Schlechte Noten -Wie bewirbt man sich damit richtig?

Wie kommt man rein? Bild: kallejipp / photocase.de

Du möchtest Dein Abschlusszeugnis am liebsten verbrennen, musst Dich aber damit für einen Job bewerben? Frust und Verzweiflung machen sich breit, wenn man nach vielen Bewerbungen nur Absagen bekommt und man fragt sich: Sind die miesen Noten der Grund, als Bewerber nicht zu punkten? Ich denke, es kommt weniger auf die Noten selbst an, sondern auf den richtigen Umgang damit.

Wenige Studierende haben ein 1A-Musterzeugnis. Viele Berühmtheiten haben ihr Studium sogar abgebrochen und sind trotzdem erfolgreich geworden:

„Ich bin in ein paar Examen durchgefallen, mein Freund hat sie alle bestanden. Jetzt ist er Techniker bei Microsoft und mir gehört Microsoft“

Das sagte natürlich Bill Gates und zeigt bereits: Noten sind nicht Alles! Man kann sich auch einfach selbstständig machen….das wäre ein Weg. Wer aber doch lieber erstmal bei einem Unternehmen oder einer Einrichtung anheuern will, dem zeige ich jetzt, wie er auch ohne einen Einser-Schnitt an einen guten Job kommt.

Guter Job trotz schlechter Noten

Rechtfertigung: Wichtig ist, die schlechten Noten nicht einfach unter den Tisch fallen zu lassen oder gar den Professor dafür verantwortlich zu machen. Sag unbedingt, was Sache ist! Die Noten lassen sich nicht rückgängig machen und gehören wie jede Lücke zu Deinem Leben dazu. Vielleicht hast Du während Deines Studiums einen anderen Fokus gehabt, Deine Freiheit genossen, Dich selbst gefunden oder einfach viel gearbeitet, um das Studium zu finanzieren. Ob man gut vorbereitet war, aber aus Nervosität die Prüfung nicht gut bestanden hat oder aus anderen persönlichen Gründen keine Bestleistung zeigen konnte. Ehrlichkeit siegt. Steh zu Deiner Geschichte!

Eine Zeugnisnote ist eindeutig.
Bild: zettberlin / photocase.de

Persönlichkeit punktet: Berufseinsteiger mit schlechten Noten benötigen als Bewerber die Chance, dass sie jemand persönlich kennenlernt. Denn man muss erstmal an den Personalern vorbei, die nur den Blick ins Zeugnis werfen, „Mathe-Nieten“ aussieben und damit einen Grund für die Absage gefunden haben. Job-Messen sind beispielsweise eine gute Gelegenheit um persönlich ins Gespräch zu kommen und von sich direkt zu überzeugen. Auch das Vitamin B aus dem eigenen Netzwerk oder die persönliche Vorstellung samt guter alter Bewerbungsmappe beim Mittelständler um die Ecke können dann zum Ziel führen.

Abgelehnt wegen schlechter Noten?

 

Zielgenaue Schlüsselqualifikationen: Vielleicht landet Eure Bewerbung bei einem Personaler auf dem Tisch für den die Noten nicht das allerwichtigste sind. Dann heißt es: mit soft skills punkten. Gut, wenn man davon ein paar im Lebenslauf stehen hat. Besonders gut, wenn eine davon sehr genau inhaltlich auf die Anforderungen der Stellenbeschreibung passt. Diese dann am besten im Anschreiben hervorheben! Am besten also, ihr habt eine Auswahl an angeeigneten Schlüsselqualifikationen im Portfolio. Die Uni Stuttgart biete viele verschiedene Schlüsselqualifikationen an, die ihr in Anspruch nehmen dürft.

Berufserfahrung belegen: Ein wichtiger Punkt für die Bewerbung sind alte Arbeitszeugnisse. Natürlich sollten nur gute Zeugnisse vorlegt werden, die unterstützend sind. Eine Alternative wäre es den alten Arbeitgeber, nach einen Empfehlungsschreiben zu fragen. So ein Schreiben hinterlässt immer einen guten Eindruck. Das heißt nämlich, dass ihr euch immer noch gut mit eurem alten Arbeitgeber versteht und er mit eurer Arbeit zufrieden war. Das sagt tatsächlich für sehr viele Entscheider mehr als eine Note aus.

Es gibt Orte, da sind Deine Noten nicht so wichtig

Auslandserfahrung: Ein großer Pluspunkt in einer Bewerbung stellen eine oder sogar mehrere Auslandsaufenthalte dar. Damit beweist ihr Selbstständigkeit, Offenheit und Anpassungsfähigkeit. Viele Unternehmen setzen heutzutage sogar Auslandserfahrungen voraus.

Richtigen Adressaten suchen: Schwierig mit schlechten Noten – vor allem für Berufseinsteiger – ist es auch überall dort, wo Fachwissen und Lernkompetenz in hohem Maß mit dem Berufsbild verbunden sind, wie etwa in juristischen Berufsfeldern. Auch eine Stelle in Wissenschaft und forschungsnahen Einrichtungen wirst Du mit schlechtem Studienabschluss nur schwer bekommen. Ebenso im Bereich des öffentlichen Dienstes oder großer Non-Profit-Organisationen und auch überall dort, wo Auswahlprozesse sehr stark standardisiert sind oder sogar offiziell an einen Notendurchschnitt gekoppelt sind. Gute Chancen gibts’s aber überall dort, wo sich Personalentscheider noch die Zeit nehmen, sich intensiver mit Deiner Bewerbung auseinander zu setzen. Dies ist tendenziell eher in kleinen und mittelgroßen Unternehmen der Fall, also bei mittelständischen oder bei Start-Ups.

Australien ist als Ort zum Leben populärer denn je und das kommt nicht von ungefähr. Bild: bIO-54o / photocase.de

Rauskommen: Auch wenn Du sehr heimatverbunden bist: wie wäre es mit einem Neustart? In einer neuen Stadt oder sogar im Ausland? Es ist nicht „überall anders“ per se leichter, aber überall dort, wo sich der Fachkräftemangel in bestimmten Branchen bemerkbar macht. Dort bist Du auch mit einem nicht ganz so guten Zeugnis leichter in der engeren Auswahl für den Job. Und mit einer Ausbildung in Deutschland ist man in vielen Ländern auf der Welt als Arbeitnehmer „heiß begehrt“.

Vorstellungsgespräch: Ihr habt es endlich geschafft und nach langer Suche ein Vorstellungsgespräch. Nun heisst es: 100% überzeugen. Wichtig ist es, zu euren schlechten Noten zu stehen und gleichzeitig andere Vorzüge in den Fokus zu rücken. Ihr habt sicherlich den ein oder anderen Ass im Ärmel. Tipps für ein gutes Vorstellungsgespräch findet ihr hier

Nicht aufgeben und Kompromisse eingehen: Wer fleißig Bewerbungen schreibt, der wird früher oder später auch einen passenden Job finden. Und wenn es nicht gleich der „schon immer ersehnten Traumjob“ ist: Durch Berufserfahrung sammelst Du Kompetenzen und Know-how, die Dein Zeugnis bei der nächsten Bewerbung immer weiter in den Hintergrund treten lässt. Und in einem Job lernst Du evtl Leute kennen, die Dich gerne einstellen, weil sie von Dir überzeugt sind und dies nicht an den Noten fest machen.

 

 

Feven

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