Dos & Don’ts im Vorstellungsgespräch

Dos & Don’ts im Vorstellungsgespräch

Im Bewerbungsgespräch: Nicht nur Fähigkeiten anpreisen, sondern auch Fragen stellen!
Quellenangabe: sol-b / photocase.de

Ob für ein Praktikum, einen Nebenjob oder für den Berufseinstieg: Vorstellungsgespräche gehören schon fast zum Alltag von Studierenden. Aber was gibt es zu beachten und was ist ein totales No-Go? 

Das nervöse Warten vor der Tür, bis man endlich hineingebeten wird. Wer kennt das nicht? Viele Studierende haben schon einige Vorstellungsgespräche hinter sich und sind quasi Profis, während andere kaum Erfahrungen haben. Dieser Artikel soll euch helfen, in punkto Bewerbungsgespräche selbstbewusster zu werden!

Do´s

  1. Info über die Stelle und das Unternehmen: Das A und O einer perfekten Vorbereitung ist natürlich sich vorher über das Unternehmen schlau zu machen. Am einfachsten geht das – natürlich – im Internet. Was sind die aktuellsten Projekte und Ziele? Ihr solltet natürlich auch bestens wissen, welche Aufgaben für eure zuküftige Stelle ausgeschrieben sind, weil euch auch Fragen dazu gestellt werden.
  2. Eigenen Lebenslauf kennen: Ein toller Lebenslauf soll nicht nur auf dem Papier gut aussehen. Während eines Vorstellungsgespräch wird man oft nach seinem Werdegang gefragt, daher solltet ihr ihn lückenlos kennen, um gegebenfalls Nachfragen beantworten zu können oder eine besondere Stelle bzw. Lücke im Lebenslauf erklären zu können!
  3. Wichtigste Fragen vorher einmal durchgehen: Jeder kennt sie, die typischen Fragen, die zu jedem Gespräch gestellt werden, wie beispielsweise „Was sind ihre Stärken und was Ihre Schwächen“ oder „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ Damit ihr nicht ins Stocken kommt, rate ich euch, sich über die wichtigsten Fragen im vorab Gedanken zu machen, damit kein peinliches Schweigen entsteht.
  4. Kleidung machen Leute: Kleidung machen Leute – Die Kleidung ist logischerweise, je nach Fachgebiet anzupassen, da jedes Unternehmen einen anderen Dresscode hat. Aber dennoch ist die Variante lieber etwas zu schick, als leger, immer noch am besten. Daran erkennt man, dass ihr es ernst nimmt und euch ein guter erster Eindruck wichtig ist.
  5. Selbstbewusstes Auftreten: Ein selbstbewusstes Auftreten ist genau so wichtig wie die richtige Körpersprache. Achtet auf eine aufrechte Körperhaltung und vermeidet ein zu arrogantes und selbstsicheres Auftreten.
  6. Pünktlichkeit: Extreme Pünktlichkeit wird uns Deutschen im Ausland nachgesagt. Da wollt ihr sicherlich nicht die Ersten sein, die die Tradition brechen. Wenn ihr nicht genau wisst, wo die Adresse ist, am besten schon vor dem Gespräch hinfahren, um die Fahrtzeit einzuschätzen, sodass ihr euch am Tag X nicht verlauft. Wenn ihr abgehetzt zu dem Termin erscheint, dann macht das nicht nur einen schlechten Eindruck sondern erhöht euer eigenes Stresslevel unnötig.

    Hier zählen weniger Noten, sondern persönliches Auftreten: Im Vorstellungsgespräch Bild: zettberlin / photocase.de

  7. Blickkontakt: Ist enorm wichtig. Wenn ihr eurem Gegenüber besonders symbolisieren wollt, dass ihr aufrichtig zuhört, dann sucht häufig den Blickkontakt eures Gesprächspartners. Sind es mehrere Gesprächspartner, so versuche am besten alle nacheinander anzuschauen.
  8. Lächeln und Zuhören: Ein Lächeln macht euch nicht nur sympathischer, sondern lockert auch sofort die Situation auf. Besonderes am Anfang eines Gesprächs.
  9. Eigene Fragen stellen: Überlegt euch schon vorher, welche Fragen am Ende des Gesprächs gestellt werden können. Etwas, dass ihr über die Stelle, über den Arbeitsplatz, die Arbeit im Team, Fortbildungsmöglichkeiten usw. wissen möchtet. Sobald eigene Fragen gestellt werden, zeigt ihr Initiative und das macht euer Interesse deutlich.
  10. Höflichkeit: Wenn euch ein Getränk angeboten wird, ruhig annehmen, das wirkt immer höflich. Wasser schadet zudem nie und falls ihr eure Nervösität verspührt, könnt ihr einen Schluck trinken und könnt wieder voll durchstarten.

 Dont`s

  1. Nicht zu früh kommen: Dass Pünklichkeit wichtig ist, hab ich schon erwähnt. Aber es ist auch nicht gut, wenn ihr viel zu früh kommt, weil sich euer Interviewpartner unter Druck gesetzt fühlen kann und noch nicht ganz vorbereitet ist. Der Start in ein solches Gespräch ist dann von einer negativen Stimmung umrahmt – was es zu vermeiden gilt.
  2. Körpersprache: Arme verschränken, wildes Gestikulieren oder ständiges hin-und herschauen, diese Körperhaltungen werden meistens negativ aufgenommen. Ihr zeigt damit, dass ihr unsicher seid und euch unwohl fühlt und ihr wollt eurem Gegenüber natürlich vom Gegenteil überzeugen.

    Bitte kein Taschenbillard!
    Foto: rebealk / photocase.de

  3. Keine zu langen Sätze: Langatmiges „Gerede“ ohne Punkt und Komma sind nicht vorteilhaft. Wichtig ist es, dass was ihr sagen wollt auf den Punkt zu bringen. Im Vorstellungsgespräch ist man meist nervös und neigt dazu unüberlegt vor sich hin zu erzählen. Denkt daran, möglichst kurze Sätze zu machen und ganz wichtig: Weiteratmen 🙂
  4. Innere Unruhe: Nervosität in einer Vorstellungsgesprächs-Situation ist vollkommen menschlich – schließlich handelt es sich um eine Art Prüfungssituation. Aber sie ist auch hinderlich, weil sie einem das Hirn „vernebelt“. Eine besonders effektive Methode, um Nervosität im Vorstellungsgespräch zu überwinden, ist eine Änderung der Einstellung. Setz Dich nicht selbst unter Druck und lass Dich auch von den Erwartungen anderer nicht verrückt machen. Akzeptiere stattdessen, dass es eine Chance ist, es auf der anderen Seite aber eben auch nicht klappen kann.
  5. Unterhaltung: Ihr solltet euren Interviewpartner auf jeden Fall nicht unterbrechen, denn das ist nicht nur unhöflich, sondern auch unbedacht. Ihr sollet lieber hohe Aufmerksamkeit zeigen, indem ihr zeigt, dass ihr gut zuhören könnt und auf die Fragen rechtzeitig eingehen könnt.
  6. Lügen: Ohne Ehrlichkeit kommt ihr nicht weit. In einen intensiven Gespräch lernt euer Gegenüber euch besser kennen. Er macht sich ein Bild zu eurer vorherigen schriftlichen Bewerbung. Daher hinterlasst einen guten Eindruck, indem ihr keine Märchen erzählt und nur bei der Wahrheit bleibt, denn meistens sind die Personaler gute Menschenkenner und erkennen eine Lüge.
Ihr seht also, Vorstellungsgespräche zu führen ist etwas, dass man üben muss. Daher könnt ihr jedes Job-Interview (auch wenn ihr die erhoffte Stelle dann nicht bekommen solltet) als sinnvolle Trainingsmassnahme ansehen. Hinterher solltet ihr dann auch einen kritischen Check machen: Was hab ich gut gemacht? Wo muss ich beim nächsten Bewerbungsgespräch besser vorbereitet sein? Keines dieser Gespräche verläuft gleich, aber mit ein bisschen Routine wird es in jedem Fall leichter.
In diesem Sinne, viel Erfolg!
Feven
Möglichkeiten bei der Wohnungssuche

Möglichkeiten bei der Wohnungssuche

Wo versteckt sich die Traumwohnung auf dem chaotischen Wohnungsmarkt in Stuttgart?

Wo versteckt sich die persönliche Traumwohnung auf dem chaotischen Wohnungsmarkt in Stuttgart?

Das gute alte Problem, der Wohnungsmarkt ist voll, teuer, schnelllebig und sicherlich nicht immer fair. Vor allem in Stuttgart. Man muss sich engagieren und offen und flexibel sein und am Ende vielleicht zurückstecken. Und es gehört definitiv auch eine Portion Glück dazu. Die Grundsätze kann sich jeder denken: dranbleiben, es einfach und immer wieder versuchen und möglichst viele Kanäle nutzen. Deshalb soll dies auch keine Anleitung werden, mit der man auf jeden Fall eine Wohnung findet. Dass es diese nicht gibt, ist euch selber klar. Aber ich will versuchen ein paar Tipps zu geben, die ich aus eigener Erfahrung kenne oder bei anderen aufgeschnappt habe, um zumindest möglichst viele Ideen und Varianten zu liefern.

Grundsätzliche Möglichkeiten

Im Hinterkopf träumen sicherlich viele von ihrer Wunschwohnung. Vielleicht soll es die 2-Zimmer-Maisonette-Wohnung schlechthin werden oder eine passend geschnittene 4-Zimmer-Wohnung, um seine Traum-WG zu gründen. Bezahlbar soll sie auch sein und nah an öffentlichen Verkehrsmitteln. So ging es mir zumindest. Aber je eingegrenzter man ist, desto schwieriger ist es natürlich, das war mir auch klar. Aber was soll man denn dann machen, um zu bekommen was man will? Schließlich gibt es diese Wohnungen und irgendjemand bekommt sie auch.

  • Dranbleiben, weiterträumen, suchen!
    Nur weil es nicht ganz so wahrscheinlich ist, heißt es nicht, dass man seine Traumwohnung nicht bekommen kann. Und ganz ehrlich, träumen macht Spaß, warum nicht einfach versuchen.
  • Trotzdem den Horizont erweitern.
    Es schadet natürlich nicht auch Vermieter/Vermieterinnen anzuschreiben, die Wohnungen in einem weniger „coolen“ Wohnort anbieten, oder deren Wohnungen einen unkonventionellen Grundriss haben usw., nur um sicherzugehen, falls es mit der Traumwohnung doch nichts wird. Und letztendlich kann man sich jeden Wohnort schön einrichten.
  • Offen und kreativ sein.
    Ich wollte mehr Mitbewohner haben als nur 2 oder 3, es gibt aber kaum richtig große Wohnungen und wenn, dann definitiv nicht zu studierendenfreundlichen Preisen. Stattdessen haben wir uns einfach auf die Suche nach einem Haus gemacht. Das findet man zwar eher in den Vororten als direkt in der Stadt, aber es ist tatsächlich problemlos möglich ein ganzes Haus zu mieten. Man braucht natürlich schon eine gewisse Anzahl an Leuten, um es bezahlen zu können und muss sich dann auch um Verschiedenes kümmern, z. B. den Garten, aber ich finde das ist es definitiv wert. Und es ist eine weitere Möglichkeit.
  • Schwarze Bretter, Intranets, Pinnwände, Mund-zu-Mund-Propaganda…
    Einfach die Augen offen halten, alles worauf man irgendwie Zugriff hat ist immer eine gute Möglichkeit und meist weniger überlaufen als die klassischen Online-Portale. Und viele Leute versuchen es doch lieber erst mal auf die klassische Art und Weise.

Wohnungssuche online

Von den üblichen Webseiten hat wahrscheinlich jeder schon mal gehört oder sie genutzt. Dazu gehören natürlich http://www.immowelt.de und http://www.immobilienscout24.de. Ein Tipp dazu ist: legt euch ein Profil an, das wirkt wirklich gleich viel vertrauenserweckender.

Für die direkte WG-Suche gibt es die z. B. die Seite www.wg-gesucht.de, sowie diverse weitere, hier bietet es sich an einfach mal zu googeln. Hier habe ich aber leider schon oft von zahllosen Fehlversuchen gehört und dass Leute ihr Angebot nach 3 Stunden wieder entfernen müssen, weil sie so viele Anfragen bekommen.

Mehrere Möglichkeiten gibt es auch auf Facebook, in Gruppen wie „WG Zimmer frei in Stuttgart“ oder ähnlichem.

Das alles ist toll für WG-Gründungen und bei Vermietern, die Online-Angebote nutzen. Aber das nette ältere Ehepaar von nebenan mit der hübschen 1-Zimmer-Wohnung erreicht man dadurch leider eher selten. Da lohnt es sich auf traditionellere Kanäle zurückzugreifen und z. B. mal in der Zeitung zu suchen.

Wohnungssuche in der Zeitung

Klassisch kann man sich hier diverse Regionalzeitungen kaufen und die Immobilienseite studieren, dabei finden sich bestimmt einige vielversprechende Angebote. Wahre Wunder soll es anscheinend wirken, wenn man selbst eine Anzeige schaltet. Das kostet natürlich ein bisschen was, aber wenn es stimmt, dann kann sich das sicherlich lohnen. Ich finde es klingt schlüssig, dass sich dort gegebenenfalls Leute melden, die zwar etwas zu vermieten haben, aber von sich aus keine Anzeige aufgegeben hätten.

Von der Stuttgarter Zeitung gibt es außerdem ein nettes Angebot, wo man sich die Anzeigen aus der Zeitung auch online anschauen kann, unter http://immobilien.stuttgarter-zeitung.de/mieten/wohnung/stuttgart. Ich weiß nicht, wie gut die Einträge tatsächlich gepflegt werden, aber ich fand es sehr angenehm mir nicht diverse Zeitungen nur wegen den Immobilienanzeigen zu kaufen.

Wohnungssuche über Kontakte

Ein Freund hat z. B. zufällig seinen Vermieter in der S-Bahn getroffen. Sie sind ins Gespräch gekommen, haben sich zur Wohnungsbesichtigung verabredet und kurze Zeit später konnte er mit 2 Freunden dort einziehen. Dies ist sicherlich nicht die Regel, aber es ist eine weitere Möglichkeit.

So oder so kann es nicht schaden seine Bekannten nach aktuellen Angeboten zu löchern. Es ist bestimmt auch ein Pluspunkt für einige Vermieter, wenn sie ihre Immobilie an einen entfernten Bekannten vermitteln können statt jemand ganz Fremden.

Wenn es akut ist?

Das ist natürlich ein schwieriges Thema. Ich hatte bei meiner Wohnungssuche jede Menge Zeit, weil ich den Platz im Wohnheim noch eine ganze Weile sicher hatte. Aber was machen, wenn es zeitlich wirklich eng wird?

Wenn ihr flexibel seid, ist Untermiete sicherlich eine gute Möglichkeit. Entweder in einer bestehenden WG oder in einem der Wohnheime. Das setzt allerdings voraus, dass man nicht unglaublich viel Zeug mitbringt, was man dann dauernd kompliziert hin- und herräumen muss. Ist aber im Notfall auch machbar.

Wohnheime sollte man auch definitiv anschreiben, da kann es immer sein, dass spontan ein Zimmer frei wird. Insbesondere neben den Stoßzeiten hat man dort wirklich ganz gute Chancen. Ist natürlich nicht etwas für jeden, erweitert aber die Liste der, vor allem bezahlbaren, Möglichkeiten.

Auftreten 

Hat man es geschafft und einen Besichtigungstermin ergattert, fühlt sich das in den heutigen Wohnungsmarktzeiten fast schon ähnlich aufregend an wie die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Ich denke es braucht hier für das Treffen einfach ein ganz natürliches Auftreten. Man sollte sich meiner Meinung nach nicht verstellen, aber man kann ja eher eine sympathische Seite von sich in den Vordergrund stellen. Und falls Vermieter schlichtweg keine Studierenden haben wollen, hat man sowieso kaum eine Chance.

Sobald man die Schlüssel in der Hand hat, hat man es wirklich geschafft und darf erleichtert sein und sich über die neue Wohnung freuen

Sobald man die Schlüssel in der Hand hat, hat man es wirklich geschafft und darf erleichtert sein und sich über die neue Wohnung freuen

Auf junge Pärchen sollen Vermieter leider auch nicht so gut zu sprechen sein. Meiner Meinung nach auch durchaus verständlich, da immer die Gefahr besteht, dass man sich trennt und schnell wieder aus Wohnung raus will. Auch wenn das eigentlich nicht unbedingt vom Alter abhängig ist. Wenn man es überzeugend rüberbringen kann, ist es stellenweise bestimmt sinnvoll, sich stattdessen als „normale“ WG auszugeben. Ansonsten sind Vermieter aber auch nur Menschen, und lassen sich gelegentlich bestimmt auch durch ein bisschen Harmonie überzeugen.

Auf jeden Fall wünsche ich euch viel Glück und alles Gute bei der Wohnungssuche!

Lena

Auswählen lassen

Auswählen lassen

Für alle Studierenden, die sich dieses Jahr durch den Vorschlag des Prüfungsamtes oder über einen anderen Weg für die Bewerbung an die Studienstiftung des deutschen Volkes qualifiziert haben, steht in diesem Winter oder im kommenden Frühjahr die Teilnahme an einem Auswahlseminar an. Was euch erwartet und wie ihr euch am besten vorbereitet, könnt ihr auf der Homepage der Studienstiftung einsehen. Tipps von Stipendiaten und Stipendiatinnen gab es bei dem, am 25. Oktober erstmalig stattfindenden, universitätseigenen Informationsabend zum Auswahlverfahren.

Schreiben

Wer gute Noten schreibt, kann sich das Lernen fördern lassen.

Noch einmal zur Erinnerung: Das Seminar dauert in der Regel zwei Tage, während denen ihr inhaltlich zwei Einzelgespräche mit unterschiedlichen Juroren führt, ein kurzes Referat für eine kleine Gruppe von anderen Bewerbern haltet, eine sich anschließende Diskussion leitet und an den anderen Diskussionsrunden eurer Gruppe teilnehmt. Die Juroren bewerten euch jeweils mit Punkten, die zusammen addiert eine Summe ergeben, die über eure Aufnahme in die Studienstiftung entscheidet. Ist das Ergebnis nicht eindeutig, diskutieren die Juroren untereinander darüber, ob sie euch in die Studienstiftung aufnehmen. Eine Quote, die die Anzahl der Studierenden begrenzt, denen ein Stipendium ermöglicht werden darf, existiert ebenso wenig wie Feedback an die Bewerber, welches über eine schriftliche Zu- oder Absage hinausgeht.

Die Teilnahme am Seminar ist schon wegen den interessanten Begegnungen mit anderen Studierenden empfehlenswert

Schade, denn eine Rückmeldung wäre persönlich hilfreich. Die Stipendiaten und Stipendiatinnen empfehlen trotzdem uneingeschränkt, am Seminar teilzunehmen. Allein die Bekanntschaft mit den vielen interessanten Studierenden, rechtfertige die Investition an Zeit und Geld. Außerdem sei neben der finanziellen, auch die ideelle Förderung, zu der unter anderem die Möglichkeit an der Teilnahme von Arbeitskreisen zählt, nicht an Wert zu unterschätzen.

Die konkreten Tipps der Referierenden am Veranstaltungsabend habe ich im Folgenden, für einen besseren Überblick, in Form einer Aufzählung, zusammengefasst:

Erstens: Wählt ein Thema für euer Referat, zu dem jeder Studierende, gleich welcher Fachrichtung, eine Meinung ausdrücken kann. Hierzu bieten sich beispielsweise ethische Fragestellungen an.

Zweitens: Benutzt beim Vortragen des Referates und der anschließenden Diskussion eine Uhr, um eure Zeit bestmöglich einteilen zu können.

Drittens: Ermöglicht eurer Gruppe als Diskussionsleiter einen ausgeglichenen Meinungsaustausch: Mäßigt, wer andere unterbricht und fordert stille Teilnehmer auf, ihre Meinung zu äußern.

Viertens: Stimmt als Diskussionsteilnehmer den anderen nicht nur zu, sondern hinterfragt auch kritisch. Schlagt aber nichts Unüberlegtes vor.

Fünftens: Profiliert euch nicht auf Kosten anderer, indem ihr sie nicht zu Wort kommen lasst.

Sechstens: Seid weltoffen, selbstbewusst und begründet eure Aussagen nachvollziehbar.

Siebtens: Seid authentisch.

Wer die Juroren überzeugen will, muss sich gut präsentieren

Menschen

Der Austausch mit den anderen Studierenden lohnt sich.

Auf das Dilemma, das sich für Studierende ergibt, die nicht weltoffen oder selbstbewusst sind, andererseits aber auch den siebten Tipp beherzigen wollen, wurde nicht näher eingegangen. Das führt leicht zu einem Eindruck, der ziemlich treffend durch die folgende Frage eines Teilnehmers ausformuliert werden kann: „Geht es eigentlich auch um die Inhalte oder nur darum, wie man sich präsentiert?“

Natürlich kann eine Gemeinschaft, die den Dialog zwischen ihren Mitgliedern offenhalten will, schlecht nach Meinung selektieren und es wäre sicherlich verkehrt, würden nur Studierende gefördert, die eine gewisse Haltung zu speziellen Themen einnehmen. Für euch als Bewerber und Bewerberinnen ist diese Information deshalb sehr wichtig: Wer die Juroren davon überzeugen will, gefördert zu werden, muss sich gut präsentieren. Den einen mag das leichter fallen als anderen, aber wer schon Zeit und Geld investiert, sollte sich definitiv auch in dieser Hinsicht auf das Auswahlverfahren vorbereiten.

Die Geheimsprache im Arbeitszeugnis

Die Geheimsprache im Arbeitszeugnis

Eine Zeugnisnote ist jedenfalls eindeutiger.    Bild: zettberlin / photocase.de

Eine Zeugnisnote ist jedenfalls eindeutiger.
Bild: zettberlin / photocase.de

Im Laufe des Studiums absolvieren die meisten Studierenden Praktika oder Nebenjobs. Außer persönlicher und beruflicher Erfahrung ist am Ende insbesondere das Arbeitszeugnis relevant. Hier wird unter anderem der Aufgabenbereich dargestellt sowie die Leistung und das Auftreten der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers beurteilt. Dabei geben die Arbeitszeugnisse Rätsel auf: Auf den ersten Blick liest sich das Ganze meist gut. Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die wahre Bedeutung vieler Begriffe oft weniger positiv ist. Um insbesondere bei Berufsanfängerinnen und -anfängern Klarheit zu schaffen, erkläre ich, was hinter den gebräuchlichsten Formulierungen im Arbeitszeugnis steckt.

 

Bewerbungen um eine neue Arbeitsstelle enthalten üblicherweise qualifizierte Arbeitszeugnisse als Nachweis für geleistete Tätigkeiten. Diese beinhalten zunächst Angaben über Arbeiternehmerin oder Arbeitnehmer, den Beschäftigungszeitraum und Arbeitgeberin oder Arbeitgeber. Anschließend folgt die Aufgabenbeschreibung, also die Art der Beschäftigung und Berufsbezeichnung sowie Tätigkeit, Position, Kompetenzen und Verantwortungsbereich der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers. Der dritte Teil des Arbeitszeugnisses bildet die Leistungsbeurteilung, welche unter anderem Auskunft über Motivation, Leistungsbereitschaft, Flexibilität, Fachwissen, Arbeitsweise und Arbeitserfolg gibt. Weiterer Bestandteil ist eine Verhaltensbeurteilung in der Angaben zu Sozialverhalten und persönlichen Eigenschaften im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis gemacht werden. Das Zeugnis wird häufig mit Dankes-Formulierungen und Zukunftswünschen abgeschlossen.

Was steht wirklich drin?

Die wahre Botschaft hinter den Begriffen im Arbeitszeugnis erschließt sich ungeübten Leserinnen und Lesern meist nicht sofort. Im folgenden Überblick werden deshalb einige positiv- und Negativformulierungen erläutert.

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Sehr gut: stets zur vollsten Zufriedenheit; stets sehr gut; volle Anerkennung; Erwartungen auf allerbeste Weise erfüllt

Gut: stets zur vollen Zufriedenheit; voll und ganz zufrieden stellend; Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen

Durchschnittlich: zur vollen Zufriedenheit; Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen

Ausreichend: zur Zufriedenheit; hat unseren Erwartungen entsprochen

Mangelhaft: im Großen und Ganzen; insgesamt zufrieden stellende Leistungen; Erwartungen größtenteils erfüllt

Ungenügend: hat sich bemüht; Verhalten gab kein Anlass zur Beanstandung; zeigte Verständnis und Interesse für Arbeit; setzte sich im Rahmen ihrer/seiner Möglichkeiten ein

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Versteckte Kritik 

Außerdem können inhaltliche Schwerpunkte Aufschluss über die eigentlichen Aussagen im Arbeitszeugnis geben. Ein möglicher Hinweis auf eher mittelmäßige Leistung ist eine sehr ausführliche Beschreibung der Tätigkeit, wobei die Beurteilung der Leistung gleichzeitig äußert knapp ausfällt. Ebenso wirft es kein allzu positives Licht auf die Zeugnisempfängerin oder den Zeugnisempfänger, wenn Selbstverständlichkeiten wie Ehrlichkeit oder Pünktlichkeit stark betont werden. Es sei denn, die Eigenschaften sind für das Berufsbild typisch, wie etwa Ehrlichkeit für eine Kassiererin oder einen Kassier. Als eher negative Bewertung kann in diesem Zusammenhang das Fehlen von berufstypischen Merkmalen oder Informationen verstanden werden.

Wird beispielswiese bei Ingenieurinnen und Ingenieuren nicht auf herausragendes technisches Verständnis hingewiesen. Weiterhin können räumliche oder zeitliche Beschränkungen auf eher geringe Leistungen hinweisen. Wird etwa nur die erfolgreiche Realisierung eines bestimmten Projekts zu einem bestimmten Zeitpunkt gelobt, kann dies darauf hindeuten, dass die übrige Zeit eher wenig geleistet wurde.

 

Dein Weg ins Berufsleben

Dein Weg ins Berufsleben

Mehr als „Alles Gute für die Zukunft“

Anspielungen auf eine insgesamt eher mangelhafte Leistung der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers können auch im Schlussteil von Arbeitszeugnissen auftauchen. So deutet die Formulierung „hat das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlasen“ ohne weitere Erläuterungen auf eine eher negative Beurteilung hin. Auf durchschnittliche Leistung ist zu schließen, wenn anschließend Bedauern über das Ausscheiden sowie Zukunftswünsche formuliert werden. Von einer sehr guten Beurteilung ist auszugehen, wenn in der Schlussformel erläutert wird, warum die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt, z.B. um sich neuen Aufgaben zu widmen, die Leistung nochmal abschließend hervorgehoben wird und sowohl Bedauern als auch Zukunftswünsche formuliert werden.

 

Janey

Wo Geist schafft

Wo Geist schafft

Tische und Stände

Die Ergebnisse des Projekts werden auf dem Campus Stadtmitte ausgestellt.

Es mag Menschen geben, die Studierenden der Geisteswissenschaften einen schlechten Berufseinstieg prophezeien. Entgegen diesem landläufigen Pessimismus haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des wissenschaftlichen Projekts „Wo Geist schafft“ einmal konkret in den Unternehmen in der Region Stuttgart nachgefragt – und Ergebnisse erhalten, die zuversichtlich stimmen.

Lea Schuster und Dominik Sturm haben an dem Projekt zur Befragung ehemaliger Studierenden der Geisteswissenschaften mitgewirkt und erzählen mir im Interview von ihren persönlichen Erfahrungen.

Weshalb habt ihr euch für das Projekt „Wo Geist schafft“ beworben?

Lea: Um zu sehen, was für Berufsfelder als Geisteswissenschaftler in Frage kommen. Ich hatte selbst noch keine konkrete Vorstellung von meiner beruflichen Zukunft und wollte mich inspirieren lassen. Dafür war „Wo Geist schafft“ perfekt!

 Ganz grob, in welche Bereiche kann man als studierter Geisteswissenschaftler im Raum Stuttgart unterkommen?

Lea: Das Angebot ist viel breiter als erwartet! Geisteswissenschaftler arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen: in der Kommunikationsbranche, beispielsweise als Journalist oder auf dem Gebiet der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, in der Kreativwirtschaft, beispielsweise bei Werbeagenturen, als auch in den Bereichen Bildung, Coaching und Beratung. Ob in der Politik, in Museen, bei Stiftungen oder Verlagen: auch hier ist man als Philologe richtig.

Nach eigenen Interessen bilden, statt sich nur dem Arbeitsmarkt anzupassen

Habt ihr einen Arbeitsbereich kennen gelernt, in dem ihr eigentlich keinen studierten Geisteswissenschaftler vermutet hättet?

Lea: Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Geisteswissenschaftler so viel mit modernen Medien zu tun haben. Ein gutes Beispiel ist die Innovationsagentur MFG, die zum Beispiel Spieleentwickler in Baden-Württemberg in ihren Projekten fördert und ihnen beim Networken hilft.

Vorführung der Interviews.

Präsentiert werden unter anderem die gedrehten Interviews.

Was würdet ihr zu einem Abiturienten sagen, der sich zwar für das Studium von Geisteswissenschaften interessiert, aber durch die unklaren Berufsaussichten abgeschreckt ist?

Dominik: Als Geisteswissenschaftler würde ich ihm natürlich raten, eine Geisteswissenschaft zu studieren, wenn das sein Wunsch ist. Man soll sich schließlich nach eigenen Interessen bilden und nicht nur an einen Arbeitsmarkt anpassen. Als Geisteswissenschaftler hat man zwar keinen vorgezeichneten Weg, dadurch aber auch viel mehr Raum, sich im Berufsleben umzuorientieren.

Wo Geist schafft“ unterstützen

Warum sollten noch mehr Studierende an dem Projekt teilnehmen?

Dominik: Durch das Projekt erhält man die Möglichkeit, mit Menschen zu sprechen, die schon ein Stück des Weges hinter sich haben, den man selbst noch vor sich hat. Auch noch unmittelbar und auf einer persönlichen Ebene und mit dem schönen Nebeneffekt, Kontakte in mögliche Arbeitsbranchen zu knüpfen. Dabei erhält man eine bessere Übersicht über seine Karrieremöglichkeiten und nützliche Tipps. Das sind alles Punkte, die sicher für jeden relevant sind. Übrigens steht das Projekt leider auf der Kippe, da nicht klar ist, ob es weiter finanziert wird. Aus diesem Grund wäre es wichtig, viele Interessenten für nächstes Semester ins Boot zu holen oder auf irgend einem Weg positives Feedback zu bekommen. „Wo Geist schafft“ sollte auf jeden Fall bestehen bleiben um noch vielen weiteren Geisteswissenschaftlern bei der Berufsorientierung helfen zu können.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Projekts präsentieren ihre Ergebnisse noch an zwei Terminen auf dem Campus Stadtmitte. Wer sich für die Berufsaussichten studierter Geisteswissenschaftler im Raum Stuttgart interessiert oder den Erhalt des Projektes unterstützen will, sollte unbedingt vorbei schauen:

Vom 28. bis 30. Juni 2016 zum Themengebiet „Bildung, Coaching und Beratung“ (KI, Foyer).

Vom 5. bis 7. Juli 2016 zum Themengebiet „Stiftungen, Museen, Politik“ (KI, Foyer).

Nach der Uni: Wenn Noten plötzlich nicht mehr alles sind

Nach der Uni: Wenn Noten plötzlich nicht mehr alles sind

Copyright: Gratisography

Noten: Etwa wertlos als Kriterium für das Einstellungsverfahren? Copyright: Gratisography

Schnell noch ein Blick auf den Notenaushang im Institut… Erwartungen erfüllt? Notendurchschnitt versaut? Die Wichtigkeit der Noten und des persönlichen Notendurchschnitts sind wohl das Eichmaß der universitären Leistungserbringung – letztendlich weil sie sich gut quantifizieren lassen und einen direkten Vergleich zulassen. Aber wie sieht es nach dem Studium aus?
Der akut herrschende Fachkräftemangel müsste augenscheinlich ein Segen für jeden Bewerber sein. Schließlich reißen sich die Unternehmen um ausgebildete Fachkräfte und das Bewerbungen schreiben ist in graue Vergangenheit gerückt. So oder zumindest so ähnlich müssten die Darstellungen frisch gebackener Absolventen klingen – leider sieht die Realität häufig etwas anders aus. Ausgebildete Fachkräfte, insbesondere im akademischen Sektor, stehen dem enormen Bedarf gegenüber – aber leider ohne Arbeitsplatz.

Wie Samuel Taylor Coleridge es in seinem Gedicht wiedergibt:

„Water, water, everywhere, nor any drop to drink“

Ein halbwegs vernünftig abgeschlossenes Studium, eine rechtschreibfehlerfreie Bewerbung und ein Bewerbungsbild im Kommunionsanzug sollten ein Garant für eine erfolgreiche Bewerbung sein. Oder etwa nicht? Die Ernüchterung kommt bei den ersten Bewerbungsgesprächen oder nach den ersten versandten Bewerbungen. Trotz guter Studienleistung bekommt man keine Antwort, eine Absage oder wird eingeladen und bekommt trotzdem anschließend eine Absage. Diese Überraschung ist groß, wohl ebenso wie die Fehleinschätzung an die Bewerbungsverfahren. Fragen und Zweifel steigen im Bewerber auf: Sollten etwa nicht nur die Noten eine Rolle spielen? Dabei hat man während seines Studiums Unmengen Wissen angehäuft, für die Bachelorthesis noch 5 Quellen extra zitiert und das Studium in Regelstudienzeit absolviert. Aber was kann dann noch fehlen, an dem selbsternannten Prototypen des Vorzeigestudenten? Wir leben in einer beruflichen Gesellschaft, die einigen Fähigkeiten nur wenig Aufmerksamkeit zukommen lässt. Dies wohl vor allem, weil sie sich so schwer Quantifizieren lassen: Empathie, Anpassungsfähigkeit, Kreativität und allgemein Sozialkompetenzen – um nur ein paar zu nennen.

Copyright: Angelehnt an The Skill Gap

Copyright: Angelehnt an The Skill Gap

Im Bloomberg Recruiter Report wurden 1320 Recruiter aus 600 Firmen befragt, was diese für Fähigkeiten suchen und leider kaum finden. Auch wenn dieser schwerpunktmäßig auf Master of Business Administration (MBA) abzielt, zeichnet sich dennoch ein Muster ab.

Aber sind Noten dann überhaupt wichtig?

Noten als unwichtig darzustellen wäre sowohl absurd als dass es auch jeglicher differenzierten Betrachtung die Argumentationsgrundlage rauben würde. Grundlegend muss man zunächst einmal überlegen wem man die Frage stellt – Google oder Daimler? Auch wenn sich heutzutage jedes Unternehmen als „innovativ“ und anders denkend krönt, sind es wohl nur die wenigsten denen man diese Eigenschaften wohl wirklich zuschreiben würde. Vor allem sind diese Statuten wohl kaum auf deren Bewerberwahl zu übertragen.

In einem Interview mit der New York Times sagte Laszlo Bock, Chief of Human Resources bei Google, dass Noten „wertlos als Kriterium für das Einstellungsverfahren sein“. Im April wiederholte Bock auf der People Analytics Conference sein Argument:
„Wir haben einen Haufen Analysen durchgeführt und herausgefunden, dass Noten wenig über deine nächsten 2 Jahre voraussagen, und für den Rest deiner Karriere vollkommen unerheblich sind“. Und wenn eine Firma Zugang zu enormen Datenmengen hat, ist Google wohl der richtige Ansprechpartner. Nebenbei zu erwähnen, dass sich jedes Jahr über 2 Millionen Bewerber um die begehrten Stellen beim Technology-Giganten bemühen.
Die Unternehmensberatung Ernst & Young will auch Bewerbern ohne Abschluss bzw. nur mit mittelmäßigen Studiennoten eine Chance geben. Ein beachtlicher Schritt, wenn man bedenkt wie elitär verschrien die Beraterbranche doch ist.

Darum Bewerbungsgespräche!

Im Bewerbungsgespräch soll geklärt werden, ob du in das Unternehmen, die Unternehmenskultur und in das Team passt. Warum sollte es den Arbeitgebern wohl sonst so wichtig wie sein, wie du deinen außeruniversitären Alltag gestaltest? Und nein, ich spreche nicht über das allseits beliebte Beispiel des Fußballvereins. Das hält wohl keiner vernünftigen Argumentation stand, wenn man bedenkt, dass man auch als Einzelkämpfer auf dem Platz aufgestellt werden kann, um dort dann ohne ausgefeiltes Teamplay das Lederknäuel ins Netz zu befördern.
Dazu kommen dann clevere und knifflige Fragen auf die dich dein universitäres Wissen nicht vorbereiten kann:

„Was denken Sie hat mehr Werbe-Potential – Eine Blumenladen oder ein Beerdigungsinstitut?“ – Google 2015

Den Unternehmen sind Noten wichtig und sie sind die Hürde und ein fiktiver Maßstab für das Bewerbungsgespräch bzw. die Grundvoraussetzung für den gewünschten Job. Im Gespräch will der Personaler aber herausfinden wie teamfähig man ist und ob die persönlichen Eigenschaften, in Verbindung mit den fachlichen Fähigkeiten zu dem betreffenden Job passen. Inzwischen ist jeder Job interdisziplinär und erfordert weitaus mehr als in seinem Fachgebiet gut ausgebildet zu sein. Vielen Studenten ist das bewusst, arbeiten jedoch trotzdem nicht gezielt an ihrer Persönlichkeit. Klingt das jetzt zu sehr nach Motivationscoach und „go for it“ Mentalität? Mag sein, dennoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass einen ein Defizit im späteren Berufsleben einmal einholen kann.

Ich möchte gar nicht so dramatisch klingen, aber schlechte bis keine zwischenmenschlichen Kommunikationsfähigkeiten begrenzen die Aufstiegschancen wohl substanziell. Aber wer möchte das schon hören? An sich selbst und seiner Persönlichkeit arbeiten hat ja nicht gerade Hochkonjunktur. Und vielmehr sind wohl die meisten davon überzeugt, dass ihnen diese Fähigkeiten wohl im Blut liegen. Dem ist aber häufig nicht so.
Wohl jeder von uns hat schon es schon während seines Studiums erlebt, wie ungern Kommilitonen und „Freunde“ Studienunterlagen, Altklausuren oder Mitschriebe weitergeben. Diese Personen sind von Teamplayern Lichtjahre entfernt und erliegen der Illusion, dass sie sich im späteren Arbeitsleben ändern würden. Aber dann geht es nicht mehr um die Abschlussnote oder die miese Studienkonkurrenz, sondern um die nächste Beförderung oder die Stelle als Gruppenleiter. Diese „Ellenbogen-Mentalität“ kann natürlich nützlich sein, aber sich auch im Umkehrschluss gegen einen wenden, da sie das Vertrauen und das Teamgefühl schwächen.

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Zwischenmenschliche Interaktion: Wichtiger als Du denkst. Copyright: Helloquence by Stocksnap

Dennoch kein einseitiges Problem

Die Problematik ist dennoch nicht nur auf der Bewerberseite. Schließlich entgehen den Unternehmen so möglicherweise brillante und sehr passionierte Mitarbeiter mit enormen Entwicklungspotential – was denke ich jeder von uns mitbringt. Auf der anderen Seite verpassen viele Menschen die Gelegenheit für ihren Traumjob, weil ihnen die Zwischenmenschliche Interaktion schwerfällt. Aber du kannst ohnehin nur was an einer Seite was ändern und das sind die Fähigkeiten auf der Aktiva-Seite der Bewerbungsbilanz.

Ich möchte keinesfalls falsch verstanden werden und auch niemanden ermutigen anstatt zu lernen doch lieber die 2 Flaschen Gin der letzten WG-Party mit seinen Kommilitonen zu leeren. Das abgeschlossene Studium und ein gutes Abschlusszeugnis sind ein hervorragender Grundstein für eine erfolgreiche Jobsuche. Wie Maggie Stilwell von Ernst & Young ihre neue Unternehmensphilosophie zusammenfasst: „Die akademischen Qualifikationen werden auch weiterhin wichtig bleiben, wenn wir uns den Bewerber als Ganzes anschauen.“ Deine Noten sind letztendlich die Eintrittskarte in die Berufswelt und der Indikator wie gut du dich in komplexe Problemstellungen einarbeiten und dieses Wissen auf Verlangen abfragen kannst. Sonst würden Bewerber vermutlich direkt ohne persönliches Gespräch eingestellt, solange die Personalabteilung von den paar spannend formulierten Zeilen im Anschreiben überzeugt ist.

Rechtzeitig tätig werden

Natürlich kann und will ich das nicht auf jeden Berufszweig und jedes Stellenangebot verallgemeinern. Dafür ist jede Berufssparte zu sehr diversifiziert und die Konzerne bieten zu unterschiedliche Karrierechancen. Auch möchte ich hier keinesfalls den Eindruck erwecken, dass schlechte bis sehr schlechte Studienleistung gepaart mit außergewöhnlicher Sozialkompetenz einen perfekten Bewerber macht.

Vielmehr möchte ich einen Anreiz geben, dass es wirklich Sinn macht sich auch außeruniversitär weiterzubilden und dass man rechtzeitig über den eigenen Tellerrand schauen sollte. Dies betrifft aber nicht nur fachverwandte Themenbereiche, sondern auch persönliche Kompetenzen. Auch wenn die oben genannten Beispiele von Google und Ernest & Young nur der Anfang sind und man sie zum Teil als Experiment einstuft, sollte man sich überlegen, ob sich dieser Umschwung fortsetzt und einem durch frühzeitige Anpassung noch ganz andere Türen offenstehen.

Stefan

Hilfe, ich bin ein(e) Studienabbrecher(in)

Hilfe, ich bin ein(e) Studienabbrecher(in)

Neu anfangen, oder durchziehen? Copyright: Seleneos / photocase.de

Neu anfangen, oder durchziehen?
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Das Studium abbrechen – mach ich’s? Mach ich’s nicht? Für viele Studierende eine regelrechte Horrorvorstellung. Nicht so für Anna* und Max*, die beide beschlossen haben, ihr jetziges Studium an den Nagel zu hängen. Wie es dazu gekommen ist, welche Gründe dafür sorgen, dass Studierende ihr Studium abbrechen und warum ein Studienabbruch nicht das Ende der Welt bedeuten muss, das sind die Schwerpunkte des heutigen Beitrags.

Manche Entscheidungen gehen einem leicht von der Hand. Manche wiederum treiben einen regelrecht zur Verzweiflung, besonders dann, wenn viel von ihnen abhängt. Wer sich mit dem Gedanken auseinandersetzt, sein Studium nicht zu Ende zu bringen, sieht sich unvermittelt einem Bombardement von Fragen ausgesetzt. Die meisten davon werden zu allem Überfluss in einem vorwurfsvollen, besorgten oder besserwisserischen Tonfall gestellt, der vor allem für eins sorgt: Noch mehr Zweifel.

Wer in Erwägung zieht, sein bzw. ihr Studium vorzeitig zu beenden und keinen Abschluss zu machen, hat es sich in der Regel alles andere als leicht gemacht. Drohende Zukunftsängste und -sorgen, die eigene Unsicherheit darüber, wie es nach dem Abbruch weitergehen soll und was das nächste Umfeld zu dieser Entscheidung sagt, beherrschen die Gedanken von StudienabbrecherInnen. Folgende Fragen rattern in Dauerschleife durch die Gehirnwindungen und sorgen für schlaflose Nächte: Höre ich ganz auf? Fange ich etwas Neues an? Bringe ich das Alte zuerst zu Ende? Reicht meine Energie überhaupt noch dafür? Möchte ich etwas fertigstudieren, was mir überhaupt nicht liegt oder in welchem Bereich ich niemals berufstätig sein werde?

Zwei Studierende berichten über ihre Entscheidung

Auf den ersten Blick haben Anna und Max bis auf die Tatsache, dass sie beide zwischen Anfang und Mitte Zwanzig sind, wenig gemeinsam. Was sie verbindet, ist ihre Entscheidung für einen Studienabbruch – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Warum bricht Max sein BWL-Studium im fünften Semester ab, obwohl er kurz vor dem Abschluss steht? „Klar war es nicht einfach, so kurz vor Schluss das Handtuch zu werfen“, sagt Max. „Dabei wusste ich schon im ersten Semester, dass mir das Studium nicht liegt. Ich habe mich meinen Eltern zuliebe fünf Semester lang durchgequält. Aber ich konnte einfach nicht mehr.“ Dabei fehlen ihm nur noch zwei Leistungsnachweise: Eine Klausur und die Bachelorthesis. Wie es jetzt für ihn weitergehen soll, weiß er aber genau: „Ich fange jetzt endlich das Studium an, das mich interessiert – Architektur.“ Dafür hat er auch schon verschiedene Vorlesungen besucht und hatte bereits einen Termin bei der Studienberatung. Dass die Jobchancen eher mau sind, ist ihm bewusst. Er hofft aber, mit seinem Engagement zu punkten und darauf, dass künftige ArbeitgeberInnen ihm trotz des Knicks im Lebenslauf eine Chance geben.

Ab hier Endstation. Wer das Studium abbricht, weißt oft nicht, wie es weitergehen soll.

Ab hier Endstation. Wer das Studium abbricht, weißt oft nicht, wie es weitergehen soll.

Anna hat bis zum 1. Staatsexamen durchgehalten. „Ich wollte etwas in der Hand haben“, begründet sie ihren Entschluss. „Aber ins Referendariat gehe ich nicht mehr. In meinen Praktika habe ich gemerkt, dass mir das Unterrichten zwar liegt, ich aber auf keinen Fall mein Leben lang Kinder unterrichten will.“ Eine reichlich späte Erkenntnis, möchte man ihr spontan vorhalten. Anna wischt die Bedenken beiseite, noch bevor sie ausgesprochen werden. „Ich bin keine Träumerin“, sagt sie. „Die Entscheidung gegen die relativ sichere Beamtenlaufbahn habe ich mir gut überlegt. Gerade deshalb habe ich mich rechtzeitig nach Alternativen umgesehen und habe verschiedene Schulbuchverlage kontaktiert. Natürlich hat es viele Absagen gehagelt, weil mir ja die Berufspraxis fehlt. Aber ein Verlag hat mir die ersehnte Zusage gegeben. Und dort möchte ich mich richtig reinhängen und zeigen, dass ich es wirklich will.“

Gründe für den Studienabbruch sind vielfältig

Kein Abschluss, kein Plan? Ängste und Sorgen ohne Silberstreif am Horizont.

Kein Abschluss, kein Plan?  Aber: Es gibt trotz allem einen Silberstreif am Horizont.

Wie Anna und Max geht es vielen Studierenden. Manche ziehen rechtzeitig die Notbremse und wechseln frühzeitig den Studiengang, andere brechen das Studium kurz vor dem Abschluss ab. Die Gründe für einen Studienabbruch sind dabei vielfältig. Oft geht es um Leistungsprobleme oder Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Studiums, etwa, wenn kein Bafög-Anspruch besteht und man ein sehr zeitintensives Studium mit vielen Anwesenheitspflichten betreibt. Doch auch andere Gründe können zu der Entscheidung für oder gegen das Studium führen. Das kann dann der Fall sein, wenn die Vorstellung vom Studium mit der Realität heftig aufeinanderprallt – wenn beispielsweise das Studium als viel zu theorielastig empfunden wird (das Gegenteil ist seltener der Fall), obwohl man eher praktisch veranlagt ist.

Neben den Studieninhalten ist manchmal die Organisation an der Universität der Auslöser für Abbruchsgedanken – Studierende fühlen sich unzureichend betreut oder durch bestimmte Klausuren regelrecht „ausgesiebt“. Wenn die Studienbedingungen vorne und hinten nicht stimmen, ist es sinnvoll, über mögliche Alternativen nachzudenken: Manchmal genügt es dann, nicht das gesamte Studium hinzuschmeißen, sondern den lediglich Studienort zu wechseln – beispielsweise von einer Massenuniversität zu einer kleineren, die ein ausgewogeneres Studierendenden-DozentInnen-Verhältnis aufweist.

Was sich auf jeden Fall empfiehlt, ist der Gang zur Studienberatung. So könnt ihr möglichen vorgeschobenen Gründen auf die Schliche kommen. Hinter einem Prokrastrinationsverhalten steckt möglicherweise die Angst, den eigenen Ansprüchen (oder denen der Eltern) nicht gerecht zu werden. Motivationslosigkeit kann ebenfalls verschiedene Ursachen haben – etwa das Gefühl, für die DozentInnen nur eine weitere Matrikelnummer darzustellen und somit völlig austauschbar zu sein.

Manchmal sorgen finanzielle Ängste dafür, dass man den Abbruch des Studiums in Erwägung zieht. Hier findet ihr Informationen der Universität Stuttgart zum Thema Studienfinanzierung. Unter Umständen ist es eine Überlegung wert, für einen begrenzten Zeitraum einen Studienkredit aufzunehmen, um finanzielle Engpässe zu überbrücken.

Überforderung, Ängste und andere Hürden

Prüfungs- und Versagensangst spielen bei solchen Überlegungen oft ebenfalls eine große Rolle – und bevor das eigene Versagen Schwarz auf Weiß per Exmatrikulation in den Briefkasten flattert, kommt man dieser Erfahrung am besten zuvor, indem man sich intensiv mit den Gründen auseinandersetzt.

Auch wenn nur ungern offen darüber gesprochen wird, leidet eine Vielzahl der Studierenden an Lernschwierigkeiten, Schreibblockaden, Prüfungs- oder sogar Redeängsten. Manche haben einfach noch nicht die richtige Lernmethode für sich gefunden und verzweifeln regelmäßig angesichts der zu bewältigenden Stoffmenge, die am Ende des Semesters abgefragt wird. Andere haben massive Probleme mit der Konzentration oder verzetteln sich bei der Planung ihres Lernvorhabens, weil sie die Stoffmenge falsch eingeschätzt haben. Wiederum andere sitzen mit Bergen von Büchern Tag für Tag in der Universitätsbibliothek und starren stundenlang auf eine weiße Word-Datei – die sprichwörtliche Angst vor dem weißen Blatt bzw. Monitor.

Einige sind schlichtweg von der Selbstorganisation überfordert, die an der Universität vorausgesetzt wird. Kommen dann noch Ängste und/oder Hemmungen ins Spiel, die ein Nachfragen bei höheren Semestern oder DozentInnen erschweren, baut sich allmählich ein großer Druck auf, der in einen Kreislauf aus Überforderung, Hilflosigkeit, Wut und Angst münden kann. Um solche Ängste anzugehen, bietet die Universität Stuttgart in der Lernwerkstatt verschiedene Kurse an, in denen intensiv an diesen Problematiken gearbeitet wird. Und wenn auch das noch nicht genügt, empfiehlt sich der Gang zur kostenlosen psychologischen Beratung der Universität, um seine Probleme zu bearbeiten. Ihr profitiert in jedem Fall davon, wenn ihr euch aktiv Hilfe sucht.

Eine Runde aussetzen – oder Schlussstrich ziehen?

Der Studienabbruch ist entschieden? Dann ist es höchste Zeit für Plan B (C, D ...)!

Der Studienabbruch ist entschieden? Dann ist es höchste Zeit für Plan B (C, D …)!

Manchmal kann es sinnvoll sein, ein oder zwei Semester zu pausieren, bevor ihr euch endgültig gegen das Studium entscheidet. Auch dafür ist es notwendig, sich mit der Studienberatung bzw. dem Studierendensekretariat in Verbindung zu setzen, um alle Möglichkeiten auszuloten. Manchmal tun sich dabei Lösungswege auf, an die ihr nicht gedacht habt. Immer wieder kommt es vor, dass das Leben nicht wie geplant verläuft – und für genau solche Situationen ist es dann sinnvoll, sich ausreichend zu informieren und beraten zu lassen.

So, der Schlussstrich ist gezogen. Ist die Entscheidung endgültig gefallen? Dann zieht es durch. Und konzentriert euch auf das, was ihr als Nächstes tun wollt. Der Blick auf das Vergangene hat durchaus seine Berechtigung, aber wenn ihr langfristig eure Ziele erreichen wollt, müsst ihr sie a) überhaupt kennen und b) die nächsten Schritte dafür fest ins Auge fassen.

Die Tipps im Überblick

Und hier habe ich noch einmal die gesamten Tipps aufgelistet:

  • Gründe für den Abbruch evaluieren (auch verdeckte Sorgen/Ängste aufspüren)
  • Mit FreundInnen und/oder KommilitonInnen austauschen (Tipps einholen, Erfahrungen austauschen)
  • Lernwerkstatt besuchen und/oder psychologische Beratung in Anspruch nehmen
  • Studienberatung aufsuchen (Workshops, Einzel- und Gruppenberatung)
  • AkademikerInnenberatung bei der Agentur für Arbeit (über die Universität Stuttgart möglich)
  • Kontakt zum Bafög-Amt aufnehmen (um weitere Zahlungen bzw. Finanzierung zu klären)
  • Alternative Optionen abwägen (Ausbildung, Dualstudium, Auszeit in Form eines FSJ, FÖJ, BFD, Au-pair, Work & Travel)
  • Eine Entscheidung treffen
  • Hinter der Entscheidung stehen
  • Durchstarten

Ich wünsche euch alles Gute für eure Entscheidung!

Romy

*Name geändert

Die Qual der Wahl: Ausbildung oder Studium?

Die Qual der Wahl: Ausbildung oder Studium?

Ausbildung oder Studium... ? Wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht.

Ausbildung oder Studium? Wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht.

„Verschieben wir es doch auf morgen“, sagte bereits die Schauspielerin Vivien Leigh als Scarlett O’Hara im berühmten Film „Vom Winde verweht“. Verschieben wir es doch auf morgen – in dieser Aussage zeigt sich eine Haltung, mit der Menschen unzähligen Entscheidungen in ihrem täglichen Leben begegnen. Angesichts einer Vielzahl von Möglichkeiten sind wir stets darum bemüht, die beste auszuwählen. Das beginnt im kleinen Rahmen beim Kauf eines Joghurts – und endet bei Fragen mit großer Tragweite: In unserem Fall die Entscheidung zwischen einer Ausbildung und einem Studium.

Während von der Frage, welchen Joghurt wir uns genehmigen, nicht gerade unser Leben abhängt, haben berufliche Entscheidungen oft weitreichende Konsequenzen. Und spätestens wenn es um die Zukunft geht, sind die meisten Menschen große Zauderer. Sie überlegen hin und her, wägen das Für und Wider einer Sache ab, befragen abwechselnd ihren Verstand und ihr Bauchgefühl, diskutieren im Freundeskreis oder surfen im Internet, um genau die Information aufzutreiben, die ihnen die Entscheidung erleichtern soll. Meist ohne allzu großen Erfolg, weil jede/r zu wissen glaubt, was das Richtige für euch ist. Außer euch selbst.

Auch keine Entscheidung ist eine Entscheidung

Oft stellt sich erst im Rückblick heraus, ob eine Entscheidung falsch oder richtig – für den jeweiligen Zeitpunkt – war. Alles andere als rosige Aussichten für diejenigen, die sich aktuell in einer solchen Situation wiederfinden. Aber so viel Trost vorneweg: Ihr seid a) nicht alleine und b) können die meisten (Fehl-) Entscheidungen korrigiert werden. Leider nicht alle, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Aber das sollte niemanden davon abhalten, eine Entscheidung zu treffen.

Ganz ehrlich: Eine Sache auszusitzen in der Hoffnung, dass sich auf wundersame Weise eine  – wenn nicht die ultimative – Lösung schon von alleine finden wird, ist selten hilfreich. Es sei denn, ihr zählt ein paar Märchenfeen zu eurem Bekannten- oder Freundeskreis. Falls das nicht der Fall ist, vergeudet ihr Energien und kostbare Zeit. Wie? Indem ihr alles Mögliche tut, um euch von der Entscheidung abzulenken – durch stundenlanges Surfen, Endlosdiskussionen mit euren FreundInnen und/oder während zahlreicher (ergebnisloser) Selbstgespräche. Manche nennen das Prokastrinieren. Generation Y kann alles, darf alles, tut aber gar nichts und jammert auch noch darüber. Das wird uns immer wieder vorgeworfen.

Wie viele trauen sich selbst denn überhaupt noch zu fragen, was sie interessiert, ohne im selben Atemzug bereits nach Jobchancen und dem künftigen Arbeitsmarkt zu schielen? Wie häufig stellen wir uns in der Realität folgende Fragen: Was will ich eigentlich? Und was wollen die anderen (Eltern, die Gesellschaft, der Arbeitsmarkt, …) von mir? Und will ich diese Erwartungen erfüllen?

Viel zu selten. Denn im Laufe unseres Lebens werden wir auf das Gegenteil getrimmt.

Der sichere Weg: Von der Ausbildung zum Studium

Berufsausbildung oder. Studium: Gelernt wird immer!

Ob Berufsausbildung oder Studium: Gelernt wird immer!

Spätestens nach dem Abitur stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll: Mache ich eine Ausbildung oder beginne ich direkt ein Studium? Die ultimative Antwort darauf gibt es nicht. Aber ihr könnt euch die Rahmenbedingungen ansehen und dabei evaluieren, welcher Weg für euch infrage kommt.

Solltet ihr mit einer Ausbildung liebäugeln, könnt ihr gar nicht früh genug mit der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz beginnen: Das Gros der Unternehmen beginnt bereits ein Jahr vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn mit der Auswahl seiner zukünftigen Auszubildenden. Manchmal warten übrigens dort Ausbildungsplätze auf Einen, wo man sie nicht unbedingt vermutet. Auch die Uni Stuttgart bietet Berufsausbildungen an. Also, ran an die Buletten!

Der große Vorteil einer Ausbildung liegt auf der Hand: Bereits vom ersten Tag an verdient ihr euer eigenes Geld (Ausnahme: schulische Ausbildungen werden oftmals nicht vergütet). Neben der finanziellen Unabhängigkeit könnt ihr euch bereits während eurer Ausbildungszeit ein finanzielles Polster für ein späteres Studium zulegen. Eine Ausbildung ist nach wie vor eine solide Investition in die Zukunft. Und solltet ihr gegen Ende der Ausbildung merken, dass ihr höher hinauswollt, so könnt ihr beim anschließenden Studium auf den praktischen Erfahrungen eurer Ausbildung aufbauen und euer bisheriges Wissen vertiefen.

Auch wenn das Ausbildungsgehalt je nach Branche stark variiert, so steht ihr finanziell recht schnell auf eigenen Beinen, nabelt euch vom Elternhaus ab und seid schneller in der Lage, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen. Wenn es eure Noten erlauben, könnt ihr eure Ausbildung außerdem um ein halbes oder sogar ein ganzes Jahr verkürzen und kommt so noch schneller in den Genuss der finanziellen Unabhängigkeit. Und was auch nicht unerheblich ist: In der Regel müsst ihr euch für eine Ausbildung nicht verschulden, sondern könnt – je nach Höhe eures Verdienstes – auch noch Geld beiseitelegen.

Die Ausbildung als Vorbereitung aufs Studium

Während der Ausbildung – die je nach Branche und Unternehmen zwischen zwei- und drei Jahren dauert – durchlauft ihr einen geistigen Entwicklungs- und Reifeprozess. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, den ihr gegenüber euren Kommilitoninnen und Kommilitonen habt, die direkt im Anschluss an ihr Abitur studieren. Statt munter ins Blaue hinein zu studieren und dabei ein paar Irrwege in Kauf zu nehmen, könnt ihr im Laufe eurer Ausbildung eure Interessen praxisnah ausloten und euch so den Weg ins passende Studium ebnen.

Und auch wenn geradlinige Lebensläufe immer mehr der Vergangenheit angehören, so ist es kein Nachteil, früh zu wissen, welche Richtung ihr beruflich einschlagen wollt und diese zielstrebig zu verfolgen. Als Faustregel empfiehlt es sich besonders dann, sich für eine Ausbildung zu entscheiden, wenn ihr eine große Praxisnähe bevorzugt und einer überwiegend bis ausschließlich theoretischen Auseinandersetzung und/oder wissenschaftlichem Arbeiten abgeneigt seid. Über eine Sache müsst ihr euch allerdings im Klaren sein: Für bestimmte Positionen kommt ihr nun in Betracht, wenn ihr einen Universitätsabschluss vorweisen könnt.

Studieren geht über Probieren

Credits, Credits und noch einmal Credits!

Credits, Credits und noch einmal Credits!

Das Studium ist nach wie vor an Beliebtheit kaum zu toppen. Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich darum: Die Vorstellung einer unbeschwerten Zeit, haufenweise Partys, ein bisschen Lernen hier, ein bisschen Lernen da und ansonsten das Leben in vollen Zügen genießen, verreisen … La dolce vita. Oder etwa nicht?

Wer ein Studium aufnimmt, wird in der Regel sehr bald von der Realität eingeholt. Seit der Einführung des Bachelor- und Master-Systems ist ein reines Interessenstudium weitgehend ausgeschlossen, wenn man etwa auf Bafög angewiesen ist und folglich die Regelstudienzeit einhalten muss. Dementsprechend bleibt wenig Zeit für den Besuch fachfremder Veranstaltungen. Inhaltlich liegt der Fokus sehr stark auf den Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens und anstelle eines universitären Freigeistes – kritisches, reflektierendes Denken – gilt es immer häufiger, sich massenweise Stoff in sehr kurzer Zeit ins Hirn zu prügeln, diesen bei der Klausur aufs Papier zu klatschen, um das Erlernte nach der Klausur „quasi-amnestisch“ wieder zu vergessen (Stichwort „Bulimie-Lernen“).

Trotzdem gilt ein Studium nach wie vor als die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit – bei einer Arbeitslosenquote von ~ 2% unter AkademikerInnen. Das ist zwar noch immer keine Garantie dafür, dass ihr euren Traumjob findet und eingestellt werdet, aber es ist zumindest ein kleiner Lichtblick am düsteren Zukunftshorizont.

In den meisten Fällen müsst ihr fürs Studium einen Kredit in Anspruch nehmen, teilweise auch dann, wenn ihr nebenher arbeitet. Je nach Studienstadt variieren die Lebenshaltungskosten extrem. Der Start ins Berufsleben beginnt deshalb oft mit einem Schuldenberg, den es nach und nach abzutragen gilt. Wie ihr der Schuldenfalle entgehen könnt: Indem ihr beides, d. h. praxisnahe Ausbildung und theoretisches Studium, miteinander kombiniert – durch ein Dualstudium. Das große Plus dabei: Ihr bezieht bereits während eures Studiums ein moderates Gehalt.

Hand aufs Herz: Wenn ihr in euch hineinhorcht, habt ihr meistens eine grobe Vorstellung davon, wo es hingehen soll. Ihr müsst sie nur noch umsetzen. Und wenn sich eure Vorstellung oder Entscheidung nun als „falsch“ herausstellt? Das Leben ist eine Ansammlung von Erfahrungen, die wir ganz unterschiedlich bewerten: Als Fehler oder als Erfahrungen, die uns manchmal nur das vorführen, was wir nicht und/oder um keinen Preis der Welt wollen. Und das ist schon mal ein Anfang.

Und zu guter Letzt: Vieles ist eine Frage der Perspektive. Müssen oder dürfen wir Entscheidungen treffen? Ich plädiere fürs Dürfen.

Romy

Bachelor-Abschluss in der Tasche und dann?

Bachelor-Abschluss in der Tasche und dann?

 Mit einem Bachelor Abschluss stehen einem viele Türen offen.

Mit einem Bachelor Abschluss stehen einem viele Türen offen. Copyright: contrastwerkstatt

Master, Ausland, Praktikum oder Berufseinstieg? Die vielen Möglichkeiten, lassen Studierende ins Grübeln kommen: Ist ein Master noch nötig? Oder sind erste Berufserfahrungen wichtiger? Hier ein kleiner Überblick über die Vor- und Nachteile verschiedener Wege.

Bachelor in der Tasche. Und nun? Master, Ausland, Praktikum oder gleich Berufseinstieg? Wie es weitergehen kann sollte man nicht unbedingt spontan entscheiden, sondern sich rechtzeitig Gedanken darüber machen. Viele Studierende fühlen sich „nur“ mit dem Bachelor nicht gut genug auf den Berufseinstieg vorbereitet. Ein Großteil geht davon aus mit dem Master bessere Berufschancen und ein höheres Einstiegsgehalt zu haben. So pauschal lässt sich das aber nicht belegen.  Einstiegsgehälter sind also eher fächer- als abschlussabhängig und orientieren sich an den Kompetenzanforderungen der zu besetzenden Position. Also: Auch mit dem Bachelorabschluss lässt sich in vielen Berufen Fuß fassen – bei manchen Fächern geht das sicher einfacher, als bei anderen, denn nicht alle Akademikergruppen haben dieselben Berufsaussichten nach dem Studium.

Sonderfall Forschung

Eine Ausnahme bildet der Bereich Forschung und Entwicklung – und das in allen Disziplinen: Hier werden von den Unternehmen häufig Forschungsqualifikationen vorausgesetzt – und dann reicht oft noch nicht mal der Master, dann wird sogar Promotion verlangt. Das gilt vor allem für den Bereich der Naturwissenschaften. In manchen Fällen ist der Master sogar Pflicht: Zum Beispiel haben einige Bundesländer ihr Lehramtsstudium bereits vollständig auf Bachelor und Master umgestellt, und in diesen Fällen befähigt erst der Masterabschluss zum Lehramt.

Mit der Entscheidung für einen Master ist für viele aber nicht nur der schnöde Mammon der Leitgedanke, sondern auch der persönliche Wunsch, die Kompetenzen, die man sich während des Bachelorstudiums angeeignet hat, auszubauen.  Und wer diesen Wunsch hat, der sollte ihm folgen, denn: Seine theoretischen Kenntnisse erweitert man während dieser zwei Jahre zweifelsohne.  Und das kann ja eigentlich nur ein Vorteil sein. Andererseits gibt es dabei auch ein paar Formalitäten zu beachten, die für die Finanzierung des Masters eine wichtige Rolle spielen.

Die Qual der Wahl

Und ein Masterstudium bedeutet auch zwei weitere Jahre lernen und Prüfungen schreiben. Nicht jeder Student ist davon begeistert. Trotz „Motivationsdefiziten“ entscheiden sich dennoch sehr viele für die Bewerbung um einen Masterplatz. Die Zahl der Masterangebote wächst und übersteigt sogar die Zahl der grundständigen Studiengänge. Etwa 5000 Master- und 4000 Bachelorstudiengänge werden derzeit in Deutschland an Universitäten angeboten – die Fachhochschulen noch nicht mitgerechnet. Da haben viele die Qual der Wahl. Doch ähnlich wie bei der Studienfachwahl allgemein, sollte man auch bei der Suche nach einem Master geleitet von den persönlichen Vorlieben vorgehen: Zuerst sollte man nach Studiengängen suchen, die einen interessieren. Erst im zweiten Schritt prüft man, ob man die Voraussetzungen erfüllt. Es ist wichtiger, sich zu überlegen, wo man später arbeiten will, als welcher Master zum Bachelor passt. Denn vielleicht war schon der Bachelor falsch, dann macht der passende Master alles nur noch schlimmer.

Weiter studieren oder arbeiten?

Weiter studieren oder arbeiten? Copyright: contrastwerkstatt

Dennoch findet nicht jeder den Masterplatz, den er gerne hätte, denn auch hier gibt es oftmals Zulassungsbeschränkungen. Aber eine Absage muss nicht immer als eine Niederlage angesehen werden. Denn der Master ist nicht die einzige Option. Der direkte Einstieg in die Berufswelt kann ebenso attraktiv sein, wie oben angedeutet. Und es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Zunächst in den Beruf einsteigen und das Master Studium später nachholen. Schon mal drüber nachgedacht?

Ein Master-Studium kann sich auch dann lohnen, wenn es noch Unsicherheit bezüglich des Berufseinstiegs gibt. In den zwei zusätzlichen Studiums-Jahren bekommt man die Möglichkeit, mithilfe von diversen Praktika, besser herauszufinden, welchen Berufsweg man gehen möchte.

Alternative im Ausland

Wer aber nach einer anstrengenden Bachelor Zeit, ein wenig Ruhe und eine Pause braucht, der kann sich eine kleine Auszeit im Ausland gönnen. Viele Studenten suchen sich bestimmte Länder aus und reisen für einige Monate rum. Wem rumreisen allein und reiner Touri-Sein nicht genügt, der kann im Ausland ein Praktikum machen und somit Vergnügen und Arbeit geschickt miteinander verbinden. Eine andere Auslandserfahrung wäre ein Freiwilliges soziales Jahr. Es muss nicht unbedingt ein volles Jahr sein. Man kann auch für einige Monate im Ausland sich sozial engagieren und dabei viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Zudem halten zukünftige Arbeitgeber einen längeren Auslandsaufenthalt für eine wichtige Voraussetzung für die Qualifikationen.

Den „richtigen Weg für mich“ nach dem Bachelor-Abschluss zu Finden, kann verwirrend und einschüchternd sein. Die Universitäten bieten deshalb Beratung zu dem Thema an, natürlich auch die Universität Stuttgart.  In der Studienberatung können Studenten zum Thema Weiterstudium und Berufseinstieg Fragen stellen und bekommen zusätzliche Tipps.

Die verschiedenen Chancen, die Studierende nach ihrem Abschluss haben, bringt manchmal Unsicherheit. Obwohl ein guter Bachelor Abschluss auch genügen würde, gut in den Beruf einzusteigen, tendieren viele Studenten zu einem Master Abschluss. Allgemein gilt: Hochschulabsolventen haben im Vergleich gute Berufsaussichten. Und ob sich ein Masterstudium lohnt oder nicht, ob eine kreative Pause im Ausland eingelegt werden soll oder ob man sich lieber gleich um einen Job bewirbt: viele Wege führen nach Rom.

 

Feven

Absolventenkongress 2015 in Stuttgart: Wo Karrieren entstehen

Absolventenkongress 2015 in Stuttgart: Wo Karrieren entstehen

Der Absolventenkongress 2015 in Stuttgart.

Der Absolventenkongress 2015 in Stuttgart.

Für die meisten endet das Studium hoffentlich mit einem guten Einstieg ins Berufsleben. Doch der direkte Übergang vom Studium in den Job gelingt selten, stattdessen geht diesem häufig das monatelange Schreiben von Bewerbungen voraus. Im heutigen Beitrag stelle ich euch eine Möglichkeit vor, damit ihr eurem beruflichen Einstieg gelassener entgegenblicken könnt – ganz gleich, ob ihr am Anfang eures Studiums steht oder bereits kurz vor dem Abschluss befindet. Die Teilnahme an einem Absolventenkongress kann eure Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich steigern, sofern ihr geschickt vorgeht. Wie das aussehen kann, zeige ich euch im Folgenden.

Schauplatz des Geschehens war das Kultur- und Kongresszentrum in Stuttgart, wo am 19. Juni 2015 von 10 Uhr bis 16 Uhr der Absolventenkongress stattfand. Rund 40 renommierte Aussteller nahmen daran teil: Von Acando, ALDI SÜD, ATOSS Software, Breuninger, bis über Daimler Protics, Decathlon, die Deutsche Bahn und Telekom sowie die FOM Hochschule für Oekonomie & Management, GPI Consultuing, MAHLE International, OSCAR, persona service, dem Staufenbiel Institut selbst, StepStone, Vodafone und XING – und das ist nur ein kleine Auswahl der vertretenen Unternehmen.

Absolventenkongress – was ist das?

Unternehmen verschiedener Branchen präsentieren sich und warten auf geeignete JobkandidatInnen.

Unternehmen verschiedener Branchen präsentieren sich und warten auf geeignete JobkandidatInnen.

Der Absolventenkongress ist eine Jobmesse, als deren Veranstalter das Staufenbiel Institut auftritt. Was so vollmundig klingt, ist tatsächlich eine gute Gelegenheit, um erste berufliche Kontakte in einem gut organisierten Rahmen und einer entspannten Atmosphäre zu knüpfen. Dabei begegnen sich TeilnehmerInnen und Unternehmen auf Augenhöhe.

Auf dem Kongress versammeln sich Unternehmen verschiedener Branchen auf einem kompakten und übersichtlichen Gelände. Ihr könnt eure Wunschunternehmen im direkten Gespräch kennen lernen, wichtige Informationen einholen und im besten Fall bei den FirmenvertreterInnen einen positiven Eindruck für die anschließende Bewerbung hinterlassen.

Und an wen sich der Absolventenkongress richtet? Keineswegs ausschließlich an AbsolventInnen, denn teilnehmen können und soll(t)en:

  • Studierende aller Fachrichtungen
  • Hoch- und FachschulabsolventInnen
  • Young Professionals mit höchstens 5 Jahren Berufserfahrung

Mit einer Onlineanmeldung und einer Gebühr von 5 EUR steht einer Teilnahme nichts mehr im Wege. Kleiner Tipp: Wenn ihr bei Xing registriert seid und dies bei der Onlineanmeldung angebt, entfällt die Teilnehmergebühr.

Die richtige Vorbereitung ist das A und O

Informieren und die richtige Vorbereitung sind das A und O.

Informieren und die richtige Vorbereitung sind das A und O.

Sicher mag es die eine oder den anderen geben, die relativ spontan und häufig aus reiner Neugier vorbeischauen und sich überraschen lassen möchten. Daran ist erst einmal nichts Verkehrtes. Und gerade für Freizeitveranstaltungen ist das eine adäquate und völlig nachvollziehbare Vorgehensweise, aber wenn es um die berufliche Zukunft geht, solltet ihr unter Umständen etwas mehr Einsatz zeigen. Das heißt im Klartext: Die Vorbereitung sollte nicht gerade auf den letzten Drücker erfolgen, wenn ihr euch einen echten Mehrwert von der Teilnahme erhofft.

Zum Dresscode: Ja, den gibt es tatsächlich. Am Kongress solltet ihr in angemessener Kleidung teilnehmen – Blazer, Kostüme, Anzüge, Hemden und Krawatten sind hierfür die richtige Wahl. Weshalb der Aufwand? Ganz einfach: Ihr könnt nie wissen, ob ihr womöglich auf der Messe euren künftigen ArbeitgeberInnen begegnet und/oder gleich die Chance auf ein direktes Vorstellungsgespräch erhaltet – und in beiden Fällen spielt der erste – auch optische – Eindruck eine wichtige Rolle. Zudem ist eine angemessene Kleiderwahl zugleich die Würdigung des Kontextes, indem sich diese berufliche Begegnung abspielt.

Lebenslauf, Wunschunternehmen und Warm-up

Ein weiterer Aspekt ist die gründliche Überarbeitung des eigenen Lebenslaufs, den ihr am besten in mehrfacher Ausfertigung mitbringt. Hier gilt: Mehr ist mehr, denn es ist auf jeden Fall besser, einen CV* zu viel in der Tasche zu haben, als gerade dann festzustellen, dass er einem ausgegangen ist, wenn man danach gefragt wird und nur noch kleinlaut erwidern kann: „Sorry, sind leider ausgegangen.“

Mindestens ebenso ratsam ist es, sich einen Überblick über die teilnehmenden Firmen zu verschaffen und sich in der Vorbereitung auf drei bis fünf Wunschunternehmen zu konzentrieren. Natürlich könnt ihr jederzeit mehr Stände besuchen und mehr Gespräche führen, aber eine Vorauswahl erleichtert euch den Besuch des Kongresses ungemein. Zudem hat das Gros der AusstellerInnen seine freien Stellen online inseriert, sodass ihr die Vertreter gezielt auf die zu vergebenden Positionen ansprechen könnt.

Ein weiterer Tipp: Beginnt die Gespräche mit den Unternehmen, die ihr euch am wenigsten als künftige ArbeitgeberInnen vorstellen könnt und arbeitet euch allmählich zu euren Topfavoriten vor. So baut ihr von Gespräch zu Gespräch Nervosität und Anspannung ab, lernt den Ablauf besser kennen und könnt souverän(er) agieren.

Mit den richtigen Fragen zum Ziel

Den passenden Job zu finden ist kein Wunschdenken.

Den passenden Job zu finden ist kein Wunschdenken.

Überlegt euch, was ihr von eurem Wunschunternehmen wissen wollt, wenn ihr die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch erhaltet. Nach Informationen zu fragen, die auf der Firmenhomepage angegeben oder via Google mit Leichtigkeit herauszufinden sind, solltet nach Möglichkeit vermeiden. Erzählt stattdessen von eurem Werdegang und erkundigt euch selbstbewusst nach Möglichkeiten, wie ihr mit euren derzeitigen Qualifikationen ins Unternehmen einsteigen könnt. Lasst euch nicht entmutigen, wenn ihr nicht die gesuchte Fächerkombination studiert habt, sondern argumentiert stattdessen damit, wie ihr eure Stärken und die im Studium erworbenen Kompetenzen profitabel im jeweiligen Unternehmen einbringen könnt.

Nach jedem Gespräch solltet ihr euch ein paar Notizen zu dessen Inhalt machen; ebenso solltet ihr euch den Namen eures/eurer Gesprächspartner/in notieren, damit ihr am Ende des Tages nicht den Überblick verliert (und bei der Menge an Eindrücken, Gesprächen und Informationen, die auf euch einprasseln, geschieht das sehr schnell). So könnt ihr später genau zuordnen, mit wem ihr gesprochen habt und euch bei eurer späteren Bewerbung darauf beziehen.

Warum sich eine Teilnahme gleich mehrfach auszahlt

Neben der Gelegenheit, euch einen persönlichen Eindruck vom Unternehmen zu verschaffen, seid ihr in der privilegierten Situation, euch aus der Vielzahl der Unternehmen diejenigen herauszupicken, die für euch wirklich interessant sind. Ihr tretet dementsprechend nicht als Bittstellerin oder Bittsteller auf, sondern könnt euer Interesse an einem beruflichen Einstieg im Unternehmen selbstbewusst bekunden.

Es ist gang und gäbe, dass viele Stellen nicht offiziell ausgeschrieben werden, sondern entweder intern oder auf Empfehlungen hin vergeben werden. Insofern tut ihr euch einen großen Gefallen, wenn ihr einen nachhaltig positiven Eindruck im Gespräch hinterlasst. Ein gutes Zeichen ist es, wenn eure GesprächspartnerInnen euch um die Aushändigung eures Lebenslaufs für spätere Rückfragen (oder für ein Vorstellungsgespräch) bitten. So habt ihr einen guten Anknüpfungspunkt, wenn ihr nach dem Kongress eure vollständige Bewerbung verschickt.

Professioneller CV-Check, Bewerbungsfotos und Vorträge

Mit einem guten Bewerbungsfoto erhöhen sich die Jobchancen enorm.

Mit einem guten Bewerbungsfoto erhöhen sich die Jobchancen enorm.

Darüber hinaus bietet der Absolventenkongress kostenlos folgende Services an: Den Check des eigenen CV sowie professionelle Bewerbungsfotos. Für beides müsst ihr allerdings vorab einen Termin vereinbaren oder euch auf das Glück verlassen und direkt vor Ort nach Restplätzen fragen.

Vorträge und ExpertInnenrunden geben außerdem die Gelegenheit dazu, aktuelle Informationen zum Thema Selbstmarketing, den gängigen Bewerbungsstandards sowie den prognostizierten Branchentrends zu erhalten. Ein weiteres nettes Extra stellt die sogenannte Jobwall dar, auf der ihr euch einen Überblick über den aktuellen Stellenmarkt verschaffen könnt. Darin sind neben Praktika, Traineeprogrammen auch zahlreiche andere Stellenangebote ausgeschrieben.

Nice to have

Und für die Sammelwütigen unter euch: Jeder Stand hat eine begrenzte Auswahl an Goodies ausgelegt – von Post-it über Kugelschreiber, Textmarker und Blöcke ist alles dabei, was das Studierendenherz begehrt. Doch auch hier gilt es, sich höflich und maßvoll zu verhalten und nicht mit vollbeladenen Taschen von Stand zu Stand zu hetzen, um noch mehr abzustauben. Es macht weder einen positiven Eindruck auf die PersonalerInnen noch wirft es ein gutes Licht auf euch selbst.

Nach dem Absolventenkongress ist vor dem Absolventenkongress

Studierende, AbsolventInnen und Young Professionals finden hier (meist), was sie suchen: Austausch, Kontakte und konkrete Jobangebote.

Studierende, AbsolventInnen und Young Professionals finden hier (meist), was sie suchen: Austausch, Kontakte und konkrete Jobangebote.

Glückwunsch, ihr habt wertvolle Informationen erhalten, einige erfolgreiche Gespräche geführt und sogar dem einen oder der anderen Unternehmensvertreter/in euren CV übergeben! Jetzt ist es besonders wichtig, an der Sache dranzubleiben und eure Notizen nachzubereiten, damit die Bewerbung gelingt. Stimmt eure (vollständigen) Bewerbungsunterlagen auf das jeweilige Unternehmen ab und verweist im Anschreiben auf das freundliche Gespräch auf der Jobmesse.

Mein Fazit

Mein Eindruck vom Absolventenkongress ist ein überwiegend positiver, wenngleich mir und Studierenden ähnlicher Fachrichtungen folgendes Manko aufgefallen ist: Die Auswahl der teilnehmenden Unternehmen war zu einem Großteil auf Vertrieb, IT und Technik beschränkt – deshalb würde ich mich sehr darüber freuen, wenn das Branchenspektrum in Zukunft erweitert wird. Ein großes Lob möchte ich für die gelungene Organisation durch das Staufenbiel Institut aussprechen.

Eine Teilnahme kann ich nur wärmstens empfehlen – unabhängig davon, ob ihr eure Chancen auf dem Arbeitsmarkt checken, eure Wunschunternehmen in ungezwungener Atmosphäre kennen lernen oder einfach nur erste Erfahrungen im Hinblick auf euren künftigen Jobeinstieg sammeln wollt. Und natürlich ist ein Austausch mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen über deren Erfahrungen bei der Jobsuche oder dem Start ins Berufsleben möglich.

Weitere Stimmen zum Kongress: Zwei Kurz-Interviews

Leer geht niemand auf dem Absolventenkongress aus.

Leer geht niemand auf dem Absolventenkongress aus.

Neben den Gesprächen mit den Firmenvertretern habe ich die Gelegenheit dazu genutzt, zwei Teilnehmerinnen zu ihrer Motivation, ihren Vorstellungen und ihren Erfahrungen mit dem Absolventenkongress zu befragen. Da sind einmal Alex (weiblich, 28, Masterabschluss in Volkwirtschaftslehre) und Tim (männlich, 25, Masterabschluss in Entrepreneuership & Innovation), beides Absolventen auf der Suche nach ihrem ersten Job.

Für Alex ist es die erste Jobmesse überhaupt. Sie hat im März dieses Jahres ihr Studium an der Universität Göttingen beendet und sucht seitdem nach dem passenden Unternehmen. Im Absolventenkongress sieht sie eine tolle Möglichkeit für unkonventionelle Bewerbungsmöglichkeiten. Da es ihr noch an Berufserfahrung mangelt, sieht sie enorme Vorteile darin, im persönlichen Gespräch zu überzeugen und außerdem einen direkten Anknüpfungspunkt für die spätere Bewerbung zu haben. Sie hat sich im Vorfeld über die Veranstaltung informiert und ihre drei Favoriten herausgesucht. Zum Aufwärmen hat sie erst einige andere Firmen angesprochen, bis ihre Nervosität abgenommen hat, um dann bei ihren Wunschunternehmen anzufragen. Für sie hat sich die Teilnahme gelohnt: Zwei Vorstellungsgespräche und ein Telefoninterview sind das Ergebnis. Ihr Tipp an künftige TeilnehmerInnen: „Hintrauen, selbstbewusst auf die Unternehmen zugehen und herausfinden, ob man zueinander passt.“

Tim befindet sich ebenfalls noch auf Jobsuche. Wie Alex hat er drei bis vier Unternehmen ins Auge gefasst, die für ihn als künftige ArbeitgeberInnen in Frage kommen. Er hat sich durch die Messe neue berufliche Kontakte sowie Jobmöglichkeiten erhofft und auch von den angebotenen Services profitiert: Professionelle Bewerbungsfotos und ein CV-Check. Er ist zufrieden. Sein Tipp für künftige TeilnehmerInnen: „Richtig vorbereiten, einen Plan erstellen, sich per Warm-up die Reihenfolge der Unternehmen zusammenstellen und erst am Schluss das Wunschunternehmen ansteuern.“

Ihr seht: Es lohnt sich allemal, beim nächsten Absolventenkongress dabei zu sein. Wann es das nächste Mal soweit ist, erfahrt ihr hier. Viel Erfolg!

Romy

*Curriculum Vitae