rum, das seinerseits als Filmkulisse für beispielsweise „Der Marsianer“ diente. Aber auch Hotels sowohl am Toten als auch am Roten Meer waren gebucht. Ein Besuch von Petra, einem über 2000 Jahre alten UNESCO-Weltkulturerbe stand ebenfalls auf dem Programm.

Der Anfang vom Ende

Natürlich gab es am Ende auch eine Siegerehrung – war ja, eine Rallye. Wir als Team 101 Nacht belegten einen grandiosen vierten Platz und holten uns stolz unsere Medaillen ab! Okay… rallyetypisch belegte jeder den vierten Platz, der ein Roadbook abgegeben hatte, aber hey, wir sind Vierter 😉

Leider war auch unsere Zeit in Jordanien knapp bemessen und so traten wir nach knapp vier Wochen Abenteuerfahrt, wohl unvergesslichen Erlebnissen und mit überaus positiven Eindrücken von der einheimischen Bevölkerung unsere Heimreise von Amman aus nach Frankfurt an.

Wiedersehen in Deutschland

Seitdem hat uns das Leben in Deutschland wieder eingefangen. Nach einem langen Wochenende voll Schlaf haben die einen angefangen zu arbeiten, die anderen sind wieder an der Uni. Doch die Rallye nimmt nach wie vor unsere Freizeit in Beschlag: Es gilt tausende Bilder zu sortieren, viele Stunden Filmmaterial zu sichten und zu schneiden, uns bei Sponsoren zu melden und Dokumente zu bearbeiten. Alle Leute, die uns sehen, fragen natürlich, wie es uns so ergangen ist und wir haben dadurch die Möglichkeit, die Höhepunkte der Rallye durch Erzählungen wieder und wieder zu erleben.

 

Wer noch mehr lesen möchte:

http://www.team101nacht.de/

http://blog.team101nacht.de/

https://de-de.facebook.com/team101nacht/

 

 

Philipp Renz

Als Werkstudent arbeiten – Geld für Jobs mit Fachbezug zum Studium

Als Werkstudent arbeiten – Geld für Jobs mit Fachbezug zum Studium

Werkstudenten sind Studierende, die neben ihrem Vollzeitstudium bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind.
Bild: simonthon.com / photocase.de

Neben dem Studium zu arbeiten ist für viele Studierende zum Alltag geworden. Kein Wunder – neben den Semestergebühren und Lebenshaltungskosten wollen wir natürlich auch unsere Freizeit genießen und dabei Geld ausgeben. Wie wär es also mit einer Tätigkeit als Werkstudent? Dabei gibt es nicht nur mit einen monatlichen Lohn, sondern viele weitere Vorteile.

Einige Studierende kellnern, andere sind im Einzelhandel tätig. Und manchmal hört man auch „Ich bin Werkstudent“. Klingt spießig.  Was genau ist ein Werkstudentenjob? Ein Werkstudent unterstützt durch das theoretische Wissen des Studiums ein Unternehmen als flexible Aushilfskraft. Die Studierenden wenden also ihr erlerntes Wissen direkt an und können dabei die „echte“ Arbeitswelt ein wenig besser kennen lernen.

Koordinatenmessmaschine

Viele Unternehmen in Deutschland setzen bei der frühzeitigen Bindung von Nachwuchskräften auf die Jobart Werkstudent

Wikipedia schreibt: Als Werkstudenten gelten heute Personen, die als ordentlich Studierende einer Fachschule oder Hochschule immatrikuliert sind und die neben ihrem Studium einer mehr als geringfügigen Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Seit dem 1. Oktober 1996 sind Werkstudenten u. U. versicherungspflichtig in der Rentenversicherung nach den für diese geltenden allgemeinen Regeln. In der gesetzlichen Krankenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung sind Werkstudenten weiterhin versicherungsfrei (§ 6 I Nr. 3 SGB V, § 27 IV SGB III, Stand Nov. 2013). Die Arbeitszeit darf dabei maximal 20 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit betragen.

Sieben Vorteile, die Werkstudenten haben:

  1. Berufspraxis: Die Uni lehrt uns die Theorie und die Arbeit als Werkstudent die Praxis. Wieso erst durch ein Praktikum Erfahrungen sammeln, wenn man bereits als Werkstudent damit anfangen kann, quasi gleichzeitig?
  2. Kontakte: Durch einen Werkstudentenjob könnt ihr wichtige Kontakte knüpfen und euch ein Netzwerk aufbauen, das euch in Zukunft nutzen kann.
  3. Lebenslauf: Wer bereits während dem Studium in seinem Bereich gearbeitet hat, erhöht natürlich seine Zukunfschancen, weil meistens bestimmte Berufserfahrungen erwartet werden. Ein Studium kann anstrengend sein. Vorlesungen vorbereiten, Hausarbeiten schreiben und auf Prüfungen lernen. Wer dann noch Zeit hat, nebenbei zu arbeiten, beweist seinem künftigen Arbeitgeber, dass er ein gutes Zeitmanagement hat.

    Lebenslauf pushen mit einem Werkstudentenjob.

  4. Übernahme: Wer als Werkstudent sehr motiviert ist und wertvolle Unterstützung liefert, hat oftmals die Chance im Betrieb seine Thesis zu schreiben oder sogar nach dem Studium übernommen zu werden.
  5. Krankenversicherung: Anders als bei einem anderen Nebenjob, müsst ihr als Werkstudent keine Sozialversicherung zahlen und erhaltet so netto mehr Gehalt.
  6. Gehalt: Meistens verdienen Werkstudenten mehr Gehalt, als durch einen Minijob. Das Gehalt ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, aber in der Regel ist ein Stundenlohn zwischen 10 und 15 Euro üblich.
  7. Unternehmenskultur: Ihr baut euch nicht nur ein Netzwerk auf, sondern lernt gleichzeitig eine Unternehmenskultur kennen. Wie ist es, in einem Unternehmen zu arbeiten, wie ist das Unternehmen strukturiert? Was muss ich beachten?

Es gibt aber bestimmte Regeln, die man als Werkstudent beachten muss: Man darf (wie oben erwähnt) als Studierender nur 20h/Woche als Werkstudent arbeiten. Zudem müssen Studierende, die Bafög erhalten aufpassen, dass sie nicht über 450 Euro im Monat verdienen, weil ihr Darlehen gekürzt wird.

Laura bekommt kein Bafög und arbeitet als Werkstudentin beim Mercedes-Benz als Werkstudentin im Bereich Marketing. Sie studiert Sozialwissenschaften (BA) an der Universität Stuttgart.

Ein Interview mit Laura

Seit wann arbeitest du als Werkstudent? 

Ich arbeite mittlerweile seit fast einem Jahr als Werkstudentin bei Mercedes-Benz.

Was für Jobs hast du vorher gemacht?

Unmittelbar vor dem Werkstudentenjob habe ich in der gleichen Abteilung ein sechsmonatiges Praktikum abgeschlossen. Vor diesem Praktikum habe ich regelmäßig in der Gastronomie gearbeitet und auch ein Jahr in Australien in verschiedenen Bereichen.

Was sind deine typischen Aufgaben?  

Laura. 

Mein Aufgabenfeld lässt sich in zwei Hauptaufgaben teilen: Internationale Gremien und Markt- sowie Regionensteuerung. Die meiste Zeit davon bin ich mit der Umsetzung von internen Marketingevents beschäftigt, zu denen Teilnehmer aus der ganzen Welt eingeladen werden. Zudem kommen natürlich auch typische Büroarbeiten wie Powerpointpräsentationen erstellen oder Exceltabellen anlegen.

Erkennst du die Theorie deines Studiums in deinen Job wieder?

Einige innerhalb des Studiums erlernte Kompetenzen wie beispielsweise die qualitative und quantitative Forschung waren mir bei der Auswertung von Fragebögen oftmals sehr hilfreich. Zudem hilft mir das Textverständnis, das ich mir durch das Bearbeiten zahlreicher Texte im Studium angeeignet habe täglich bei dem Verfassen von verschiedenen Texten.

Kannst du dir vorstellen, in dem Bereich zu bleiben?

Ich kann mir sehr gut vorstellen in diesem Bereich zu bleiben, da die Arbeit sehr abwechslungsreich ist, das Arbeitsklima super ist und ich während meiner Zeit bei Mercedes-Benz auch eine große Affinität für die Marke entwickelt habe.

Hast du einen Tipp, wie man an einen Werkstudentenjob kommt?

Hilfreich auf der Suche nach Werkstudentenjobs können meiner Meinung nach vor allem Networking-Plattformen wie LinkedIn oder Xing sein, aber auch die jeweiligen Internetseiten der Firmen direkt. Zudem würde ich mich bei Freunden umhören oder über soziale Netzwerke in verschiedenen Studenten- und Unigruppen nach einer Stelle suchen.

 

Feven

Treffen sich ein Ingenieur und ein Philosoph

Treffen sich ein Ingenieur und ein Philosoph

Über autonome Autos spricht derzeit die ganze Welt. Aber wie soll ein vollautomatisiertes Auto reagieren, wenn die Bremsen ausfallen und es zwischen verschiedenen Menschenleben abwägen muss? Diese und andere Fragen diskutieren engagierte Studierende der Universität Stuttgart.

Studierende der Universität Stuttgart diskutieren interdisziplinär.

Die eingangs beschriebene Situation wird von philosophischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen als moralisches Dilemma bezeichnet. Ein moralisches Dilemma zeichnet sich durch das Vorhandensein zweier Handlungsmöglichkeiten aus, die beide moralisch falsch zu sein scheinen. Bei der Entwicklung vollautomatisierter Kraftfahrzeuge muss vor dem Einsatz entschieden werden, wie sich das jeweilige Automobil in einer solchen Situation verhalten soll. Zwar besteht die Chance, dass der Einsatz vollautomatisierter Fahrzeuge die Anzahl der Unfälle in ihrer Gesamtheit verringert, allerdings befreit uns dieser Umstand nicht von der Verantwortung für die Konsequenzen, überfährt ein automatisiertes Auto tatsächlich einen Fußgänger, weil es keinen anderen Ausweg gibt. Um solche konkreten Situationen zu lösen, befassen sich einige Studierende der Universität Stuttgart jede Woche freitags mit Begriffsarbeit, dem Diskutieren von wissenschaftlichen Texten und dem Sammeln von historischen und aktuellen Fakten zu diesem Thema.

Wie soll unsere Zukunft mit vollautomatisierten Autos ausssehen?

Hier kann jeder mitdiskutieren, egal mit welchem fachlichen Hintergrund. Mit dabei sind neben Studierenden der Informations- und Elektrotechnik, der Luft- und Raumfahrttechnik und der Philosophie, auch Studierende der Germanistik, Kunstgeschichte und Informatik. Zum Anfang jeder Diskussionsrunde stellt einer der Teilnehmenden kurz ein Thema vor, welches ihn bezüglich ethischen Problemen in den Ingenieurwissenschaften besonders interessiert. Anschließend sprechen alle gemeinsam über die spezifischen Konflikte, Erkenntnisse und mögliche Lösungsvorschläge. Zudem wird jedes Treffen protokolliert, sodass auch interessierte Studierende, die nicht regelmäßig an den Treffen teilnehmen können, auf dem aktuellsten Stand bleiben. Das Vorwissen der Teilnehmenden wird zudem durch wissenschaftliches Material, welches über eine eigens eingerichtete ILIAS-Gruppe zur Verfügung gestellt wird, fundiert ergänzt.

Konkrete Probleme werden diskutiert

Als besonders interessant gestalten sich die zusätzlichen Diskursrunden, bei denen ein eingeladener Vertreter beziehungsweise eine eingeladene Vertreterin aus Forschung oder Wirtschaft über das eigene Arbeitsfeld mit Blick auf entstehende Konfliktsituationen zwischen ethischen und technischen Ansprüchen berichtet. Nach einer kurzen Darlegung der persönlichen Erfahrungen seitens des Gastes diskutieren die Studierenden gemeinsam mit jenem über konkrete Probleme und Lösungen in der Forschung beziehungsweise Wirtschaft.

Thesenpapier

Gemeinsam wird über Probleme und Lösungen nachgedacht.

Auch gemeinsame Filmabende im Ökumenischen Zentrum (ÖZ) sind geplant. Hier befassen sich die Studierenden in gemütlicher Atmosphäre mit der Thematik, erhalten noch einmal einen anderen Blick auf mögliche Probleme, sammeln neue Ideen und lassen den Tag entspannt zusammen ausklingen. Die ethischen Probleme in den Ingenieurwissenschaften sind aktuell und ihre Lösung wird zunehmend wichtiger. Gerade die Interdisziplinarität der Gruppe führt dazu, dass nicht nur eine Perspektive berücksichtigt, sondern Meinungsvielfalt gefördert wird.  Demnach freuen sich die Studierenden der Hochschulgruppe über jeden interessierten Studenten und jede interessierte Studentin der Universität Stuttgart, die bei dem Projekt mitmachen will. Wer an mehr Details interessiert ist oder einfach mal vorbeikommen will, kann sich an Mathias (mathiasjaksch1191@gmail.com) oder Anna (anna.t.huebner@gmail.com) wenden.

 

 

Anna

Gründen an der Uni Stuttgart

Gründen an der Uni Stuttgart

Die Universität Stuttgart fördert kluge Köpfe mit neuen Ideen. Wer als Studierender, Mitarbeitender oder Alumni ein Unternehmen gründen möchte, wird vonseiten der Technologie-Transfer-Initiative unterstützt. Wie das genau funktioniert, erklärt die langjährige Mitarbeiterin Edith Schmitt auf der Veranstaltung „Stuttgart gründet“.

Schmitt vor dem TTI Plakat

Edith Schmitt vertritt die TTI bei der Veranstaltung „Stuttgart gründet“.

Am Anfang steht das Erstberatungsgespräch. Bei diesem stellt der zukünftige Gründer oder die zukünftige Gründerin die zentrale Idee vor, mit welcher die Umsetzung des eigenen Unternehmens in Angriff genommen werden soll. Ein ausgearbeitetes Konzept ist hierfür zwar hilfreich, allerdings nicht notwendig. Der Businessplan kann im Anschluss mithilfe der Mitarbeitenden der Technologie-Transfer-Initiative (TTI) erstellt beziehungsweise überarbeitet werden. Aber was ist dann für den Anfang wichtig?

„Grundsätzlich ist es ratsam, ein großes Netzwerk aufzubauen.“, erklärt Edith Schmitt. Die TTI kann diesbezüglich vermitteln. Über eigene Veranstaltungen oder Kontakte zu Förderprogrammen können die Unternehmer und Unternehmerinnen in spe zukünftige Geschäftspartner kennenlernen und finanzielle Mittel sammeln. Die TTI hat beispielsweise bereits die Gründung von eMovements unterstützt, welches als Unternehmen für elektronische Mobilität den elektrischen Rollator „ello“ entworfen hat. Auch bei der Gründung des Unternehmens Hybrid-Ariplane GmbH, dessen Köpfe das Hybridflugzeug H-Aero entwickelten, stand die TTI zur Seite.

Bleistift vor leerem Papier

Ganz alleine eine Businessplan erstellen? Die TTI kann behilflich sein.

Fachliche Hilfe kann durch das Patenschaftsmodell gewährleistet werden. Hierbei wird der Kontakt zwischen Gründer oder Gründerin und Professor oder Professorin aufgebaut. „Seit der Gründung haben wir über dreihundert Patenschaftsverträge abgeschlossen.“, so Schmitt. Dieses Modell kann dem Gründer oder der Gründerin beispielweise die kostenlose Benutzung eines Labors ermöglichen. Auch eine engere Zusammenarbeit ist nicht ausgeschlossen.

Wer das Gründen vorab nur ausprobieren möchte, kann unter dem Dach der TTI GmbH im Rahmen einer Transfer- und Gründerunternehmung (TGU) Projektleiter beziehungsweise Projektleiterin der eigenen Ideenumsetzung werden. „Der Vorteil ist, dass man kein eigenes Unternehmen gründen muss.“, erklärt Schmitt. Man könne folglich gründen, ohne zu gründen. Bei diesem Modell berät die TTI GmbH nicht nur, sondern übernimmt auch das Finanz-, sowie Personalmanagement und stellt somit zusätzlich einen guten Ausgangspunkt für eine angestrebte, selbstständige Existenz dar. „Derzeit gibt es über fünfzig TGUs.“, so Schmitt.

Hybrid-Flugzeug

Links: das Hybrid-Flugzeig h-aero, rechts: Schmitt mit dem Mitbegründer Csaba Singer. Bild: Dr.-Ing. Csaba Singer

Gründen könne grundsätzlich jeder, egal welchen Alters oder Semesters. Dabei gelte: Je früher, desto besser, um keine Deadline zu verpassen. Aber kann man überhaupt gleichzeitig studieren und gründen? „Grundsätzlich wird die Zeit unterschätzt, die in die Existenzgründung einfließt.“, so Schmitt. Allerdings könne man als Freiberufler auch neben dem Studium Gründerluft schnuppern und so Erfahrungen für den Ernstfall sammeln. Dies funktioniere beispielsweise besonders gut im Rahmen einer TGU. „Wir unterstützen von der Idee bis zur Vermarktung beziehungsweise Finanzierung.“, fasst Schmitt zusammen. Allerdings gebe es auch Grenzen, einen persönlichen Coach für jeden Gründenden können sie beispielsweise nicht stellen. Dennoch lohnt sich die Kontaktaufnahme. Wer sich näher informieren möchte, kann dies über die Homepage der TTI GmbH.

 

 

Freundeskreis Flüchtlinge

Freundeskreis Flüchtlinge

Studierende der Universität Stuttgart wollen Geflüchteten helfen. Aber wie kann man sich als Studierender einsetzen, wie viel Zeit nimmt das in Anspruch und was bringt das am Ende konkret? Der Freundeskreis Flüchtlinge als Beispiel.

Studierende und Flüchtlinge vor Statue

Zu Besuch beim Mercedes-Benz-Museum.

Die Studierenden treffen sich regelmäßig, meist alle zwei Wochen, um gemeinsam mit jungen Menschen aus anderen Ländern zu spielen und zu reden. An den Abenden spielen sie Karten, puzzeln, tauschen sich über kulturelle Besonderheiten aus, snacken und erhängen Werwölfe in Düsterwald. Außerdem stehen Bowlingausflüge, Lagerfeuerspiele und Filmabende auf dem Plan. Die gemeinsamen Interessen der Teilnehmenden sind groß.

Die Studierenden gründeten den Freundeskreis Flüchtlinge im letzten Jahr. Inzwischen werden sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Was hat sie motiviert, überhaupt anzufangen? „Es ist gerade das Thema Flüchtlinge, was aktuell eine sehr große Rolle in unserer Gesellschaft spielt. Als ich von der Möglichkeit erfuhr, mit studierfähigen Flüchtlingen zu arbeiten, sah ich darin die Chance, selbst aktiv zu werden und durch meine Hilfe einen kleinen Beitrag zu leisten.“, so Terence, Organisator der Kulturwoche.

Die Lücke im Stundenplan

Neben den Spieleabenden finden auch Museumsbesuche und Fußballspiele statt. Ob ihr Engagement das Studieren behindert? Terence verneint das: „Für unsere Besprechungen, die regelmäßig stattfinden, findet sich immer eine Lücke im Stundenplan. Aber auch die Planung von Kursen, Kulturprogramm oder Freizeitaktivitäten, läuft nebenher. Natürlich gibt es auch sehr viel Bürokratisches zu tun, was aber Johannes, unser Kopf und Gründer, übernimmt“. Je mehr Studierende mitmachen, desto mehr Projekte können ohne erheblichen Mehraufwand für den Einzelnen verwirklicht werden. Und wenn während der Prüfungsphase mal niemand Zeit hat, pausieren die Veranstaltungen eben. Das freiwillige Engagement ist ein großes Plus, eine wichtige und schöne Zusatzarbeit, aber unterliegt keinem Zwang.

Jeder kann kommen

Bowling

Auch gemeinsame Bowling-Ausflüge stehen auf dem Programm.

Die jungen Menschen aus anderen Ländern nehmen das Angebot gerne an. Man kann hier nicht nur neue Freunde finden, sondern auch die Sprache besser lernen, Gemeinsamkeiten entdecken und neue schaffen. Hierbei ist hilfreich, dass die Einladungen zu den Treffen nicht nur für eine begrenzte Gruppe an Menschen ausgesprochen werden. Prinzipiell kann jeder vorbeikommen – ob Flüchtling aus Fernost oder alteingesessener Stuttgarter. Auch Freunde der engagierter Studierenden schauen manchmal vorbei, um einen entspannten Abend im Kreis von Gleichgesinnten zu genießen oder an einer besonderen Veranstaltung teilzunehmen. So sieht man immer wieder neue und bekannte Gesichter, die gemeinsam in einen kulturellen Austausch treten und dabei einfach nur zusammen Spaß haben.

Welche Pläne hat der Freundeskreis für die Zukunft? „Mein Wunsch ist, mit dem Freundeskreis noch weiter Fuß zu fassen, um möglichst viele Geflüchtete zu erreichen. Schön wäre, wenn wir viele interessierte Freiwillige fänden, die uns dabei unterstützen.“, erklärt Terence. „Aktuell planen wir einen Sprachkurs im Flüchtlingsheim. Dieser soll regelmäßig stattfinden und abwechselnd gehalten werden. Parallel dazu soll es eine Kinderbetreuung geben. Außerdem gibt es alle zwei Wochen einen Kulturtag, an dem wir Museumsbesuche, Ausflüge oder einen gemeinsamen Spielabend veranstalten.“. Dabei können gerne noch mehr Studierende der Universität Stuttgart helfen.

Wer mehr erfahren und eventuell mitmachen möchte, kann den Freundeskreis über Facebook kontaktieren oder eine E-Mail an freundeskreis@ia.uni-stuttgart.de schreiben.

 

Anna

Ein Praktikum im Land der aufgehenden Sonne

Ein Praktikum im Land der aufgehenden Sonne

Gang aus Torii am Fushimi Inari-Taisha in Kyōto.
Bildnachweis: rowan / photocase.de

Anh Phan studiert technische BWL an der Uni Stuttgart und macht dieses Jahr ihren Bachelor fertig. Sie hat zunächst ein Auslandssemester in Süd-Korea und im Anschluss 5-monatiges Auslandspraktikum in Japan gemacht. Ihr Studiengang erfordert kein Pflichtpraktikum, aber ein freiwilliges Praktikum kann nie verkehrt sein, da so Einblicke in die Berufspraxis abseits der Uni möglich werden.

 

Ein Interview mit Anh

In deinem Studiengang technisches BWL (BA) ist kein Pflichtpraktikum vorgesehen. Wieso hast du dich trotzdem für ein Praktikum im Ausland entschieden?

In meinem Studiengang ist kein Pflichtpraktikum vorgesehen, das stimmt, aber trotzdem wollte ich eine Arbeitserfahrung machen, weil die ganzen Hiwi-Jobs und Werkstudentenjobs leider nicht immer als Berufserfahrung zählen. Da ich davor sowieso ein Auslandssemester in Südkorea absolviert habe, habe ich mir überlegt, gleich im Ausland zu bleiben und mir in Asien ein Praktikum zu suchen. Da bin ich dann zufälligerweise auf das Praktikum bei Bosch Rexroth gestoßen.

Ahn in Arshiyama in Kyoto

Warum hast du dich genau für diese Stelle entschieden?

Das Praktikum ist im Controlling Bereich, was ein Vertiefungsfach von mir ist. Da ich neugierig war und immer in diesem Bereich arbeiten wollte, hat’s gepasst. Ein großes Pluspunkt war natürlich auch, dass keine japanischen Sprachkenntnisse gebraucht wurden. Bei anderen Stellen war das anders.

Hast du dir deinen Aufenthalt selbst organisiert oder hast du dir von der Uni bzw. von anderen Organisationen Unterstützung geholt?

Ich habe mir das Praktikum selbst organisiert. Bei der Unterkunft wurde ich unterstützt, da die Wohnung von der Firma bereitgestellt wurde. Ansonsten habe ich alles selbst geplant.

 

Welche Grundvoraussetzungen sollte man im Controlling-Bereich in Japan mitbringen?

Also für den Bereich braucht man auf jeden Fall Toleranz und Offenheit für anderer Kulturen. Auch Flexibilität sowie Lernbereitschaft ist wichtig. Technik-Affinität wäre ebenfalls ein großer Vorteil. Der Job ist mit viel Stress verbunden, weil es viele Deadlines gibt, die genauestens einzuhalten sind. Und man muss fit sein am Computer:  Ich musste zum Beispiel sehr viel mit Excel arbeiten.

Was war die schönste Erfahrung in Japan?

Natürlich das Reisen. Ich fand die japanische Kultur immer schon interessant. Berufsbezogen kann ich sagen, dass ich es echt gut fand, dass ich als Praktikant viel Verantwortung hatte. Das war unerwartet, weil viele Praktika nicht solche Gelegenheiten anbieten. Ich habe dadurch viel lernen können und habe gemerkt, dass ich mit Controlling die richtige Entscheidung getroffen habe.

Was war deine größte Herausforderung? 

Die größte Herausforderung war es, sich an die neue Kultur zu gewöhnen. Ebenso wie die Arbeitskultur in Japan und die Tatsache, dass ich kein japanisch kann. Im Alltag war das ein wenig schwierig, wenn ich z.B einkaufen wollte oder mal Hilfe brauchte.

Als Student hat man meistens mehr Freizeit als ein Vollzeitmitarbeiter in einem Unternehmen. Wie konntest du deine Freizeit mit deinem Praktikum vereinbaren?

Ich war in einem Industriegebiet eine Vollzeit-Praktikantin. Da kann man abends nicht viel machen, außer essen gehen oder in einer Bar was zu trinken. Und unter der Woche war ich immer bis 17 Uhr arbeiten. Dann bin ich heim, hab etwas gekocht und das wars eigentlich. Dafür sind wir immer am Wochenende mal nach Tokio oder Osaka geflogen und da war mehr los.

Ein Straßenfest in Tokyo. Quelle: Privat

Wie war es für dich Vollzeit zu arbeiten?

Also ich fand es interessant, weil man einen geregelten Alltag hat und man muss sich nach der Arbeit keine Sorgen mehr machen, wie beispielsweise, noch das Lernen für Prüfungen. Bei einer Vollzeitbeschäftigung hat man seine geregelten Arbeitszeiten und man hat den Abend frei. Und das war als Abwechslung mal gut, einen freien Kopf zu haben und ohne schlechtes Gewissen Freizeit genießen zu können.

Wie war das Arbeitsklima?

Das Klima war echt gut, nur konnten nicht alle Japaner englisch sprechen. Aber ich hatte Glück, weil in meiner Abteilung viele Japaner mit einer Auslandserfahrung arbeiteten. Dadurch konnten sie gut Englisch und waren auch um einiges offener und hilfsbereiter. Generell war das Arbeitsklima gut. Das Schöne war, dass wir immer viele Süßigkeiten hatten, weil jeder immer mal was mitgebracht hat, sei es eine Spezialität vom Urlaub oder einfach so. (lacht)

Wie war dein Arbeitsalltag? 

Ich musste immer von 9 bis 17 Uhr arbeiten. Ich hatte eine Stunde Mittagspause. Was die Aufgaben betrifft, ist beim Controlling alles zeitabhängig. Wir mussten bis zum Monatsschluss warten, bis die Daten ausgewertet werden konnten, demnach war Anfang des Monats viel los und wir mussten Berichte erstellen. Das waren meine Hauptaufgaben. Es kam natürlich auch mal vor, dass der Chef kam und eine Präsentation wollte oder vorzeitig einen Bericht, aber das haben wir auch immer gut hinbekommen.

Wie unterscheiden sich die Arbeitsbedingungen in Japan mit Deutschland?

Um einiges. Es gibt in Japan beispielsweise keine Krankheitstage, die werden direkt vom Urlaub abgezogen. Daher durften wir nicht alle Urlaubstage verplanen, weil wir zur Sicherheit 3 Tage für Krankheitstage haben sollten. Dabei gibt es dort allgemein sehr wenig Urlaub.

Würdest du ein freiwilliges Praktikum empfehlen?

Ein freiwilliges Praktikum ist immer empfehlenswert, da Theorie und Praxis zwei verschiedene Aspekte sind. Was wir in der Uni lernen hilft, aber die Anwendung in der Praxis ist eindeutig wichtiger. Ein weiterer Vorteil wäre es, herauszufinden, ob die eigenen Berufsvorstellungen der Wahrheit entsprechen. Und das sieht man erst nach einer Arbeitserfahrung. Demnach würde ich es nochmal machen und plane daher bereits weitere Auslandsaufenthalte, weil ich neue Kulturen kennenlernen möchte und an meine Grenzen gehen will.

Welche Tipps hast du für zukünftige Praktikanten?

Offenheit ist das A und O. Man darf sich zudem nicht einschüchtern lassen, auch nicht in Stress-Situation. Das ist eine einmalige Erfahrung, die sich immer lohnt. Daher immer am Ball dranbleiben.

Vielen Dank und viel Erfolg bei deiner Bachelorarbeit!

Falls ihr noch Fragen zum Thema „Auslandspraktikum“ habt, könnt ihr euch an das Dezernat Internationales der Uni Stuttgart wenden. Das Dezernat vermittelt zwar selbst keine Praktika, steht aber bei der Planung beratend zur Seite und informiert über Finanzierungsmöglichkeiten wie z.B. ERASMUS-Praktika: Dieses Programm der Europäischen Union unterstützt finanziell Fachpraktika im europäischen Ausland von drei (mindestens 91 Tage) bis zwölf Monaten. Entsprechende Infos gibt es hier. Eine gute Orientierung zum Thema Auslandspraktikum bietet auch die DAAD-Publikation Wege ins Auslandspraktikum. Worauf wartet ihr also noch? Es wird Zeit, die Welt zu erobern! 🙂

 

Feven

 

 

 

 

Aus Liebe zur Musik

Aus Liebe zur Musik

Alle zwei Wochen gibt es bei HORADS eine Stunde Hertz for Nerds.

Zweimal im Monat, montags von 20 Uhr bis 21 Uhr, stellen Lydia und Andre Musik jenseits des Mainstreams vor. Liebhaber von Jazz-, Progressive-, Kraut- oder Art-Rock, Fusion und anderen Genres mit dem Prädikat advanced kommen bei Hertz for Nerds voll auf Ihre Kosten. Sie besprechen in ihrer Sendung Konzerte, die sie besucht haben, stellen neue Platten vor, interviewen Musiker und liefern allerlei Hintergrundinformationen zu einzelnen Songs, Alben, Konzerten oder Musikrichtungen. Die beiden verbindet ihr Musikgeschmack. Mit ihrer Sendung wollen Lydia und Andre dieser Art von Musik, die eher selten im Radio gespielt wird, eine Plattform verschaffen. Für sich und alle anderen Musiknerds.

Kennengelernt haben sich die Moderatorin und der Moderator von Hertz for Nerds bei der HORADS-Sendung Soundcheck. Dort haben sie gemeinsam vor dem Mikro gestanden. „Wir dachten, eine spezielle Sendung für diese unbekannteren Genres wäre doch schön“, erzählt Lydia. Sie promoviert gerade in Germanistik an der Uni Stuttgart. Sie hat als Musikerin in verschiedenen Bands  und Orchestern gespielt und bereits als Musikjournalistin gearbeitet.

„Irgendwann stößt man auf experimentelle Musik“

Im September 2016 wurde Hertz for Nerds dann zum ersten Mal ausgestrahlt. Für diese Sendung

Lydia und Andre moderieren ihre Sendung im Studio von HORADS.

haben Lydia und Andre ein Konzert der Band King Chrimson besucht. „Mit viel Glück haben wir dafür Pressetickets bekommen“, sagt Lydia. Auf diese Weise konnten sie das Konzert mit vielen Informationen zu den Musikern und fachlicher Expertise bei Hertz for Nerds besprechen. Zu hören waren in den letzten Monaten außerdem Interviews mit dem britischen Musiker Steven Wilson, der britischen Bluesrock-Band The Temperance Movement oder der schwedischen Metal-Band Opeth. Neben den Konzertreviews ist der zweite große Themenschwerpunkt das Musikalbum. Egal ob Neuerscheinungen oder Platten aus den 70ern, 80ern und 90ern, Lydia und Andre besprechen Hörenswertes. Dabei sind einzelne Stücke, deren Aufbau und Komponisten genau so Thema, wie technische Neuerungen bei Musikalben. Eine der jüngsten Sendungen beschäftigte sich deshalb mit dem neusten Werk des Musikers, Produzenten und Komponisten Brian Eno. Dessen neuestes Album erschien auch als App, die einen unendlich langen Track Ambiente-Musik produziert, der dann live beim Abspielen der App gehört werden kann.

Bei Hertz for Nerds laufen keine typischen Radiosongs. Bild: Hertz for Nerds

Für dieses Jahr haben sich die beiden vorgenommen, Stuttgarts Plattenläden abzuklappern und die Anspiel-Tips der Experten in loser Serie ins Programm zu nehmen, sagt Andre. Er studiert Informatik und begeistert sich seit seiner Kindheit für Musik. „Irgendwann ist man gelangweilt, weil man alles schonmal gehört hat und stößt dann auf experimentelle Musik“, erklärt er die Entwicklung seines jetzigen Musikgeschmacks.

Text und Struktur mit Tiefgang

Der Name der Sendung leite sich aus Hertz, im Zusammenhang mit Radiowellen, und Nerds, im Hinblick auf Liebhaber der experimentellen Musikrichtungen, ab, sagt Lydia. „Wir haben ein Herz für Musiknerds. Also Leute, die Musik machen, die sie lieben.“ Darüberhinaus solle der Name auch die Vielschichtigkeit der Genres in der Sendung verdeutlichen. Nicht nur die Musik sei bei Kraut- oder Progressiv-Rock meist komplexer als bei Radio-Pop-Song. Auch textlich hätten die Stücke dieser Stilrichtungen oft mehr Tiefgang, sagt Andre. Beruflich strebt keiner der beiden zwingend eine Karriere beim Radio an. Ihre Sendung bei HORADS machen Lydia und Andre in erster Linie aus Liebe zur Musik. Und, um den Stilrichtungen abseits des kommerziellen Radio-Pop-Songs eine Plattform verschaffen zu können.

 

Janey