Digitale Mitarbeit

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Wer an der Universität Stuttgart eine Vorlesung besuchen will, kommt nicht um die sich bietende Laptopschau herum: Moderne, technische Geräte verschiedener Marken reihen sich auf den Arbeitstischen aneinander und bestrahlen ihren Besitzer mit dem Schein der Professionalität. Zu was der Laptop dann schließlich gebraucht wird, sieht man auch drei Reihen weiter hinten noch problemlos: Online-Shopping, Schlagzeilen-Hopping und Mitschriebe, die kostengünstiger und ressourcenschonender auf das Papier gebracht wären.

Laptop, Programm

Für manche Studiengänge ist der Laptop unentbehrlich. Aber gilt das für alle?

Keine Frage, die Möglichkeit für eine effiziente Benutzung technischer Hilfsmittel beim Studium ist gegeben. Aber wie kann sich der Studierende an die unterschiedliche Bereitstellung von digitalen Inhalten der jeweiligen Professoren und Professoren anpassen und welche Software außer diversen Schreibprogrammen gibt es eigentlich noch, die ihn beim Studium unterstützen können? Und natürlich: Braucht er überhaupt einen Laptop oder ein Tablet, um auch parallel zur Vorlesung bestmöglich mitzuarbeiten oder sind Stift und Papier noch eine gleichwertige Alternative?

Die Unterschiede zwischen Studiengängen und Dozierenden

Zunächst muss zwischen den Anforderungen verschiedener Studiengänge differenziert werden. Eine Studentin der Informatik ist weit mehr auf den eigenen Laptop angewiesen als ihr Kommilitone, der Germanistik und Kunstgeschichte studiert. In diesem Artikel soll der Fokus daher auf Vorlesungen liegen, bei denen die Mitarbeit an einem Laptop beispielsweise durch das Benutzen einer bestimmten Software nicht offensichtlich notwendig oder ratsam ist.

Ein weiteres, zentrales Unterscheidungsmerkmal von verschiedenen Vorlesungen, das in der Regel an die Person des jeweils Dozierenden gebunden ist, ist die Bereitstellung von digitalen Inhalten. Während manche Professoren und Professorinnen eine Benutzung der ILIAS-Gruppe konsequent verweigern, unter anderem vermutlich um die Studierenden zur Anwesenheit bei den Vorlesungen zu motivieren, laden andere nicht nur ihre Präsentationen, sowie zusätzliches Material für das Selbststudium, sondern auch die gefilmten Vorlesungen ins Netz. Je nach Angebot, kann der Studierende mit Blick auf die eigenen technischen Hilfsmittel individuell reagieren.

Ergänzende Angaben statt unvollständige Zusammenfassungen

Habt ihr einen medienbewussten Dozierenden, ist der gesamte Kurs online abgebildet: von Präsentationen über eingescannte Bücher und Livestream kann der Studierende alles auch von daheim oder unterwegs aufrufen und bearbeiten. Eine Basis an Informationen stehen folglich bereits zur Verfügung.

Buchregal

Oft werden auch digitalisierte Bücher zur Verfügung gestellt.

Sinnvoll ist es, die Erklärungen des Dozierenden zu dem jeweiligen Material in der Vorlesung beziehungsweise dem Seminar mitzuschreiben und so die bereits vorhandenen Informationen zu ergänzen. Eine umfangreiche Zusammenfassung des Gesagten im Kurs ist folglich nicht notwendig, ergänzende Angaben zu dem zur Verfügung stehenden Material genügen, um später mit der ausführlichen Grundlage des bearbeiteten Online-Materials lernen zu können.

Hierfür ist ein Bearbeitungsprogramm hilfreich, mit dem ihr PDF-Texte markieren und Kommentare hinzufügen könnt. Ein gängiges Beispiel hierfür ist der kostenlose Adobe Acrobat Reader DC©. Wer seinen Laptop oder sein Tablet mit in die Universität bringen möchte, kann das Material bereits während der Vorlesung bearbeiten und ergänzen. Den Vorteil der Wiederholung haben aber diejenigen, die während der Vorlesung die Kommentare mit Verweis auf die jeweilige Foliennummer auf Papier mitschreiben und diese daheim oder in der Universitätsbibliothek digitalisieren. Wem ein Sachverhalt während des Kurses nicht ganz klargeworden ist, kann sich die Aufzeichnung der Vorlesung erneut anschauen oder in den Skripten und eingescannten Büchern nachlesen. Hilfreich ist, die gegebenen Formate zu vereinheitlichen, um nicht mit mehreren Bearbeitungsprogrammen parallel arbeiten zu müssen.

Back-up nicht vergessen

Die Verwendung eines Laptops oder Tablets in der Vorlesung kann euch folglich ermöglichen, zur Verfügung gestellte Materialien direkt digital zu bearbeiten. Auch wer die Notizen auf Papier mitschreibt, kann sie in der Nacharbeit daheim, unterwegs oder in der Bibliothek übertragen. Ein Vorteil der technischen Geräte ist sicherlich die leichtere Übersichtlichkeit und sauberere Darstellung der Mitschriebe, dafür kann ein vergessenes Ladekabel oder ein plötzlich auftretender Fehler die gesamte Mitarbeit gefährden. Wie ihr in den Kursen folglich mitarbeitet, ist eurem persönlichen Geschmack überlassen, die Arbeit mit den zur Verfügung stehenden Materialien ist allerdings deutlich den Aufschrieben von bloßen Zusammenfassungen vorzuziehen.

Zudem gilt: Auch die Online-Materialen wollen gut sortiert und gesichert werden. Macht also regelmäßige Back-ups, um eure digitale Arbeit zu bewahren.

 

Anna

Ich studiere seit 2014 den abwechslungsreichen Studiengang Philosophie an der Universität Stuttgart und bin dabei sowohl regelmäßig in der Stadtmitte, als auch auf dem Campus Vaihingen unterwegs. Über themenbezogene Kommentare und Fragen zu meinen Artikeln freue ich mich sehr.

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