Steuer 1×1 in 5 Minuten

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200 Euro für ein Semesterticket, dann nochmal rund 170 Euro Verwaltungskosten: das Leben eines Studierenden ist nicht gerade billig. Gerade deswegen sollten man auch als Studi kein Geld verschenken und….eine Steuererklärung machen.

Wer in Deutschland arbeitet, muss logischerweise Steuern zahlen. Befreit sind nur Minijobber, die bis zu 450 Euro im Monat verdienen. Aber auch Studentinnen und Studenten müssen Steuern zahlen. Die wenigsten kennen sich mit dem Thema aus. Oder empfinden es als lästige und unnötige Arbeit. Ja, mit Spaß hat so ne Steuererklärung natürlich wenig zu tun. Aber: Es kann es sich lohnen! Hier werden die wichtigsten Grundfragen zum Thema Steuererklärung für Studierende beantwortet.

5 Fragen und Antworten

1. Wer kann einen Antrag stellen?

Für viele ist der Antrag freiwillig, aber für bestimmte Studierende sogar Pflicht:
  • Studierende, die mehrere Jobs haben
  • Studierende, die selbstständig sind
  • Studierende, die den Grundfreibetrag von ca. 8600 Euro übersteigen
Generell lohnt es sich aber für jeden Studierenden einen Antrag zu stellen. Auch für diejenigen, die nicht arbeiten. Warum? Lest weiter….

2. Was ist mit dem Bafög?

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Bafög dient in erster Linie der Finanzierung des Lebensunterhalts und da nicht für die Ausbildung „an sich“ gezahlt wird, ist die Förderung grundsätzlich steuerfrei. Das heißt also, den Betrag musst du nicht in die Steuererklärung eintragen. Wenn du allerdings von einer Stiftung Büchergeld erhältst oder mit Hilfe des Aufstiegs-BAföGs einen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezahlt bekommst, musst du diese Zuschüsse in der Steuererklärung mit deinen Kosten verrechnen. Das gilt für alle Zuschüsse, die du explizit für deine Aus- oder Fortbildungskosten bekommst und nicht zurückzahlen musst.

3. Was bekomme ich zurück?

Wer mehr als 450 Euro verdient, bekommt die Lohnsteuer, die monatlich abgezogen wurde, wieder zurück. Wer keine monatlichen Einnahmen hat, aber im Sommer einen Ferienjob gemacht hat, kann natürlich auch einen Antrag stellen. Wer gar nicht arbeitet, kann trotzdem sein Glück versuchen. Es gibt einiges, das von der Steuer absetzbar ist.

Wer sich noch im Erststudium befindet, kann „Sonderausgaben“ in Höhe bis zu 6000 Euro im Jahr rückerstattet bekommen. Unter Sonderausgaben versteht man alle Kosten, die der privaten Lebensführung zuzurechnen sind (warum auch immer) und nicht als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden können. Hierunter fallen insbesondere Beiträge zu Versicherungen, gezahlte Kirchensteuer und Spenden oder Mitgliedsbeiträge.

Im Zweitstudium – dazu zählt auch der Master – können „Werbungskosten“ geltend gemacht werden. Hier können Studierende einiges Geld zurückerstattet bekommen. Zu den Werbungskosten gehören Ausgaben, die wir für unser Studium aufbringen müssen, beispielsweise:

  • Fahrtkosten
  • Fachliteratur
  • Praktika
  • Weiterbildungen
  • Studiengebühren
  • Auslandssemester
  • Bewerbungsunterlagen
  • Drucken von Abschlussarbeiten   

Wir haben bis zu 7 Jahre rückwirkend Zeit, das Geld zu beantragen.

4. Wie stellt man einen Antrag?

Ein Antrag ist mit dem Ausfüllen von Formularen verbunden. Hier müsst ihr nicht extra zum Finanzamt, weil sie auch online verfügbar sind. Die elektronische Steuererklärung wird ELSTER genannt und wird vom Finanzamt zur Verfügung gestellt. In den Hauptformularen werden persönliche Daten eingetragen. Am wichtigsten sind die Steueridentifikationsnummer und Bank-Daten.Zusätzlich gibt es weitere Formulare, die nach beispielsweise Kapitaleinkünfte fragen. Man kann auch mithilfe eines  Steuerberater professionellen Rat einnehmen. Dieser Rat ist aber nicht gerade günstig (aber man kann auch diesen von der Steuer absetzen). Eine Alternative sind Steuer-Softwares, die gegen Gebühr die unangenehme Arbeit vereinfachen.

Hier gibt’s ein Video zum Thema Steuererklärung für Studis:

 

5. Wann ist der Abgabetermin?

Sonderausgaben können nur einen Jahr nachdem sie entstanden sind, zurück gefordert werden, während Werbungskosten auf 7 Jahre rückwirkend geltend gemacht werden können. Wenn ihr jährlich eine Erklärung abgeben wollt, dann merkt euch den 31. Mai des Folgejahres, denn das ist die Deadline der Abgabe. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Daher solltet ihr so früh wie möglich im Folgejahr eure Steuererklärung abgeben. Dann habt ihr innerhalb ein paar Monaten euer hart erarbeitetes Geld zurück!

Eine Steuererklärung kann mühsam sein. Aber sehe es einfach positiv. Die meisten Studierende bekommen Bafög und müssen vorher auch viele Formulare ausfüllen, bevor sie eine Förderung erhalten. Das gleiche gilt bei den Steuern: Ohne Fleiß, kein Preis.

Feven

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