Mittwochs ist Muluszeit

Im Studio am Campus der HdM. Foto: Kai Effinger | BlattKunst – Fotografie

Wer sich beim Radio ausprobieren will, kann das bei HORADS, dem Hochschulradio für Studierende, tun. Willkommen sind Leute mit oder ohne Erfahrung. Die Radiomacherinnen und Radiomacher werden hier ausgebildet, beraten und bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützt. Wer mitmachen möchte, kann zum Beispiel über die Morning-Show oder die Teilnahme an der Summer School einsteigen.

Eigentlich kennen sie sich kaum. Steffen und Lena treffen sich einmal in der Woche und sind dann direkt ON AIR. Punkt 18 Uhr sitzen die beiden jeden Mittwoch im gläsernen Studio des HORADS auf dem Campus der Hochschule der Medien (HdM). „Wir kennen uns aus dem Studium, hatten aber in den letzten beiden Jahren keinen Kontakt“, erzählt Steffen. Einen Tag vor der ersten Sendung haben sie sich getroffen, kurz besprochen, was auf dem Programm stehen sollte und am nächsten Tag losgelegt. Dass sie sich außerhalb ihrer Sendung Muluszeit nicht treffen, trägt zur Spontanität während der Radioshow bei, weil ihnen so nie der Redestoff ausgeht, findet er.

Steffen moderiert mittwochs ab 18 Uhr Muluszeit. Foto: Michael Gräter

Mit Muluszeit wollen Steffen und Lena ein Talkformat anbieten, das sich mit aktuellen Themen aus Medien, Gesellschaft, Kultur und Politik beschäftigt. „Muluszeit bewegt sich zwischen Non-Sense und Ernst“, sagt Steffen und führt aus: „In der letzten Sendung vor Weihnachten gab es den Jesus Birthday Bash. Da ging es dann zum Beispiel um Jesus, der zur Diva wird, wenn er hungrig ist und was das mit einem Feigenbaum zu tun hat oder die politischen Folgen depressiver Esel.“

Im Jahresrückblick setzten sich die Moderatorin und der Moderator mit gesellschaftlichen Themen, wie Rechtspopulismus und Islamismus auseinander. „Wir haben zum Beispiel über den Aufstieg der AfD gesprochen. Aber ohne linkes oder rechtes Bashing. Solche Themen versuchen wir so reflektiert wie möglich anzugehen“, sagt Steffen. Er studiert Politik und Germanistik an der Uni Stuttgart. Muluszeit ist bereits seine zweite Sendung bei HORADS. Letztes Jahr moderierte er die Call-In-Show „so what“. Der Plan dieses Sendungsformat zu etablieren scheiterte jedoch an der Anzahl der Anrufer. Für Steffen war das allerdings kein Grund aufzugeben. Bei HORADS hat man viel Freiheit, Sendeformate auszuprobieren, wird professionell betreut und lernt so sehr viel dazu, sagt er. „Man muss vom ersten Tag an vor das Mikro und ist bei jedem Mal weniger nervös.“

Kurz bevor es los geht, posten Lena und Steffen ihr Sendungskonzept auf Facebook.

Dein Weg zum Hochschulradio

Wer beim Radio mitmachen möchte, kann über die Morning-Show einsteigen. Studierende, die neu bei HORADS sind, bekommen kleinere Aufgaben, wie Umfragen durchführen, Veranstaltungstips vorstellen oder den Wetterbericht ansagen.

Für die Betreuung und Ausbildung der Moderatorinnen und Moderatoren ist bei HORADS Lion  zuständig. „Wir schauen einfach, was du machen möchtest und wie wir das erreichen können“, sagt er und erklärt, dass  es  nicht zwingend notwendig ist, über die Moringshow einzusteigen, man auch über andere Sendungen bei HORADS anfangen. Ein anderer Weg zum Studierendenradio kann die Teilnahme an der Summer School oder Spring School sein. In einer Woche lernt man in Workshops und Live-Sendungen alles rund ums Radio machen, wie Moderieren, Inhalte recherchieren und Moderationstexte schreiben.

Was die Inhalte der Sendungen anbelangt, haben die Studierenden freie Hand. Lion berät die Radiomacher bei der Umsetzung ihrer Ideen. Zur Zeit hat der Radiosender mit 48 Stunden so viel Programm wie noch nie zuvor. Die Zahl derer, die mitmachen wollen steigt kontinuierlich, die finanziellen Mittel jedoch nicht. Mit den zur Verfügung stehenden zwei Stellen, die sich bei HORADS drei Personen teilen, ist es schwer eine größere Anzahl an Studierenden zu betreuen, erklärt Lion.

Wer steckt dahinter?

Finanziert wird das Studierendenradio vom Verein HORAS e.V. (bei dem die Hochschule der Medien, die Uni Stuttgart, die Musikhochschule (HDMK) Stuttgart, die  Evangelische Hochschule Ludwigsburg, die Uni Hohenheim sowie die Verfasste Studierendenschaft der HdM) und aus Fördermitteln vom Land Baden-Württemberg.

Wer steckt dahinter? Inhalte auf allen Kanälen verbreiten

Außer dem Konzept einer Radiosendung und deren Moderation lernen die Studierenden bei HORADS auch ihre Inhalte crossmedial zu verbreiten. Im Jahr 2016 ist es wichtig, zu schauen, wie man Geschichten in allen Kanälen erzählt und das gesendete auch zu seinem späteren Zeitpunkt gehört werden kann, sagt Lion. Je mehr Gedanken sich jemand macht, wie Inhalte verbreitet werden können, wo der Link zum Soundcloud-Stream platziert werden kann, desto höher ist die Resonanz auf die Radiobeträge. Facebook, Instagramm, Blogs, Twitter und Soundcloud werden mit Sicherheit auch Zukunft immer wichtiger beim Konsum von Informationen. Aber vielleicht hört der ein oder die andere auch in fünf Jahren HORADS noch klassisch über das heimische Radio auf dem WG-Küchentisch.

 

 

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