Bewerber im Stresstest: das Assessmentcenter

Bewerber im Stresstest: das Assessmentcenter

Bild: go2 / photocase.de

Bewerbung, Vorstellungsgespräch, Job? Das war mal. Heutzutage werden bei der Auswahl der Bewerber häufig schwerere Geschütze aufgefahren. Es bleibt nicht nur bei einem Vorstellungsgespräch, manchmal gibt es mehrere Runden gibt. Und es gibt ab und an spezielle Auswahlverfahren, häufig Assessmentcenter (AC) genannt. Das bringt Dich schon beim Gedanken daran in’s Schwitzen? Muss nicht sein!

Nach dem Studium geht es für die meisten so weiter: Für viele Jobs bewerben und hoffen, einen Traumjob zu bekommen. Aber bisweilen sind noch ein paar kleinere oder größere Hürden dazwischen. Unternehmen lassen sich verschiedene Auswahlverfahren einfallen, um die geeigneten Kandidaten auszusuchen. Meist sind die nach einem speziellen Schema organisiert, um die Jobanwärterinnen und -anwärter gut miteinander vergleichen zu können.

Was ist ein AC und woher kommt es?

Ein AC ist ein Personalauswahl- und Personalbewertungsverfahren. „Assessment“ ist Englisch und heißt „Bewertung“, „Einschätzung“ oder „Feststellung“. Genau das sollen die manchmal sogar mehrere Tage dauernden Tests leisten. Hier gehen Arbeitgeber über das „normale“ Bewerbungsgespräch hinaus und wollen die Bewerber besser kennen lernen. Interessanterweise ist das, was so neu wirkt, eigentlich schon uralt: In den 1920ern suchte nämlich das deutsche Militär mit solchen Intensivauswahlverfahren seinen Offiziersnachwuchs aus. Dann geriet das Ganze in Vergessenheit und erlebte in den 1950er-Jahren – natürlich in den USA – ein Comeback. Mittlerweile nutzen das AC auch viele, vor allem größere Firmen in Deutschland .

Wie läuft das ab?

Es gibt verschiedene AC-Modelle. Sie können ein- oder mehrtägig sein und sind daher kosten- und zeitaufwendig. Das AC kann sogar außerhalb des Unternehmens stattfinden. Es gibt einige Verfahren, die ihr alleine oder als Gruppe bewältigen müsst, um euren potentiellen neuen Arbeitgeber überzeugen zu können. Die bekanntesten 4 sind:

  • Rollenspielen: Hier schlüpft ihr in arbeitsbezogene Rollen und dürft beispielsweise einen Manager spielen. Wie geht ihr als Manager um, wenn es Probleme gibt? Wie würdet ihr den Gewinn steigern?
  • Gruppendiskussionen: Hier müsst ihr zu einem vorgegebenen Thema mit anderen Konkurrenten heiß dikutieren. Die Personaler wollen sehen, wie überzeugend und konfliktresistent ihr seid. Das Wichtige bei Gruppendiskussionen ist, sich auch, außerhalb der Tests seinen Mitkonkurrenten gegenüber sozial zu verhalten und alle ausreden zu lassen.

    Im Bewerbungsgespräch: Nicht nur Fähigkeiten anpreisen, sondern auch Fragen stellen!
    Quellenangabe: sol-b / photocase.de

  • Fallstudien(Case studies) : Sogenannte Case studies dienen, um anhand von potentiellen Probleme eure Logik zu testen. Wie reagiert ihr, wenn das Unternehmen Verluste erleidet? Wie geht ihr damit um? Welche Lösungen oder Ideen habt ihr? In den meisten Fallen müsst ihr eure Ergenbisse als Präsentation vorstellen. Macht euch am besten Notizen, wenn euch alles erklärt wird, damit ihr nicht nachfragen müsst.
  • Online-Assessmentcenter: Bei einem Online-AC wird euer fachliches Wissen sowie soziale Kompetenzen online geprüft. Wenn ihr online an einem AC teilnehmen müsst, dann solltet ihr alles daheim vorbereiten. Perfekter Internet-Empfang, Ruhe, was zum Schreiben und Trinken.

Wie besteht man ein AC?

Wichtig ist – wie bei so vielem: Ruhe bewahren! Vorbereitung ist alles. Vorbereitung besteht zunächst aus dem ausführlichen Studium der Homepage und der Social Media-Seiten des Unternehmens. Einige Konzerne schicken Unterlagen, zur Vorbereitung. Damit ihr auf den neuesten Stand der Unternehmen seid, solltet ihr euch auch die aktuellen Pressemitteilungen anschauen. Einige Unternehmen führen ihr AC übrigens auf englisch, daher sollt ihr euer Business Englisch auffrischen. Im Allgemeinen testen die Unternehmen, wie ihr auf bestimmte reale Arbeitssituationen reagiert. Also geht es nicht nur um fachliche Kompetenzen, sondern vor allem auch um die persönlichen Eigenschaften. Deshalb sollte man sich nicht nur mit Fakten über das Unternehmen vorbereiten, sondern auch seine Soft Skills bereithalten. Empathie, Problemlösungkompetenzen, Teamfähigkeit und Organisationstalent zählen meist genauso viel wie Fach- und Allgemeinwissen.

 

Interview mit Khaled

Khaled hat seinen Bachelor erfolgreich gemeistert und sucht einen Job. Während seiner Jobsuche hat er einige Assessmentcenter durchlaufen. Ich habe mit ihm ein Interview geführt, um Eindrücke aus erster Hand zu bekommen!

Wie viele AC hast du schon gemacht?

Seitdem ich mein Studium abgeschlossen habe, habe ich an 4 Acs teilgenommen.

Warst du nervös?

Ja, eine gewisse Nervosität ist immer da. Aber bei meinem letzten AC war ich kaum nervös. Das lag wohl daran, dass wir nur 4 Teilnehmer waren. Bei einem anderen AC waren wir zu zehnt. Die Teilnehmerzahl, also die Zahl meiner Konkurrenten hat mich eher nervös gemacht als das AC selbst.

Wie hast du dich vorbereitet?

Ich habe oft mehrere Stunden Übungen aus Vorbereitungs-Büchern gemacht und mir Fragen durchgelesen, um vorbereitet zu sein. Aber: Man kann sich nicht auf alles vorbereiten. Letztlich muss man auch authentisch sein und nicht nur auswendig gelerntes Zeug vortragen.

Wie sahen deine ACs aus?

Ubnterschiedlich und ähnlich. Bei jedem AC gab es zu Beginn eine Selbstpräsentation, gefolgt von Fallstudien. Ansonsten gab es Gruppenarbeiten, Postkorbübungen (da muss man zeigen, dass man Prioritäten setzen kann) und Szenarien, wie Mitarbeitergespräche. Die AC dauerten im Schnitt bis zu fünf Stunden. Mein letzter AC dauerte aber zehn Stunden.

Denkst du eine Vorauswahl durch ein AC ist sinnvoll?

Ein AC bringt sicherlich Vorteile mit sich, vor allem wenn es darum geht Soft Skills zu testen oder ob ein Bewerber in ein Team passt. Vorteile auf Bewerberseite sind vor allem dann gegegeben, wenn man eher introvertiert ist. In einem normalen Bewerbungsgespräch kann man sich da nicht so gut präsentieren. Im AC kann man dann einfacher zeigen, was in einem steckt. Andererseits finde ich es sehr aufwändig, sowohl für ein Unternehmen als auch für einen Bewerber, vor allem wenn er dann nach dem ganzen Stress eine Absage bekommt.

Be prepared like a boss! Quelle: Unplash

 

Hast du Tipps, die du weitergeben kannst?

Ich finde eine gute Vorbereitung wichtig. Noch wichtiger finde ich allerdings seine Soft Skills zum Ausdruck zu bringen und dabei authentisch zu bleiben. Es soll ja festgestellt werden, dass man gut zum Unternehmen passt. Und man kann sich während eines AC auch wirklich selbst ein gutes Bild vom Unternehmen machen. Viel besser, als in einem halbstündigen Gespräch mit einem Personaler.  Und falls es beim ersten Mal nicht klappt, nicht aufgeben, seht es als Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Danke für deine Zeit.

 

 

Feven

Neuland Studium: Wenn die Eltern keine Akademiker sind

Neuland Studium: Wenn die Eltern keine Akademiker sind

Für die einen ist das Abitur und ein sich daran anschließendes Studium so sicher wie das Amen in der Kirche, während andere lange mit der Entscheidung für oder gegen ein Studium ringen. Wie kommt dieser Unterschied zustande? Welche Rolle spielt das Umfeld, in dem man groß wird – und welche Hürden müssen junge Studierende bewältigen, die als Erste in ihrer Familie studieren? Anna* und Thomas* erzählen von ihren Erfahrungen.

Anna (22) studiert Architektur (Bachelor)

Traumberuf Architektin.
Quelle: Pixabay.com

In Annas Familie ist sie die Erste, die ein Studium aufgenommen hat. „Meine Eltern waren anfangs so gar nicht begeistert“, sagt sie. Weder ihr Vater noch ihre Mutter haben studiert und auch sonst ist sie in der Verwandtschaft eine Pionierin. Ihre Eltern leben das traditionelle Ehemodell: Der Vater arbeitet als Beamter für eine Behörde, die Mutter ist in erster Linie für die Erziehung der Kinder und den Haushalt zuständig. Anna hat zwei jüngere Geschwister – einen Bruder im Grundschulalter und eine Schwester, die kurz vor ihrem sechzehnten Lebensjahr steht. „Aber ich wollte unbedingt studieren. Mein Traumberuf lässt sich nur mit einem Studium verwirklichen“, fährt sie fort.

Ihr Ziel ist es, als Architektin zu arbeiten und sie wusste auch ganz genau, wo sie studieren wollte: Japan sollte es sein. Aber der Weg dorthin war und ist steinig – und vor allem auch teuer. „Meine Eltern haben versucht, mir meinen Traum auszureden. Nicht, weil sie es mir nicht zutrauen, sondern weil es bei uns nicht üblich ist, dass man studiert, außer man möchte Arzt oder Jurist werden.“ Dann lacht sie. „Aber mit beidem kann man mich jagen.“ Das Schwierigste sei für sie gewesen, niemanden zu haben, den sie um Rat fragen konnte. „Fast alle Infos musste ich mir alleine beschaffen, was ja schon schwierig genug für ein Studium innerhalb von Deutschland ist. Im Ausland gibt es aber noch ganz viele andere Dinge zu berücksichtigen, die ich anfangs so gar nicht auf dem Schirm hatte.“ Deshalb sei das erste Semester besonders schlimm gewesen. Zusätzlich zu allem anderen musste sie nämlich noch Japanisch lernen. Ihre Basiskenntnisse reichten dafür bei Weitem nicht aus. „Ich war immer wieder kurz davor, einfach alles hinzuschmeißen“, sagt sie. „Aber aufgeben kommt nicht infrage.“ Sie hofft, dass ihre Geschwister es in Zukunft leichter haben.

Thomas (23) studiert Deutsch und Geschichte (Lehramt an Gymnasien)

Lehen und lernen.
Quelle: Pixabay.com

Thomas hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Seinen Eltern gehört eine gut laufende Werkstatt, für deren Erhalt beide Eltern hart arbeiten. Sein Vater ging lange Zeit davon aus, dass er die Werkstatt eines Tages übernehmen würde.

Tatsächlich sah es anfangs auch so aus. „Ich war ein durchschnittlicher Schüler, nicht besonders gut, nicht besonders schlecht. Als ich in die zehnte Klasse kam, hatte ich immer weniger Lust auf die Schule. Freunde zu treffen und zu zocken war wichtiger. Und da ich sowieso den Laden meiner Eltern übernehmen sollte, war es für beide okay, als ich nach der Zehnten aufhörte und eine Ausbildung zum Mechatroniker begann.“ Thomas zuckt die Schultern. „Obwohl ich öfter in der Werkstatt ausgeholfen habe, habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass das nicht mein Weg ist.“

Er erklärt, dass vor allem sein Vater ihm diese Entscheidung übel nahm, während seine Mutter ihn dabei unterstützte, herauszufinden, wie es nach der abgebrochenen Ausbildung weitergehen sollte. Schließlich entschied er sich, das Abitur nachzuholen. Tagsüber half er in der Werkstatt aus, abends fand er sich auf der Schulbank wieder. Inzwischen studiert er seit drei Semestern. Besonders im ersten Semester hatte er große Schwierigkeiten, sich an der Uni zurechtzufinden. Es war ihm nicht in den Sinn gekommen, sich an jemanden zu wenden, der seine Lage verstand. Er wollte es mit sich selbst ausmachen, vor allem, um seinem Vater zu beweisen, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Inzwischen sieht er das anders: „Man muss es sich nicht schwerer machen, als nötig. Die Energie, die ich am Anfang in Organisation und Finanzierung gesteckt habe, hätte ich ebenso gut für die Inhalte gebrauchen können. Aber hinterher ist man oft schlauer.“ Mit dem Wissen von heute würde er einiges anders machen.

Neuland Studium

Neuland betreten – wo geht’s lang?
Quelle: Pixabay.com

Anna und Thomas sind keine Einzelfälle. Während es für angehende Studierende, deren Eltern bereits ein Studium abgeschlossen haben, kaum einen Zweifel darüber gibt, ob und wie sie ein Studium bewältigen können – und sie darüber hinaus auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen können – stehen andere mit leeren Händen da. Natürlich gibt es im Zeitalter des Internets unzählige Möglichkeiten, sich zu informieren, aber viele Ängste und Sorgen lassen sich dadurch trotzdem nicht beseitigen.

Denn das Problem beschränkt sich nicht auf den fehlenden Erfahrungsschatz, sondern geht weit darüber hinaus. Ein Studium anstelle einer vermeintlich „soliden“ Ausbildung stellt in Nichtakademiker-Familien oftmals keine Selbstverständlichkeit dar, was sich zuweilen auch im Habitus zeigen kann. Etwas überspitzt ausgedrückt: Während sich die einen mit einer gewissen Selbstverständlichkeit durch die Uni bewegen, handelt es sich für junge Erwachsene, die als Erste oder Erster studieren, um ein völlig neues Terrain,  das es zu erschließen gilt. Das beginnt bei so simplen Dingen wie den richtigen Anlaufstellen und endet bei diversen bürokratischen und finanziellen Hürden.

Nicht selten wird dabei Potenzial verschenkt, wenn junge Studierende aus Unkenntnis, fehlenden Ansprechpartnern und/oder Überforderung heraus ihr Studium abbrechen – oder es bis zur Zwangsexmatrikulation Semester um Semester verlängern. Viele sind sich über die Informations- und Fördermöglichkeiten im Unklaren, die ihnen häufig von den Universitäten selbst bereitgestellt werden. Eine weitere wichtige Anlaufstelle neben den universitären Beratungsstellen ist etwa ArbeiterKind.de. Ihr habt noch nie davon gehört? Dann wird es aber höchste Zeit!

Was ist ArbeiterKind.de?

ArbeiterKind.de ist eine gemeinnützige Unternehmensgesellschaft zur Förderung des Hochschulstudiums von Nicht-Akademikerkindern. Sie besteht aus Ehrenamtlichen, die sich dafür einsetzen, Schülerinnen und Schüler bundesweit über die Chancen und Möglichkeiten zu informieren, ein Studium aufzunehmen. Interessierte Schülerinnen und Schüler werden dabei vom Studienbeginn bis zum Berufseinstieg begleitet und sind nicht länger völlig auf sich alleine gestellt. Die Ehrenamtlichen schöpfen dabei aus ihren eigenen Erfahrungen als Noch-Studierende oder sind „Akademiker und Akademikerinnen erster Generation“. Doch warum ist das wichtig?

Studieren ist (k)eine Frage der Herkunft.
Quelle: Pixabay.com

Man kann im Grunde genommen gar nicht früh genug damit beginnen, Schülerinnen und Schüler auf ihre Möglichkeiten aufmerksam zu machen – aber mindestens ebenso wichtig ist es, eine Unterstützung anzubieten, die über die reine Informationsbereitstellung hinausgeht.

Dabei gilt es jedoch mehrere Hürden zu überwinden: Viele scheuen sich davor, sich als „Arbeiterkinder“ zu outen. Bei einigen spielt auch das Elternhaus eine nicht unwesentliche Rolle, denn wer möchte (sofern man die Wahl hat) seine Eltern schon gerne als „Arbeiterin“ oder „Arbeiter“ titulieren? Aber auch die Eltern selbst können es ablehnen, sogenannten „Arbeitern“ zugeordnet zu werden. So können sich schon früh Hemmschwellen aufbauen, den beruflichen Hintergrund der Eltern zum Thema zu machen (oder machen zu müssen). Einige wollen außerdem ihren eigenen Weg gehen – und zwar unabhängig von ihrer Familie, häufig verbunden mit der Annahme, keine fremde Hilfe in Anspruch nehmen zu dürfen, sondern alles aus eigener Kraft heraus meistern zu müssen.

Umso wichtiger ist es, frühzeitig dafür zu sorgen, vermeintliche oder tatsächliche Stigmatisierungen durch die Bezeichnung „Arbeiterkinder“ aufzulösen, um stattdessen Aufklärung zu betreiben und etwaige Hemmschwellen abzubauen.

Was bietet ArbeiterKind.de?

Die wesentlichen Säulen von ArbeiterKind.de sind Informationsbereitstellung und Unterstützung in Form von Mentoring, und zwar von von der Schule bis zum Studium, vom Studium bis zum Abschluss – und schließlich vom Abschluss bis zum Berufseinstieg. Neben zentralen Fragen wie der Finanzierung eines Studiums (oder eines Auslandssemesters) oder der Bewerbung um Stipendien werden auch Fragen rund um den Studienalltag und die Studienorganisation beantwortet.

Gemeinsam statt einsam!
Quelle: Pixabay.com

Angehende Studierende profitieren vor allem von den persönlichen Erfahrungen ihrer Mentorinnen und Mentoren, die die mit dem Studium verbundenen Schwierigkeiten am eigenen Leib erfuhren und ihr daraus gewonnenes Wissen an künftige Studierende weitergeben wollen. Es geht auch darum, eine Community zu bilden, die vor ähnlichen Herausforderungen steht, um das Gefühl des Einzelkämpfertums im Studium abzuschwächen und junge Erwachsene ihr volles Potenzial ausschöpfen zu lassen.

Seit 2014 ist ArbeiterKind.de auch an der Universität Stuttgart vertreten. Ihr könnt euch per E-Mail an sie wenden oder euch in der Stuttgarter Gruppe zunächst einmal informieren. Kleiner Tipp: Jeden dritten Mittwoch eines Monats findet ein offener Stammtisch im Forum3-Café (Gymnasiumstraße, Haltestelle „Stadtmitte“) in Stuttgart statt, an dem ihr auch ohne Vorankündigung teilnehmen könnt.

Ich wünsche euch alles Gute fürs Studium!

Romy

*Namen geändert

Quelle: www.arbeiterkind.de, www.student.uni-stuttgart.de

Staatsexamen ade!

Staatsexamen ade!

In gut fünf Jahren verlassen die letzten Kandidaten und Kandidatinnen für ein Staatsexamen die Universität Stuttgart. Schon heute gibt es keine Möglichkeit für mehr, sich an unserer Universität für einen Studiengang mit Abschluss eines Staatsexamens einzuschreiben. Diese Entwicklung folgt der Idee einer gemeinschaftlichen Erklärung in Bologna, die 1999 von neunundzwanzig europäischen Bildungsministern unterzeichnetet wurde: Europäische Studienabschlüsse sollen international vergleichbar sein. 

Student vor dem Whiteboard

Praxisphasen für den Studierenden auf Lehramt sind sowohl beim Masterstudiengang, als auch beim Staatsexamen eingeplant.

Bis spätestens Herbst 2022 müssen alle Studierende des Lehramts nach der GymPO I an der Universität Stuttgart ihre Staatsprüfung abgelegt haben, denn bis dahin läuft ihre Prüfungsordnung aus. Aber was genau unterscheidet den Aufbau eines Studiengangs mit Staatsexamen von dem Aufbau eines Bachelor- oder Master-Studiengangs? Und was bedeutet es konkret für die Studienanfänger in Stuttgart, statt auf ein Staatsexamen, auf einen Bachelor- und Masterabschluss hinzuarbeiten?

Ein Bachelorstudiengang dauert in der Regel sechs Semester, ein Masterstudiengang vier. Die Studienzeit kann aber individuell verlängert werden. Laut einem ZEIT-Artikel schafften 2014 mit 40 % nicht einmal die Hälfte aller Studierenden ihren Abschluss in der Regelstudienzeit. Wer verlängert, überzieht jedoch meist nicht unverhältnismäßig: Vier von fünf Studierenden verlängern ihren Abschluss um nur maximal zwei Semester.

Das Zahlenspiel mit den Leistungspunkten

Innerhalb eines Semesters soll der Studierende 30 Leistungspunkte (LP) beziehungsweise Credit Points (CP) erlangen, aus denen sich die benötigten Arbeitsstunden berechnen lassen. Dabei steht ein CP für 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand pro Semester. Innerhalb eines Semester sollen also 900 Arbeitsstunden erbracht werden. Auf die Regelstudienzeit angerechnet ergibt das 5400 Stunden.

Ein Bachelorstudiengang kann sich zudem in Haupt- und Nebenfach gliedern. So kann an der Universität Stuttgart beispielsweise Germanistik im Hauptfach mit Volkswirtschaftslehre im Nebenfach oder Kunstgeschichte im Hauptfach mit Maschinenwesen im Nebenfach studiert werden. Eine solche Fächerkombination wird auch als Zwei-Fach-Bachelor (im Gegensatz zum Ein-Fach-Bachelor) bezeichnet.

deutschland

Beim Staatsexamen prüft der Staat den Studierenden.

Beim Staatsexamen legt der Studierende seine Prüfung nicht bei der Universität Stuttgart, sondern beim Staat ab. Ursprünglich wurde die Staatsprüfung wohl eingeführt, weil ein gesellschaftliches Interesse an der Qualitätserhaltung der jeweiligen Berufsgruppen besteht. So kann beispielsweise nur ein Jurist mit abgelegtem Staatsexamen den staatlich regulierten Beruf des Richters ergreifen.

In Bayern als Lehrer oder Lehrerin arbeiten?

Das auslaufende Lehramtsstudium mit Staatsprüfung an der Universität Stuttgart endet mit der Ablegung der Ersten Staatsprüfung. Anschließend findet ein, in der Regel zweijähriges, Referendariat statt, bei welchem die praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten vertieft werden, um schließlich in die Beamtenlaufbahn des höheren Dienstes beim deutschen Staat einzusteigen. Der Inhalt der Ausbildung richtet sich nach der jeweiligen Landesverwaltung, sie endet mit dem Bestehen der Zweiten Staatsprüfung. Beim Masterstudiengang des Lehramts absolvieren die Studierenden die praktische Ausbildung während des Schulpraxissemester.

Wer an der Universität Stuttgart sein Lehramtsstudiengang bis spätestens 2022 noch mit Staatsexamen abschließt, genießt den Vorteil, auch in Bayern als Lehrer beziehungsweise Lehrerin arbeiten zu dürfen. Dort werden bislang keine Lehrer oder Lehrerinnen eingestellt, die lediglich einen Masterabschluss vorweisen können.

Stift und Block

Die Lernstrategie sollte der eigenen Prüfungsordnung angepasst sein.

Dafür müssen sich Studierende im Bachelor- und Mastersystem nicht bereits zu Beginn für eine Schulform entscheiden, in der sie später unterrichten wollen. Erst bei der Wahl des Masterstudiengangs ist es wichtig, ob sie sich später eher in einer Grundschule oder in einem Gymnasium sehen. Die Aufteilung in zwei Abschlüsse führt allerdings wiederum zu einem erneuten Bewerbungsprozess: Auf den Masterstudiengang müssen sich die Studierenden mit den Noten des Bachelorabschlusses bewerben. Bei einem sehr schlechten Bachelorabschluss besteht daher die Gefahr, keinen Masterplatz zu erhalten. Zudem ist jede Prüfung während des Studiums, so auch bereits die erste, für die spätere Abschlussnote relevant.

Beim Bachelorstudium auf die Zwischenergebnisse aufbauen

Wie kann also der individuelle Lernplan an das jeweilige System angepasst werden? Während man bei einem Bachelorstudiengang jeder Kurs mit einer zeugnisrelevanten Prüfung beendet, besteht bei einem Staatsexamensstudiengang die Gefahr, sich lediglich auf das Bestehen der Prüfungen zu konzentrieren und dadurch gen Ende des Studiums einen immens großen Berg an ausstehender Arbeit anzusammeln. Der Bachelorstudierende kann dagegen zwar auf seinen Zwischenergebnissen aufbauen, sollte daher aber auch von Beginn motiviert lernen und Prüfungen mit guten Noten bestehen, um nicht später nur noch Schadensbegrenzung betreiben zu können.

Das eigene Studiensystem zu verstehen, ist für jeden Studiengang die Grundlage für die Erstellung eines effektiven Lernplans. Eine Übersicht über alle Prüfungsordnungen an der Universität Stuttgart findet ihr hier.

 

Anna

Schluss mit Schreibblockaden

Schluss mit Schreibblockaden

Bildnachweis: Andreas Berheide / photocase.de

Ob Papers, Essays, Seminar- oder Abschlussarbeiten – kaum ein Studiengang kommt ohne eine schriftliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragestellungen aus. Je nach Studiengang überrollt euch jedes Semester eine Flut davon. Um allmählich eine gewisse Schreibroutine zu entwickeln und euch die Angst vor dem leeren Blatt zu nehmen, findet ihr hier einige Ansätze um Schreibblockaden zu überwinden – oder im besten Fall erst gar nicht entstehen zu lassen!

Es liegen ganze Welten zwischen den Texten, die ihr zu Schulzeiten verfassen musstet, und den wissenschaftlichen Arbeiten, die ihr an der Uni einreichen müsst. Gerade, wenn es sich um eure erste Seminararbeit handelt, steht ihr vielleicht vor einer großen Herausforderung, an der ihr aus zwei Gründen scheitern könnt:

Ihr nehmt das Ganze zu locker, übergeht die Basics wissenschaftlichen Schreibens und liefert eine schnell heruntergeschriebene Arbeit ab, ohne euch die Mühe zu machen, sie sorgfältig zu überarbeiten. Oder aber ihr neigt aus Angst vor Fehlern dazu, die Arbeit ewig vor euch herzuschieben und euch mit allem anderen zu beschäftigen, nur nicht damit – und frönt damit der Prokrastination. Trotz schlechten Gewissens starrt ihr auf weiße Monitore und wisst nicht, wo ihr anfangen sollt. Woher kommt das?

Ein paar Irrtümer rund ums Schreiben

Selbst im wissenschaftlichen Bereich kursieren noch immer einige Irrtümer und Mythen, die sich um das Verfassen von guten bis sehr guten Texten drehen.

Faktencheck: Welche Irrtümer kursieren rund ums Schreiben?
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Einige von ihnen beziehen sich auf die Art des Schreibens von Texten und die äußeren Bedingungen, unter denen Texte entstehen, während andere mit inneren Überzeugungen – sogenannte Glaubensmuster – zu tun haben.

Im nachfolgenden Abschnitt möchte ich auf einige dieser Annahmen eingehen und sie auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. Warum? Weil keinerlei Magie hinter dem Schreiben von Texten jeglicher Art steckt, sondern ein gut sortierter Werkzeugkasten verschiedener Fähigkeiten, die ihr im ersten Schritt erlernen und im zweiten Schritt verbessern könnt, wenn ihr erst einmal einige dieser lästigen Blockaden abgeschüttelt habt.

Irrtum Nr. 1 : Exzellente Texte entstehen in einem Rutsch bzw. aus einem Guss. Wenn sie nicht auf Anhieb gelingen, sind sie miserabel. 

Die Angst vor dem leeren Blatt. Völlig unbegründet?
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Das ist definitiv eine falsche Annahme und wer auch immer behauptet hat, dass die besten Texte in einem Durchgang geschrieben werden, ist auf dem Holzweg. Jede Textform benötigt Zeit für Überarbeitung – und wissenschaftliche Texte bilden da keine Ausnahme. Die Überarbeitung beinhaltet nicht nur formale Korrekturen wie Zeichensetzung, Grammatik oder Rechtschreibung, sondern auch und vor allem eine inhaltliche Korrektur. Letzteres betrifft zum einen den Stil (eine wissenschaftliche Arbeit verlangt einen anderen Stil als etwa ein Prosatext), zum anderen aber auch die innere Logik eines Textes – etwa ob gezogene Schlussfolgerungen gerechtfertigt sind, ins Leere gehen oder sich widersprechen.

Tatsächlich durchläuft ein inhaltlich und formal ansprechender Text mehrere Korrekturdurchläufe, bis er abgabebereit ist. Deshalb spielt der Zeitfaktor eine nicht unwesentliche Rolle.

Irrtum Nr. 2: Die Einleitung zu einer wissenschaftlichen Arbeit wird direkt am Anfang geschrieben.

Auch wenn die Einleitung dazu dient, in die Fragestellung eurer Arbeit einzuführen und kurz ihren Aufbau sowie ihre Zielsetzung darzustellen, so ist es trotzdem vertane Zeit, wenn ihr die Einleitung direkt am Anfang eurer Arbeit schreibt. Wieso? Das ist relativ simpel zu erklären: Solange eure Arbeit noch nicht endgültig steht, werdet ihr im Verlauf des Schreibprozesses immer wieder Passagen umschreiben, einzelne Gliederungspunkte neu sortieren und/oder ganz streichen, was eure eingangs verfasste Einleitung zwangsläufig über den Haufen werfen wird. Daher mein Tipp: Die Einleitung erst dann schreiben, wenn der formale und inhaltliche Teil der Arbeit fertig und abgeschlossen sind, sprich der Haupt- und Schlussteil eurer Arbeit stehen.

Irrtum Nr. 3: Ich kann sowieso nichts Gutes aufs Papier bzw. den Monitor bringen.

Kann ich nicht – kann ich doch!
Quelle: Pixabay.com

Hier kommt eine Überzeugung ins Spiel, der oftmals eine lange Leidensgeschichte vorausgeht, beginnend in der Schulzeit, wenn die eigenen Texte wiederholt von Lehrkräften in der Luft zerrissen wurden.

Aber auch gut bewertete Texte können vor dem Hintergrund von empfundener Unzulänglichkeit entstehen, wenn der oder die Verfasserin die Bewertung nicht auf ihre eigene Leistung zurückführt, sondern auf die (positive) Voreingenommenheit der Lehrkraft. So bleibt die Bildung einer wachsenden Schreibkompetenz aus, verbunden mit einer wiederholten Erfahrung von Verunsicherung, weil die erhaltene Bewertung mit der empfundenen Qualität der Leistung weit auseinanderklafft (Münchhausen-Syndrom). Empfehlenswert ist daher der Besuch der Schreibwerkstatt der Universität Stuttgart, wo ihr rund ums wissenschaftliche Schreiben beraten werdet und Hilfestellungen zu euren Fragen erhaltet.

Irrtum Nr. 4: Erst wenn ich alle erdenkliche Literatur zu einem Thema gelesen habe, kann ich mit dem Schreiben beginnen.

Verloren im Bücherdschungel.
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Woche um Woche verstreicht, der gelesene und exzerpierte Bücherberg wird immer größer, aber wenn ihr die Textdatei mit eurer Seminar- oder Abschlussarbeit aufruft, herrscht gähnende Leere in eurem Kopf und auf eurem Monitor.

Natürlich ist eine sorgfältige Literaturrecherche wichtig, bevor ihr mit dem eigentlichen Verfassen beginnt. Aber sorgfältig heißt eben nicht, dass ihr den Anspruch erfüllen müsst, die gesamte Literatur zu einem Thema rezipiert zu haben, sondern nur den Teil, der auf eurer Thema bzw. eure Fragestellung zugeschnitten ist. Dazu müsst ihr meist aktuelle Forschungsliteratur heranziehen und nicht schon bei Adam und Eva beginnen. Hier empfiehlt es sich, sich im Zweifel bei den Dozierenden zu erkundigen.

Irrtum Nr. 5: Nur in der „richtigen“ Stimmung kann ich gut schreiben.

In der perfekten Stimmung zum Schreiben.
Quelle: Pixabay.com

Ihr sitzt stundenlang vor dem Rechner und wartet auf die richtige Eingebung, um mit dem Schreiben beginnen zu können. Oder aber ihr verbringt Stunde um Stunde damit, Unterlagen zu wälzen, Recherche zu tätigen und eure Notizen durchzugehen, um bloß nicht schreiben zu müssen. Was steckt dahinter?

Mit Sicherheit habt ihr vom Konzept des „Flow“ gehört. Falls nicht, hier eine kurze Definition: Beim „Flow“ handelt sich um einen „Zustand höchster Konzentration und völliger Versunkenheit in eine Tätigkeit“. Was ihr in diesem Zustand erlebt, ist von positiven Gefühlen begleitet und macht euch die Tätigkeit sehr angenehm. Die Dinge scheinen wie von selbst zu laufen. Doch darauf zu warten, dass dieser Zustand eintritt, ist wenig hilfreich. Denn um in einen „Flow“ zu kommen, müsst ihr überhaupt erst einmal mit der Tätigkeit beginnen. In unserem Fall bedeutet dies konkret, dass ihr euch ans Schreiben machen müsst – und wenn es zu Beginn nur unsortierte Stichpunkte sind!

Mögliche Ursachen für Schreibblockaden

Nachdem wir nun mit 5 Irrtümern aufgeräumt haben (es gibt natürlich noch sehr viel mehr), wenden wir uns einigen Strategien zu, wie ihr Schreibblockaden – die oftmals mit Denkblockaden einhergehen – verhindern könnt, noch bevor sie auftauchen bzw. sie überwinden, wenn sie bereits aufgetreten sind.

Perfektion lähmt.
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Noch einmal: In den seltensten Fällen haben Schreibblockaden damit zu tun, dass man zu faul dafür ist, den geforderten Text zu verfassen. Stattdessen steht oft der Glaube im Vordergrund, an dieser Aufgabe zu scheitern (Versagensangst) – oder direkt beim ersten Anlauf einen fehlerfreien, treffend formulierten Text aufs Papier bzw. den Monitor bringen zu müssen (Leistungsdruck). Ein weiterer Punkt ist die Suche nach dem vermeintlich perfekten Einstieg in den Text, der den Schreibprozess blockiert. Manchmal fehlt auch einfach ein konkreter Plan bzw. eine Struktur, um den Text schreiben zu können. Und auch negative Vorerfahrungen hemmen den Schreibfluss, statt ihn zu fördern. Höchste Zeit also, diese Blockaden anzugehen!

How to: Schreibblockade(n) überwinden

Planlos – und jetzt?
Quelle: Pixabay.com

Schritt 1: Ursachenforschung betreiben! Findet zunächst heraus, was euch wirklich blockiert – und das ist meistens nicht der noch anstehende Haushalt. Ist eure Fragestellung nicht klar genug abgegrenzt? Wisst ihr nicht, welche Literatur für euer Thema relevant ist? Habt ihr keine Ahnung, welches Thema ihr überhaupt wählen sollt? Handelt es sich um eure erste wissenschaftliche Arbeit und ihr wisst nicht, wie der formale Aufbau aussieht und welche Regeln ihr berücksichtigen müsst? Findet heraus, was euch blockiert und vom Schreiben abhält!

Schritt 2: Ursachen bewältigen! Ihr habt eine erste Ahnung, was euch am Schreiben hindert. Zum Beispiel treffen gleich mehrere Punkte zu: Ihr seid im ersten Semester, habt noch nie eine Seminararbeit geschrieben und das Thema könnt ihr aufgrund mangelnder Erfahrung noch gar nicht selbst eingrenzen, geschweige denn überblicken. Was tun? In diesem Fall vereinbart ihr schleunigst einen Termin mit eurem Dozenten oder eurer Dozentin, um die Arbeit und ihre Fragestellung zu besprechen. Bereitet euch auf das Gespräch am besten mit Notizen vor, damit ihr eure Fragen an Ort und Stelle loswerden könnt und nicht planlos vor euch hinstottert oder Wichtiges zu fragen vergesst.

Keine zündende Idee?
Quelle: Pixabay.com

Schritt 3: Ideen sammeln und Struktur herstellen! Vor dem aktiven Schreiben lohnt es sich, ein paar grobe Ideen zu sammeln. Welche Aspekte beinhaltet das Thema der Arbeit, welche gehen darüber hinaus und sind eher ein Thema für den Schlussteil bzw. Ausblick? Wo werden in der Forschung kontroverse Meinungen vertreten, wo liegen Gemeinsamkeiten vor? Stellt dabei Fragen wie: Worauf zielt mein Text ab? Welche Frage(stellung) soll er beantworten? Was reflektiert er? Wo spricht er neue, bislang unbeachtete Aspekte an? Wo geht er konform mit bestehender Forschung, wo nicht? Handelt es sich um ein Review von Studien?

Anhand solcher und ähnlicher Fragen könnt ihr euch zu Beginn des Schreibprozesses entlanghangeln, um eine erste Struktur in den Text zu bekommen. Sobald ihr diese Fragen beantworten könnt, wird es Zeit für die formale Struktur der Arbeit. Informiert euch über die wissenschaftlichen Standards, denen ihr genügen müsst. Schaut euch Beispiel-/Musterhausarbeiten an, die oftmals von den Lehrstühlen bereitgestellt werden, um euch einen ersten Eindruck davon zu geben, wie eure Arbeit v. a. formal aufgebaut sein soll. Zwischen den einzelnen Studiengängen – und zuweilen auch den einzelnen Dozierenden – bestehen zudem immer wieder Unterschiede hinsichtlich der Zitation, also macht euch vorher schlau, mit welcher Zitation ihr arbeiten müsst.

Zeit zu schreiben – und zwar genau jetzt!
Quelle: Pixabay.com

Schritt 4: Schreiben! Ja, aber … Kein Aber! Die Fragestellung steht, eine sinnvolle Gliederung habt ihr ebenfalls erarbeitet (am besten auch mit dem/der Dozierenden abgesprochen), dann heißt es jetzt: Ran ans Schreiben! Hier dürft ihr nur nicht in die Perfektionsfalle tappen! Was damit gemeint ist, habe ich in den Irrtümern 1 bis 5 ausführlich besprochen.

Der Text, den ihr jetzt schreibt, ist nichts weiter als ein Rohentwurf. Das bedeutet, er darf und soll noch geschliffen, überarbeitet und bei Bedarf auch umstrukturiert werden. Wichtig ist nur, dass ihr überhaupt erst in den Schreibfluss kommt. Flapsige Formulierungen, Stichpunkte statt ausgeschriebener Sätze sind an diesem Punkt noch völlig in Ordnung, solange ihr im Schreibfluss bleibt.

Schritt 5: Ruhen lassen! Auch wenn ihr eine knappe Deadline für die Abgabe habt, empfehle ich euch trotzdem, den fertigen Text einige Tage – im günstigsten Fall sogar einige Wochen – liegen zu lassen. Mit etwas zeitlichem Abstand kommt ihr leeren Worthülsen, unnötigen Wiederholungen und/oder inhaltlichen Fehlern im Allgemeinen viel eher auf die Schliche. Am besten funktioniert die Korrektur meiner Erfahrung nach, wenn ihr den Text ausgedruckt vor euch liegen habt und in die distanzierte Rolle eines bzw. einer Lektorin schlüpft, die sich den Text wohlwollend, aber auch kritisch vornimmt.

Nach Möglichkeit solltet ihr euren Text zusätzlich einem Freund oder einer Freundin geben, die mit dem Inhalt eher wenig anfangen kann. Weshalb? Je unvoreingenommener Lesende sind, desto klarer zeigt sich bei ihrer Lektüre, ob es euch gelungen ist, einen Sachverhalt verständlich darzustellen. Gerade hinter kompliziert verschachtelten und mit Fremdwörtern gespickten Formulierungen verbergen sich oft Unsicherheiten und Angst davor, als ahnungslos enttarnt zu werden. Falls ihr mit solchen Ängsten kämpft, solltet ihr erwägen, das Angebot der Schreibwerkstatt zu nutzen oder einen Termin mit dem Dozenten vereinbaren, um etwaige Unklarheiten oder Unsicherheiten zu beseitigen.

Schritt 6: Gut ist gut genug! Ihr habt euren Text fertiggeschrieben, ihn eine Weile ruhen lassen und ihn anschließend sorgfältig überarbeitet, vielleicht auch Freundinnen oder Freunden zum Lesen gegeben. Bevor ihr also zum hundertsten Mal eure Datei durchgeht und sie akribisch auf Fehler untersucht, stellt euch ehrlich die Frage, ob es nicht langsam genug ist. Auch wenn die Perfektionistinnen und Perfektionisten unter euch aufschreien mögen – gut ist gut genug.

Niemand erwartet von euch, dass eure Arbeit direkt nobelpreisverdächtig ausfällt – in der Regel geht es nur darum zu zeigen, dass ihr solide wissenschaftlich arbeiten könnt, d. h. konkrete Fragestellungen unter der Berücksichtigung wissenschaftlicher Regeln und Praktiken untersuchen könnt. Und dazu gehört es nun einmal, immer wieder zu üben. Jede Arbeit, die ihr verfasst, verschafft euch anhand des Feedbacks der Dozierenden einen ungefähren Eindruck davon, wo ihr gerade in eurer (Schreib-) Entwicklung steht.

Schritt 7: Belohnen! Ja, das gehört tatsächlich dazu. Nach all der getanen Arbeit wollt ihr eine positive Verbindung zum Schreiben aufbauen – also belohnt euch entsprechend! Gerade wenn mehrere Arbeiten anstehen, ist die Motivation, sich gleich wieder an die nächste zu setzen, eher im Keller. Um euch selbst zu überlisten und eine positive Assoziation zum Schreiben aufzubauen, solltet ihr euch auf jeden Fall etwas Gutes tun. Ihr wisst selbst am besten, mit welchen Belohnungen sich eure Motivation hervorlocken lässt.

Zusammengefasst:

  1. Ursachenforschung
  2. Ursachenbewältigung
  3. Ideen sammeln und strukturieren
  4. Rohentwurf herunterschreiben
  5. Ruhen lassen, dann überarbeiten
  6. Gut ist gut genug
  7. Selbstbelohnung

Gutes Gelingen beim Schreiben!

Romy

PS: Ihr habt weitere Ideen, wie man Schreibblockaden loswerden kann? Oder ihr habt eigene Schreibroutinen entwickelt? Lasst uns gerne daran teilhaben!

Quelle: www.duden.de

Wer schreibt, der bleibt: Abschlussarbeit im Unternehmen

Wer schreibt, der bleibt: Abschlussarbeit im Unternehmen

Zuversichtlich in die Zukunft.
Bild: FemmeCurieuse / photocase.de

Das Finale eines Bachelor- oder Masterstudiums ist die Abschlussarbeit. Der klassische Weg wäre, diese an der Uni zu schreiben. Wer es praxisbezogen mag, der hat auch die Möglichkeit seine Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu verfassen. Doch aus Unsicherheit, entscheiden sich nur wenige für diese Option.

Der traditionelle Weg: Monatelang an der Abschlussarbeit schreiben, dann liest und bewertet sie ein Prof und hinterher liegt das Ergebnis in einer Schublade. Was wäre aber, wenn deine Abschlussarbeit nicht nur das Studium beendet, sondern auch einen Berufseinstieg öffnet?

Die Unternehmen wünschen sich Studierende, die bereits während des Studiums Erfahrung gesammelt haben. Sei es in einem Praxissemester durch einen Praktikum oder einer Werkstudententätigkeit. Aber es gibt noch eine dritte Option: Die Abschlussarbeit im Unternehmen. Eine erfolgreiche praktische Abschlussarbeit kann euch die Türen zu einem einfacheren Berufseinstieg öffnen.

Das Unternehmen hat auch was davon: Der künftige Absolvent investiert viel Arbeit in ein Projekt, die ein vorhandener Mitarbeiter oft in dieser Detailtreue gar nicht aufwänden könnte. Daher schreiben immer mehr Konzerne öffentlich Stellenausschreibungen für Abschlussarbeiten aus.

Wieso überhaupt? Die Vorteile:

  1. Netzwerk: Schon früh Kontakte in einem Unternehmen zu knüpfen, ist für Studierende vorteilhaft. Daher eignet sich eine praktische Arbeit bestens, ein Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen. Nebenbei bekommst Du auch wichtige Kontakte, die für den Berufseinstieg eine große Rolle spielen können.

    Abschlussarbeit im Unternehmen. Quelle: Unsplash

  2.  Lebenslauf: Eine praktische wissenschaftliche Arbeit ist ein großer Pluspunkt im Lebenslauf. Studierende, die mehr als reines Theorie-Wissen aus der Uni mitbringen, sind für jeden Arbeitgeber attraktiv. Durch eine praktische Arbeit sieht das Unternehmen, dass ihr auch außerhalb der Uni Erfahrungen gesammelt habt.
  3. Lohn: Für deine Abschlussarbeit bezahlt werden? Wieso auch nicht? Die meisten Unternehmen zahlen ein Praktikantengehalt. So kannst Du sichergehen, dass eure praxisorientorientierte Arbeit sich doppelt auszahlt. 
  4. Projekt: Durch deine Abschlussarbeit kannst Du ein Projekt übernehmen und bekommst so Verantwortung übertragen. Und Du weißt, dass deine wissenschaftliche Arbeit einen praktischen Nutzen und somit einen Mehrwert hat.

Wie geht’s? Recherchiere lange im Voraus

Im Internet findest du zahlreiche Stellenbörsen, die auf Abschlussarbeiten spezialisiert sind. Achtung: Meistens sind die Stellen auch gleichzeitig für Praktikanten oder Werkstudenten ausgeschrieben. Auch in der Stellenbörse der Universität Stuttgart finden sich einige Angebote für eine Abschlussarbeit im Unternehmen. Wenn du Glück hast, sind an dem Lehrstuhl, an dem du deine Arbeit schreiben willst, Themen für Abschlussarbeiten in Unternehmen am Schwarzen Brett ausgeschrieben.

Studierende am Arbeiten

Arbeiten in der Universitätsbibliothek.
(Copyright: Universität Stuttgart)

Wenn du selbst suchen musst, frag bei Profs oder Absolventen nach, wer eventuell infrage kommt. Firmen, die bereits Abschlussarbeiten betreut haben, sind sicherlich von Vorteil. Viele schreiben ihre Abschlussarbeit in einem Unternehmen, in dem sie vorher als Werkstudent oder Praktikant gearbeitet haben. Wenn du Glück hast, bekommst du ein Angebot. Auf jeden Fall solltest du dich vorher schlau machen und deinen Vorgesetzten fragen, ob du die Chance hättest, deine Stelle mit einer Abschlussarbeit zu verlängern.

Allgemein ist es wichtig, sich rechtzeitig zu bewerben. Denn die Suche nach einer Firma, die zur eigenen Fachrichtung und zum Wunsch-Thema passt, kann zeitaufwändig sein.

 

Das musst Du auf jeden Fall bedenken:

  1. Plötzlich Arbeitnehmer: Als Studentin oder Student arbeitest du für das Unternehmen und schreibst gleichzeitig an deiner Abschlussarbeit – bei zwei wichtigen Dingen auf einmal, kann eine zu kurz kommen. Daher ist es wichtig, dass du dir euch das richtige Unternehmen aussucht. Es muss zu eurem Gebiet passen und es muss auch zu dir passen.

    Bild: complize / photocase.de

  2. Diener zweier Herren: Deine Arbeit muss die Erwartungen deiner Profs und die der betreuenden Person im Unternehmen erfüllen. Sowohl das Konzept der Arbeit, die Herangehensweise als auch jede Änderung des Fokus im Verlauf musst du mit beiden Seiten besprechen. In der Regel ist das Unternehmen in erster Linie am Ergebnis deiner Bachelorarbeit bzw. Masterarbeit interessiert, wobei für deinen Professor eine wissenschaftliche Arbeitsweise von größerer Bedeutung ist. Und das vergessen viele: Das Unternehmen offiziell keinen Einfluss auf das Thema und den Inhalt der Arbeit, der prüfungsrechtliche Anspruch liegt allein bei der Uni, die auch über wissenschaftliche Kriterien und Formalien entscheidet. Auch wenn du deine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreibst, vergesst nicht, dass die Benotung durch den Professor erfolgt.
  3. Geheime Daten:  Du hast durch deine Arbeit häufig Einblicke in sensible Daten, die nicht veröffentlicht werden dürfen. Eine Firma möchte daher die Forschungsergebnisse meistens geheim halten, während die Uni da anders agiert. Im Arbeitsvertrag wird geregelt, ob du nur beschränkten Zugang zu Daten bekommst oder bestimmte Dinge in der Arbeit nicht verwenden darfst. Wichtig ist, diesen Punkt vorher zu klären, damit beide Betreuer mit dem Thema und den Voraussetzungen einverstanden sind.
  4. Das dauert und dauert: Es kann viel zeitaufwändiger sein, die Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Das Unternehmen kann viel verlangen – zum Beispiel eine Reihe von Tätigkeiten, die gar nichts mit deiner Abschlussarbeit zu tun haben. Und bevor du richtig loslegen kannst, musst du auch erst die Strukturen des Unternehmens kennenlernen. Plane dafür ordentlich Puffer ein.
  5. Thema: Interesse am Thema ist die beste Motivation, schließlich beschäftigt man sich eine lange Zeit intensiv damit. Im Unternehmen ist die selbstständige Wahl meist gar nicht möglich, denn das Thema wird vorgegeben. Oft bieten Unternehmen Themen an, die sich im Sinne der Prüfungsordnung gar nicht wirklich bearbeiten lassen. Das solltest Du vorher mit deinem Betreuer an der Uni gut abgeklärt haben.
  6. Money Money: Egal wie viel oder wenig Geld dir das Unternehmen bezahlt: Eine Abschlussarbeit im Unternehmen gilt beim Amt für Ausbildungsförderung als Ausbildungsvergütung. Das heißt, dass der Bafög-Betrag gekürzt wird. Klär in der Sprechstunde deines BAföG-Amts, wie sich das Gehalt auf deinen Beitrag auswirkt.

 

Fazit

Beides hat Vor-und Nachteile. Schaut euch euren Arbeitsvertrag genau an, damit ihr euch über die Voraussetzungen im Klaren seid. Alle Parteien – der Absolvent, die Uni und das Unternehmen – profitieren meist von der Zusammenarbeit. Aber auch nur dann, wenn es wirklich gewollt ist. Und wie geht es nach eurer Abschlussarbeit weiter? Hier bekommt ihr ein wenig Inspiration.

 

Feven

Goodbye, Germany – Hello Ausland!

Goodbye, Germany – Hello Ausland!

Auslandssemester, Auslandspraktikum, AuPair oder Work&Travel – das ist alles schön. Aber: wer das Meiste von einem Auslandsaufenthalt herausholen will, bewirbt sich für einen richtigen Job und lebt dort länger als 6 Monate. Um den richtigen Job im Ausland zu finden, braucht man eine perfekte Bewerbung. Wie das geht, zeige ich euch hier.

In Zeiten der Globalisierung stehen uns auf der ganzen Welt viele Türen offen. Es ist einfacher, andere Kulturen kennen zu lernen und monatelang im Ausland zu leben. Deutsche, hochqualifizierte Absolventinnen und Absolventen haben in den meisten Ländern der Welt eigentlich ganz gute Jobchancen. Also, warum nicht ausprobieren? Spricht etwas dagegen?

 

Wieso im Ausland bewerben? Top 4 Gründe

  1. Qualifikation: Viele Arbeitgeber wünschen sich Arbeitnehmer, die eine qualifizierte Auslandserfahrung absolviert haben. So habt ihr durch eine internationale Karriere bessere Chancen euch in der Zukunft wieder in Deutschland zu bewerben.
  2. Chancen: Absage über Absage in Deutschland? Ein Grund mehr, sein Glück im Ausland zu versuchen. Zudem knüpft ihr internationale Kontakte, die auf jeden Fall nicht schaden werden.
  3. Sprachen: Wer im Ausland arbeitet, gewinnt nicht nur auf beruflicher Ebene. Als Pluspunkt lernt oder verbessert ihr eine neue Sprache.
  4. Lifestyle: Es gibt für uns Deutsche eine ganze Reihe von Sehnsuchtsorten, in denen das Leben als etwas entspannter gilt, als bei uns. Ob das immer so stimmt oder nur ein Klischee ist, lässt sich nur individuell beantworten. Meine Erfahrung ist: Selbst wenn die Menschen weniger Geld als wir in Deutschland verdienen so verspüren sie dennoch mehr Lebensfreude und scheinen gelassener und glücklicher zu sein. Das liegt vielleicht auch am Wetter. Wer sich Richtung Süden bewirbt, hat Glück, einen längeren Sommer und kürzeren Winter zu erleben. Und wer liegt nicht gerne noch im Herbst am Strand? 

Wie bewirbt man sich?

Es gibt viele Wege sich zu bewerben. Die gängisten sind online oder vor Ort. Für welchen Weg ihr euch auch entscheidet, ihr braucht immer eine einwandfreie und fehlerfreie Bewerbung.

Die perfekte Bewerbung

  1. Lebenslauf: Alle Zeugnisse sollten übersetzt werden. Deutsche Zeugnisse helfen euch nicht weiter, es sei denn, ihr bewirbt euch für ein deutsches Unternehmen. Im Englischen gibt es die sogenannten „Letter of references“. Einige Arbeitgeber lassen es für euch meistens auf englisch übersetzen. Deutsch als Muttersprach zu haben, ist im Ausland ein großer Vorteil. Der Lebenslauf sollte wie im deutschen nicht länger als 2 Seiten Seiten haben. Es wäre auch sinnvoll, eure Fremdsprachen belegen zu können. Besonderes die Sprache eures Wunschziels. Anders als im deutschen Lebenslauf wird im englischen durch das Objective in 2 Sätzen erklärt, was die persönlichen Ziele sind. Wichtig ist bei dem Personal Details die Ländervorwahl bei der Telefonnummer zu erwähnen.
  2. Sprache: Der CV muss in einem einwandfreien und perfekten Englisch sein. Entscheidet euch entweder für das britische oder amerikanische Englisch, vermischt beides nicht miteinander! Ebenfalls zu beachten sind die Zeichenunterschiede wie Umlaute und ß. Im Englischen werden sie nicht verwendet. Daher auf jeden Fall umschreiben. 
  3. Cover Letter: Besonders im Ausland ist eine persönliche Anrede wichtig, also versucht eine direkte Kontaktperson zu finden. Wie im deutschen sollte der Cover Letter dem Berufswunsch angepasst werden. Im Ausland sind kreative Anschreiben allerdings beliebt. Ein „Hiermit bewerbe ich mich…“ ist so 1990! Allgemein ist der Inhalt wie im deutschen mit Einleitung, Hauptteil und Schluss aufgeteilt. Hierbei kommt es drauf an, auf einer Seite kurz und bündig, die wichtigsten Erfolge sowie Fähigkeiten aufzuzählen.
  4. Länderspezifisch: Je nach Land gibt es andere Regeln zu beachten. In Großbritannien wird beispielsweise der Familienstand oder das Geschlecht weggelassen. Und nicht im jedem Land sollte ein Bewerbungsbild dabei sein.
  5. Europa: Innerhalb Europa gibt es eine allgemeingültige Vorlage, die sehr hilfreich ist. Der Europass-Lebenslauf  zeigt, wie eine richtige Bewerbung innerhalb Europa auszusehen hat. Europäischer Lebenslauf, Europass-SprachenpassEuropass-Mobilitätsnachweis (durch Lernaufenthalt im Ausland), Europass-Zeugniserläuterung (Zeugnis in Europa), Europass-Diplomasupplement (Zeugnis Hochschule).

Eine schriftliche Bewerbung war der erste Schritt. Wenn alles gut gelaufen ist und ihr das Interesse des Unternehmens geweckt habt, kommt es zum zweiten Stufe : Assesment Center oder Skype Interview. Hier gilt es Ruhe zu bewahren und vorher ein Vorstellungsgespräch auf englisch vorzubereiten. Die Unternehmen wollen sehen, wie gut euer Englisch ist, weil es eure neue Arbeistsprache wird. Typische Interview-Fragen solltet ihr euch vorher auf Englisch übersetzen. Damit ihr während des Gesprächs nicht allzu lange überlegen müsst und sprachsicher seid. Auch die passenden Fachbegriffe solltet ihr spezifisch für euren Beruf kennen. Im Grunde gilt aber auch hier das gleiche wie für alle Vorstellungsgespräche auch.

Außerdem zu beachten

Wichtig finde ich, dass man vor der Bewerbung ein Ziel vor Augen hat und sich entsprechend vorbereitet: Wenn ihr wisst, wohin ihr wollt, solltet ihr euch über das Land schlau machen. Wie sieht es mit Visabestimmngen aus? Versicherung? Oder der jetzigen Wohnungssituation im Lande?

Dieses Video zeigt euch zusammengefasst, was in einer englischen Bewerbung beachtet werden muss.

 

Feven

Berufseinstieg: Womit kann man punkten?

Berufseinstieg: Womit kann man punkten?

 

Ayse holt ihr Zeugnis ab.

Anschreiben, Lebenslauf, Arbeitsproben und dann hoffentlich das Vorstellungsgespräch: Nach dem Studienabschluss kommt der Berufseinstieg. Ist der einer Absolventin oder einem Absolventen immer garantiert? Wie läuft das im Idealfall? Ich habe mit einer Master-Absolventen gesprochen, die den Berufseinstieg erfolgreich geschafft hat.

Wenn wir den Medien glauben, braucht das Land gut qualifizierte Hochschulabsolventen. Aber so ganz nahtlos vom Hörsaal hinter den Büroschreibtisch verläuft der Weg selten. Die Einstiegschancen sind von unterschiedlichen Dingen abhängig: Studienfach, Noten, Praxiserfahrung, besondere Qualifikationen, Kontakte und eine Prise Glück. Ich habe mit Ayse, einer Hochschulabsolventen der Uni Hohenheim gesprochen, die nach ihrem Masterabschluss Ende 2016 seit ein paar Monaten bei Bosch in Stuttgart ihren Berufseinstieg erfolgreich geschafft hat. Sie hat Wirtschaftsinformatik studiert und erzählt uns von ihren bisherigen Erfahrungen – als Studentin und als Berufseinsteigerin.

 

Wieso hast du dich für einen Master-Studium entschieden? 

Bereits zu Beginn des Bachelors war mir klar, dass ich den Master machen will. Erstmal um einfach einen tieferen Einblick zu bekommen und dann natürlich auch, weil ich denke, dass man mit einem Master bessere Berufschancen hat. Ich glaube, die Möglichkeiten sind mit einem Master breiter gefächert, also ich kann leichter einen Job finden, der zu mir passt. Und eventuell später einmal in einer Führungsposition tätig sein.

Stand Dein Berufswunsch auch von Anfang an fest?

Durch viele Praktika und Werkstudententätigkeiten in diversen Unternehmen, konnte ich meine Berufsziel ziemlich gut eingrenzen. Die praktische Erfahrungen führte mich in den Bereich Information- und Kommunikationssysteme und den Prozessen dahinter. Also wusste ich, dass ich im Bereich IT arbeiten möchte.

Hattest du viele Bewerbungsgespräche?

Ich habe wenige Bewerbungen geschrieben, weil ich genau wusste, in welchem Bereich ich arbeiten möchte und vor allem auch, für welche Unternehmen ich arbeiten wollte. Also das war sehr spezifisch ausgewählt und nicht wahllos.

In diese Bewerbungen habe ich dafür dann auch viel Energie gesteckt. Dann hatte ich zwei Vorstellungsgespräche. Das war großes Glück – gleich zwei auf einmal. Und es kam noch dicker: Ich erhielt bei beiden eine Zusage.

 

Wie lief dein Bewerbungsverfahren konkret ab?

Also erst hab ich mich online auf die offene Stelle beworben. Kurz daraufhin wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch mit der Fachabteilung eingeladen. Anschließend gab es ein zweites Vorstellungsgespräch mit der Personalabteilung. Nach zwei Monaten ziemlich nerviger Wartezeit bekam ich dann noch eine Zusage und konnte gleich zu Beginn des nächsten Monats anfangen.

Wie ist es zu arbeiten? Eine große Umstellung?

Naja, da ich vorher schon Werkstudentin war, erstmal nicht. Aber ich merke mit der Zeit, dass das Arbeitsleben anstrengender ist, als das Studium, weil es weniger Pausen gibt. Und es ist herausfordernd sich an den neuen Lebensrhythmus zu gewöhnen. Für mich war es wichtig, unbedingt einen Ausgleich zum 8-Stunden-Sitzen zu Finden. Das war neu.

Kannst du die Inhalte deines Studium mit deiner aktuellen Stelle verbinden?

Das Wissen aus dem Studium kommt bei mir immer wieder zum Tragen. Ich kann tatsächlich viel Theorie in der Praxis anwenden. Einiges, was bisher abstrakt war, wird nun konkret. Trotzdem muss man in der „realen“ Welt – also im Unternehmen – vieles, fast alles, neu lernen. Es kommt Neues dazu – jeden Tag.

Wo siehst du dich in den nächsten 5 Jahren?

Das ist eine typische Frage für ein Vorstellungsgespräche (lacht). Ich sehe mich in 5 Jahren als Fachexpertin in meinem Bereich. Das ist das einzige, was ich mir in meinem Job als Ziel gesetzt habe und wofür ich in den nächsten 5 Jahren arbeiten werde. Ich sehe bei meinen Kolleginnen und Kollegen, wie wichtig es ist, in seinem Arbeitsbereich richtig gut zu sein.

Welche Tipps kannst du Berufseinsteigern geben? 

Der wichtigste Ratschlag, den ich geben kann, ist an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Das geschieht natürlich auch ein Stück weit „automatisch“, wenn man einen neuen Lebensabschnitt beginnt, aber man sollte das aktiv in den eigenen Fokus stellen. Und dann ist es natürlich hilfreich – gerade wenn etwas endet und etwas neues beginnt – eine Idee davon zu haben, wo es hingehen soll. Also ein Ziel. Ich hab als Jugendliche mal gelesen:

Wenn man das Ziel nicht kennt, ist kein Weg der Richtige

Also sich selbst ein Berufsziel setzen, das ist wichtig – sonst kommt man nie an. Allgemein find ich es entscheidend, sich nicht zu verstellen, nur um einen Job zu bekommen. Seid ehrlich im Vorstellungsgespräch und stellt Fragen. Habt im Hinterkopf, dass nicht nur das Unternehmen euch kennen lernen möchte, sondern auch ihr das Unternehmen. Nicht nur ihr sollt zu der Stelle passen, sondern auch das Unternehmen zu euch. Wenn ihr dann mal ein Vorstellungsgespräch habt, dann ist eine gute Vorbereitung das A&O. Dort zu sitzen und nicht zu wissen, was man antworten soll ist wie wenn ein schlecht geschossener Elfmeter: Hätte echt nicht sein müssen, denn so nah dran an den Erfolg, kommt man nicht so oft.

Wie hast du dich gefühlt, als die Unizeit vorbei war? Vermisst du sie?

Für mich wurde es gegen Ende des Studiums immer mehr Zeit, in die „wirkliche“ Welt aufzubrechen. Nachdem man den Bachelor- und den Masterstudium hintereinander ohne Pausen absolviert hat, hat man meiner Meinung nach genug vom Studieren (lacht). Außerdem möchte man auch das in der Theorie erlernte in der Praxis anwenden und auch mal „richtiges“ Geld verdienen. Heute vermisse ich die Uni hauptsächlich wegen meinen Freunden, da sie nun alle verstreut sind. Viele haben einen Job im Norden gefunden und somit ist der persönliche Kontakt nicht mehr so intensiv wie in der Unizeit.

Vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg noch!

Ayse hat den Berufseinstieg erfolgreich gemeistert, aber leider ist das nicht der Alltag. Es herrscht hohe Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, wenn Du frisch von der Uni an die Tür eines Unternehmens klopfst. Auch wer nach unzähligen Bewerbungen noch immer nicht den richtigen Einstieg geschafft hat, sollte den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern sich beraten lassen. Selbst wenn ihr keine Vorzeige-Noten habt, könnt ihr mit einer guten Bewerbung punkten. Wenn ihr dann ein Vorstellunsgespräch habt, heißt es „nur noch“ überzeugen. Ich wünsche Euch dabei viel Erfolg!

Feven

 

Arbeitslos nach dem Studium: Die Agentur für Arbeit weiß Rat

Arbeitslos nach dem Studium: Die Agentur für Arbeit weiß Rat

Doris Reif-Woelki

Fleißig studiert, Abschluss in der Tasche und bereit für die Berufswelt? Gestern noch im Hörsaal, heute bei der Agentur zur Arbeit – damit rechnet eigentlich niemand. Dieser Beitrag zeigt, welche Unterstützung es für Absolventinnen und Absolventen beim Arbeitsamt gibt.

Optimistisch und neugierig auf das neue Kapitel im Leben, beginnt für die meisten nach dem Studium die heiße Bewerbungsphase. Manchmal klappt es mit einer passenden Stelle nicht auf Anhieb. Davon geht die Welt aber nicht gleich unter: Es gibt vom Staat auch für Absolventen, die noch keine Berufserfahrung haben, finanzielle Unterstützung sowie persönliche Beratung. Doris Reif-Woelki ist in der Agentur für Arbeit tätig und hat sich für ein Experteninterview zur Verfügung gestellt, um mir zu dem Thema wichtige Fragen zu beantworten.

Welche Voraussetzungen müssen Absolventen erfüllen, um Arbeitslosengeld zu erhalten?

Beim Arbeitslosengeld muss man unterscheiden zwischen 1. Der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I und 2. Der Sozialleistung Arbeitslosengeld II (gemeinhin Hartz IV genannt). Für das Arbeitslosengeld I muss vorher in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt worden sein. Das passiert bei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen. Es müssen mindestens 12 Monate in den vergangenen zwei Jahren einbezahlt worden sein, sonst entsteht kein Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Sollte kein Anspruch vorhanden sein, und keine andere Möglichkeit bestehen, den Lebensunterhalt zu bestreiten, kann ein Antrag auf Arbeitslosengeld II beim Jobcenter gestellt werden. Das ist wie gesagt eine Sozialleistung und beruht auf einer Bedürftigkeitsprüfung. Das beinhaltet, dass man seine gesamten Vermögens- und Einkommensverhältnisse offen legen muss.

Das Arbeitsamt unterstützt nicht nur finanziell, sondern auch beratend. Quelle: Unsplash/ Tim Gouw

Da aber die wenigsten Studierenden neben Studium Zeit für eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit haben, wird es eher der Einzelfall sein, dass Arbeitslosengeld I gezahlt werden kann.

Aber das Arbeitslosengeld ist ja bei weitem nicht die einzige Leistung, die die Agentur für Arbeit anbietet. In Stuttgart bieten wir ein breit gefächertes Angebot an Beratungsleistungen, Workshops und Seminaren, die beim Berufseinstieg helfen. Am besten schaut man mal im Jahresprogramm „Karriere“ nach.

Wie unterscheidet sich der Antrag für Absolventen zu Berufstätigen? 

Bei den Anträgen gibt es keine Unterschiede, sie sind für alle gleich.

Was benötigen die Studierenden alles für einen Antrag?

Wichtig sind vor allem die Arbeitsbescheinigungen der Arbeitgeber, denn daraus wird die Höhe des Arbeitslosengeldes ermittelt. Für Arbeitslosengeld II ist noch viel mehr erforderlich, Mietbescheinigungen etwa und Kontoauszüge. Hier gibt es eine gute Übersicht.

Mit welchem Gemütszustand kommen die Absolventen zu Ihnen?

Das ist sehr unterschiedlich. Zum einen gibt es die, die sehr marktgängige Studienrichtungen gewählt hatten, der Abschluss vielleicht nicht ganz so hervorragend ausgefallen ist wie geplant, und die lediglich eine gute Bewerbungsstrategie benötigen, die aber guter Dinge sind, in Kürze eine passende Stelle zu finden. Sie wollen vielleicht nur ihre Bewerbungsunterlagen checken lassen und einen Plan B erarbeiten oder durchdiskutieren.

Auf der Suche nach … Hilfe!

So haben wir sehr oft Bachelor-Absolventen, die nicht sicher sind, ob ein Master für sie Sinn macht, auch dort helfen unsere Berater mit ihrer hohen Marktkenntnis gerne weiter, denn nicht immer ist eine weitere Spezialisierung auf dem Arbeitsmarkt von Vorteil., bei manchen Fachrichtungen kann man aber ohne Master kaum Karriere machen. Andere haben Fachrichtungen studiert, die nicht unmittelbar oder zwingend in einen bestimmten Beruf münden. Sie brauchen oft umfassend Orientierung über Chancen am Arbeitsmarkt, weitere Beschäftigungsfelder oder Quereinstiegs-Möglichkeiten. Viele haben mit der Entscheidung zum Studium ja noch nicht die Entscheidung für einen Beruf getroffen. Die steht dann noch an. Das kann schwierig werden, wenn man sich während des Studiums gar nicht mit der Zukunft beschäftigt hat. Hier kommt es uns darauf an in der Beratung konsequent stärkenorientiert vorzugehen und Entscheidungen gut vorzubereiten. Tiefs in der Gemütslage gibt es dann natürlich vor allem, wenn eigene Vorstellungen und Neigungen nicht zum Arbeitsmarkt passen und die Suche nach der persönlichen Nische ist zwar immer lohnenswert aber kann unglaublich anstrengend und frustrierend sein. Wenn man vorher immer mühelos Prüfungen geschafft hat, kann das auch mal eine persönliche Krise auslösen.

Krisenstimmung haben wir in Beratungen auch dann, wenn mit schlechten Noten abgeschlossen wurde, man das Studium nur durchgezogen hat, um überhaupt einen Abschluss zu haben. Auch dann ist es oft schwierig, die Richtige Strategie für sich herauszufinden: Bewirbt man sich mit schlechten Noten, studiert man etwas anderes, ist sogar eine Berufsausbildung vielleicht der bessere Weg? All diese Fragen können mit unseren akademischen Berater/innen besprochen werden.

Weiter studieren oder arbeiten?
Copyright: contrastwerkstatt

Aber auf jeden Fall positiv bleiben: Die Chancen für Akademiker waren selten so ausgezeichnet wie in den letzten fünf Jahren. Mit etwas Geduld – denn ein einzelnes Bewerbungsverfahren bei Akademikern benötigt in der Regel 3-4 Monate – kommen die allermeisten ans Ziel.

Wann muss man sich als Absolvent rechtzeitig anmelden?

Bei Absolventen gibt es keine Fristen, da meistens ja keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt. Gab es die aber doch, weil man z.B. eine befristete Doktorandenstelle hatte, muss man sich spätestens drei Monate bevor die Befristung ausläuft, arbeitslos melden.

Wie lange dauert die Bearbeitung eines Antrages? 

Sobald alle Unterlagen vorliegen, von einer Stunde bis wenige Tage.

Wie wird das Arbeitslosengeld berechnet? Welche Leistungen werden übernommen?

Arbeitslosengeld I beträgt für Personen ohne Kinder 60 Prozent vom Nettoeinkommen, mit Kindern 67 Prozent. Für das Arbeitslosengeld II gibt es feste Regelsätze.

Haben Sie Tipps, wie Absolventen einen einfacheren Berufseinstieg haben können?

Den passenden Job zu finden ist kein Wunschdenken.

Der erste und einfache Tipp: nicht erst nach dem Abschluss über die Zukunft nachdenken. Untereinander Berufsmöglichkeiten diskutieren, Netzwerke zu Studierenden aus höheren Semestern knüpfen, Netzwerke und Kontakte der Unis nutzen. Und: Unsere akademischen Berater beraten auch nicht erst wenn der Abschluss in der Tasche ist. Sie sind an den Unis teilweise mit Sprechstunden vor Ort; Sie können aber auch jederzeit einen ausführlichen Beratungstermin bei uns in der Agentur für Arbeit vereinbaren oder an unserem Seminarprogramm teilnehmen. Auch wenn es während des Studiums Probleme gibt, helfen die Kolleginnen und Kollegen gerne weiter. Einfach eine E-Mail an: Stuttgart.172-Beratung@arbeitsagentur.de mit Schilderung der Problemlage, wir melden uns dann.

Danke, Frau Reif-Woelki für das Interview!

 

FAZIT

Die Agentur für Arbeit unterstützt nicht nur finanziell, sondern hilft auch im Bezug zu Bewerbungen und Weiterbildung. Wichtig ist es dabei, immer positiv zu denken und am Ball zu bleiben. Und solange kein Job in Sicht ist, lohnt sich der Weg zum Arbeitsamt.

Feven

 

Digitale Jobs in Stuttgart

Digitale Jobs in Stuttgart

Bild: Armin Staudt-Berlin / photocase.de

In den letzten zwei Jahrzehnten sind in zahlreichen Branchen neue digitale Jobs entstanden. Im Raum Stuttgart haben Digitalexperten besonders gute Chancen, einen interessanten digitalen Job zu finden, da sich an diesem Standort zahlreiche innovative Unternehmen angesiedelt haben.

Die Digitalisierung ist dabei, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern. Digitale Technologien haben sich inzwischen in so gut wie allen Arbeitsfeldern durchgesetzt. Die Technologieführer in der Unternehmenslandschaft sind dabei, ihre Produktion auf Industrie 4.0 und das Internet der Dinge umzustellen. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom e. V.) hat ausgerechnet, dass allein in diesen Branchen derzeit über eine Million Arbeitnehmer tätig sind – mit steigender Tendenz. Die IT-Branche ist hier der wichtigste Wachstumstreiber. Bitkom-Präsident Thorsten Dirks ließ im Vorfeld der Cebit 2017 wissen, dass sein Verband bis zum Jahresende mit einem relevanten Umsatzwachstum und mit mindestens 21.000 neuen Arbeitsplätzen rechnet.

IT-Fachkräftemangel in den Unternehmen

Durch den aktuellen Digitalisierungstrend erhöht sich auch der Bedarf an Fachkräften im IT-Bereich. Ende 2016 waren deutschlandweit rund 51.000 digitale Arbeitsplätze unbesetzt, im Vergleich zum Vorjahr war die Anzahl dieser offenen Stellen um 19 Prozent angestiegen. Viele Unternehmen suchen händeringend nach IT-Talenten.

Das Spektrum der Arbeitsangebote reicht vom Entwicklungs- oder Produktionsingenieur mit digitalen Expertisen über Softwareentwickler und Spezialisten für Datensicherheit bis zu Kommunikations- und Marketing-Experten, die in ihrem Arbeitsbereich auch die digitale Klaviatur perfekt beherrschen.

Stuttgart – ein Paradies für Digital-Talente

Foto: pixabay.com

In der baden-württembergischen Landeshauptstadt und in ihrem Umland haben sich besonders viele innovationsfreudige Firmen angesiedelt. Hinzu kommen zahlreiche etablierte Industriebetriebe, die in den letzten Jahren den Wandel zum Hightech-Unternehmen vollzogen haben. Digital-Talente sind in allen diesen Unternehmen gefragte und heiß begehrte Mitarbeiter, denen auf dem Arbeitsmarkt eine Vielzahl spannender Optionen offensteht:

– Stuttgart ist einer der bedeutendsten IT-Standorte in Deutschland, an dem sich neben internationalen Branchengrößen wie IBM, Alcatel-Lucent und Hewlett-Packard auch zahlreiche Start-ups und Spezialanbieter angesiedelt haben.

– Daimler-Benz ist traditionell das industrielle Herz der Stadt, natürlich sucht auch der Autobauer permanent nach Mitarbeitern, die frisches technologisches und digitales Wissen in die Firma bringen. Beispielsweise spielt der Konzern derzeit eine Pionierrolle für die Technologieentwicklung in den Bereichen Autonomes und Vernetztes Fahren.

– Bedarf an IT-Spezialisten haben auch die Maschinenbau- und Produktionstechnik-Unternehmen der Region, die ihre Innovationsprojekte übriges über den Verein Manufuture BW e. V. bündeln.

– Everlab ist das regionale Innovationslabor für die Verlagsbranche, an dessen Projekten Unternehmen der Medienbranche, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Hochschule für Medien Stuttgart beteiligt sind.

Jobtweets aus Stuttgarter Unternehmen – für Digitalexperten besonders spannend

Digitalexperten, die in der Stadt oder in der Region eine neue Stelle suchen, werden sicher problemlos fündig werden. Für die Stellensuche nach Jobs in der Digitalbranche lohnen sich nicht nur Recherchen auf Jobportalen wie z.B. dem Stellenwerk Stuttgart, sondern auch im Social-Media-Bereich. Hier bietet sich unter anderem die Jobsuche via Twitter an. Das soziale Netzwerk hat sich in den letzten Jahren vor allem in der IT-Branche und in Kreativberufen zu einem wichtigen Instrument der Personalsuche entwickelt – hier werden besonders interessante und tagesaktuelle Stellenangebote gefunden. 

Jobtweets von Stuttgarter Unternehmen sind oft der erste Schritt zu einem digitalen Job mit spannenden Arbeitsaufgaben und Karriereperspektiven. Digital Worker machen am besten einmal die Probe aufs Exempel und geben den Hashtag #digitaljobs Stuttgart oder ein ähnliches Suchwort in die Twitter-Maske ein.

Wer gerne eine Übersicht aus klassischen Jobangeboten und Jobs aus den Socialmediakanälen haben möchte, sollte sich einmal bei dem Portal zutun.de  umschauen. Hier finden Suchende eine Übersicht an klassischen Jobangeboten und Jobtweets in Stuttgart.

Praktikum im Land der Pyramiden

Praktikum im Land der Pyramiden

Die typischen Zielorte für ein Auslandspraktikum sind die USA, Spanien oder England. Aber was ist mit der anderen Seite der Welt? Khalid hat in Kairo sein Auslandspraktikum gemacht. Er hat Internationale Betriebswirtschaft – Interkulturelle Studien studiert und war in Ägypten bei der DAIHK im Consulting sechs Monate  tätig. Heute erzählt er uns davon.

Für viele deutsche Touristen ist Ägypten ein klassisches Ziel, wenn sie günstig in die Sonne möchten. Immer gutes Wetter, Strand und günstigere Lebensbedingungen, als in Deutschland. Aber für den Absolventen Khalid war es mehr als nur Urlaub. Er hat in Kairo gelebt und als Praktikant gearbeitet. Und das zu der Zeit, als der arabische Frühling aktuell war.

Ein Interview mit Khalid

Wieso hast du ein Auslandspraktikum gemacht?

Ich bin schon seit meiner Jugend daran interessiert, wie Menschen in anderen Kulturen ihren Alltag meistern. Ich habe ein besonderes Interesse an der arabische Kultur, aufgrund meiner palästinensischen Wurzeln. Inzwischen betrachte ich es als meine persönliche Identitätsfindung als Bi-kultureller zwischen der deutschen und der palästinensischen beziehungsweise arabischen Kultur. Das beeinflusste auch die Wahl meines Studiums, sowie das Interesse in einem internationalen Umfeld tätig sein zu wollen. Um herauszufinden, ob eine Beschäftigung im arabischen Raum auch das Richtige für mich ist, entschied ich mich zunächst für ein Studiensemester in Kairo, wo ich anschließend ein Praktikum absolviert hatte.

Wie bist du zu deinem Praktikum gekommen?

Während meines Bewerbungsprozesses befand ich mich ja wie gesagt schon in Kairo. Mein damaliger Kommilitone aus Deutschland hatte sich bei der DAIHK beworben und fragte mich, ob solch ein Praktikum auch für mich in Frage käme. Ich fand die Stellenausschreibung interessant und bewarb mich daraufhin dort. Die DAIHK ist die grösste bilaterale Wirtschaftsorganisation im Rahmen der deutsch-arabischen Beziehungen. Sie spielt eine zentrale Rolle in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Ägypten und Deutschland.

Was hast du bei der Planung beachtet? 

Neben meinem kulturellen Interesse, habe ich in erster Linie die Richtlinien meiner Hochschule in Bezug auf die Anerkennung des praktischen Studiensemesters beachten müssen. Dazu gehören unter anderen die Gewährleistung von mindestens 100 Präsenztagen innerhalb des Praktikumszeitraums, ohne Urlaubs- und Krankheitstagen. Das hat man uns so oft gesagt, dass ich es bis heute noch weiß. Da ein Praktikum bei einer Handelskammer nicht vergütet wird, habe ich darauf geachtet rechtzeitig Auslands-BAföG zu beantragen. In meinem Fall war es so, dass ich das BAföG ein halbes Jahr vor Antritt des Praktikums beantragen musste, sodass ich es auch rechtzeitig empfangen konnte. Ich hatte mich auch bei meinem Kreditkartenunternehmen über Fremdwährungsumrechnungen und -gebühren und die Möglichkeit kostenlos Bargeld abheben zu können, informiert. Zudem habe ich mich über die Reisebestimmungen für deutsche Staatsbürger informiert. Zu der Zeit war es auch wichtig immer die politische Lage Ägyptens, nach der Revolution von 2011 und nach der militärischen Machtübernahme in 2013, im Auge zu behalten. Natürlich war es auch wichtig genügend Zeit für die Praktikums- und Wohnungssuche einzuplanen. Bezüglich der Wohnungssuche vor Ort hatte ich nur eine zusätzliche Woche vor Praktikumsbeginn eingeplant, was definitiv nicht ausreichend war. Die Bewerbungen für das Auslandspraktikum habe ich über sechs Monate vor Praktikumsbeginn abgeschickt. Nach unzähligen Absagen war ich kurz davor aufzugeben, aber nach einer langen Wartezeit erhielt ich fünf Zusagen, davon drei aus Ägypten. Ich hatte nun überraschenderweise die Wahl mir einen Praktikumsplatz auszusuchen.

Was war deine schönste Erfahrung?

Eine meiner schönsten Erfahrungen war es die Möglichkeit zu haben mit Menschen in den unterschiedlichsten beruflichen Positionen aus unterschiedlichen Kulturkreisen kennen zu lernen und Kontakte knüpfen zu können. Alles war dabei – von Geschäftsleuten bis hin zu Politikern und Vertretern von internationalen Institutionen, wie der Internationale Währungsfonds. Ich konnte Wirtschaftspolitik zwischen Deutschen, Ägyptern und gelegentlich auch anderen Internationals hautnah miterleben. Außerdem hatte ich noch nie in meinem Leben so viele Nationalitäten in einem Land kennengelernt, wie in Ägypten. Ich habe fast alle arabische und viele afrikanische Nationalitäten allein in Kairo getroffen. Im Norden, in Alexandria traf ich viele Ägypter, die ihren Ursprung in Griechenland hatten. Und im Süden nahe der Grenze zum Sudan waren es hauptsächlich Nubier. Ich hatte auch erst in Ägypten das erste Mal einen Palästinenser aus dem Gaza-Streifen kennengelernt. In Israel und auch im Westjordanland ist es für mich inzwischen fast unmöglich jemanden von dort anzutreffen.

Was war deine schlechteste Erfahrung?

Um ehrlich zu sein, habe ich in Bezug auf das Praktikum keine Erinnerung, die ich als schlecht bezeichnen würde. Gesellschaftlich hatte ich aber einige schlechte Erfahrungen machen müssen. Ich wurde gelegentlich wegen meiner palästinensischen Herkunft in Ägypten diskriminiert. Insbesondere während der Wohnungssuche hatten einige Vermieter, aufgrund meiner Herkunft, abgelehnt mir eine Wohnung zu vermieten. Begründet wurde dies mit der Angst, dass ein palästinensischer Mieter ein Anhänger, der im Gaza-Streifen regierenden Hamas sein könnte. Mein deutscher Pass half mir dabei auch nicht wirklich. Da ich arabisch aussehe und natürlich auch arabisch spreche, wurde ich dort als Araber angesehen und nicht als Deutscher. Letztendlich konnte ich nach einer entnervenden Suche doch noch eine Wohnung finden. Irgendwie klappt es ja dann doch.

Wie ging es nach dem Praktikum weiter?

Zurück in Deutschland musste ich erst realisieren, dass ich tatsächlich wieder in Deutschland war und mein altes Leben nun weiterging. Das hatte einige Tage gebraucht. Komischerweise hatte ich erst dann einen Kulturschock. Ich denke, es liegt daran, dass ich mich an das Leben, also die Arbeit und die erste eigene Wohnung in Ägypten schnell gewöhnt hatte. Inzwischen war ich insgesamt ein Jahr in Ägypten gewesen. Mir gefiel dieses Leben. Durch das folgende Semester in Deutschland bin ich automatisch in die gewohnten Bahnen zurückgekehrt. Ich musste nun mein Praktikum anerkennen lassen. Außerdem hatte ich noch offene Kurse, die ich absolvieren musste. Ich suchte auch nach einem weiteren Praktikum und eine Werkstudententätigkeit in Deutschland für meine anderen BWL-Schwerpunkte. Das Praktikum bei der DAIHK umfasste vielmehr meinen Kultur- und Management-Schwerpunkt. Mir war es wichtig noch, während des Studiums unterschiedliche Arbeitsfelder kennen zu lernen.

Wie war dein Arbeitsalltag? Deine Aufgaben?

Es gab keinen bestimmten Arbeits- oder Zeitplan, an den ich mich halten musste. Wenn es einen guten Grund gab, konnte ich einen Arbeitstag auch nach sechs Stunden beenden. Es kam aber auch vor, dass an Events mehr als acht Stunden gearbeitet wurde. Wichtiger war es, die mir auferlegten Aufgaben ordentlich und sehr genau abzuwickeln. Ich durfte größtenteils selbstständig arbeiten, was aber nicht heißt, dass mir nicht geholfen wurde. Ich habe hauptsächlich an Sektorstudien über die ägyptische Volkswirtschaft für deutsche Investoren gearbeitet. Die Erarbeitung solcher Studien kann man durchaus mit dem Aufwand und Umfang einer Bachelorarbeit vergleichen. Damit wird einem eine große Verantwortung zugeteilt, was die Flexibilität und Genauigkeit in Bezug auf die Arbeits- und Zeitplanung erklärt. Gelegentlich habe ich auch auf Anfrage von deutschen Unternehmen produktspezifische Marktanalysen gemacht. Für ägyptische Investoren habe ich Artikel über deutsche Städte beziehungsweise Regionen und deren attraktivsten Industrien verfasst. Ansonsten habe ich an Events Unternehmer oder Politiker betreut, den Preisindex für deutsche Expats aktualisiert, gelegentlich von und in Arabisch übersetzt und auch meine Betreuerin auf Termine begleitet.

Was war deine größte Herausforderung?  

Die größte Herausforderung war mit der großen Verantwortung umzugehen, da eben von mir erwartet wurde fast gänzlich selbstständig zu arbeiten. Es ist toll, wenn einem Studenten eine gewisse Verantwortung übertragen wird, aber man will schließlich seine Arbeit nicht falsch machen. Vor allem, wenn deine Arbeit deutschen Investoren zur Verfügung gestellt wird. Ich überarbeitete meine Studien mehrfach, um eine Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Bei einer hohen Seitenzahl verliert man leicht den Überblick. Ich kontrollierte ebenfalls meine Quellen auf Glaubwürdigkeit. Das hat immer sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Es ist nicht dasselbe wie bei einer Hausarbeit, für die die Literatur bereits vorhanden ist. Aber mit der Zeit hatte ich ein Gefühl dafür entwickelt, was jedoch nur das Unbehagen bezüglich der großen Verantwortung nahm. Der Zeitaufwand blieb der Gleiche.

Hast du etwas von den Aufständen mitbekommen?

Ich hatte von der Revolution nichts mehr mitbekommen, aber von den Aus- und Nachwirkungen der Revolution. Ich war dabei als die Ägypter am 30.06.2013 vor dem Präsidentenpalast gegen den seit einem Jahr gewählten Präsidenten Mohammed Mursi demonstrierten. Die Demonstration war sehr friedlich und hatte vielmehr etwas von einem großen Festival, als von einer Demonstration. Das lag auch daran, dass das Militär nicht gegen die Demonstranten vorgegangen ist, wie bei der Revolution, sondern sich für die ägyptische Bevölkerung in diesem Fall aussprach. Jedoch hat das Militär im Laufe der Nacht eine Machtübernahme gestartet und den damaligen Präsidenten von seinem Amt abgesetzt. Seitdem gab es eine starke Militärpräsenz und auch Aufstände von Befürwortern des Präsidenten auf den Straßen. Darauf wurde mit einer mehrmonatigen Ausgangssperre geantwortet. In bestimmten Gebieten – auch in meinem Wohnviertel – wurden sogar Mauern zum Schutz hochgezogen. Für mich wurde es relativ schnell zum Alltag Panzerwägen und Soldaten auf den Straßen zu sehen, was aber am üblichen Alltag wenig änderte. Ich konnte immer noch alles tun, was ich vorher auch tat. Man wurde nur öfter anhand der Personalien kontrolliert. Ich konnte auch relativ einfach die Ausgangssperre umgehen, da mein Wohnviertel an drei Orte angrenzte. Wenn ich nachts noch zum Kiosk um die Ecke wollte, war ich schon in einem anderen Ort. Diesbezüglich zeigten die Wachsoldaten Verständnis. Mit der Zeit wussten sie auch, wer ich bin und machten auch Ausnahmen. Als ein neuer Präsident gewählt wurde gab es wieder häufiger Demonstrationen und auch Anschläge auf Polizeistellen. Die Demonstrationen gingen häufig durch mein Wohnviertel, da ich in einem Diplomatenviertel und nur einige Meter vom Parlament, von Botschaften und Ministerien entfernt wohnte. Aber es gab keine Anschläge oder Ausschreitungen in meinem Umfeld. Ich habe mich natürlich nicht in den Gegenden aufgehalten, in denen dies der Fall war. Ich habe es trotz allem gemocht, dort zu leben.

Welche Gefühle hast Du, wenn Du an die Zeit dort denkst?

Ich war sehr von der Vielfältigkeit und der ägyptischen Gastfreundschaft angetan. Außerdem habe ich viele Internationals in Ägypten kennengelernt, überwiegend Studenten und Journalisten. Es war sehr einfach Kontakte zu knüpfen, auch mit Einheimischen. Ich war auch sehr von der Architektur fasziniert, die vom französischen und britischen Kolonialismus und auch vom Islam sehr beeinflusst ist. Ägypten stellt für mich ein Bindeglied zwischen Europa, Afrika und der arabischen Welt dar. Kairo wird auch als politische und kulturelle Hauptstadt der gesamten arabischen Welt bezeichnet. Was ich mit am meisten vermisse, ist nach einer Party nach Hause zu gehen und den Muezzin dabei zu hören, wie er zum Morgengebet ruft. Für mich hat es viel weniger eine religiöse Bedeutung, sondern stellt vielmehr eine Erinnerung an die Zeit dar. Dass ein neuer Tag anbricht und neues auf mich wartet.

Hast du Tipps für Studenten, die auch ins Ausland möchten?

Don’t take anything for granted! Informiert euch in jeglicher Hinsicht lieber einmal mehr als einmal zu wenig über das Land, in dem ihr ein Auslandspraktikum machen wollt. Plant genug Zeit für die Vorbereitung eures Auslandspraktikums und -aufenthaltes ein. Das gilt vor allem für die Wohnungssuche. Bevor ihr euch für eine Wohnung entscheidet, schaut euch die Wohnung sehr genau an und auch die Gegend in der ihr wohnen werdet. Zeigt Empathie. Versucht nicht nach deutscher Logik eine andere Kultur zu verstehen. Das kann unbewusst zu Vorurteilen führen. In anderen Kulturen tickt man anders und bestimmte Verhaltensweisen können einem befremdlich vorkommen. Versucht euch das befremdliche Verhalten verständlich zu machen.

Vielen Dank für deine Zeit!

Wer mit Katzen spielt, darf Kratzer nicht scheuen. Das ägyptische Sprichwort sagt viel über die Erfahrungen von Khalid:  Eine Auslandserfahrung besteht nicht nur aus Abenteuer und Spaß, sondern auch aus Verantwortung und viel Arbeit. Ein Auslandspraktikum ist aber trotz Herausforderungen und nicht immer nur Easygoing immer eine Chance eine neue Welt kennen zu lernen. Wenn ihr auch Interesse habt, ein Auslandspraktikum zu machen, könnt Ihr Euch an das Internationale Zentrum der Uni Stuttgart wenden.

Feven