Mit oder ohne?

Mit oder ohne?

Welchen messbaren Einfluss hat es auf meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn ich auf dem Bewerbungsfoto ein Kopftuch trage? Gibt es Studienabschlüsse, mit denen kopftuchtragende Frauen mehr Chancen bei der Bewerbung habe als mit anderen? Wie können wir der Arbeitswelt zu mehr Offenheit bezüglich kopftuchtragender Frauen verhelfen?

Sara Sahin

Sara Sahin (links) mit Unterstützung von Bayan Khatib (rechts).

Solche und andere spannende Fragen warf Sara Sahin von der With-or-Without-Kampagne am Dienstag, den 17. April im Rahmen eines Gastvortrages bei der Islamwoche an der Universität Stuttgart auf. Die Islamwoche wurde zum 21. Mal von der Hochschulgruppe Muslimische Studierendenunion (MSU) an der Universität in Stuttgart veranstaltet. Für dieses Jahr organisierten sie auf dem Campus Vaihingen verschiedene Vorträge, die Berührungspunkte zwischen muslimischer und deutscher Kultur thematisierten. Zusätzlich konnten sich eine Reihe an thematisch verwandter Projekte und Kampagnen präsentieren.

Die Kollegen und Kolleginnen von morgen ansprechen

„Unser Ziel ist, den Dialog zwischen muslimischen und nicht-muslimischen Studierenden zu fördern.“, erklärte Ismail Khan, der neue Vorsitzende der MSU. „Unsere Generation will auf andere zugehen. Wir möchten den Dialog fördern und Aufklärung betreiben.“ Dies sei besonders wichtig, da im Hörsaal von heute die Kollegen und Kolleginnen von morgen säßen. So soll ihre Veranstaltung dabei helfen, bereits während der Studienzeit die Basis für ein angenehmes und entspanntes Verhältnis in der späteren gemeinsamen Arbeitswelt zu schaffen.

Stand RIA

Nach dem Vortrag konnte man sich beispielsweise über das RIA-Festival mit Thema der Religion und Idenität informieren.

Verantwortlich für den Ablauf der Islamwoche waren neben dem Vorstand der MSU auch mehr als dreißig Helfer und Helferinnen, die im Hintergrund der Veranstaltung planten und ausführten. Die diesjährigen Vortragenden wurden vorab von der Muslimischen Studierendenunion anhand einer Themenliste ausgewählt. Neben Sara Sahin sprachen Emre Akyel zum Thema des islamischen Finanzwesens, Ferid Heider zu islamischen Werten in der postmodernen Gesellschaft, sowie Reuf Jasarevic, der über den möglichen Einfluss der islamischen Lehre auf ein erfolgreiches Leben referierte. Das Tragen eines Kopftuchs in der Arbeitswelt wurde dieses Jahr zum ersten Mal im Rahmen eines Gastvortrages thematisiert.

„Es ist keine Opferrolle, in die man sich drängt.“

Sahin stellte Studien zu dem Anteil der kopftuchtragenden, muslimischen Frauen, ihrer Erwerbstätigkeit und der Akzeptanz des Kopftuchs in der deutschen Gesellschaft vor. Besonders eindrücklich gestaltete sich eine Studie, bei der Bewerbungsunterlagen mit fiktiven Personen, die identische akademischen Hintergründe, aber unterschiedliche Bewerbungsfotos (einmal mit, einmal ohne Kopftuch) und unterschiedlichen Namensangaben (einmal inländisch klingend, einmal ausländisch klingend) verschickt wurden. Dies führte zu Lasten der kopftuchtragenden fiktiven Persönlichkeiten und derer mit ausländisch klingenden Namen zu einer unterschiedlichen Quote bezüglich der positiven Rückmeldungen.

Diskursrunde

In der anschließenden Diskussionsrunde wird es konkret.

„Es ist also keine Opferrolle, in die man sich drängt.“, resümierte Sahin. Ein Kopftuch und ein ausländisch klingender Name könne noch immer den Bewerbungsprozess erschweren. Dies resultiere unter anderem daraus, dass gesellschaftlich noch keine vollständige Akzeptanz von kopftuchtragenden Frauen bestünde. Aber wie kann man diesem Phänomen angemessen begegnen? „Was fehlt, sind Lösungsansätze.“, so Sahin. Wichtig seien hierfür auch politische Handlungen, die auf Diskriminierung am Arbeitsplatz reagieren. „Schlupflöcher für Arbeitgeber im Gesetz müssen geschlossen werden.“

In der anschließenden Diskussionsrunde richten die Teilnehmenden den Blick auf die Zukunft. „Es gibt viele, die etwas verändern können.“, macht Sahin deutlich. „Wir müssen aktiver werden.“ Auch die Möglichkeit einer Blindbewerbung, das heißt einer Bewerbung ohne beigefügtes Foto, könne kurzfristig zum Erfolg führen. Zum Schluss möchte eine junge Frau noch wissen, ob es für sie unter Anbetracht ihrer späteren Bewerbungschancen überhaupt sinnvoll sei, ein rechtswissenschaftliches Studium zu beginnen. In der Zukunft wolle sie ein Kopftuch tragen und bei anderen Studiengängen wie Informatik sei das Problem der Diskriminierung bei der Arbeitssuche weit weniger stark ausgeprägt. „Du solltest dir jetzt keine Gedanken darüber machen, ob du später einen Job findest.“, antwortet Sahin. Zumindest sollte sie sich keine Gedanken darüber machen müssen.

 

Anna

Im Gleichgewicht: Tipps für eine gute Work-Life-Balance

Im Gleichgewicht: Tipps für eine gute Work-Life-Balance

Im Gleichgewicht.
Quelle: pixabay.com

Schaffe, schaffe, Häusle baue? Im Schwabenländle wird viel gearbeitet. Aber zu viel Arbeit kann unserer Gesundheit schaden. Wer ständig einen Stapel unerledigter Arbeit auftürmt, dreht im roten Bereich. Sich vornehmen, alles etwas gelassener anzugehen reicht häufig nicht.

Ein Tag hat 24h. Aber manchmal sind 24h nicht genug. Nicht nur Arbeitnehmer haben Probleme mit der Work life Balance. Auch Studierende können dabei in Stress geraten: Es ist nicht immer einfach, das Studium, die Arbeit und das Privatleben miteinander zu vereinbaren.  Sehr ehrgeizige Studierende leiden häufig zusätzlich unter Druck, überlasten sich unbewusst, vernachlässigen dabei ihre Gesundheit und können so psychisch erkranken.

Work-Life-Balance spielt eine immer wichtigere Rolle in unserem Leben. Die meisten Unternehmen haben das inzwischen erkannt und bieten flexible Arbeitszeiten, Home-Office oder Gesundheitsmanagement an. Das machen Sie nicht (nur) aus Nächstenliebe: Erwiesen ist, mit einem besseren Ausgleich ist auch eine höhere Leistungsfähigkeit möglich. Dasselbe gilt natürlich für Studis. In diesem Artikel findest Du die besten Tips gegen Stress, im nun folgenden möchte ich Dir kurz erklären, wie Du Studium, Arbeit und Privatleben in Einklang bringst:

Tipps für ein ausgewogenes Leben

  • Eine Grenze ziehen: Als erstes ist es am wichtigsten, die Grenze zwischen Studium, Nebenjob und Freizeit zu finden. Nach der Uni oder Arbeit abschalten und den Kopf freikriegen, ist besonderes während der Prüfungsphase wichtig. Wer dazu noch jobbt, sollte nach dem Feierabend keine Emails mehr checken. Wer oft zu viel arbeitet, sollte keinesfalls das Geniessen verlernen.
  • Urlaub: Wer arbeitet, muss Urlaub machen, um neue Energie zu tanken. Selbst kleine Kurztrips dienen als Erholung.
  • Bild: complize / photocase.de

    Workaholics: Lerne zu delegieren. In der WG oder mit dem Partner kann man sich abwechseln zu kochen und aufzuräumen. Wer immer alles selber machen will, aus Angst, andere könnten es verkehrt machen, schneidet sich nur ins eigene Fleisch.

  • „Nein-Sager“: Wer kennt es nicht, man ist mit seinen eigenen Sachen beschäftigt ist und soll gleichzeitig Freunden und Bekannten helfen. Wir wollen natürlich helfen, aber leider geht das nicht immer. Ihr solltet selbst erkennen, wann ihr hilfsbereit sein könnt und wann ein „Sorry, ich würde dir gerne helfen, aber ich kann nicht, weil ich viel um die Ohren habe.“Anfangs plagt vielleicht ein schlechtes Gewissen, aber letztendlich müsst ihr manchmal Prioritäten setzen.
  • Sport: Auch wenn es nach einem anstrengenden Tag schwer fällt: Bewegung hilft. Sport nach getaner Arbeit macht den Kopf frei, löst Verspannungen und schüttet Glückshormone aus. Man kann den Sport aber auch in den Alltag einbauen. Gerade in der Mittagspause hat, kann nach dem Essen ein Verdauungsspaziergang Wunder wirken.
  • Schlaf: Um so viel wie möglich in der Freizeit zu erleben, verzichten einige Studierende auf ihren Schlaf. Kann man mal machen, aber auf Dauer ist das sehr ungesund und zermürbt euer Nervenkostüm. Ausreichender Schlaf wappnet uns, für einen anstrengenden Tag. Zwischen 7 bis 9 h solltet ihr täglich schlafen.

    Have a break! Quelle: Unplash.

  • First things first: Egal, ob zu Hause, an der Uni oder in der Arbeit – erledige unangenehme Aufgaben am besten gleich. Je länger Du es aufschiebst, desto belastender setzt sich der Gedanke daran im Hinterkopf fest. Brings hinter Dich, dann bist Du wieder frei für anderes. Und:  Am Morgen ist man normalerweise noch um einiges konzentrierter, produktiver und auch schneller bei der Arbeit, als am späten Nachmittag. Hier gilt wie auch sonst, was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen.
  • Zeiteinteilung: Klar hast Du schon hundertmal gehört. Aber machst Du das auch? Ziel ist es, die Zeit optimal auszunutzen. Das heißt Organisation! Erstelle eine To-do-Liste und teile Deine Zeit entsprechend ein. So herrscht Klarheit und Du weißt stets was als nächstes ansteht. Arbeite die Liste Schritt für Schritt ab und bleib so gut wie möglich im für die Aufgabe eingeplanten Zeitrahmen.

Fazit

Zu viel Arbeit ohne Ausgleich kann zu einer Überforderung führen. Ein gesundes Gleichgewicht ist daher sehr wichtig. Ihr solltet euer Privatleben und Arbeitsleben miteinander kombinieren können. Im Endeffekt geht es darum, eine bessere Lebensqualität zu haben, ohne auf etwas verzichten zu müssen.

 

Feven

Kein Studienplatz – Wie geht es weiter?

Kein Studienplatz – Wie geht es weiter?

Leer ausgegangen? Der Schock ist groß. Quelle: Pixabay.com

BÄM! Die Absage liegt vor euch und ihr könnt es noch gar nicht richtig fassen. Eure Freundinnen und Freunde scheinen ausnahmslos das große Los gezogen zu haben, während ihr leer ausgeht. Eure Eltern machen euch womöglich Druck und die Frage „Was willst du jetzt machen?“ kreist wie ein Adler in Dauerschleife in eurem Kopf. Der Traum fürs Wunschstudium ist erst einmal geplatzt. Aber es ist noch viel zu früh, um das Handtuch zu werfen. Welche Möglichkeiten habt ihr jetzt, um aus der scheinbar verschwendeten Zeit das Beste zu machen? In diesem Beitrag möchte ich euch ein paar Tipps geben und einige alternative Pläne vorstellen.

Zum Verzweifeln ist es definitiv zu früh. Und auch, wenn ihr sehr enttäuscht seid und das Gefühl habt, mindestens ein Jahr zu verschwenden, gibt es durchaus einige Dinge, die ihr bis zum nächsten Bewerbungszeitraum tun könnt, um die Zeit nicht sinnlos verstreichen lassen. Daher empfehle ich euch folgende drei Schritte, um euch nach der ersten Enttäuschung zu sortieren und neuen Mut zu schöpfen.

Schritt 1: Die Absage verarbeiten

Oftmals leichter gesagt als getan, denn niemand kassiert gerne eine Absage – und schon drei Mal nicht, wenn es um das (potenzielle) Wunschstudium geht. Der erste Schock darüber, mit leeren Händen dazustehen, sitzt oft tief. Lasst das Gefühl ruhig erst einmal zu, denn Verluste – und darum handelt es sich in diesem Moment ja – wollen zunächst einmal betrauert werden. In einem angemessenen Zeitraum, versteht sich.

Zieht euch ruhig für ein paar Tage zurück, wenn ihr keine Lust auf Rechtfertigungen und/oder Erklärungen habt. Ihr müsst euch weder verhören noch belächeln lassen, besonders anfangs nicht, wenn ihr noch mit der Enttäuschung ringt.

Schritt 2: Neu orientieren

Auf der Suche nach Orientierung. Quelle: Pixabay.com

Wenn der erste Schock überwunden ist, wird es Zeit, euch Gedanken über alternative Wege zu machen. Wenn ihr euch noch nicht im Klaren darüber seid, wie es weitergehen soll, nehmt euch etwas Zeit und geht die verschiedenen Optionen in Ruhe durch. Im letzten Abschnitt dieses Beitrags gehe ich explizit auf alternative Möglichkeiten zum Studium ein.

Wenn ihr euch allerdings sicher seid, dass ihr euren Studiengang unbedingt studieren wollt, dann solltet ihr euch auf jeden Fall erneut bewerben! Doch bevor ihr einen zweiten Anlauf nehmt, solltet ihr rekapitulieren, woran eure Bewerbung gescheitert ist. Damit kommen wir auch schon zum nächsten Schritt.

Schritt 3: Ehrliches Fazit ziehen

Zeit zum Umdenken und Rekapitulieren. Quelle: Pixabay.com

Okay, wenn es sich um einen zulassungsbeschränkten Studiengang gehandelt hat, der nun einmal nur (fiktive) 100 freie Plätze vergibt, dann macht es wenig Sinn, über das Warum der Absage nachzugrübeln. Wenn allerdings mehrere Faktoren eine Rolle spielen können – und das tun sie je nach Studiengang zweifellos – dann nehmt euch die Zeit, eure Bewerbung noch einmal durchzugehen und sie auf Schwächen zu abzuklopfen. Seid dabei so ehrlich wie möglich, sonst tut ihr euch selbst keinen Gefallen.

In manchen Studiengängen entscheidet einzig und allein die Abiturdurchschnittsnote darüber, ob ihr zum Studium zugelassen werdet oder nicht. Aber je nach Universität werden durchaus auch weitere Faktoren berücksichtigt, mithilfe derer ihr eure Chance auf einen Studienplatz deutlich erhöhen könnt: Etwa durch Wartesemester, die ihr sammelt, solange ihr an keiner deutschen Hochschule immatrikuliert seid.

Was lief schief?

Je nach Beliebtheit des Studiengangs – wie etwa Medizin – kann es jedoch 14 Semester und länger dauern, bis ihr tatsächlich einen Studienplatz erhaltet. Solltet ihr also auf einen dieser begehrten Plätze hoffen und nicht den benötigten Notendurchschnitt mitbringen, könnt ihr die Zeit bis dahin überbrücken, indem ihr in der Zwischenzeit beispielsweise eine Ausbildung absolviert, die ihr fürs spätere Studium inhaltlich (oder finanziell) nutzen könnt. So lassen sich viele spätere Medizinstudierende zuvor als Rettungsassistentinnen und -assistenten ausbilden.

Einmal Kunst, bitte! Quelle: Pixabay.com

In anderen Studiengängen – wie etwa Kunst oder Design – ist zusammen mit der Bewerbung eine Mappe einzureichen. Diese in Kombination mit einem Auswahlgespräch bzw. einer Eignungsprüfung entscheidet oftmals über Zulassung oder Absage. In diesem Fall empfiehlt es sich, bereits immatrikulierte Studierende zu kontaktieren und nach ihren Erfahrungen zu befragen und einen Mappenkurs in Erwägung zu ziehen. Dass ihr nicht angenommen wurdet, heißt nämlich keineswegs, dass ihr ungeeignet seid. Es gibt schlicht und ergreifend oftmals sehr viele Bewerberinnen und Bewerber auf sehr wenige Plätze. Und gerade in künstlerischen Studiengängen ist es oft gang und gäbe, erst in der zweiten oder dritten Bewerbungsrunde zum Studium zugelassen zu werden.

Auch Motivationsschreiben werden zunehmend häufiger verlangt. Wie gut ist es euch gelungen, eure Motivation für das Studium darzustellen? Natürlich wisst ihr noch nicht genau, was euch ganz konkret im Studium erwartet. Aber heutzutage wird mehr denn je von Schülerinnen und Schülern erwartet, dass sie in der Lage sind, sich selbstständig zu informieren. Wo werdet ihr fündig? Auf den Homepages der Universitäten, in den Modulhandbüchern der Studiengänge und im Vorlesungsverzeichnis, um nur einige zu nennen. In diesem Fall ist Google wirklich euer Freund.

Was unterscheidet etwa Universität A von Universität B? Welcher Schwerpunkt an dieser Uni und in diesem Studiengang ist für euch besonders wichtig? Welche Vorzüge bietet Universität A, welche Kooperationen mit Partneruniversitäten im Ausland gibt es? Macht euch selbst klar, warum ihr ausgerechnet diesen Studiengang an dieser Universität studieren wollt und weshalb ihr genau dort richtig seid. Verfasst eure Bewerbung nicht im stillen Kämmerlein, sondern sucht nach konstruktivem Feedback!

Auf ein Neues! 

Mit einem Hauch Glück zum Ziel. Quelle: Pixabay.com

Wollt ihr es in einem halben Jahr noch einmal probieren? Dann solltet ihr euch auf jeden Fall vorab informieren, an welchen Universitäten eine Bewerbung auch zum Sommersemester möglich ist, denn viele Studiengänge starten leider nur zum Wintersemester! Bringt die Bewerbungsfristen in Erfahrung und setzt euch am besten eine Erinnerung ins Handy, um sie nicht zu versäumen.

Falls ihr euch nur in der Nähe eurer Heimat beworben habt, wird es spätestens jetzt Zeit, euren Bewerbungsradius (im Rahmen eurer Möglichkeiten) zu erweitern: Um die größtmöglichen Chancen zu haben, solltet ihr euch deutschlandweit bewerben.

Eine weitere Möglichkeit, eure Chancen zu steigern, besteht darin, euch an Unis zu bewerben, die noch nicht ganz so beliebt und stark frequentiert sind, wie es bei zahlreichen Massenuniverisitäten der Fall ist. Oftmals liegen diese Unis etwas abseits bzw. befinden sich in kleineren Städten mit entsprechend weniger Studierenden und werden scherzhaft als „Unis in Hintertupfingen“ bezeichnet. Auch der Status „Exzellenzuniversität“ ist keine Garantie für ein hochwertiges Studium, denn die hierfür bereitgestellten Gelder fließen nicht in die oftmals dringend benötigte Grundfinanzierung. Und darüber hinaus studiert es sich nicht zwangsläufig besser an einer „Prestige“-Universität.

Wie ihr die Zwangspause nutzen könnt

Pause? Pustekuchen! Quelle: Pixabay.com

Je nach Studiengang ist es allerdings sinnvoll, die Zwangspause zwischen jetzt und der neuen Bewerbungsphase nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Einige Möglichkeiten habe ich oben bereits angesprochen: Ihr könnt beispielsweise eine Ausbildung absolvieren – je nachdem, wie lange ihr zwangspausieren müsst bzw. wie hoch eure Chancen bei der nächsten Bewerbungsphase stehen.

Alternativ könnt – und in manchen Fällen müsst – ihr ein Praktikum bereits vor Studienbeginn absolvieren. Informiert euch aber vorab bei eurer Wunschuni, ob dieses dann auch tatsächlich anerkannt wird, denn hinsichtlich der Anrechnung kocht jede Uni (und zuweilen auch die verschiedenen Studiengänge an ein und derselben Uni) ihr eigenes Süppchen, was die Anerkennung von Leistungen außerhalb des regulären Studiums betrifft.

Ein Beispiel hierfür ist das Praktikum für angehende Lehramtsstudierende, das an etlichen Universitäten bereits vor Beginn des Studiums absolviert werden muss (das gilt jedoch nicht für die Universität Stuttgart).

Ohne Moos, nix los. Quelle: Pixabay.com

Studieren ist teuer. Miete, Lebensmittel, Studiticket und Lehrmaterial wollen bezahlt werden. Daher besteht die nächste sinnvolle Option darin, die Zeit dazu zu nutzen, euch ein kleines (oder großes) finanzielles Polster aufzubauen. Besonders in den prüfungsintensiven Phasen wird es nämlich unter Umständen schwierig, Studium und Nebenjob(s) unter einen Hut zu kriegen. Und auch in den Semesterferien ist selten faulenzen angesagt: Hier werden Seminararbeiten geschrieben, Praktika absolviert oder Intensivkurse besucht. Zur Stellensuche könnt ihr euch auf diversen Jobbörsen nach Mini-, Midi-, Teilzeit- oder Vollzeitjobs umsehen. Eine mögliche Anlaufstelle ist das Stellenwerk Stuttgart.

Etwas ganz anderes machen

Keinen Plan? Kein Problem. Quelle: Pixabay.com

Wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass ihr euch ohnehin eher halbherzig beworben habt (etwa dem Druck eurer Eltern gebeugt) und ihr tatsächlich noch gar keine Ahnung habt, was ihr nach Schule mit eurem Leben anfangen wollt, dann helfen euch womöglich folgende Alternativen weiter:

  1. FSJ, FÖJ oder BFD
  2. Work & Travel
  3. Ausbildung
  4. Praktika in verschiedenen Bereichen
1. FSJ, FÖJ und BFD

Was sind FSJ, FÖJ und BFD? FSJ steht für „Freiwilliges soziales Jahr“, FÖJ bedeutet „Freiwilliges ökologisches Jahr“ und BFD ist der „Bundesfreiwilligendienst“. Beim FSJ und FÖJ handelt es sich um eine „besondere Form bürgerschaftlichen Engagements“. Während der Fokus im FSJ auf sozialen Einrichtungen und Berufen liegt, steht im FÖJ die Umwelt im Zentrum des Engagements. (Quelle: http://www.bafza.de)

Für wen ist der BFD interessant und was macht man da? Er richtet sich altersunabhängig an alle, die bereit sind, sich zu engagieren. Dazu bieten sich Möglichkeiten im „sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz“. Je nach Interesse stehen „Soziales (Kinder- und Jugendhilfe, Jugendarbeit, Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege, Behindertenhilfe), Umwelt- und Naturschutz, Sport, Integration, Kultur- und Denkmalpflege, Bildung, Zivil- und Katastrophenschutz“ zur Auswahl. (Quelle: https://www.bundesfreiwilligendienst.de)

Verdienen werdet ihr nicht gerade die Welt, so viel steht fest. Vielmehr handelt es sich um ein kleines Taschengeld (zwischen 300 und 400 Euro), daher müsst ihr unter Umständen weiterhin zu Hause wohnen bleiben, um zusätzliche Kosten zu vermeiden. Allerdings stehen euch u. U. soziale Leistungen zu. Weitere Infos könnt ihr diesem Flyer entnehmen.

2. Work & Travel

Einmal um die Welt. Quelle: Pixabay.com

Viele Schulabgängerinnen und -abgänger nehmen sich direkt nach dem Abitur zunächst ein Jahr Zeit, etwas herumzureisen und die Welt zu sehen – warum also nicht auch dann, wenn es mit dem Studienplatz noch nicht geklappt hat? Doch wer (ver-) reisen will, braucht Geld dafür – und zwar einen ganzen Haufen davon. Und deshalb bietet sich Work & Travel an, das beides vereint, sodass ihr euch beim Reisen refinanzieren könnt.

Work & Travel ist eine besonders gute Gelegenheit, um euch auf neue Ideen zu bringen, ein neues Land mit seiner Kultur zu erleben, eure Sprachkenntnisse zu erweitern und nebenbei etwas Geld zu verdienen. Beliebte Reiseländer sind Australien, Neuseeland und Kanada. Wohin zieht es euch? Achtung: In der Regel benötigt ihr je nach Reiseland eine bestimmte Summe an Startkapital, was ihr bei eurer Planung berücksichtigen solltet.

3. Ausbildung

Eine Ausbildung muss keineswegs lediglich eine Zwischen- oder Behelfslösung sein. Aufsteigen könnt ihr auch nach der Gesellenprüfung, indem ihr zum Beispiel den Meisterabschluss macht. Je nachdem, welchen Beruf ihr anstrebt, ist es vielleicht sogar besser, eine Ausbildung abzuschließen.

Der große Vorteil vieler Ausbildungen ist es, währenddessen bereits Geld zu verdienen (statt welches auszugeben). Danach könnt ihr – sofern ihr das wollt – immer noch studieren, müsst es aber natürlich nicht. Diesem Thema habe ich bereits einen Artikel gewidmet: Die Qual der Wahl: Ausbildung oder Studium?

4. Praktika in verschiedenen Bereichen

Immer noch auf Jobsuche? Quelle: Pixabay.com

Ihr wollt oder könnt euch noch gar nicht festlegen – oder ihr habt einfach so gar keine Vorstellung davon, was euch im jeweiligen Beruf erwartet? Dann ist es nicht verkehrt, euch einen Praktikumsplatz in den Bereichen zu besorgen, die euch interessieren. Neben der simplen Tatsache, dass ihr keine Lücke im Lebenslauf erklären müsst, könnt ihr so in verschiedene Branchen und Unternehmen hineinschnuppern, erste berufliche Erfahrungen sammeln und im besten Fall erste Kontakte knüpfen. Schaut dazu im Artikel von Feven vorbei: Mehr als nur Kaffee kochen.

Unterm Strich: Es lohnt sich definitiv, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern euch aktiv auf Ideensuche zu begeben. Nicht, um euch vor Eltern, Freundinnen und Freunden oder euren Verwandten zu rechtfertigen, sondern in erster Linie, um für euch selbst das Beste aus der Situation zu machen.

Alles Gute für eure Zukunft!

Romy

Strategien zum Vergrünen

Strategien zum Vergrünen

Das erklärte Ziel der Studierenden hinter Greening? Natürlich die Universität grüner zu machen. Damit das triste Grau der Universitätsgebäude nicht auf die Mentalität der Studierenden abfärbt, setzt die Hochschulgruppe auf Buntes.

Beete, Garten

Der MitMachGarten auf dem Campus der Universität Stuttgart. Copyright: Greening Stuttgart

Der Gedanke der Nachhaltigkeit soll nicht nur die Gestaltung der Beete auf dem Universitätsgelände in Stuttgart, sondern auch die Einstellung der Kommilitonen und Kommilitoninnen in Bezug auf ihre Umwelt verändern. Dafür engagiert sich die Gruppe von Studierenden ehrenamtlich. Sie entwerfen Projekte, die sie gemeinsam verwirklichen, um gelebte Nachhaltigkeit zu demonstrieren und noch mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie sie ihren eigenen Alltag bewusst umweltfreundlicher gestalten können.

Ihr bislang wohl größtes Projekt ist der MitMachGarten im Pfaffenwaldring 5a. Die dortige Brachfläche haben sie in einen grünen Garten verwandelt, den alle Studierenden der Universität Stuttgart besuchen und mitgestalten dürfen. Ein weiteres Projekt sind die Koch- und Brotaufstrichabende, bei denen sie gemeinsam gerettete und vegane Gerichte kreieren und anschließend in gemütlichem Rahmen verkosten.

Die Position in der Gesellschaft hinterfragen

Seit letztem Jahr mischt die Gruppe sogar bei den Lehrveranstaltungen mit. Im Rahmen einer Schlüsselqualifikation können Studierende der Universität Stuttgart bei der Auseinandersetzung mit nachhaltigen Themen Leistungspunkte für ihr Studium sammeln. Aber was steckt dahinter?

Hummus, Brotverkostung

Verkostung von nachhaltigen Eigenkreationen. Copyright: Greening Stuttgart

„Ein wichtigstes Ziel ist, Menschen zum Nachdenken anzuregen und Handlungsoptionen für ein nachhaltiges Handeln aufzuzeigen. Die SQ bietet dabei den Rahmen, einen ganz bunten Mix an Studierenden zu erreichen und sich im universitären Umfeld die Zeit zu nehmen, sich mit verschiedensten Themen einmal kritisch auseinanderzusetzen und die eigenen Handlungsoptionen und die Position in der Gesellschaft zu hinterfragen und aufzuzeigen.“, erklärt Taalke, ein Mitglied der Gruppe.

Für das Ziel der Förderung von Umweltbewusstsein hat Greening auch schon mit dem Jugendbeirat der Nachhaltigkeitsinitiative in Stuttgart kooperiert und sich von einem Nachhaltigkeits-Netzwerk bei einem Wandercoaching beraten lassen. Auch mit anderen grünen Hochschulgruppen stehen sie im Kontakt. Über Entscheidungen stimmen sie basisdemokratisch ab, koordinierende und organisatorische Aufgaben werden an einzelne Verantwortliche vergeben.

Spaß, Spannung, kleine und große Projekte

„Die Gruppe ist möglichst ohne Hierarchien organisiert“, so Taalke. Dabei sei es jedem Studierenden selbst überlassen, in welcher Form und mit welcher Zeit er sich einbringt. Wer ein eigenes Projekt umsetzen möchte, sucht sich in der Regel selbstständig seine Verbündeten und kann es dann auch nach der eigenen Vorstellung realisieren. „Auf die Gruppe ist dabei als Unterstützung aber immer Verlass!“, meint Taalke. Und was steht als nächstes an? „Vielleicht wird es wieder eine SQ geben und ein weiterer Vortrag zum Thema „Geldfrei Leben“ steht in den Startlöchern. Ansonsten gibt es neben netten Treffen, Besuch von externen Veranstaltungen und ganz viel Vernetzung hoffentlich viel Spaß und Spannung und viele tolle neue, kleine und große Projekte!“

Wer bei Greening mitmachen möchte, kann unverbindlich zum Kennenlernen bei den regelmäßigen Gruppentreffen vorbeikommen. Auch wer selbst noch keine Idee für ein Projekt hat, wenig Zeit mitbringt oder einfach nur mehr über Nachhaltigkeit erfahren würde, ist willkommen. Nähere Informationen zu den Treffen findet ihr auf der Facebook-Seite der Hochschulgruppe.

Anna

 

Digitale Mitarbeit

Digitale Mitarbeit

Copyright: SolisImages/Fotolia

Wer an der Universität Stuttgart eine Vorlesung besuchen will, kommt nicht um die sich bietende Laptopschau herum: Moderne, technische Geräte verschiedener Marken reihen sich auf den Arbeitstischen aneinander und bestrahlen ihren Besitzer mit dem Schein der Professionalität. Zu was der Laptop dann schließlich gebraucht wird, sieht man auch drei Reihen weiter hinten noch problemlos: Online-Shopping, Schlagzeilen-Hopping und Mitschriebe, die kostengünstiger und ressourcenschonender auf das Papier gebracht wären.

Laptop, Programm

Für manche Studiengänge ist der Laptop unentbehrlich. Aber gilt das für alle?

Keine Frage, die Möglichkeit für eine effiziente Benutzung technischer Hilfsmittel beim Studium ist gegeben. Aber wie kann sich der Studierende an die unterschiedliche Bereitstellung von digitalen Inhalten der jeweiligen Professoren und Professoren anpassen und welche Software außer diversen Schreibprogrammen gibt es eigentlich noch, die ihn beim Studium unterstützen können? Und natürlich: Braucht er überhaupt einen Laptop oder ein Tablet, um auch parallel zur Vorlesung bestmöglich mitzuarbeiten oder sind Stift und Papier noch eine gleichwertige Alternative?

Die Unterschiede zwischen Studiengängen und Dozierenden

Zunächst muss zwischen den Anforderungen verschiedener Studiengänge differenziert werden. Eine Studentin der Informatik ist weit mehr auf den eigenen Laptop angewiesen als ihr Kommilitone, der Germanistik und Kunstgeschichte studiert. In diesem Artikel soll der Fokus daher auf Vorlesungen liegen, bei denen die Mitarbeit an einem Laptop beispielsweise durch das Benutzen einer bestimmten Software nicht offensichtlich notwendig oder ratsam ist.

Ein weiteres, zentrales Unterscheidungsmerkmal von verschiedenen Vorlesungen, das in der Regel an die Person des jeweils Dozierenden gebunden ist, ist die Bereitstellung von digitalen Inhalten. Während manche Professoren und Professorinnen eine Benutzung der ILIAS-Gruppe konsequent verweigern, unter anderem vermutlich um die Studierenden zur Anwesenheit bei den Vorlesungen zu motivieren, laden andere nicht nur ihre Präsentationen, sowie zusätzliches Material für das Selbststudium, sondern auch die gefilmten Vorlesungen ins Netz. Je nach Angebot, kann der Studierende mit Blick auf die eigenen technischen Hilfsmittel individuell reagieren.

Ergänzende Angaben statt unvollständige Zusammenfassungen

Habt ihr einen medienbewussten Dozierenden, ist der gesamte Kurs online abgebildet: von Präsentationen über eingescannte Bücher und Livestream kann der Studierende alles auch von daheim oder unterwegs aufrufen und bearbeiten. Eine Basis an Informationen stehen folglich bereits zur Verfügung.

Buchregal

Oft werden auch digitalisierte Bücher zur Verfügung gestellt.

Sinnvoll ist es, die Erklärungen des Dozierenden zu dem jeweiligen Material in der Vorlesung beziehungsweise dem Seminar mitzuschreiben und so die bereits vorhandenen Informationen zu ergänzen. Eine umfangreiche Zusammenfassung des Gesagten im Kurs ist folglich nicht notwendig, ergänzende Angaben zu dem zur Verfügung stehenden Material genügen, um später mit der ausführlichen Grundlage des bearbeiteten Online-Materials lernen zu können.

Hierfür ist ein Bearbeitungsprogramm hilfreich, mit dem ihr PDF-Texte markieren und Kommentare hinzufügen könnt. Ein gängiges Beispiel hierfür ist der kostenlose Adobe Acrobat Reader DC©. Wer seinen Laptop oder sein Tablet mit in die Universität bringen möchte, kann das Material bereits während der Vorlesung bearbeiten und ergänzen. Den Vorteil der Wiederholung haben aber diejenigen, die während der Vorlesung die Kommentare mit Verweis auf die jeweilige Foliennummer auf Papier mitschreiben und diese daheim oder in der Universitätsbibliothek digitalisieren. Wem ein Sachverhalt während des Kurses nicht ganz klargeworden ist, kann sich die Aufzeichnung der Vorlesung erneut anschauen oder in den Skripten und eingescannten Büchern nachlesen. Hilfreich ist, die gegebenen Formate zu vereinheitlichen, um nicht mit mehreren Bearbeitungsprogrammen parallel arbeiten zu müssen.

Back-up nicht vergessen

Die Verwendung eines Laptops oder Tablets in der Vorlesung kann euch folglich ermöglichen, zur Verfügung gestellte Materialien direkt digital zu bearbeiten. Auch wer die Notizen auf Papier mitschreibt, kann sie in der Nacharbeit daheim, unterwegs oder in der Bibliothek übertragen. Ein Vorteil der technischen Geräte ist sicherlich die leichtere Übersichtlichkeit und sauberere Darstellung der Mitschriebe, dafür kann ein vergessenes Ladekabel oder ein plötzlich auftretender Fehler die gesamte Mitarbeit gefährden. Wie ihr in den Kursen folglich mitarbeitet, ist eurem persönlichen Geschmack überlassen, die Arbeit mit den zur Verfügung stehenden Materialien ist allerdings deutlich den Aufschrieben von bloßen Zusammenfassungen vorzuziehen.

Zudem gilt: Auch die Online-Materialen wollen gut sortiert und gesichert werden. Macht also regelmäßige Back-ups, um eure digitale Arbeit zu bewahren.

 

Anna

Schluss mit Schreibblockaden

Schluss mit Schreibblockaden

Bildnachweis: Andreas Berheide / photocase.de

Ob Papers, Essays, Seminar- oder Abschlussarbeiten – kaum ein Studiengang kommt ohne eine schriftliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragestellungen aus. Je nach Studiengang überrollt euch jedes Semester eine Flut davon. Um allmählich eine gewisse Schreibroutine zu entwickeln und euch die Angst vor dem leeren Blatt zu nehmen, findet ihr hier einige Ansätze um Schreibblockaden zu überwinden – oder im besten Fall erst gar nicht entstehen zu lassen!

Es liegen ganze Welten zwischen den Texten, die ihr zu Schulzeiten verfassen musstet, und den wissenschaftlichen Arbeiten, die ihr an der Uni einreichen müsst. Gerade, wenn es sich um eure erste Seminararbeit handelt, steht ihr vielleicht vor einer großen Herausforderung, an der ihr aus zwei Gründen scheitern könnt:

Ihr nehmt das Ganze zu locker, übergeht die Basics wissenschaftlichen Schreibens und liefert eine schnell heruntergeschriebene Arbeit ab, ohne euch die Mühe zu machen, sie sorgfältig zu überarbeiten. Oder aber ihr neigt aus Angst vor Fehlern dazu, die Arbeit ewig vor euch herzuschieben und euch mit allem anderen zu beschäftigen, nur nicht damit – und frönt damit der Prokrastination. Trotz schlechten Gewissens starrt ihr auf weiße Monitore und wisst nicht, wo ihr anfangen sollt. Woher kommt das?

Ein paar Irrtümer rund ums Schreiben

Selbst im wissenschaftlichen Bereich kursieren noch immer einige Irrtümer und Mythen, die sich um das Verfassen von guten bis sehr guten Texten drehen.

Faktencheck: Welche Irrtümer kursieren rund ums Schreiben?
Quelle: Pixabay.com

Einige von ihnen beziehen sich auf die Art des Schreibens von Texten und die äußeren Bedingungen, unter denen Texte entstehen, während andere mit inneren Überzeugungen – sogenannte Glaubensmuster – zu tun haben.

Im nachfolgenden Abschnitt möchte ich auf einige dieser Annahmen eingehen und sie auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. Warum? Weil keinerlei Magie hinter dem Schreiben von Texten jeglicher Art steckt, sondern ein gut sortierter Werkzeugkasten verschiedener Fähigkeiten, die ihr im ersten Schritt erlernen und im zweiten Schritt verbessern könnt, wenn ihr erst einmal einige dieser lästigen Blockaden abgeschüttelt habt.

Irrtum Nr. 1 : Exzellente Texte entstehen in einem Rutsch bzw. aus einem Guss. Wenn sie nicht auf Anhieb gelingen, sind sie miserabel. 

Die Angst vor dem leeren Blatt. Völlig unbegründet?
Quelle: Pixabay.com

Das ist definitiv eine falsche Annahme und wer auch immer behauptet hat, dass die besten Texte in einem Durchgang geschrieben werden, ist auf dem Holzweg. Jede Textform benötigt Zeit für Überarbeitung – und wissenschaftliche Texte bilden da keine Ausnahme. Die Überarbeitung beinhaltet nicht nur formale Korrekturen wie Zeichensetzung, Grammatik oder Rechtschreibung, sondern auch und vor allem eine inhaltliche Korrektur. Letzteres betrifft zum einen den Stil (eine wissenschaftliche Arbeit verlangt einen anderen Stil als etwa ein Prosatext), zum anderen aber auch die innere Logik eines Textes – etwa ob gezogene Schlussfolgerungen gerechtfertigt sind, ins Leere gehen oder sich widersprechen.

Tatsächlich durchläuft ein inhaltlich und formal ansprechender Text mehrere Korrekturdurchläufe, bis er abgabebereit ist. Deshalb spielt der Zeitfaktor eine nicht unwesentliche Rolle.

Irrtum Nr. 2: Die Einleitung zu einer wissenschaftlichen Arbeit wird direkt am Anfang geschrieben.

Auch wenn die Einleitung dazu dient, in die Fragestellung eurer Arbeit einzuführen und kurz ihren Aufbau sowie ihre Zielsetzung darzustellen, so ist es trotzdem vertane Zeit, wenn ihr die Einleitung direkt am Anfang eurer Arbeit schreibt. Wieso? Das ist relativ simpel zu erklären: Solange eure Arbeit noch nicht endgültig steht, werdet ihr im Verlauf des Schreibprozesses immer wieder Passagen umschreiben, einzelne Gliederungspunkte neu sortieren und/oder ganz streichen, was eure eingangs verfasste Einleitung zwangsläufig über den Haufen werfen wird. Daher mein Tipp: Die Einleitung erst dann schreiben, wenn der formale und inhaltliche Teil der Arbeit fertig und abgeschlossen sind, sprich der Haupt- und Schlussteil eurer Arbeit stehen.

Irrtum Nr. 3: Ich kann sowieso nichts Gutes aufs Papier bzw. den Monitor bringen.

Kann ich nicht – kann ich doch!
Quelle: Pixabay.com

Hier kommt eine Überzeugung ins Spiel, der oftmals eine lange Leidensgeschichte vorausgeht, beginnend in der Schulzeit, wenn die eigenen Texte wiederholt von Lehrkräften in der Luft zerrissen wurden.

Aber auch gut bewertete Texte können vor dem Hintergrund von empfundener Unzulänglichkeit entstehen, wenn der oder die Verfasserin die Bewertung nicht auf ihre eigene Leistung zurückführt, sondern auf die (positive) Voreingenommenheit der Lehrkraft. So bleibt die Bildung einer wachsenden Schreibkompetenz aus, verbunden mit einer wiederholten Erfahrung von Verunsicherung, weil die erhaltene Bewertung mit der empfundenen Qualität der Leistung weit auseinanderklafft (Münchhausen-Syndrom). Empfehlenswert ist daher der Besuch der Schreibwerkstatt der Universität Stuttgart, wo ihr rund ums wissenschaftliche Schreiben beraten werdet und Hilfestellungen zu euren Fragen erhaltet.

Irrtum Nr. 4: Erst wenn ich alle erdenkliche Literatur zu einem Thema gelesen habe, kann ich mit dem Schreiben beginnen.

Verloren im Bücherdschungel.
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Woche um Woche verstreicht, der gelesene und exzerpierte Bücherberg wird immer größer, aber wenn ihr die Textdatei mit eurer Seminar- oder Abschlussarbeit aufruft, herrscht gähnende Leere in eurem Kopf und auf eurem Monitor.

Natürlich ist eine sorgfältige Literaturrecherche wichtig, bevor ihr mit dem eigentlichen Verfassen beginnt. Aber sorgfältig heißt eben nicht, dass ihr den Anspruch erfüllen müsst, die gesamte Literatur zu einem Thema rezipiert zu haben, sondern nur den Teil, der auf eurer Thema bzw. eure Fragestellung zugeschnitten ist. Dazu müsst ihr meist aktuelle Forschungsliteratur heranziehen und nicht schon bei Adam und Eva beginnen. Hier empfiehlt es sich, sich im Zweifel bei den Dozierenden zu erkundigen.

Irrtum Nr. 5: Nur in der „richtigen“ Stimmung kann ich gut schreiben.

In der perfekten Stimmung zum Schreiben.
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Ihr sitzt stundenlang vor dem Rechner und wartet auf die richtige Eingebung, um mit dem Schreiben beginnen zu können. Oder aber ihr verbringt Stunde um Stunde damit, Unterlagen zu wälzen, Recherche zu tätigen und eure Notizen durchzugehen, um bloß nicht schreiben zu müssen. Was steckt dahinter?

Mit Sicherheit habt ihr vom Konzept des „Flow“ gehört. Falls nicht, hier eine kurze Definition: Beim „Flow“ handelt sich um einen „Zustand höchster Konzentration und völliger Versunkenheit in eine Tätigkeit“. Was ihr in diesem Zustand erlebt, ist von positiven Gefühlen begleitet und macht euch die Tätigkeit sehr angenehm. Die Dinge scheinen wie von selbst zu laufen. Doch darauf zu warten, dass dieser Zustand eintritt, ist wenig hilfreich. Denn um in einen „Flow“ zu kommen, müsst ihr überhaupt erst einmal mit der Tätigkeit beginnen. In unserem Fall bedeutet dies konkret, dass ihr euch ans Schreiben machen müsst – und wenn es zu Beginn nur unsortierte Stichpunkte sind!

Mögliche Ursachen für Schreibblockaden

Nachdem wir nun mit 5 Irrtümern aufgeräumt haben (es gibt natürlich noch sehr viel mehr), wenden wir uns einigen Strategien zu, wie ihr Schreibblockaden – die oftmals mit Denkblockaden einhergehen – verhindern könnt, noch bevor sie auftauchen bzw. sie überwinden, wenn sie bereits aufgetreten sind.

Perfektion lähmt.
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Noch einmal: In den seltensten Fällen haben Schreibblockaden damit zu tun, dass man zu faul dafür ist, den geforderten Text zu verfassen. Stattdessen steht oft der Glaube im Vordergrund, an dieser Aufgabe zu scheitern (Versagensangst) – oder direkt beim ersten Anlauf einen fehlerfreien, treffend formulierten Text aufs Papier bzw. den Monitor bringen zu müssen (Leistungsdruck). Ein weiterer Punkt ist die Suche nach dem vermeintlich perfekten Einstieg in den Text, der den Schreibprozess blockiert. Manchmal fehlt auch einfach ein konkreter Plan bzw. eine Struktur, um den Text schreiben zu können. Und auch negative Vorerfahrungen hemmen den Schreibfluss, statt ihn zu fördern. Höchste Zeit also, diese Blockaden anzugehen!

How to: Schreibblockade(n) überwinden

Planlos – und jetzt?
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Schritt 1: Ursachenforschung betreiben! Findet zunächst heraus, was euch wirklich blockiert – und das ist meistens nicht der noch anstehende Haushalt. Ist eure Fragestellung nicht klar genug abgegrenzt? Wisst ihr nicht, welche Literatur für euer Thema relevant ist? Habt ihr keine Ahnung, welches Thema ihr überhaupt wählen sollt? Handelt es sich um eure erste wissenschaftliche Arbeit und ihr wisst nicht, wie der formale Aufbau aussieht und welche Regeln ihr berücksichtigen müsst? Findet heraus, was euch blockiert und vom Schreiben abhält!

Schritt 2: Ursachen bewältigen! Ihr habt eine erste Ahnung, was euch am Schreiben hindert. Zum Beispiel treffen gleich mehrere Punkte zu: Ihr seid im ersten Semester, habt noch nie eine Seminararbeit geschrieben und das Thema könnt ihr aufgrund mangelnder Erfahrung noch gar nicht selbst eingrenzen, geschweige denn überblicken. Was tun? In diesem Fall vereinbart ihr schleunigst einen Termin mit eurem Dozenten oder eurer Dozentin, um die Arbeit und ihre Fragestellung zu besprechen. Bereitet euch auf das Gespräch am besten mit Notizen vor, damit ihr eure Fragen an Ort und Stelle loswerden könnt und nicht planlos vor euch hinstottert oder Wichtiges zu fragen vergesst.

Keine zündende Idee?
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Schritt 3: Ideen sammeln und Struktur herstellen! Vor dem aktiven Schreiben lohnt es sich, ein paar grobe Ideen zu sammeln. Welche Aspekte beinhaltet das Thema der Arbeit, welche gehen darüber hinaus und sind eher ein Thema für den Schlussteil bzw. Ausblick? Wo werden in der Forschung kontroverse Meinungen vertreten, wo liegen Gemeinsamkeiten vor? Stellt dabei Fragen wie: Worauf zielt mein Text ab? Welche Frage(stellung) soll er beantworten? Was reflektiert er? Wo spricht er neue, bislang unbeachtete Aspekte an? Wo geht er konform mit bestehender Forschung, wo nicht? Handelt es sich um ein Review von Studien?

Anhand solcher und ähnlicher Fragen könnt ihr euch zu Beginn des Schreibprozesses entlanghangeln, um eine erste Struktur in den Text zu bekommen. Sobald ihr diese Fragen beantworten könnt, wird es Zeit für die formale Struktur der Arbeit. Informiert euch über die wissenschaftlichen Standards, denen ihr genügen müsst. Schaut euch Beispiel-/Musterhausarbeiten an, die oftmals von den Lehrstühlen bereitgestellt werden, um euch einen ersten Eindruck davon zu geben, wie eure Arbeit v. a. formal aufgebaut sein soll. Zwischen den einzelnen Studiengängen – und zuweilen auch den einzelnen Dozierenden – bestehen zudem immer wieder Unterschiede hinsichtlich der Zitation, also macht euch vorher schlau, mit welcher Zitation ihr arbeiten müsst.

Zeit zu schreiben – und zwar genau jetzt!
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Schritt 4: Schreiben! Ja, aber … Kein Aber! Die Fragestellung steht, eine sinnvolle Gliederung habt ihr ebenfalls erarbeitet (am besten auch mit dem/der Dozierenden abgesprochen), dann heißt es jetzt: Ran ans Schreiben! Hier dürft ihr nur nicht in die Perfektionsfalle tappen! Was damit gemeint ist, habe ich in den Irrtümern 1 bis 5 ausführlich besprochen.

Der Text, den ihr jetzt schreibt, ist nichts weiter als ein Rohentwurf. Das bedeutet, er darf und soll noch geschliffen, überarbeitet und bei Bedarf auch umstrukturiert werden. Wichtig ist nur, dass ihr überhaupt erst in den Schreibfluss kommt. Flapsige Formulierungen, Stichpunkte statt ausgeschriebener Sätze sind an diesem Punkt noch völlig in Ordnung, solange ihr im Schreibfluss bleibt.

Schritt 5: Ruhen lassen! Auch wenn ihr eine knappe Deadline für die Abgabe habt, empfehle ich euch trotzdem, den fertigen Text einige Tage – im günstigsten Fall sogar einige Wochen – liegen zu lassen. Mit etwas zeitlichem Abstand kommt ihr leeren Worthülsen, unnötigen Wiederholungen und/oder inhaltlichen Fehlern im Allgemeinen viel eher auf die Schliche. Am besten funktioniert die Korrektur meiner Erfahrung nach, wenn ihr den Text ausgedruckt vor euch liegen habt und in die distanzierte Rolle eines bzw. einer Lektorin schlüpft, die sich den Text wohlwollend, aber auch kritisch vornimmt.

Nach Möglichkeit solltet ihr euren Text zusätzlich einem Freund oder einer Freundin geben, die mit dem Inhalt eher wenig anfangen kann. Weshalb? Je unvoreingenommener Lesende sind, desto klarer zeigt sich bei ihrer Lektüre, ob es euch gelungen ist, einen Sachverhalt verständlich darzustellen. Gerade hinter kompliziert verschachtelten und mit Fremdwörtern gespickten Formulierungen verbergen sich oft Unsicherheiten und Angst davor, als ahnungslos enttarnt zu werden. Falls ihr mit solchen Ängsten kämpft, solltet ihr erwägen, das Angebot der Schreibwerkstatt zu nutzen oder einen Termin mit dem Dozenten vereinbaren, um etwaige Unklarheiten oder Unsicherheiten zu beseitigen.

Schritt 6: Gut ist gut genug! Ihr habt euren Text fertiggeschrieben, ihn eine Weile ruhen lassen und ihn anschließend sorgfältig überarbeitet, vielleicht auch Freundinnen oder Freunden zum Lesen gegeben. Bevor ihr also zum hundertsten Mal eure Datei durchgeht und sie akribisch auf Fehler untersucht, stellt euch ehrlich die Frage, ob es nicht langsam genug ist. Auch wenn die Perfektionistinnen und Perfektionisten unter euch aufschreien mögen – gut ist gut genug.

Niemand erwartet von euch, dass eure Arbeit direkt nobelpreisverdächtig ausfällt – in der Regel geht es nur darum zu zeigen, dass ihr solide wissenschaftlich arbeiten könnt, d. h. konkrete Fragestellungen unter der Berücksichtigung wissenschaftlicher Regeln und Praktiken untersuchen könnt. Und dazu gehört es nun einmal, immer wieder zu üben. Jede Arbeit, die ihr verfasst, verschafft euch anhand des Feedbacks der Dozierenden einen ungefähren Eindruck davon, wo ihr gerade in eurer (Schreib-) Entwicklung steht.

Schritt 7: Belohnen! Ja, das gehört tatsächlich dazu. Nach all der getanen Arbeit wollt ihr eine positive Verbindung zum Schreiben aufbauen – also belohnt euch entsprechend! Gerade wenn mehrere Arbeiten anstehen, ist die Motivation, sich gleich wieder an die nächste zu setzen, eher im Keller. Um euch selbst zu überlisten und eine positive Assoziation zum Schreiben aufzubauen, solltet ihr euch auf jeden Fall etwas Gutes tun. Ihr wisst selbst am besten, mit welchen Belohnungen sich eure Motivation hervorlocken lässt.

Zusammengefasst:

  1. Ursachenforschung
  2. Ursachenbewältigung
  3. Ideen sammeln und strukturieren
  4. Rohentwurf herunterschreiben
  5. Ruhen lassen, dann überarbeiten
  6. Gut ist gut genug
  7. Selbstbelohnung

Gutes Gelingen beim Schreiben!

Romy

PS: Ihr habt weitere Ideen, wie man Schreibblockaden loswerden kann? Oder ihr habt eigene Schreibroutinen entwickelt? Lasst uns gerne daran teilhaben!

Quelle: www.duden.de

¿Hablas español? Tu parles français?

¿Hablas español? Tu parles français?

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„Do you speak english?“ -„Yes, ein bisschen“. „Y hablas español tambien? „Waaas?“ Die Globalisierung hat die Welt näher zusammengebracht. Fremdsprachen zu beherrschen sind schon lange kein „nice to have“ mehr.

Englisch ist nicht nur in der Uni, sondern auch im Berufsleben fast schon unabdingbar. Arbeitgeber bevorzugen Absolventinnen und Absolventen, die man „weltweit“ einsetzen kann und die keine Schweißausbrüche bekommen, wenn ein Nicht-Deutscher am Telefon ist. Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten eine Sprache zu lernen – natürlich ist das allerbeste man besucht einen Kurs. Nie wieder hat man solche günstigen Möglichkeiten, wie dies während des Studiums zu tun. Daher gibt’s an der Uni Stuttgart auch ein Sprachenzentrum. Aber man kann auch eigeninitiativ die eigenen sprachlichen Fähigkeiten optimieren.

Nämlich so:

Apps: Es gibt einige kostenlose Apps, die euer Lernen unterstützen können. Duolingo und Babbel gehören zu den bekannten Sprach-Apps. Hier könnt ihr auf spielerische Weise eure Kenntnisse erweitern. Und das Gute daran ist, dass ihr ganz easy unterwegs in der U-Bahn lernen könnt.

Per APP unterwegs lernen. Quelle: Unsplash

Filme: Einen Film in einer neuen Sprache anzuschauen, kann manchmal zu einer Herausforderung werden. Aber da kommen die Untertitel ins Spiel. Mit deren Hilfe habt ihr so ne Art Simultandolmetscher. Durch die Handlung, kriegt man die Sprache en passent vermittelt Dabei könnt ihr euch dran gewöhnen, dass die Muttersprachler schnell sprechen. Wer klein anfangen möchte, kann mit Kinderserien starten.

Selbstgespräche: Ein weiterer Trick ist es, Selbstgespräche zu führen. Klingt skuril, ich weiß.  Aber ihr müsst wissen, wie ihr euch anhört, wenn ihr die neue Sprache sprecht. Es wird euch anfangs sicherlich merkwürdig erscheinen, dass ihr Selbstgespräche führt, aber so wird es die Sprache zu einer Gewohnheit für euch und fühlt sich im echten Austausch mit anderen gleich sicherer.

Tandem Partner: Tandem Partner sind meistens zwei Muttersprachler, die sich gegenseitig ihre Sprache näherbringen. Also etwa ein  Amerikaner und ein Deutscher und der Amerikaner möchte gerne Deutsch lernen und der Deutsche gerne Englisch. Man trifft sich, trinkt Kaffee und unterhält sich: Ein netter Nachmittag, bei dem man nebenbei etwas lernt. Klingt gut, oder? Ist es auch: Erstmal ist der Austausch kostenlos und dann lernt man meistens auf relativ unkomplizierten Weg jemand kennen. So erfährst Du auch viel über die Kultur des jeweils fremden Landes – was ja fast genau so wichtig ist, wie Grammatik und Wortschatz.  Das Schöne: Durch diese Methode habt ihr die Gelegenheit euch gegenseitig zu helfen. Auch an der Universität Stuttgart könnt ihr einen Tandempartner finden.

Bücher: Wer Bücher und Zeitschriften liest, der lernt, welche Sprichwörter oder gängige Ausdrücke es gibt, die nicht alle im Lehrbuch stehen. Zudem übt ihr eure schriftlichen Sprachkenntnisse auf eine andere Art und Weise, als immer nur „langweilig“ durch Grammatik und Vokabeln pauken.

Praktikum: Wenn ihr bereits gute Grundlagen habt und schneller Fortschritte sehen wollt, solltet ihr in das Land reisen und mehrere Monate bleiben. Viele Studierende machen ein Praktikum oder ein Ausslandssemester. Durch diese Möglichkeiten könnt ihr viel intensiver lernen und vor allem mit Einheimischen ins Gespräch kommen.

 

Interview mit Barbara Burr 

Frau Burr leitet das Sprachzentrum der Uni Stuttgart und war so freundlich mir ein paar Fragen zum Thema zu beantworten

Frau Burr

Frau Burr, warum sind andere Sprachen wichtig?

Sprachen sind die Kulturöffner eines anderen Landes. Damit kann man in die Kultur und mit den Menschen eines anderes Landes eintauchen.

Was ist der beste Weg eine neue Sprache zu lernen?

Der allerbeste Weg ist es, ins Land zu gehen. Am besten die Grundlagen hier mit einem Sprachkurs legen und dann damit ins Land gehen. Sprache lernt sich durch Hören, durch Sprechen mit anderen Menschen, aber die Strukturen werden meistens in einem Kurs gelegt.

Ab wann kann man von sich selbst behaupten, dass man eine Sprache gut beherrscht?

Oh, das kommt auf den Redeanlass an. Gehen wir davon aus, Sie wollen mit Freunden einfach einen Kaffee trinken gehen. Und dort ein bisschen über das schöne Leben sprechen, dann können Sie sagen, dass Sie auf den europäischen Sprachniveau B1 beherrschen. Wollen Sie allerdings einen Vortrag halten oder wollen Sie über irgendein Thema tiefer sprechen, verstehen, was der Andere sagt, eventuell sogar schreiben, dann kommen Sie um B2/C1 nicht rum. Wir verlangen beispielsweise von unseren ausländischen Studierenden das C1-Niveau als Studienvorausstzung. Mit C1 können Sie einer Vorlesungen folgen und alles mehr oder weniger wie die Einheimischen. [… ] Es ist ratsam, ins jeweilige Land zu gehen und vorher hier an der Uni einen Kurs zu belegen. Genauso machen es auch die meisten: Viele unserer Kurse sind ausgebucht.

Welche Sprachen sind Ihrer Meinung nach beliebt oder wichtig heutzutage?

Ready? Quelle: Unsplash.

Also ganz beliebt bei unseren Studierenden ist spanisch. Neben englisch und deutsch, ist das die haupt-nachgefragte Sprache. Allgemein hängt es ein bisschen von der Politik ab, was gerade en vogue ist. Momentan ist türkisch beispielsweise gar nicht beliebt. Und vor 3 Jahren war diese Sprache ein Selbstläufer. Als wir Fukushima hatten, war japanisch plötzlich unbeliebt. Inzwischen ist japanisch wieder ein Renner.

Sie sagten, dass die Kurse des Sprachenzentrums sehr beliebt sind. Was kann ein Studierender in einem Kurs erwarten?

Wir versprechen professionelle Lehrende. In den meisten Bereichen lehren bei uns Muttlersprachler mit einer entsprechenden Ausbildung. Muttersprache ist ja kein Beruf (lacht). Wir können versprechen, dass die Studierenden von Anfang an über die Lernziele informiert werden und auch eine große Vielfalt an Themen – besonders im Englischen – geboten bekommen. Also hier wird nicht nur die Grammatik rauf und runter gebüffelt, sondern realistische Themen besprochen, so genanntes content-based Lernen. Als Beispiel haben wir jetzt als Thema „Global Citizen -Die Müllbeseiting“. Indirekt wird so die Sprache gelernt. [… ] Es wird also in erster Linie auf Kommunikationm und Content Wert gelegt. 

Quelle: Unsplash.

Und wie sieht eine typische Bewerbung aus?

Wir haben 4 Anmeldetermine im Jahr. 2 für Kompaktkurse und 2 für die Standard-Uni-Kurse. Die Anmelde-Termin stehen auf unserer Homepage.

Sind die Anmelde-Plätze begrenzt, sodass man sich schnell anmelden sollte?

Man muss sich im Anmelde-Zeitraum anmelden. Es hängt nicht von den Plätzen ab. Und viele unserer Kurse sind Schlüsselqualifikationen. Dort gibt es andere Anmeldeverfahren, aber das wissen die Studierenden. Da können sie auch die Sprachen auswählen.

Und für diese Kurse muss an anwesend sein oder gibt es auch Online-Kurse?

Wir haben wenige reine Online-Kurse. Dafür haben wir recht viele Blended Online-Kurse. Hier wird ein Teil online gemacht und ein Teil in Präsenz gemacht wird. Gerade für chinesisch haben wir da ein gutes Angebot.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

 

Feven

Christmas time in Stuttgart

Christmas time in Stuttgart

Es weihnachtet sehr…meist schon im November.
Bild: markusspiske / photocase.de

Die Tage werden kürzer, die Nachte länger und somit ist es offiziell: Weihnachten steht vor der Tür. Viele sehnen sich nach dem Sommer, aber mal ehrlich: auch der Winter hat seine Vorzüge. Ich zeige euch, was ihr in dieser kalten Jahreszeit in Stuttgart alles machen könnt.

Die Temperaturen sinken von Tag zu Tag. Und die Motivation, seine freie Zeit trotzdem draußen zu verbringen, schwindet ebenfalls dahin. Bevor ich aber in eine Winterdepression verfalle, werd ich lieber aktiv: Nur weil es kalt ist, heißt das noch lange nicht daheim bleiben zu müssen.

Meine Top 10 für den Winter in Stuttgart

1. Eis laufen: Am Schlossplatz eröffnet bereits im November eine kleine Eisbahn – der Wintertraum. Hier können jung und alt mit Blick aufs neue und alte Schloss übers Eis rutschen, natürlich mit Musik.  Karten gibt es für 5 Euro für Studierende. Für ebenfalls 5 Euro kann man sich Schlittschuhe ausleihen. Zusätzlich bietet der Wintertraum heiße Getränke, Bratwurst und Süßigkeiten. Wer schon früher anfangen will oder eine größere Eislaufbahn mag, kann hoch in die Eiswelt nach Degerloch. Hier gibt es 2 große Eisbahnen. Der Eintritt beträgt für Studierende 3,30 Euro. Bekannt ist hier auch die  Eis-Discos, die dreimal die Woche stattfinden. Disco-Vergnügen könnt ihr ab 6 Euro haben.

2. Therme: Gemütlich im warmen Wasser planschen – das klingt doch nach einer guten Idee. In der Umgebung Stuttgart gibt es etwa die Schwabenquellen oder die Mineraltherme Böblingen. Wer es lieber zentraler möchte, kann ins Leuze gehen. Das Leuze ist mit seinen Saunas, Heilquellen und Whirlpool als „Mini-Therme“ Stuttgarts bekannt. Das Mineralwasser ist 30 °C warm und ist gesund. Ihr könnt auch eine Massage buchen oder ganz einfach ohne entspannen. 2h Badespass gibt es ab 8 Euro. Studierende bis 25 Jahre erhalten einen Rabatt.

3. Theater/ Musical: Stuttgart bietet eine Vielzahl verschiedener Theater sowie Musicals. Wieso also nicht, sich im Winter sich von unterhaltsamen Stücken verzaubern lassen? Ob im Theaterhaus Stuttgart, Apollo oder SI-Zentrum – Gerade zu Weihnachtszeit locken viele Theaterstücke und Musicals. Es gibt auch attraktive Vergünstigen für Studis. Hier findet ihr gute Angebote.

Winter in Stuttgart. Quelle: Unsplas

4. Ski und Langlauf: Sofern genügend Schnee liegt, wirds Zeit, die Bretter anzuschnallen. Man muss nicht bis in die Alpen: Rund um Stuttgart kann man erstaunlich gut Langlaufen und es gibt auch einige Pisten. Die Stuttgarter Zeitung hat für beides eine tolle Zusammenstellung gemacht. Hier findest Du die besten Pisten rund um Stuttgart. Und hier die besten Loipen rund um Stuttgart.

5. Museen: Stuttgart halt kulturell eine Menge zu bieten und auch tolle Museen. Daher gehören das Mercedes Benz Museum und das Porsche Museum zu den bekanntesten Musen in Stuttgart. Hier könnt ihr auf Entdeckungsreise gehen und die ganze Geschichte der Automobilindustrie kennen lernen. Wer nicht auf Autos steht, dem empfehle ich die Kunstmuseen wie die Staatsgalerie. Aber alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen: Hier gibt’s einen hilfreichen Überblick über die Museen in Stuttgart.

Im Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart. Sternenhimmel mit Saturn. Bild: die arge lola

6. Planetarium: Ihr mögt Sterne und Planeten? Im Carl-Zeiss Planetarium am Schlossgarten könnt ihr in die Welt des Universums eintauchen. Am Wochenende gibt es immer eine interessante Show, die euch den Sternenhimmel genauer vorstellt. Studierende zahlen 5 Euro.

7. Wilhelma: Ja, auch im Winter kann man in die Wilhelma gehen. Der Vorteil ist, dass es nicht so voll ist, wie im Sommer und dass man sich in den Tropenhäusern binnen Sekunden wieder in den Sommer zurückbeamen kann. Und wer dann doch den Winter pur genießen möchte, der geht einfach zu den Eisbären. Aber aufgepasst: Im Winter ändern sich die Öffnungszeiten und die Wilhelma schließt seit Oktober bereits um 18:30 Uhr. Studierende zahlen 10 Euro. Im Winter gibt es einen Abendtarif ab 16 Uhr für 7 Euro. Weitere Infos hier.

Der Esslinger Mittelaltermarkt & Weihnachtsmarkt hat eine ganz besondere Atmosphäre – vor allem in den Abendstunden, wenn überall die Fackeln angehen.
Bild: Esslinger Stadtmarketing & Tourismus GmbH

8. Weihnachtsmarkt: Dieser Tipp darf natürlich nicht fehlen! Jede Stuttgarterin und jeder Stuttgarter kennt den Weihnachtsmarkt rund um Schloßplatz und Marktplatz. Aber wie wäre es mal mit einem Blick über den Tellerrand? Die Weihnachtsmärkte in Esslingen und Ludwigsburg überzeugen besonderes Freunde des Barocks und des Mittelalters. Am Dienstag vor dem ersten Advent startet Esslingen mit seinem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Gaukler und Feuerschlucker unterhalten die Besucher und Kinder üben sich im Bogenschießen oder Axtwerfen. Der Weihnachtsmarkt in Ludwigsburg verzaubert seine Besucher ab den 23.11 im Barock. 175 liebevoll geschmückte Stände erwarten dort die Besucher mit kunsthandwerklichen Geschenkideen, Lebkuchen, Feuerzangenbowle und allem was dazugehört.

9. Hop-on/Hop-off-Bus- Tour: Wir wohnen vielleicht schon ne Weile in Stuttgart, aber wie genau kennen wir unsere Stadt wirklich? Lust Tourist zu spielen? Wie wäre es dann mit einer Hop-on/Hop-off-Bus-Tour? So lernst Du die Stadt von einer neuen Seite kennen. Und ich garantiere Dir: Einiges, was du bei dieser Tour über den Kopfhörer erfährst, hast Du noch nicht gewusst. Es gibt verschiedene Routen, die Karten kosten ab 15 Euro. Mehr Infos gibt es hier.

10. Live Escape Games: Ihr mögt Rätsel und Abenteuer? Dann ist ein Escape Game genau das Richtige für euch. Bei einem Live Escape Game arbeitet ihr mit eurem Team zusammen und müsst innerhalb eines kurzen Zeitraums bestimmte Aufgaben lösen: Das geht von einen Mörder überführen bis hin zu einen mysteriösen Fall auflösen. Ziel ist, die Mission gemeinsam zu bewältigen. Angeboten wird das beispielsweise von Teamescape oder auch von ExitGames in Stuttgart.

 

Fazit

Die Wintermonate können also auch Spaß machen. Und während wir auf Weihnachten warten, können wir ruhig die ein oder andere Winteraktiviät ausüben. Wer übrigens noch keine Weihnachtsgeschenke hat, kann sich hier Inspiration holen.

Und selbst wenn wir es uns ab und zu Zuhause gemütlich machen, eine heißen Kakao trinken und unsere Lieblingsserie anschauen, ist nichts daran verkehrt, denn dafür ist der Winter schließlich auch da, oder? 🙂

 

Feven

Steuer 1×1 in 5 Minuten

Steuer 1×1 in 5 Minuten

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200 Euro für ein Semesterticket, dann nochmal rund 170 Euro Verwaltungskosten: das Leben eines Studierenden ist nicht gerade billig. Gerade deswegen sollten man auch als Studi kein Geld verschenken und….eine Steuererklärung machen.

Wer in Deutschland arbeitet, muss logischerweise Steuern zahlen. Befreit sind nur Minijobber, die bis zu 450 Euro im Monat verdienen. Aber auch Studentinnen und Studenten müssen Steuern zahlen. Die wenigsten kennen sich mit dem Thema aus. Oder empfinden es als lästige und unnötige Arbeit. Ja, mit Spaß hat so ne Steuererklärung natürlich wenig zu tun. Aber: Es kann es sich lohnen! Hier werden die wichtigsten Grundfragen zum Thema Steuererklärung für Studierende beantwortet.

5 Fragen und Antworten

1. Wer kann einen Antrag stellen?

Für viele ist der Antrag freiwillig, aber für bestimmte Studierende sogar Pflicht:
  • Studierende, die mehrere Jobs haben
  • Studierende, die selbstständig sind
  • Studierende, die den Grundfreibetrag von ca. 8600 Euro übersteigen
Generell lohnt es sich aber für jeden Studierenden einen Antrag zu stellen. Auch für diejenigen, die nicht arbeiten. Warum? Lest weiter….

2. Was ist mit dem Bafög?

Steuererklärung ist schnell gemacht. Copyright: SolisImages/Fotolia

Bafög dient in erster Linie der Finanzierung des Lebensunterhalts und da nicht für die Ausbildung „an sich“ gezahlt wird, ist die Förderung grundsätzlich steuerfrei. Das heißt also, den Betrag musst du nicht in die Steuererklärung eintragen. Wenn du allerdings von einer Stiftung Büchergeld erhältst oder mit Hilfe des Aufstiegs-BAföGs einen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezahlt bekommst, musst du diese Zuschüsse in der Steuererklärung mit deinen Kosten verrechnen. Das gilt für alle Zuschüsse, die du explizit für deine Aus- oder Fortbildungskosten bekommst und nicht zurückzahlen musst.

3. Was bekomme ich zurück?

Wer mehr als 450 Euro verdient, bekommt die Lohnsteuer, die monatlich abgezogen wurde, wieder zurück. Wer keine monatlichen Einnahmen hat, aber im Sommer einen Ferienjob gemacht hat, kann natürlich auch einen Antrag stellen. Wer gar nicht arbeitet, kann trotzdem sein Glück versuchen. Es gibt einiges, das von der Steuer absetzbar ist.

Wer sich noch im Erststudium befindet, kann „Sonderausgaben“ in Höhe bis zu 6000 Euro im Jahr rückerstattet bekommen. Unter Sonderausgaben versteht man alle Kosten, die der privaten Lebensführung zuzurechnen sind (warum auch immer) und nicht als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden können. Hierunter fallen insbesondere Beiträge zu Versicherungen, gezahlte Kirchensteuer und Spenden oder Mitgliedsbeiträge.

Im Zweitstudium – dazu zählt auch der Master – können „Werbungskosten“ geltend gemacht werden. Hier können Studierende einiges Geld zurückerstattet bekommen. Zu den Werbungskosten gehören Ausgaben, die wir für unser Studium aufbringen müssen, beispielsweise:

  • Fahrtkosten
  • Fachliteratur
  • Praktika
  • Weiterbildungen
  • Studiengebühren
  • Auslandssemester
  • Bewerbungsunterlagen
  • Drucken von Abschlussarbeiten   

Wir haben bis zu 7 Jahre rückwirkend Zeit, das Geld zu beantragen.

4. Wie stellt man einen Antrag?

Ein Antrag ist mit dem Ausfüllen von Formularen verbunden. Hier müsst ihr nicht extra zum Finanzamt, weil sie auch online verfügbar sind. Die elektronische Steuererklärung wird ELSTER genannt und wird vom Finanzamt zur Verfügung gestellt. In den Hauptformularen werden persönliche Daten eingetragen. Am wichtigsten sind die Steueridentifikationsnummer und Bank-Daten.Zusätzlich gibt es weitere Formulare, die nach beispielsweise Kapitaleinkünfte fragen. Man kann auch mithilfe eines  Steuerberater professionellen Rat einnehmen. Dieser Rat ist aber nicht gerade günstig (aber man kann auch diesen von der Steuer absetzen). Eine Alternative sind Steuer-Softwares, die gegen Gebühr die unangenehme Arbeit vereinfachen.

Hier gibt’s ein Video zum Thema Steuererklärung für Studis:

 

5. Wann ist der Abgabetermin?

Sonderausgaben können nur einen Jahr nachdem sie entstanden sind, zurück gefordert werden, während Werbungskosten auf 7 Jahre rückwirkend geltend gemacht werden können. Wenn ihr jährlich eine Erklärung abgeben wollt, dann merkt euch den 31. Mai des Folgejahres, denn das ist die Deadline der Abgabe. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Daher solltet ihr so früh wie möglich im Folgejahr eure Steuererklärung abgeben. Dann habt ihr innerhalb ein paar Monaten euer hart erarbeitetes Geld zurück!

Eine Steuererklärung kann mühsam sein. Aber sehe es einfach positiv. Die meisten Studierende bekommen Bafög und müssen vorher auch viele Formulare ausfüllen, bevor sie eine Förderung erhalten. Das gleiche gilt bei den Steuern: Ohne Fleiß, kein Preis.

Feven
Zukunftsgestalter gesucht

Zukunftsgestalter gesucht

Engagierst Du Dich ehrenamtlich neben dem Studium? Keine Zeit? Kann sich lohnen, diese zu investieren, denn man lernt eine Menge und lernt neue Leute kennen. Ich habe Milenko von AIESEC getroffen. Er berichtet warum er sich neben dem Studium in einer internationalen Studentenorganisation engagiert und was AIESEC für Dich tun kann. 

Milo. Quelle: Privat.

Als Studierender hat man die Qual der Wahl, wenn es um Studentenorganiationen geht. Es gibt politische, soziale oder kirchliche Organisationen. AIESEC unterstützt als internationale Organisationen junge Menschen dabei, zu Führungspersönlichkeiten zu werden, und Herausforderungen zu lösen – in Deutschland und in der Welt. Die Abkürzung von AIESEC steht für Association Internationale des Etudiants en Sciences Economiques et Commerciales. Die Abkürzung ist inzwischen zum Eigenamen geworden. In 124 Ländern gibt es rund 50.000 Mitglieder in dieser Organisation. Mithilfe von Meetings und Weiterentwicklungsseminaren werden die Studierende auf ihre neue Verantwortung vorbereitet. An vielen Unis finden regelmäßig lokale AIESEC Komittesitzungen statt. So auch an der Universität Stuttgart.

Milenko Milojevic ist seit Juni 2017 President bei AIESEC in Stuttgart & Hohenheim. Der 23-jährige aus Sindelfingen studiert Wirtschaftspsychologie an der Hochschule für Technik Stuttgart. Er hat sich Zeit genommen, um mir ein paar Fragen zu AIESEC zu beantworten.

Milenko, was genau macht AIESEC?

AIESEC ist die größte, ausschließliche von jungen Leuten geführte Organisation weltweit. Auf den ersten Blick kann man sagen: wir bieten bezahlte und soziale Auslandspraktika für Studierende und junge Leute an. Ganz egal ob bei den ganz großen Playern, bei Start-ups oder bei NGOs. Aber dahinter steckt noch viel mehr. AIESEC ist gleichzeitig das größte Netzwerk für die Führungskräfte von morgen. Unser Ziel ist es, das Führungspotenzial in Studierenden zu wecken. Und das tun wir eben, indem wir beispielsweise Studierende in herausfordernde Umgebungen ins Ausland schicken oder indem wir selbst diese Praktika weltweit organisieren und vermitteln. „Learning by doing“ also.

Kannst Du uns auch verraten wie AIESEC aufgebaut ist?

AIESEC ist ähnlich aufgebaut wie ein global agierendes Unternehmen, besser gesagt wie eine global agierende Non-Profit-Organisation. Neben der globalen Dachorganisation AIESEC International gibt es eine nationale Ebene und die lokale Ebene, also Lokalkomitees wie unseres in Stuttgart. Deutschlandweit gibt es 40 Lokalkomitees, die meist örtlich an größere Universitäten anzutreffen sind. Auf jeder dieser Ebenen gibt es einen gewählten Vorstand, der die Geschäfte leitet.

Wie viele Mitglieder sind bei AIESEC aktiv?

In Stuttgart & Hohenheim sind wir etwa 40 aktive Mitglieder und haben darüber hinaus auch ein starkes Alumni-Netzwerk. Weltweit sind es gemäß unseres Jahresberichts um die 50.000 Mitglieder verteilt auf 1.900 Lokalkomitees.

Ist AIESEC- deutschlandweit & weltweit erfolgreich damit?

Im vergangenen Jahr haben wir, über alle Programme hinweg, weltweit insgesamt 38.000 jungen Leuten eine besondere Auslandserfahrung ermöglichen können. Das sind erneut ein Viertel mehr als im Vorjahr. AIESEC ist derzeit am wachsen. Aber auch intern gibt es viele Veränderungsprozesse: AIESEC möchte agiler werden, offener und zugänglicher. Wir sind in einem Transformationsprozess von einer reinen Studentenorganisation zu einer Jugendorganisation. Das bedeutet, dass sich erstmals auch junge Leute im Alter zwischen 18-30 Jahren bei AIESEC engagieren können oder mit AIESEC ins Ausland gehen können, die nicht an einer Hochschule immatrikuliert sind. Das können nun zum Beispiel auch Auszubildende sein.

Wie kann man als Studierender bei AIESEC aktiv werden? Gibt es bestimmte Voraussetzungen?

Grundsätzlich richtet sich AIESEC an alle jungen Leute im Alter von 18-30 Jahren. Allerdings ist es erforderlich sich vorher bei uns zu bewerben. Dieses Jahr im Frühjahr haben wir den Bewerbungsprozess komplett überarbeitet. Erstmals wird es möglich sein sich auf konkrete Stellen bzw. Positionen bei AIESEC in Stuttgart & Hohenheim zu bewerben. Über unser Portal www.aiesec.rocks finden sich von nun an alle offenen Positionen. Die Mitarbeit bei AIESEC ist natürlich ehrenamtlich, aber im Gegensatz zu vielen anderen Organisationen erheben wir keinen Mitgliedsbeitrag.

Welche Möglichkeiten hat ein Studierender bei euch ehrenamtlich aktiv zu sein? Und wie zeitintensiv ist eine Mitarbeit?

Copyright: contrastwerkstatt/Fotolia

Innerhalb von AIESEC übernimmt jedes Mitglied eine bestimmte Rolle innerhalb eines Teams und hat somit seinen ganz eigenen Verantwortungsbereich. Zum Beispiel als Digital Marketing Manager im Marketing Team. Ziel ist, dadurch wertvolle praktische Erfahrung zu sammeln und gleichzeitig die Arbeit einer großen Organisation neben dem Studium kennen zu lernen. Wir erwarten allerdings auch, dass Mitglieder sich aktiv einbringen. Im Durchschnitt fallen so etwa 8 Stunden pro Woche an. Natürlich ist während der Prüfungsphase nicht so viel los wie zu anderen Zeiten. Das fordert einen manchmal, aber es ist wie immer: Man lernt dann etwas daraus, wenn man auch Zeit darin investiert.

Wie lange bist du schon bei AIESEC dabei? Und wie bist du dazu gekommen?

Ich selbst kam im Dezember 2015 zu AIESEC, also nun etwas länger als ein Jahr. Damals war ich auf der Suche nach einem neuen Ehrenamt und einer neuen Herausforderung. Ich war vorher viel in meiner Heimatstadt Sindelfingen aktiv, aber es war einfach Zeit für Neues, etwas was ich mit anderen Studierenden gemeinsam tun kann und das inhaltliche näher am Studium dran ist. Durch Zufall habe ich in der Uni und auf sozialen Medien von AIESEC gehört. Einer meiner ehemaligen Arbeitskollegen hatte AIESEC auf auch auf seinem LinkedIn Profil angegeben. Heute arbeitet er für einen bekannten internationalen „Smartphone-Hersteller“ in London. Das hat mich dazu bewegt, mich auch zu bewerben.

Wie kann man mit euch ins Ausland gehen? Kannst du Beispiele nennen?

Wir bieten drei Auslandsprogramme an, die sich vor allem in der Dauer und der Art des Praktikums unterscheiden. Global Volunteer ist unser Programm für soziale Projekte mit einem Zeitraum von 6-8 Wochen. Hier könnte man beispielsweise 6 Wochen lang in Brasilien Marketing für eine NGO machen oder Kinder in Südafrika unterrichten. Mit Global Entrepreneur kann man ein Praktikum bei einem Start-up im Ausland absolvieren, was super cool für alle ist, die Unternehmergeist in sich tragen. Und zu guter Letzt ist da noch Global Talent, unser ältestes Programm. Hierbei handelt es sich um klassische, bezahlte Praktika bei Unternehmen oder Konzernen verschiedenster Größen.

Wie verläuft der Prozess, wenn man bei euch ein Auslandspraktikum machen will?

Das ist eigentlich ganz einfach. Man registriert sich völlig unverbindlich auf unserer Homepage aiesec.de und wir melden uns anschließend. Dann geht’s auf die Praktikumssuche bzw. Projektsuche auf unserem Stellenportal, dem so genannten AIESEC Opportunities Portal. Verbindlich wird das Ganze erst sobald man sich für eine konkrete Stelle entschieden hat und die Zusage des jeweiligen Unternehmens oder der jeweiligen Organisation im Ausland hat.

Wie hoch sind die Kosten durch AIESEC eine Auslandserfahrung zu machen?

AIESEC.

Das hängt vom jeweiligen Programm ab. Die Kosten, die entstehen, dienen allerdings lediglich zur Deckung der administrativen Kosten und beispielsweise für ein Vorbereitungs- und Nachbereitungsseminar. Bei Global Volunteer und Global Entrepreneur ist sogar häufig eine Unterbringung bei einer Gastfamilie inklusive. Im Vergleich zu anderen Organisationen sind die Kosten bei uns verschwindend gering. Zusätzlich können Studierende, abhängig vom jeweiligen Einzelfall, auch eine Förderung über den DAAD oder Erasmus+ beantragen. Bei Global Volunteer und Global Entrepreneur betragen die Kosten 400 Euro und für Global Talent 500 Euro.

Wie unterscheidet ihr euch von anderen Studentenorganisationen?

Heute hört man viel über das Thema „value-based“ oder „purpose-based“ Leadership, also Führung durch Sinngebung. Vergleicht man AIESEC mit anderen studentischen Organisationen, sind die meisten Studierendenorganisationen großartig, wenn du gerade an der Uni angekommen bist und Freunde finden willst, Leute von anderen Studiengängen kennen lernen und einfach nur Spaß und eine tolle Zeit haben willst. Das bietet AIESEC auch. Nach einigen Semestern kann das allerdings langweilig werden. Hier ist, wo sich AIESEC unterscheidet: AIESEC ist fordert einen, ist gelegentlich auch anspruchsvoll, man wird professioneller in seinem Denken und Handeln und lernt über sein eigenes Leben und die Uni hinauszudenken, nämlich über die Welt und ihre aktuellen Herausforderungen und seine eigene Rolle in der Gesellschaft. Bei AIESEC lernt man nicht nur selbst viel, sondern ermöglicht auch Anderen durch Ihren Auslandsaufenthalt sich zu entwickeln, arbeitet daran die Welt ein Stück weit offener zu machen und engagiert sich gleichzeitig auch sozial. Unsere sozialen Praktika beispielsweise spielen in vielen Ländern eine wichtige Rolle zur Verbesserung der Situation und Infrastruktur in diesen Ländern. Mit AIESEC kannst du dich zusammen mit deinem Studium zu der Person entwickeln, die du werden willst.

Vielen Dank für deine Zeit, Milenko!

Grundsätzlich solltet ihr euch aber nicht nur an Studentenorganisationen beteiligen, um euren Lebenslauf aufzupolieren. Soziales Engagement wird bei Unternehmen zwar hoch angesehen und es macht auch Spaß mit anderen Studierenden Partys zu feiern, aber schließlich geht es immer noch um die ehrenamtliche Arbeit. Falls ihr Interesse habt oder einfach mal mehr Informationen wollt, findet ihr auf der Homepage von AIESEC alle wichtigen Informationen. Für die Uni Stuttgart & Hohenheim könnt ihr auch persönlich an die Uni Stuttgart an die Keplerstraße 17 (K2) im Raum 2.030 vorstellen.

 

Feven