Goodbye, Germany – Hello Ausland!

Goodbye, Germany – Hello Ausland!

Auslandssemester, Auslandspraktikum, AuPair oder Work&Travel – das ist alles schön. Aber: wer das Meiste von einem Auslandsaufenthalt herausholen will, bewirbt sich für einen richtigen Job und lebt dort länger als 6 Monate. Um den richtigen Job im Ausland zu finden, braucht man eine perfekte Bewerbung. Wie das geht, zeige ich euch hier.

In Zeiten der Globalisierung stehen uns auf der ganzen Welt viele Türen offen. Es ist einfacher, andere Kulturen kennen zu lernen und monatelang im Ausland zu leben. Deutsche, hochqualifizierte Absolventinnen und Absolventen haben in den meisten Ländern der Welt eigentlich ganz gute Jobchancen. Also, warum nicht ausprobieren? Spricht etwas dagegen?

 

Wieso im Ausland bewerben? Top 4 Gründe

  1. Qualifikation: Viele Arbeitgeber wünschen sich Arbeitnehmer, die eine qualifizierte Auslandserfahrung absolviert haben. So habt ihr durch eine internationale Karriere bessere Chancen euch in der Zukunft wieder in Deutschland zu bewerben.
  2. Chancen: Absage über Absage in Deutschland? Ein Grund mehr, sein Glück im Ausland zu versuchen. Zudem knüpft ihr internationale Kontakte, die auf jeden Fall nicht schaden werden.
  3. Sprachen: Wer im Ausland arbeitet, gewinnt nicht nur auf beruflicher Ebene. Als Pluspunkt lernt oder verbessert ihr eine neue Sprache.
  4. Lifestyle: Es gibt für uns Deutsche eine ganze Reihe von Sehnsuchtsorten, in denen das Leben als etwas entspannter gilt, als bei uns. Ob das immer so stimmt oder nur ein Klischee ist, lässt sich nur individuell beantworten. Meine Erfahrung ist: Selbst wenn die Menschen weniger Geld als wir in Deutschland verdienen so verspüren sie dennoch mehr Lebensfreude und scheinen gelassener und glücklicher zu sein. Das liegt vielleicht auch am Wetter. Wer sich Richtung Süden bewirbt, hat Glück, einen längeren Sommer und kürzeren Winter zu erleben. Und wer liegt nicht gerne noch im Herbst am Strand? 

Wie bewirbt man sich?

Es gibt viele Wege sich zu bewerben. Die gängisten sind online oder vor Ort. Für welchen Weg ihr euch auch entscheidet, ihr braucht immer eine einwandfreie und fehlerfreie Bewerbung.

Die perfekte Bewerbung

  1. Lebenslauf: Alle Zeugnisse sollten übersetzt werden. Deutsche Zeugnisse helfen euch nicht weiter, es sei denn, ihr bewirbt euch für ein deutsches Unternehmen. Im Englischen gibt es die sogenannten „Letter of references“. Einige Arbeitgeber lassen es für euch meistens auf englisch übersetzen. Deutsch als Muttersprach zu haben, ist im Ausland ein großer Vorteil. Der Lebenslauf sollte wie im deutschen nicht länger als 2 Seiten Seiten haben. Es wäre auch sinnvoll, eure Fremdsprachen belegen zu können. Besonderes die Sprache eures Wunschziels. Anders als im deutschen Lebenslauf wird im englischen durch das Objective in 2 Sätzen erklärt, was die persönlichen Ziele sind. Wichtig ist bei dem Personal Details die Ländervorwahl bei der Telefonnummer zu erwähnen.
  2. Sprache: Der CV muss in einem einwandfreien und perfekten Englisch sein. Entscheidet euch entweder für das britische oder amerikanische Englisch, vermischt beides nicht miteinander! Ebenfalls zu beachten sind die Zeichenunterschiede wie Umlaute und ß. Im Englischen werden sie nicht verwendet. Daher auf jeden Fall umschreiben. 
  3. Cover Letter: Besonders im Ausland ist eine persönliche Anrede wichtig, also versucht eine direkte Kontaktperson zu finden. Wie im deutschen sollte der Cover Letter dem Berufswunsch angepasst werden. Im Ausland sind kreative Anschreiben allerdings beliebt. Ein „Hiermit bewerbe ich mich…“ ist so 1990! Allgemein ist der Inhalt wie im deutschen mit Einleitung, Hauptteil und Schluss aufgeteilt. Hierbei kommt es drauf an, auf einer Seite kurz und bündig, die wichtigsten Erfolge sowie Fähigkeiten aufzuzählen.
  4. Länderspezifisch: Je nach Land gibt es andere Regeln zu beachten. In Großbritannien wird beispielsweise der Familienstand oder das Geschlecht weggelassen. Und nicht im jedem Land sollte ein Bewerbungsbild dabei sein.
  5. Europa: Innerhalb Europa gibt es eine allgemeingültige Vorlage, die sehr hilfreich ist. Der Europass-Lebenslauf  zeigt, wie eine richtige Bewerbung innerhalb Europa auszusehen hat. Europäischer Lebenslauf, Europass-SprachenpassEuropass-Mobilitätsnachweis (durch Lernaufenthalt im Ausland), Europass-Zeugniserläuterung (Zeugnis in Europa), Europass-Diplomasupplement (Zeugnis Hochschule).

Eine schriftliche Bewerbung war der erste Schritt. Wenn alles gut gelaufen ist und ihr das Interesse des Unternehmens geweckt habt, kommt es zum zweiten Stufe : Assesment Center oder Skype Interview. Hier gilt es Ruhe zu bewahren und vorher ein Vorstellungsgespräch auf englisch vorzubereiten. Die Unternehmen wollen sehen, wie gut euer Englisch ist, weil es eure neue Arbeistsprache wird. Typische Interview-Fragen solltet ihr euch vorher auf Englisch übersetzen. Damit ihr während des Gesprächs nicht allzu lange überlegen müsst und sprachsicher seid. Auch die passenden Fachbegriffe solltet ihr spezifisch für euren Beruf kennen. Im Grunde gilt aber auch hier das gleiche wie für alle Vorstellungsgespräche auch.

Außerdem zu beachten

Wichtig finde ich, dass man vor der Bewerbung ein Ziel vor Augen hat und sich entsprechend vorbereitet: Wenn ihr wisst, wohin ihr wollt, solltet ihr euch über das Land schlau machen. Wie sieht es mit Visabestimmngen aus? Versicherung? Oder der jetzigen Wohnungssituation im Lande?

Dieses Video zeigt euch zusammengefasst, was in einer englischen Bewerbung beachtet werden muss.

 

Feven

Berufseinstieg: Womit kann man punkten?

Berufseinstieg: Womit kann man punkten?

 

Ayse holt ihr Zeugnis ab.

Anschreiben, Lebenslauf, Arbeitsproben und dann hoffentlich das Vorstellungsgespräch: Nach dem Studienabschluss kommt der Berufseinstieg. Ist der einer Absolventin oder einem Absolventen immer garantiert? Wie läuft das im Idealfall? Ich habe mit einer Master-Absolventen gesprochen, die den Berufseinstieg erfolgreich geschafft hat.

Wenn wir den Medien glauben, braucht das Land gut qualifizierte Hochschulabsolventen. Aber so ganz nahtlos vom Hörsaal hinter den Büroschreibtisch verläuft der Weg selten. Die Einstiegschancen sind von unterschiedlichen Dingen abhängig: Studienfach, Noten, Praxiserfahrung, besondere Qualifikationen, Kontakte und eine Prise Glück. Ich habe mit Ayse, einer Hochschulabsolventen der Uni Hohenheim gesprochen, die nach ihrem Masterabschluss Ende 2016 seit ein paar Monaten bei Bosch in Stuttgart ihren Berufseinstieg erfolgreich geschafft hat. Sie hat Wirtschaftsinformatik studiert und erzählt uns von ihren bisherigen Erfahrungen – als Studentin und als Berufseinsteigerin.

 

Wieso hast du dich für einen Master-Studium entschieden? 

Bereits zu Beginn des Bachelors war mir klar, dass ich den Master machen will. Erstmal um einfach einen tieferen Einblick zu bekommen und dann natürlich auch, weil ich denke, dass man mit einem Master bessere Berufschancen hat. Ich glaube, die Möglichkeiten sind mit einem Master breiter gefächert, also ich kann leichter einen Job finden, der zu mir passt. Und eventuell später einmal in einer Führungsposition tätig sein.

Stand Dein Berufswunsch auch von Anfang an fest?

Durch viele Praktika und Werkstudententätigkeiten in diversen Unternehmen, konnte ich meine Berufsziel ziemlich gut eingrenzen. Die praktische Erfahrungen führte mich in den Bereich Information- und Kommunikationssysteme und den Prozessen dahinter. Also wusste ich, dass ich im Bereich IT arbeiten möchte.

Hattest du viele Bewerbungsgespräche?

Ich habe wenige Bewerbungen geschrieben, weil ich genau wusste, in welchem Bereich ich arbeiten möchte und vor allem auch, für welche Unternehmen ich arbeiten wollte. Also das war sehr spezifisch ausgewählt und nicht wahllos.

In diese Bewerbungen habe ich dafür dann auch viel Energie gesteckt. Dann hatte ich zwei Vorstellungsgespräche. Das war großes Glück – gleich zwei auf einmal. Und es kam noch dicker: Ich erhielt bei beiden eine Zusage.

 

Wie lief dein Bewerbungsverfahren konkret ab?

Also erst hab ich mich online auf die offene Stelle beworben. Kurz daraufhin wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch mit der Fachabteilung eingeladen. Anschließend gab es ein zweites Vorstellungsgespräch mit der Personalabteilung. Nach zwei Monaten ziemlich nerviger Wartezeit bekam ich dann noch eine Zusage und konnte gleich zu Beginn des nächsten Monats anfangen.

Wie ist es zu arbeiten? Eine große Umstellung?

Naja, da ich vorher schon Werkstudentin war, erstmal nicht. Aber ich merke mit der Zeit, dass das Arbeitsleben anstrengender ist, als das Studium, weil es weniger Pausen gibt. Und es ist herausfordernd sich an den neuen Lebensrhythmus zu gewöhnen. Für mich war es wichtig, unbedingt einen Ausgleich zum 8-Stunden-Sitzen zu Finden. Das war neu.

Kannst du die Inhalte deines Studium mit deiner aktuellen Stelle verbinden?

Das Wissen aus dem Studium kommt bei mir immer wieder zum Tragen. Ich kann tatsächlich viel Theorie in der Praxis anwenden. Einiges, was bisher abstrakt war, wird nun konkret. Trotzdem muss man in der „realen“ Welt – also im Unternehmen – vieles, fast alles, neu lernen. Es kommt Neues dazu – jeden Tag.

Wo siehst du dich in den nächsten 5 Jahren?

Das ist eine typische Frage für ein Vorstellungsgespräche (lacht). Ich sehe mich in 5 Jahren als Fachexpertin in meinem Bereich. Das ist das einzige, was ich mir in meinem Job als Ziel gesetzt habe und wofür ich in den nächsten 5 Jahren arbeiten werde. Ich sehe bei meinen Kolleginnen und Kollegen, wie wichtig es ist, in seinem Arbeitsbereich richtig gut zu sein.

Welche Tipps kannst du Berufseinsteigern geben? 

Der wichtigste Ratschlag, den ich geben kann, ist an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Das geschieht natürlich auch ein Stück weit „automatisch“, wenn man einen neuen Lebensabschnitt beginnt, aber man sollte das aktiv in den eigenen Fokus stellen. Und dann ist es natürlich hilfreich – gerade wenn etwas endet und etwas neues beginnt – eine Idee davon zu haben, wo es hingehen soll. Also ein Ziel. Ich hab als Jugendliche mal gelesen:

Wenn man das Ziel nicht kennt, ist kein Weg der Richtige

Also sich selbst ein Berufsziel setzen, das ist wichtig – sonst kommt man nie an. Allgemein find ich es entscheidend, sich nicht zu verstellen, nur um einen Job zu bekommen. Seid ehrlich im Vorstellungsgespräch und stellt Fragen. Habt im Hinterkopf, dass nicht nur das Unternehmen euch kennen lernen möchte, sondern auch ihr das Unternehmen. Nicht nur ihr sollt zu der Stelle passen, sondern auch das Unternehmen zu euch. Wenn ihr dann mal ein Vorstellungsgespräch habt, dann ist eine gute Vorbereitung das A&O. Dort zu sitzen und nicht zu wissen, was man antworten soll ist wie wenn ein schlecht geschossener Elfmeter: Hätte echt nicht sein müssen, denn so nah dran an den Erfolg, kommt man nicht so oft.

Wie hast du dich gefühlt, als die Unizeit vorbei war? Vermisst du sie?

Für mich wurde es gegen Ende des Studiums immer mehr Zeit, in die „wirkliche“ Welt aufzubrechen. Nachdem man den Bachelor- und den Masterstudium hintereinander ohne Pausen absolviert hat, hat man meiner Meinung nach genug vom Studieren (lacht). Außerdem möchte man auch das in der Theorie erlernte in der Praxis anwenden und auch mal „richtiges“ Geld verdienen. Heute vermisse ich die Uni hauptsächlich wegen meinen Freunden, da sie nun alle verstreut sind. Viele haben einen Job im Norden gefunden und somit ist der persönliche Kontakt nicht mehr so intensiv wie in der Unizeit.

Vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg noch!

Ayse hat den Berufseinstieg erfolgreich gemeistert, aber leider ist das nicht der Alltag. Es herrscht hohe Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, wenn Du frisch von der Uni an die Tür eines Unternehmens klopfst. Auch wer nach unzähligen Bewerbungen noch immer nicht den richtigen Einstieg geschafft hat, sollte den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern sich beraten lassen. Selbst wenn ihr keine Vorzeige-Noten habt, könnt ihr mit einer guten Bewerbung punkten. Wenn ihr dann ein Vorstellunsgespräch habt, heißt es „nur noch“ überzeugen. Ich wünsche Euch dabei viel Erfolg!

Feven

 

Arbeitslos nach dem Studium: Die Agentur für Arbeit weiß Rat

Arbeitslos nach dem Studium: Die Agentur für Arbeit weiß Rat

Doris Reif-Woelki

Fleißig studiert, Abschluss in der Tasche und bereit für die Berufswelt? Gestern noch im Hörsaal, heute bei der Agentur zur Arbeit – damit rechnet eigentlich niemand. Dieser Beitrag zeigt, welche Unterstützung es für Absolventinnen und Absolventen beim Arbeitsamt gibt.

Optimistisch und neugierig auf das neue Kapitel im Leben, beginnt für die meisten nach dem Studium die heiße Bewerbungsphase. Manchmal klappt es mit einer passenden Stelle nicht auf Anhieb. Davon geht die Welt aber nicht gleich unter: Es gibt vom Staat auch für Absolventen, die noch keine Berufserfahrung haben, finanzielle Unterstützung sowie persönliche Beratung. Doris Reif-Woelki ist in der Agentur für Arbeit tätig und hat sich für ein Experteninterview zur Verfügung gestellt, um mir zu dem Thema wichtige Fragen zu beantworten.

Welche Voraussetzungen müssen Absolventen erfüllen, um Arbeitslosengeld zu erhalten?

Beim Arbeitslosengeld muss man unterscheiden zwischen 1. Der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I und 2. Der Sozialleistung Arbeitslosengeld II (gemeinhin Hartz IV genannt). Für das Arbeitslosengeld I muss vorher in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt worden sein. Das passiert bei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen. Es müssen mindestens 12 Monate in den vergangenen zwei Jahren einbezahlt worden sein, sonst entsteht kein Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Sollte kein Anspruch vorhanden sein, und keine andere Möglichkeit bestehen, den Lebensunterhalt zu bestreiten, kann ein Antrag auf Arbeitslosengeld II beim Jobcenter gestellt werden. Das ist wie gesagt eine Sozialleistung und beruht auf einer Bedürftigkeitsprüfung. Das beinhaltet, dass man seine gesamten Vermögens- und Einkommensverhältnisse offen legen muss.

Das Arbeitsamt unterstützt nicht nur finanziell, sondern auch beratend. Quelle: Unsplash/ Tim Gouw

Da aber die wenigsten Studierenden neben Studium Zeit für eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit haben, wird es eher der Einzelfall sein, dass Arbeitslosengeld I gezahlt werden kann.

Aber das Arbeitslosengeld ist ja bei weitem nicht die einzige Leistung, die die Agentur für Arbeit anbietet. In Stuttgart bieten wir ein breit gefächertes Angebot an Beratungsleistungen, Workshops und Seminaren, die beim Berufseinstieg helfen. Am besten schaut man mal im Jahresprogramm „Karriere“ nach.

Wie unterscheidet sich der Antrag für Absolventen zu Berufstätigen? 

Bei den Anträgen gibt es keine Unterschiede, sie sind für alle gleich.

Was benötigen die Studierenden alles für einen Antrag?

Wichtig sind vor allem die Arbeitsbescheinigungen der Arbeitgeber, denn daraus wird die Höhe des Arbeitslosengeldes ermittelt. Für Arbeitslosengeld II ist noch viel mehr erforderlich, Mietbescheinigungen etwa und Kontoauszüge. Hier gibt es eine gute Übersicht.

Mit welchem Gemütszustand kommen die Absolventen zu Ihnen?

Das ist sehr unterschiedlich. Zum einen gibt es die, die sehr marktgängige Studienrichtungen gewählt hatten, der Abschluss vielleicht nicht ganz so hervorragend ausgefallen ist wie geplant, und die lediglich eine gute Bewerbungsstrategie benötigen, die aber guter Dinge sind, in Kürze eine passende Stelle zu finden. Sie wollen vielleicht nur ihre Bewerbungsunterlagen checken lassen und einen Plan B erarbeiten oder durchdiskutieren.

Auf der Suche nach … Hilfe!

So haben wir sehr oft Bachelor-Absolventen, die nicht sicher sind, ob ein Master für sie Sinn macht, auch dort helfen unsere Berater mit ihrer hohen Marktkenntnis gerne weiter, denn nicht immer ist eine weitere Spezialisierung auf dem Arbeitsmarkt von Vorteil., bei manchen Fachrichtungen kann man aber ohne Master kaum Karriere machen. Andere haben Fachrichtungen studiert, die nicht unmittelbar oder zwingend in einen bestimmten Beruf münden. Sie brauchen oft umfassend Orientierung über Chancen am Arbeitsmarkt, weitere Beschäftigungsfelder oder Quereinstiegs-Möglichkeiten. Viele haben mit der Entscheidung zum Studium ja noch nicht die Entscheidung für einen Beruf getroffen. Die steht dann noch an. Das kann schwierig werden, wenn man sich während des Studiums gar nicht mit der Zukunft beschäftigt hat. Hier kommt es uns darauf an in der Beratung konsequent stärkenorientiert vorzugehen und Entscheidungen gut vorzubereiten. Tiefs in der Gemütslage gibt es dann natürlich vor allem, wenn eigene Vorstellungen und Neigungen nicht zum Arbeitsmarkt passen und die Suche nach der persönlichen Nische ist zwar immer lohnenswert aber kann unglaublich anstrengend und frustrierend sein. Wenn man vorher immer mühelos Prüfungen geschafft hat, kann das auch mal eine persönliche Krise auslösen.

Krisenstimmung haben wir in Beratungen auch dann, wenn mit schlechten Noten abgeschlossen wurde, man das Studium nur durchgezogen hat, um überhaupt einen Abschluss zu haben. Auch dann ist es oft schwierig, die Richtige Strategie für sich herauszufinden: Bewirbt man sich mit schlechten Noten, studiert man etwas anderes, ist sogar eine Berufsausbildung vielleicht der bessere Weg? All diese Fragen können mit unseren akademischen Berater/innen besprochen werden.

Weiter studieren oder arbeiten?
Copyright: contrastwerkstatt

Aber auf jeden Fall positiv bleiben: Die Chancen für Akademiker waren selten so ausgezeichnet wie in den letzten fünf Jahren. Mit etwas Geduld – denn ein einzelnes Bewerbungsverfahren bei Akademikern benötigt in der Regel 3-4 Monate – kommen die allermeisten ans Ziel.

Wann muss man sich als Absolvent rechtzeitig anmelden?

Bei Absolventen gibt es keine Fristen, da meistens ja keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt. Gab es die aber doch, weil man z.B. eine befristete Doktorandenstelle hatte, muss man sich spätestens drei Monate bevor die Befristung ausläuft, arbeitslos melden.

Wie lange dauert die Bearbeitung eines Antrages? 

Sobald alle Unterlagen vorliegen, von einer Stunde bis wenige Tage.

Wie wird das Arbeitslosengeld berechnet? Welche Leistungen werden übernommen?

Arbeitslosengeld I beträgt für Personen ohne Kinder 60 Prozent vom Nettoeinkommen, mit Kindern 67 Prozent. Für das Arbeitslosengeld II gibt es feste Regelsätze.

Haben Sie Tipps, wie Absolventen einen einfacheren Berufseinstieg haben können?

Den passenden Job zu finden ist kein Wunschdenken.

Der erste und einfache Tipp: nicht erst nach dem Abschluss über die Zukunft nachdenken. Untereinander Berufsmöglichkeiten diskutieren, Netzwerke zu Studierenden aus höheren Semestern knüpfen, Netzwerke und Kontakte der Unis nutzen. Und: Unsere akademischen Berater beraten auch nicht erst wenn der Abschluss in der Tasche ist. Sie sind an den Unis teilweise mit Sprechstunden vor Ort; Sie können aber auch jederzeit einen ausführlichen Beratungstermin bei uns in der Agentur für Arbeit vereinbaren oder an unserem Seminarprogramm teilnehmen. Auch wenn es während des Studiums Probleme gibt, helfen die Kolleginnen und Kollegen gerne weiter. Einfach eine E-Mail an: Stuttgart.172-Beratung@arbeitsagentur.de mit Schilderung der Problemlage, wir melden uns dann.

Danke, Frau Reif-Woelki für das Interview!

 

FAZIT

Die Agentur für Arbeit unterstützt nicht nur finanziell, sondern hilft auch im Bezug zu Bewerbungen und Weiterbildung. Wichtig ist es dabei, immer positiv zu denken und am Ball zu bleiben. Und solange kein Job in Sicht ist, lohnt sich der Weg zum Arbeitsamt.

Feven

 

Digitale Jobs in Stuttgart

Digitale Jobs in Stuttgart

Bild: Armin Staudt-Berlin / photocase.de

In den letzten zwei Jahrzehnten sind in zahlreichen Branchen neue digitale Jobs entstanden. Im Raum Stuttgart haben Digitalexperten besonders gute Chancen, einen interessanten digitalen Job zu finden, da sich an diesem Standort zahlreiche innovative Unternehmen angesiedelt haben.

Die Digitalisierung ist dabei, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern. Digitale Technologien haben sich inzwischen in so gut wie allen Arbeitsfeldern durchgesetzt. Die Technologieführer in der Unternehmenslandschaft sind dabei, ihre Produktion auf Industrie 4.0 und das Internet der Dinge umzustellen. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom e. V.) hat ausgerechnet, dass allein in diesen Branchen derzeit über eine Million Arbeitnehmer tätig sind – mit steigender Tendenz. Die IT-Branche ist hier der wichtigste Wachstumstreiber. Bitkom-Präsident Thorsten Dirks ließ im Vorfeld der Cebit 2017 wissen, dass sein Verband bis zum Jahresende mit einem relevanten Umsatzwachstum und mit mindestens 21.000 neuen Arbeitsplätzen rechnet.

IT-Fachkräftemangel in den Unternehmen

Durch den aktuellen Digitalisierungstrend erhöht sich auch der Bedarf an Fachkräften im IT-Bereich. Ende 2016 waren deutschlandweit rund 51.000 digitale Arbeitsplätze unbesetzt, im Vergleich zum Vorjahr war die Anzahl dieser offenen Stellen um 19 Prozent angestiegen. Viele Unternehmen suchen händeringend nach IT-Talenten.

Das Spektrum der Arbeitsangebote reicht vom Entwicklungs- oder Produktionsingenieur mit digitalen Expertisen über Softwareentwickler und Spezialisten für Datensicherheit bis zu Kommunikations- und Marketing-Experten, die in ihrem Arbeitsbereich auch die digitale Klaviatur perfekt beherrschen.

Stuttgart – ein Paradies für Digital-Talente

Foto: pixabay.com

In der baden-württembergischen Landeshauptstadt und in ihrem Umland haben sich besonders viele innovationsfreudige Firmen angesiedelt. Hinzu kommen zahlreiche etablierte Industriebetriebe, die in den letzten Jahren den Wandel zum Hightech-Unternehmen vollzogen haben. Digital-Talente sind in allen diesen Unternehmen gefragte und heiß begehrte Mitarbeiter, denen auf dem Arbeitsmarkt eine Vielzahl spannender Optionen offensteht:

– Stuttgart ist einer der bedeutendsten IT-Standorte in Deutschland, an dem sich neben internationalen Branchengrößen wie IBM, Alcatel-Lucent und Hewlett-Packard auch zahlreiche Start-ups und Spezialanbieter angesiedelt haben.

– Daimler-Benz ist traditionell das industrielle Herz der Stadt, natürlich sucht auch der Autobauer permanent nach Mitarbeitern, die frisches technologisches und digitales Wissen in die Firma bringen. Beispielsweise spielt der Konzern derzeit eine Pionierrolle für die Technologieentwicklung in den Bereichen Autonomes und Vernetztes Fahren.

– Bedarf an IT-Spezialisten haben auch die Maschinenbau- und Produktionstechnik-Unternehmen der Region, die ihre Innovationsprojekte übriges über den Verein Manufuture BW e. V. bündeln.

– Everlab ist das regionale Innovationslabor für die Verlagsbranche, an dessen Projekten Unternehmen der Medienbranche, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Hochschule für Medien Stuttgart beteiligt sind.

Jobtweets aus Stuttgarter Unternehmen – für Digitalexperten besonders spannend

Digitalexperten, die in der Stadt oder in der Region eine neue Stelle suchen, werden sicher problemlos fündig werden. Für die Stellensuche nach Jobs in der Digitalbranche lohnen sich nicht nur Recherchen auf Jobportalen wie z.B. dem Stellenwerk Stuttgart, sondern auch im Social-Media-Bereich. Hier bietet sich unter anderem die Jobsuche via Twitter an. Das soziale Netzwerk hat sich in den letzten Jahren vor allem in der IT-Branche und in Kreativberufen zu einem wichtigen Instrument der Personalsuche entwickelt – hier werden besonders interessante und tagesaktuelle Stellenangebote gefunden. 

Jobtweets von Stuttgarter Unternehmen sind oft der erste Schritt zu einem digitalen Job mit spannenden Arbeitsaufgaben und Karriereperspektiven. Digital Worker machen am besten einmal die Probe aufs Exempel und geben den Hashtag #digitaljobs Stuttgart oder ein ähnliches Suchwort in die Twitter-Maske ein.

Wer gerne eine Übersicht aus klassischen Jobangeboten und Jobs aus den Socialmediakanälen haben möchte, sollte sich einmal bei dem Portal zutun.de  umschauen. Hier finden Suchende eine Übersicht an klassischen Jobangeboten und Jobtweets in Stuttgart.

Praktikum im Land der Pyramiden

Praktikum im Land der Pyramiden

Die typischen Zielorte für ein Auslandspraktikum sind die USA, Spanien oder England. Aber was ist mit der anderen Seite der Welt? Khalid hat in Kairo sein Auslandspraktikum gemacht. Er hat Internationale Betriebswirtschaft – Interkulturelle Studien studiert und war in Ägypten bei der DAIHK im Consulting sechs Monate  tätig. Heute erzählt er uns davon.

Für viele deutsche Touristen ist Ägypten ein klassisches Ziel, wenn sie günstig in die Sonne möchten. Immer gutes Wetter, Strand und günstigere Lebensbedingungen, als in Deutschland. Aber für den Absolventen Khalid war es mehr als nur Urlaub. Er hat in Kairo gelebt und als Praktikant gearbeitet. Und das zu der Zeit, als der arabische Frühling aktuell war.

Ein Interview mit Khalid

Wieso hast du ein Auslandspraktikum gemacht?

Ich bin schon seit meiner Jugend daran interessiert, wie Menschen in anderen Kulturen ihren Alltag meistern. Ich habe ein besonderes Interesse an der arabische Kultur, aufgrund meiner palästinensischen Wurzeln. Inzwischen betrachte ich es als meine persönliche Identitätsfindung als Bi-kultureller zwischen der deutschen und der palästinensischen beziehungsweise arabischen Kultur. Das beeinflusste auch die Wahl meines Studiums, sowie das Interesse in einem internationalen Umfeld tätig sein zu wollen. Um herauszufinden, ob eine Beschäftigung im arabischen Raum auch das Richtige für mich ist, entschied ich mich zunächst für ein Studiensemester in Kairo, wo ich anschließend ein Praktikum absolviert hatte.

Wie bist du zu deinem Praktikum gekommen?

Während meines Bewerbungsprozesses befand ich mich ja wie gesagt schon in Kairo. Mein damaliger Kommilitone aus Deutschland hatte sich bei der DAIHK beworben und fragte mich, ob solch ein Praktikum auch für mich in Frage käme. Ich fand die Stellenausschreibung interessant und bewarb mich daraufhin dort. Die DAIHK ist die grösste bilaterale Wirtschaftsorganisation im Rahmen der deutsch-arabischen Beziehungen. Sie spielt eine zentrale Rolle in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Ägypten und Deutschland.

Was hast du bei der Planung beachtet? 

Neben meinem kulturellen Interesse, habe ich in erster Linie die Richtlinien meiner Hochschule in Bezug auf die Anerkennung des praktischen Studiensemesters beachten müssen. Dazu gehören unter anderen die Gewährleistung von mindestens 100 Präsenztagen innerhalb des Praktikumszeitraums, ohne Urlaubs- und Krankheitstagen. Das hat man uns so oft gesagt, dass ich es bis heute noch weiß. Da ein Praktikum bei einer Handelskammer nicht vergütet wird, habe ich darauf geachtet rechtzeitig Auslands-BAföG zu beantragen. In meinem Fall war es so, dass ich das BAföG ein halbes Jahr vor Antritt des Praktikums beantragen musste, sodass ich es auch rechtzeitig empfangen konnte. Ich hatte mich auch bei meinem Kreditkartenunternehmen über Fremdwährungsumrechnungen und -gebühren und die Möglichkeit kostenlos Bargeld abheben zu können, informiert. Zudem habe ich mich über die Reisebestimmungen für deutsche Staatsbürger informiert. Zu der Zeit war es auch wichtig immer die politische Lage Ägyptens, nach der Revolution von 2011 und nach der militärischen Machtübernahme in 2013, im Auge zu behalten. Natürlich war es auch wichtig genügend Zeit für die Praktikums- und Wohnungssuche einzuplanen. Bezüglich der Wohnungssuche vor Ort hatte ich nur eine zusätzliche Woche vor Praktikumsbeginn eingeplant, was definitiv nicht ausreichend war. Die Bewerbungen für das Auslandspraktikum habe ich über sechs Monate vor Praktikumsbeginn abgeschickt. Nach unzähligen Absagen war ich kurz davor aufzugeben, aber nach einer langen Wartezeit erhielt ich fünf Zusagen, davon drei aus Ägypten. Ich hatte nun überraschenderweise die Wahl mir einen Praktikumsplatz auszusuchen.

Was war deine schönste Erfahrung?

Eine meiner schönsten Erfahrungen war es die Möglichkeit zu haben mit Menschen in den unterschiedlichsten beruflichen Positionen aus unterschiedlichen Kulturkreisen kennen zu lernen und Kontakte knüpfen zu können. Alles war dabei – von Geschäftsleuten bis hin zu Politikern und Vertretern von internationalen Institutionen, wie der Internationale Währungsfonds. Ich konnte Wirtschaftspolitik zwischen Deutschen, Ägyptern und gelegentlich auch anderen Internationals hautnah miterleben. Außerdem hatte ich noch nie in meinem Leben so viele Nationalitäten in einem Land kennengelernt, wie in Ägypten. Ich habe fast alle arabische und viele afrikanische Nationalitäten allein in Kairo getroffen. Im Norden, in Alexandria traf ich viele Ägypter, die ihren Ursprung in Griechenland hatten. Und im Süden nahe der Grenze zum Sudan waren es hauptsächlich Nubier. Ich hatte auch erst in Ägypten das erste Mal einen Palästinenser aus dem Gaza-Streifen kennengelernt. In Israel und auch im Westjordanland ist es für mich inzwischen fast unmöglich jemanden von dort anzutreffen.

Was war deine schlechteste Erfahrung?

Um ehrlich zu sein, habe ich in Bezug auf das Praktikum keine Erinnerung, die ich als schlecht bezeichnen würde. Gesellschaftlich hatte ich aber einige schlechte Erfahrungen machen müssen. Ich wurde gelegentlich wegen meiner palästinensischen Herkunft in Ägypten diskriminiert. Insbesondere während der Wohnungssuche hatten einige Vermieter, aufgrund meiner Herkunft, abgelehnt mir eine Wohnung zu vermieten. Begründet wurde dies mit der Angst, dass ein palästinensischer Mieter ein Anhänger, der im Gaza-Streifen regierenden Hamas sein könnte. Mein deutscher Pass half mir dabei auch nicht wirklich. Da ich arabisch aussehe und natürlich auch arabisch spreche, wurde ich dort als Araber angesehen und nicht als Deutscher. Letztendlich konnte ich nach einer entnervenden Suche doch noch eine Wohnung finden. Irgendwie klappt es ja dann doch.

Wie ging es nach dem Praktikum weiter?

Zurück in Deutschland musste ich erst realisieren, dass ich tatsächlich wieder in Deutschland war und mein altes Leben nun weiterging. Das hatte einige Tage gebraucht. Komischerweise hatte ich erst dann einen Kulturschock. Ich denke, es liegt daran, dass ich mich an das Leben, also die Arbeit und die erste eigene Wohnung in Ägypten schnell gewöhnt hatte. Inzwischen war ich insgesamt ein Jahr in Ägypten gewesen. Mir gefiel dieses Leben. Durch das folgende Semester in Deutschland bin ich automatisch in die gewohnten Bahnen zurückgekehrt. Ich musste nun mein Praktikum anerkennen lassen. Außerdem hatte ich noch offene Kurse, die ich absolvieren musste. Ich suchte auch nach einem weiteren Praktikum und eine Werkstudententätigkeit in Deutschland für meine anderen BWL-Schwerpunkte. Das Praktikum bei der DAIHK umfasste vielmehr meinen Kultur- und Management-Schwerpunkt. Mir war es wichtig noch, während des Studiums unterschiedliche Arbeitsfelder kennen zu lernen.

Wie war dein Arbeitsalltag? Deine Aufgaben?

Es gab keinen bestimmten Arbeits- oder Zeitplan, an den ich mich halten musste. Wenn es einen guten Grund gab, konnte ich einen Arbeitstag auch nach sechs Stunden beenden. Es kam aber auch vor, dass an Events mehr als acht Stunden gearbeitet wurde. Wichtiger war es, die mir auferlegten Aufgaben ordentlich und sehr genau abzuwickeln. Ich durfte größtenteils selbstständig arbeiten, was aber nicht heißt, dass mir nicht geholfen wurde. Ich habe hauptsächlich an Sektorstudien über die ägyptische Volkswirtschaft für deutsche Investoren gearbeitet. Die Erarbeitung solcher Studien kann man durchaus mit dem Aufwand und Umfang einer Bachelorarbeit vergleichen. Damit wird einem eine große Verantwortung zugeteilt, was die Flexibilität und Genauigkeit in Bezug auf die Arbeits- und Zeitplanung erklärt. Gelegentlich habe ich auch auf Anfrage von deutschen Unternehmen produktspezifische Marktanalysen gemacht. Für ägyptische Investoren habe ich Artikel über deutsche Städte beziehungsweise Regionen und deren attraktivsten Industrien verfasst. Ansonsten habe ich an Events Unternehmer oder Politiker betreut, den Preisindex für deutsche Expats aktualisiert, gelegentlich von und in Arabisch übersetzt und auch meine Betreuerin auf Termine begleitet.

Was war deine größte Herausforderung?  

Die größte Herausforderung war mit der großen Verantwortung umzugehen, da eben von mir erwartet wurde fast gänzlich selbstständig zu arbeiten. Es ist toll, wenn einem Studenten eine gewisse Verantwortung übertragen wird, aber man will schließlich seine Arbeit nicht falsch machen. Vor allem, wenn deine Arbeit deutschen Investoren zur Verfügung gestellt wird. Ich überarbeitete meine Studien mehrfach, um eine Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Bei einer hohen Seitenzahl verliert man leicht den Überblick. Ich kontrollierte ebenfalls meine Quellen auf Glaubwürdigkeit. Das hat immer sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Es ist nicht dasselbe wie bei einer Hausarbeit, für die die Literatur bereits vorhanden ist. Aber mit der Zeit hatte ich ein Gefühl dafür entwickelt, was jedoch nur das Unbehagen bezüglich der großen Verantwortung nahm. Der Zeitaufwand blieb der Gleiche.

Hast du etwas von den Aufständen mitbekommen?

Ich hatte von der Revolution nichts mehr mitbekommen, aber von den Aus- und Nachwirkungen der Revolution. Ich war dabei als die Ägypter am 30.06.2013 vor dem Präsidentenpalast gegen den seit einem Jahr gewählten Präsidenten Mohammed Mursi demonstrierten. Die Demonstration war sehr friedlich und hatte vielmehr etwas von einem großen Festival, als von einer Demonstration. Das lag auch daran, dass das Militär nicht gegen die Demonstranten vorgegangen ist, wie bei der Revolution, sondern sich für die ägyptische Bevölkerung in diesem Fall aussprach. Jedoch hat das Militär im Laufe der Nacht eine Machtübernahme gestartet und den damaligen Präsidenten von seinem Amt abgesetzt. Seitdem gab es eine starke Militärpräsenz und auch Aufstände von Befürwortern des Präsidenten auf den Straßen. Darauf wurde mit einer mehrmonatigen Ausgangssperre geantwortet. In bestimmten Gebieten – auch in meinem Wohnviertel – wurden sogar Mauern zum Schutz hochgezogen. Für mich wurde es relativ schnell zum Alltag Panzerwägen und Soldaten auf den Straßen zu sehen, was aber am üblichen Alltag wenig änderte. Ich konnte immer noch alles tun, was ich vorher auch tat. Man wurde nur öfter anhand der Personalien kontrolliert. Ich konnte auch relativ einfach die Ausgangssperre umgehen, da mein Wohnviertel an drei Orte angrenzte. Wenn ich nachts noch zum Kiosk um die Ecke wollte, war ich schon in einem anderen Ort. Diesbezüglich zeigten die Wachsoldaten Verständnis. Mit der Zeit wussten sie auch, wer ich bin und machten auch Ausnahmen. Als ein neuer Präsident gewählt wurde gab es wieder häufiger Demonstrationen und auch Anschläge auf Polizeistellen. Die Demonstrationen gingen häufig durch mein Wohnviertel, da ich in einem Diplomatenviertel und nur einige Meter vom Parlament, von Botschaften und Ministerien entfernt wohnte. Aber es gab keine Anschläge oder Ausschreitungen in meinem Umfeld. Ich habe mich natürlich nicht in den Gegenden aufgehalten, in denen dies der Fall war. Ich habe es trotz allem gemocht, dort zu leben.

Welche Gefühle hast Du, wenn Du an die Zeit dort denkst?

Ich war sehr von der Vielfältigkeit und der ägyptischen Gastfreundschaft angetan. Außerdem habe ich viele Internationals in Ägypten kennengelernt, überwiegend Studenten und Journalisten. Es war sehr einfach Kontakte zu knüpfen, auch mit Einheimischen. Ich war auch sehr von der Architektur fasziniert, die vom französischen und britischen Kolonialismus und auch vom Islam sehr beeinflusst ist. Ägypten stellt für mich ein Bindeglied zwischen Europa, Afrika und der arabischen Welt dar. Kairo wird auch als politische und kulturelle Hauptstadt der gesamten arabischen Welt bezeichnet. Was ich mit am meisten vermisse, ist nach einer Party nach Hause zu gehen und den Muezzin dabei zu hören, wie er zum Morgengebet ruft. Für mich hat es viel weniger eine religiöse Bedeutung, sondern stellt vielmehr eine Erinnerung an die Zeit dar. Dass ein neuer Tag anbricht und neues auf mich wartet.

Hast du Tipps für Studenten, die auch ins Ausland möchten?

Don’t take anything for granted! Informiert euch in jeglicher Hinsicht lieber einmal mehr als einmal zu wenig über das Land, in dem ihr ein Auslandspraktikum machen wollt. Plant genug Zeit für die Vorbereitung eures Auslandspraktikums und -aufenthaltes ein. Das gilt vor allem für die Wohnungssuche. Bevor ihr euch für eine Wohnung entscheidet, schaut euch die Wohnung sehr genau an und auch die Gegend in der ihr wohnen werdet. Zeigt Empathie. Versucht nicht nach deutscher Logik eine andere Kultur zu verstehen. Das kann unbewusst zu Vorurteilen führen. In anderen Kulturen tickt man anders und bestimmte Verhaltensweisen können einem befremdlich vorkommen. Versucht euch das befremdliche Verhalten verständlich zu machen.

Vielen Dank für deine Zeit!

Wer mit Katzen spielt, darf Kratzer nicht scheuen. Das ägyptische Sprichwort sagt viel über die Erfahrungen von Khalid:  Eine Auslandserfahrung besteht nicht nur aus Abenteuer und Spaß, sondern auch aus Verantwortung und viel Arbeit. Ein Auslandspraktikum ist aber trotz Herausforderungen und nicht immer nur Easygoing immer eine Chance eine neue Welt kennen zu lernen. Wenn ihr auch Interesse habt, ein Auslandspraktikum zu machen, könnt Ihr Euch an das Internationale Zentrum der Uni Stuttgart wenden.

Feven

 

Gründen an der Uni Stuttgart

Gründen an der Uni Stuttgart

Die Universität Stuttgart fördert kluge Köpfe mit neuen Ideen. Wer als Studierender, Mitarbeitender oder Alumni ein Unternehmen gründen möchte, wird vonseiten der Technologie-Transfer-Initiative unterstützt. Wie das genau funktioniert, erklärt die langjährige Mitarbeiterin Edith Schmitt auf der Veranstaltung „Stuttgart gründet“.

Schmitt vor dem TTI Plakat

Edith Schmitt vertritt die TTI bei der Veranstaltung „Stuttgart gründet“.

Am Anfang steht das Erstberatungsgespräch. Bei diesem stellt der zukünftige Gründer oder die zukünftige Gründerin die zentrale Idee vor, mit welcher die Umsetzung des eigenen Unternehmens in Angriff genommen werden soll. Ein ausgearbeitetes Konzept ist hierfür zwar hilfreich, allerdings nicht notwendig. Der Businessplan kann im Anschluss mithilfe der Mitarbeitenden der Technologie-Transfer-Initiative (TTI) erstellt beziehungsweise überarbeitet werden. Aber was ist dann für den Anfang wichtig?

„Grundsätzlich ist es ratsam, ein großes Netzwerk aufzubauen.“, erklärt Edith Schmitt. Die TTI kann diesbezüglich vermitteln. Über eigene Veranstaltungen oder Kontakte zu Förderprogrammen können die Unternehmer und Unternehmerinnen in spe zukünftige Geschäftspartner kennenlernen und finanzielle Mittel sammeln. Die TTI hat beispielsweise bereits die Gründung von eMovements unterstützt, welches als Unternehmen für elektronische Mobilität den elektrischen Rollator „ello“ entworfen hat. Auch bei der Gründung des Unternehmens Hybrid-Ariplane GmbH, dessen Köpfe das Hybridflugzeug H-Aero entwickelten, stand die TTI zur Seite.

Bleistift vor leerem Papier

Ganz alleine eine Businessplan erstellen? Die TTI kann behilflich sein.

Fachliche Hilfe kann durch das Patenschaftsmodell gewährleistet werden. Hierbei wird der Kontakt zwischen Gründer oder Gründerin und Professor oder Professorin aufgebaut. „Seit der Gründung haben wir über dreihundert Patenschaftsverträge abgeschlossen.“, so Schmitt. Dieses Modell kann dem Gründer oder der Gründerin beispielweise die kostenlose Benutzung eines Labors ermöglichen. Auch eine engere Zusammenarbeit ist nicht ausgeschlossen.

Wer das Gründen vorab nur ausprobieren möchte, kann unter dem Dach der TTI GmbH im Rahmen einer Transfer- und Gründerunternehmung (TGU) Projektleiter beziehungsweise Projektleiterin der eigenen Ideenumsetzung werden. „Der Vorteil ist, dass man kein eigenes Unternehmen gründen muss.“, erklärt Schmitt. Man könne folglich gründen, ohne zu gründen. Bei diesem Modell berät die TTI GmbH nicht nur, sondern übernimmt auch das Finanz-, sowie Personalmanagement und stellt somit zusätzlich einen guten Ausgangspunkt für eine angestrebte, selbstständige Existenz dar. „Derzeit gibt es über fünfzig TGUs.“, so Schmitt.

Hybrid-Flugzeug

Links: das Hybrid-Flugzeig h-aero, rechts: Schmitt mit dem Mitbegründer Csaba Singer. Bild: Dr.-Ing. Csaba Singer

Gründen könne grundsätzlich jeder, egal welchen Alters oder Semesters. Dabei gelte: Je früher, desto besser, um keine Deadline zu verpassen. Aber kann man überhaupt gleichzeitig studieren und gründen? „Grundsätzlich wird die Zeit unterschätzt, die in die Existenzgründung einfließt.“, so Schmitt. Allerdings könne man als Freiberufler auch neben dem Studium Gründerluft schnuppern und so Erfahrungen für den Ernstfall sammeln. Dies funktioniere beispielsweise besonders gut im Rahmen einer TGU. „Wir unterstützen von der Idee bis zur Vermarktung beziehungsweise Finanzierung.“, fasst Schmitt zusammen. Allerdings gebe es auch Grenzen, einen persönlichen Coach für jeden Gründenden können sie beispielsweise nicht stellen. Dennoch lohnt sich die Kontaktaufnahme. Wer sich näher informieren möchte, kann dies über die Homepage der TTI GmbH.

 

 

Schlechte Noten -Wie bewirbt man sich damit richtig?

Schlechte Noten -Wie bewirbt man sich damit richtig?

Wie kommt man rein? Bild: kallejipp / photocase.de

Du möchtest Dein Abschlusszeugnis am liebsten verbrennen, musst Dich aber damit für einen Job bewerben? Frust und Verzweiflung machen sich breit, wenn man nach vielen Bewerbungen nur Absagen bekommt und man fragt sich: Sind die miesen Noten der Grund, als Bewerber nicht zu punkten? Ich denke, es kommt weniger auf die Noten selbst an, sondern auf den richtigen Umgang damit.

Wenige Studierende haben ein 1A-Musterzeugnis. Viele Berühmtheiten haben ihr Studium sogar abgebrochen und sind trotzdem erfolgreich geworden:

„Ich bin in ein paar Examen durchgefallen, mein Freund hat sie alle bestanden. Jetzt ist er Techniker bei Microsoft und mir gehört Microsoft“

Das sagte natürlich Bill Gates und zeigt bereits: Noten sind nicht Alles! Man kann sich auch einfach selbstständig machen….das wäre ein Weg. Wer aber doch lieber erstmal bei einem Unternehmen oder einer Einrichtung anheuern will, dem zeige ich jetzt, wie er auch ohne einen Einser-Schnitt an einen guten Job kommt.

Guter Job trotz schlechter Noten

Rechtfertigung: Wichtig ist, die schlechten Noten nicht einfach unter den Tisch fallen zu lassen oder gar den Professor dafür verantwortlich zu machen. Sag unbedingt, was Sache ist! Die Noten lassen sich nicht rückgängig machen und gehören wie jede Lücke zu Deinem Leben dazu. Vielleicht hast Du während Deines Studiums einen anderen Fokus gehabt, Deine Freiheit genossen, Dich selbst gefunden oder einfach viel gearbeitet, um das Studium zu finanzieren. Ob man gut vorbereitet war, aber aus Nervosität die Prüfung nicht gut bestanden hat oder aus anderen persönlichen Gründen keine Bestleistung zeigen konnte. Ehrlichkeit siegt. Steh zu Deiner Geschichte!

Eine Zeugnisnote ist eindeutig.
Bild: zettberlin / photocase.de

Persönlichkeit punktet: Berufseinsteiger mit schlechten Noten benötigen als Bewerber die Chance, dass sie jemand persönlich kennenlernt. Denn man muss erstmal an den Personalern vorbei, die nur den Blick ins Zeugnis werfen, „Mathe-Nieten“ aussieben und damit einen Grund für die Absage gefunden haben. Job-Messen sind beispielsweise eine gute Gelegenheit um persönlich ins Gespräch zu kommen und von sich direkt zu überzeugen. Auch das Vitamin B aus dem eigenen Netzwerk oder die persönliche Vorstellung samt guter alter Bewerbungsmappe beim Mittelständler um die Ecke können dann zum Ziel führen.

Abgelehnt wegen schlechter Noten?

 

Zielgenaue Schlüsselqualifikationen: Vielleicht landet Eure Bewerbung bei einem Personaler auf dem Tisch für den die Noten nicht das allerwichtigste sind. Dann heißt es: mit soft skills punkten. Gut, wenn man davon ein paar im Lebenslauf stehen hat. Besonders gut, wenn eine davon sehr genau inhaltlich auf die Anforderungen der Stellenbeschreibung passt. Diese dann am besten im Anschreiben hervorheben! Am besten also, ihr habt eine Auswahl an angeeigneten Schlüsselqualifikationen im Portfolio. Die Uni Stuttgart biete viele verschiedene Schlüsselqualifikationen an, die ihr in Anspruch nehmen dürft.

Berufserfahrung belegen: Ein wichtiger Punkt für die Bewerbung sind alte Arbeitszeugnisse. Natürlich sollten nur gute Zeugnisse vorlegt werden, die unterstützend sind. Eine Alternative wäre es den alten Arbeitgeber, nach einen Empfehlungsschreiben zu fragen. So ein Schreiben hinterlässt immer einen guten Eindruck. Das heißt nämlich, dass ihr euch immer noch gut mit eurem alten Arbeitgeber versteht und er mit eurer Arbeit zufrieden war. Das sagt tatsächlich für sehr viele Entscheider mehr als eine Note aus.

Es gibt Orte, da sind Deine Noten nicht so wichtig

Auslandserfahrung: Ein großer Pluspunkt in einer Bewerbung stellen eine oder sogar mehrere Auslandsaufenthalte dar. Damit beweist ihr Selbstständigkeit, Offenheit und Anpassungsfähigkeit. Viele Unternehmen setzen heutzutage sogar Auslandserfahrungen voraus.

Richtigen Adressaten suchen: Schwierig mit schlechten Noten – vor allem für Berufseinsteiger – ist es auch überall dort, wo Fachwissen und Lernkompetenz in hohem Maß mit dem Berufsbild verbunden sind, wie etwa in juristischen Berufsfeldern. Auch eine Stelle in Wissenschaft und forschungsnahen Einrichtungen wirst Du mit schlechtem Studienabschluss nur schwer bekommen. Ebenso im Bereich des öffentlichen Dienstes oder großer Non-Profit-Organisationen und auch überall dort, wo Auswahlprozesse sehr stark standardisiert sind oder sogar offiziell an einen Notendurchschnitt gekoppelt sind. Gute Chancen gibts’s aber überall dort, wo sich Personalentscheider noch die Zeit nehmen, sich intensiver mit Deiner Bewerbung auseinander zu setzen. Dies ist tendenziell eher in kleinen und mittelgroßen Unternehmen der Fall, also bei mittelständischen oder bei Start-Ups.

Australien ist als Ort zum Leben populärer denn je und das kommt nicht von ungefähr. Bild: bIO-54o / photocase.de

Rauskommen: Auch wenn Du sehr heimatverbunden bist: wie wäre es mit einem Neustart? In einer neuen Stadt oder sogar im Ausland? Es ist nicht „überall anders“ per se leichter, aber überall dort, wo sich der Fachkräftemangel in bestimmten Branchen bemerkbar macht. Dort bist Du auch mit einem nicht ganz so guten Zeugnis leichter in der engeren Auswahl für den Job. Und mit einer Ausbildung in Deutschland ist man in vielen Ländern auf der Welt als Arbeitnehmer „heiß begehrt“.

Vorstellungsgespräch: Ihr habt es endlich geschafft und nach langer Suche ein Vorstellungsgespräch. Nun heisst es: 100% überzeugen. Wichtig ist es, zu euren schlechten Noten zu stehen und gleichzeitig andere Vorzüge in den Fokus zu rücken. Ihr habt sicherlich den ein oder anderen Ass im Ärmel. Tipps für ein gutes Vorstellungsgespräch findet ihr hier

Nicht aufgeben und Kompromisse eingehen: Wer fleißig Bewerbungen schreibt, der wird früher oder später auch einen passenden Job finden. Und wenn es nicht gleich der „schon immer ersehnten Traumjob“ ist: Durch Berufserfahrung sammelst Du Kompetenzen und Know-how, die Dein Zeugnis bei der nächsten Bewerbung immer weiter in den Hintergrund treten lässt. Und in einem Job lernst Du evtl Leute kennen, die Dich gerne einstellen, weil sie von Dir überzeugt sind und dies nicht an den Noten fest machen.

 

 

Feven

Keine Lust auf Taxifahren?

Keine Lust auf Taxifahren?

Bild: Maccaroni / photocase.de

Einem Studierenden der Geisteswissenschaften öffnen sich mit dem erfolgreichen Abschluss verschiedene Türen in der Berufswelt. Wer keine Lust auf Forschung und Lehre hat oder sich sicherheitshalber für diverse Arbeitsstellen in der privaten Wirtschaft qualifizieren will, kann schon während des Studiums wertvolle Erfahrungen sammeln.

Der wichtigste Tipp voraus: Wartet nicht zu lange. Bereits im ersten Semester könnt ihr – sobald ihr euch eingelebt und die nötige Zeit gefunden habt – aus einer vielfältigen Auswahl von Qualifizierungsangeboten wählen. Je später ihr anfangt, desto weniger Zeit habt ihr natürlich auch, um euch auszuprobieren. In erster Linie engagiert ihr euch zwar, um zu lernen und euer Wissen in verschiedenen Themengebieten aufzustocken, als schöner Nebeneffekt lernt ihr euch aber auch selbst besser kennen, und zwar insbesondere, welche Arbeitsweisen und Beschäftigungsfelder ihr favorisiert.

Um eure interdisziplinäre Denkweise zu erweitern, könnt ihr verschiedene Angebote der Universität Stuttgart nutzen. Ein einfacher und effektiver Weg ist die Teilnahme an Schlüsselqualifikationen, welche normalerweise sowieso in euren Stundenplänen vorgesehen ist. Als Studierender der Geisteswissenschaften bietet es sich hier an, nicht dem ersten Impuls zu folgen und eine Schlüsselqualifikation zu einem rein geisteswissenschaftlichen Thema zu belegen.

Krawatte, Anzug

Wie bereitet man sich als Geisteswissenschaftler auf das Berufsleben vor?

Traut euch ruhig, euch für Seminare mit betriebswirtschaftlichem oder technischen Schwerpunkt zu bewerben. Und auch wenn ihr dort nicht angenommen werdet, lohnt es sich, sich zur ersten Sitzungsstunde einzufinden. Da viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen trotz bestätigter Anmeldung nicht erscheinen, ist es gut möglich, dass noch ein Platz für euch übrig ist. Und noch einmal zur Erinnerung: Die Schlüsselqualifikationen sind nicht benotet, ihr müsst also nur bestehen. Und das ist auch für fachfremde Studierende kein Problem.

Engagieren macht Spaß!

Eine weitere Möglichkeit, um sich neben dem Studium weiterzubilden, ist die Teilnahme an einem Sprachkurs. Neben geläufigen Fremdsprachen wie Englisch, Spanisch oder Französisch, könnt ihr euch über das Sprachenzentrum auch beispielsweise für einen Kurs anmelden, der Arabisch, Chinesisch, Esperanto, Niederländisch, Polnisch, Schwedisch oder Türkisch thematisiert. Unterschiedliche Sprachenkenntnisse können gerade bei Bewerbungen an international agierende Unternehmen vorteilhaft sein.

Programmcode

Eine neue Sprache zu lernen, kann sich lohnen.

Mit besonders viel Spaß ist natürlich das Engagement in den universitären Programmen verbunden. Der Einsatz als Buddy, Mentor beziehungsweise Mentorin oder Sprachpate beziehungsweise Sprachpatin können aber auch bei eurer späteren Bewerbung ins Gewicht fallen. Im Programm lernt ihr schließlich nicht nur andere Kulturen und Sprachen kennen, sondern zeigt auch, dass ihr gerne Verantwortung übernehmt und über wertvolle kommunikative Fähigkeiten verfügt. Natürlich beweist ihr auch mit einem oder mehreren Auslandssemestern, dass ihr organisationsfähig und offen für neue Erfahrungen seid.

Sich mit einer schlauen Wahl des Masterstudiengangs profilieren

Weiterhin kann euch die Teilnahme an einer der zahlreiche Hochschulgruppen voranbringen. Beim Debattieren oder dem Fördern von Nachhaltigkeit könnt ihr nicht nur neue Kontakte knüpfen, sondern vertieft auch fachspezifisches Wissen und lernt neue Fähigkeiten. Auch eine rege Beteiligung in eurer Fachgruppe, verschiedenen Arbeitskreisen der Studierendenvertretung (stuvus) oder im Studierendenparlament kann positiv ausgelegt werden.

Wer sich nach seinem Bachelor in einem geisteswissenschaftlichen Studium noch besser auf das Berufsleben vorbereiten will, kann sich mit einer schlauen Wahl des Masterstudiengangs profilieren. So verbindet beispielsweise der Masterstudiengang Digital Humanities an der Universität Stuttgart Geisteswissenschaften mit Informatik.

Selbstverständlich könnt ihr euch auch durch das selbstständige Lernen in der Bibliothek oder über einen Nebenjob an der Universität weiterbilden. Bei einer derart großen Auswahl habt ihr die Chance, euch nicht nur mit Themen zu beschäftigen, die mit eurem Studium zu tun haben, sondern euch querbeet durchzuarbeiten. Nutzt diese Chance, indem ihr euch interdisziplinär orientiert.

 

Anna

Mit FlickStuff anders Fernsehen

Mit FlickStuff anders Fernsehen

Dominique, Johannes und Annabel haben das Start-Up gegründet.

Hier geht es um nichts geringeres, als die Zukunft des Fernsehens: Das Start-Up Flickstuff hat eine App entwickelt, die zusätzliche Infos zu aktuellen Fernsehsendungen liefert. Während einer Doku über Musiker werden dann zum Beispiel alle Fakten rund um die Person und Schlagworte, die mit ihr in Verbindung stehen, eingeblendet. Nutzer können beispielsweise die coole Sonnenbrille eines Darstellers recherchieren und mit einem Klick kaufen, die gerade gehörte Musik auf iTunes abrufen, passende Wikipedia-Artikel zu einer Wer wird Millionär-Frage einsehen oder Twitter-Kommentare zum Tatort verfolgen. 

In dem kleinen Büro des Start-Ups Flickstuff auf dem Campus Vaihingen der Universität Stuttgart stehen drei Schreibtische mit unzähligen Bildschirmen. Johannes, Dominique und Annabel sitzen hier und entwickeln und vertreiben ihre App. Diese basiert auf der Masterarbeit von Johannes und Dominique, die Informatik an der Uni Stuttgart studiert haben. Annabel, die für den Vertrieb und die PR-Arbeit zuständig ist, kam im Sommer 2016 zu Flickstuff. Die Start-Up-Szene ist ihr nicht unbekannt. Während ihres Studiums der Angewandten Medienwissenschaften hat Annabel zahlreiche Start-Ups aus dem In- und Ausland für ein Magazin interviewt und portraitiert, darunter auch Johannes und Dominique. „Wir haben uns zufällig an der Bushaltestelle in unserem Heimatort wieder getroffen. Es war schnell klar, dass ich gut ins Team passen würde“, erzählt die 21-Jährige.

Die Idee zur App entstand beim Fernsehen

Der Gedanke, dass es nützlich sein könnte, während einer Sendung zusätzliche Informationen auf Smartphone oder Tablet angezeigt zu bekommen, kam den beiden natürlich beim Fernsehen.

Dominique suchte vergeblich nach einer Wanddekoration, die er in einer Sendung gesehen hatte und wollte dieses Problem lösen. Die Idee zu Flickstuff war geboren. Er und Johannes haben sich ans Programmieren gemacht. Nachdem sie Professor Albrecht Schmidt, der ihre Masterarbeit betreut hat, für das Projekt begeistern konnten, ging es an die Umsetzung des Start-Ups. Das Team bewarb sich für das Gründerstipendium Exist, das vom Bundeswirtschaftsministerium vergeben wird und erhielten den Zuschlag. Die Fördermittel ermöglichten es dem Start-Up, sich für ein Jahr finanziell über Wasser halten zu können und das Büro auf dem Vaihinger Campus zu beziehen.

2017 entscheidet sich die Zukunft von Flickstuff

Johannes programmiert die App Flickstuff. Bild: Flickstuff

Im vergangen Jahr hat das Team von Flickstuff die App weiterentwickelt. Neben der Funktion der Produkt- und Hintergrundinformationen zum Programm, soll die App auch Analyse ermöglichen. Es soll zukünftig auch möglich sein, dass Unternehmen Informationen darüber erhalten, welche Produkte gekauft oder gesucht und welche Sendungen geschaut werden. „Der Prototyp für Zuschauer ist schon ziemlich ausgereift und steht 100 Interessierten seit Februar 2017 gratis zum Download im App-Store bereit“, sagt Annabel. Für den Sommer ist geplant, den Prototyp für die Analyse fertig zu stellen, um langfristig auch den business-to-business-Bereich bedienen zu können. 2017 muss es dem jungen Stuttgarter Start-Up gelingen, mit ihrem Produkt zu überzeugen. Das Gründerstipendium hat die Finanzierung für ein Jahr abgedeckt. Nun gilt es, finanziell möglichst schnell auf eigenen Beinen stehen zu können.  „Es wird sich zeigen, ob es mit Flickstuff klappt oder nicht. Aber das ist ja das Risiko, das wir als Start-Up eingehen wollten“, erklärt Annabel.

Bei ihrer Ausgründung unterstützt werden und wurden die Informatik- Absolventen von der Technologie-Transfer-Initiative GmbH (TTI GmbH), der zentralen Anlaufstelle für Ausgründungen der Universität Stuttgart. Diese steht regelmässig mit zahlreichen Bewilligungen für EXIST-Gründerstipendien im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten weit vorne.

 

Janey

 

 

Mit einem Klick zum Traumjob

Mit einem Klick zum Traumjob

50 % aller Jobs werden über Kontakte vergeben. Quellenangabe: Bastografie / photocase.de

Es gibt viele Möglickeiten einen Job zu suchen. War noch vor 20 Jahren eine Anzeige in der Zeitungen das nonplusultra, sieht das heute ganz anders aus: Wer eine Stelle sucht, findet sie häufig in sozialen Netzwerken. Doch Vorsicht: Bei der Jobsuche über soziale Netzwerke gilt es einige Dinge zu beachten.

Die Situation des Arbeitsmarktes hat sich geändert. Der Einfluss sozialer Netwerke hat nicht nur auf privater Ebene zugenommen. Weltweit nutzen circa 2,14 Milliarden Menschen die sozialen Medien. Und das nicht nur zum Vergnügen. Auch in beruflicher Hinsicht können soziale Netzwerke hilfreich sein.

Gerade Hochschulabsolventen haben es da schwer. Hohe Konkurrenz und begehrte Arbeitstellen erschweren den Berufseinstieg erheblich. Da können soziale Netzwerke eine wichtige Rolle spielen. Viele Personaler veröffentlichen ihre Stellenausschreibungen auf ihrer Unternehmenspräsenz der sozialen Netzwerke. Dadurch erhoffen sie sich junge Bewerber, die sich aktiv auf den sozialen Netzwerken bewegen und so eher auf ihre Stellenausschreibungen aufmerksam werden.

Digitale Fettnäpfchen meiden

Berufseinstieg durch Facebook, Twitter und co. Quelle: Pixabay.com

Berufseinstieg durch Facebook, Twitter und co. Quelle: Pixabay.com

Wer aktiv auf sozialen Netzwerken nach Jobs sucht, sollte allerdings vorher sein Profil „anpassen“: Keine freizügigen Bilder oder Bilder mit beispielsweise Alkohol in der Hand online stellen. Deine Social Media-Präsenz muss seriös oder für Fremde nicht einsehbar sein (das gilt für alle Kanäle). Nutze also die Privatsphäreeinstellungen, beispielsweise von Facebook.

Das Profilfoto vermittelt, genau wie das Bewerbungsfoto einen ersten Eindruck von dir. Du solltest dir also genau überlegen, welchen ersten Eindruck du vermitteln möchtest.

Stichwort: Recruiting

Beliebter als Facebook für eine zielgerichtete Jobsuche sind LinkedIn und Xing. Die beiden Netzwerke sind die gängigsten, wenn es um eine Jobsuche geht, da sie im Gegensazt zu Facebook die Auflistung der bisherigen beruflichen Laufbahn erlauben. Es gibt bei Xing und LinkedIN jeweils eine kostenlose sowie kostenpflichtige Variante. Die kostenfreie Version ist aber eigentlich vollkommen ausreichend. Das persönliche Profil in diesen Netzwerken zeigt eure Berufserfahrungen, Interessen sowie weitere Fähigkeiten. Ihr könnt ein Profilfoto hochladen, das nicht so „spießig“ wie bei einem gewöhnlichen Lebenslauf aussehen muss – aber bitte dennoch „seriös“! Wichtig ist auch die gute Qualität.

In beiden Netzwerken gehen Führungskräfte und Personaler öfters aktiv auf die Suche nach zukünftigen Arbeitskollegen, die richtige Berufsqualifikationen für den passenden Job mitbringen. Sie stellen aktuelle Stellen online und suchen nach passenden Profilen. Besonders beliebt sind diese beiden Netzwerke für Freiberufler, weil häufig projektbezogen gesucht wird. Sucht ein Personaler für einen Job beispielsweise einen Experten für Softwarentwicklung in einem konkreten Projekt, so kann er hier ganz gezielt auf die Suche gehen ohne dass er „richtige“ Stelle ausschreiben muss.

Kontaktaufnahme: aber richtig!

Xing und LinkedIn bieten also gute Chancen des Recruiting und eine Kontaktaufnahme zum Unternehmen ist hier durchaus legitim. Wenn du dich im Vorfeld der Bewerbung mit dem Unternehmen in Kontakt setzt, musst du unbedingt auf eine seriöse und gewählte Sprache achten. Kommt allerdings keine Antwort,  bitte nicht endlos Nachhaken. Nichts ist anstrengender als ein nerviger Bewerber. Das wirkt nicht nur ungeduldig, sondern auch sehr unprofessionell.

Job finden unterwegs durch Social Media Apps. Quelle: Pixabay.com

Job finden unterwegs durch Social Media Apps. Quelle: Pixabay.com

Freundschafts-Anfragen an Entscheider und andere Mitarbeiter des Unternehmens, bei dem du dich bewerben möchtest, sind bei Facebook allerdings absolute No-Gos! Du willst keinen neuen Freund, sondern einen attraktiven Job finden.

Kein Mangel dank Vitamin B

Es gibt viele Wege, an einen neuen Job zu kommen. Doch keine ist so effektiv wie das eigene Netzwerk. Rund ein Drittel aller neu besetzten Stellen wurde über die Nutzung persönlicher Kontakte vergeben, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg ans Licht gebracht hat.

Relevant können also auch Beziehungen sein, die durch soziale Netzwerke entstehen, oder damit aufrecht erhalten werden da diese wiederum zu Vermittlungen und Empfehlungen führen können.

Strategische Social Media Jobsuche

Eine strategische Social Media Jobsuche – gerne auch Bewerbung 2.0 genannt – verfolgt allerdings einen ganz anderen Ansatz: Nämlich nicht du suchst den Job, sondern der Job findet Dich: Mithilfe eines funktionierenden Netzwerks, einer schönen Geschichte, einer multimedialen Aufbereitung und Kontakt zu Multiplikatoren wird das einfach (macht aber viel Arbeit).

Das Beispiel von Christine Dinger (unten im Vortrag auf der re:public 13) zeigt vor allem eines: Eine erfolgreiche Social Media Jobsuche basiert sowohl auf einem guten Netzwerk als auch dem kombinierten Einsatz verschiedener Netzwerke.

 

Feven