Mit FlickStuff anders Fernsehen

Dominique, Johannes und Annabel haben das Start-Up gegründet.

Hier geht es um nichts geringeres, als die Zukunft des Fernsehens: Das Start-Up Flickstuff hat eine App entwickelt, die zusätzliche Infos zu aktuellen Fernsehsendungen liefert. Während einer Doku über Musiker werden dann zum Beispiel alle Fakten rund um die Person und Schlagworte, die mit ihr in Verbindung stehen, eingeblendet. Nutzer können beispielsweise die coole Sonnenbrille eines Darstellers recherchieren und mit einem Klick kaufen, die gerade gehörte Musik auf iTunes abrufen, passende Wikipedia-Artikel zu einer Wer wird Millionär-Frage einsehen oder Twitter-Kommentare zum Tatort verfolgen. 

In dem kleinen Büro des Start-Ups Flickstuff auf dem Campus Vaihingen der Universität Stuttgart stehen drei Schreibtische mit unzähligen Bildschirmen. Johannes, Dominique und Annabel sitzen hier und entwickeln und vertreiben ihre App. Diese basiert auf der Masterarbeit von Johannes und Dominique, die Informatik an der Uni Stuttgart studiert haben. Annabel, die für den Vertrieb und die PR-Arbeit zuständig ist, kam im Sommer 2016 zu Flickstuff. Die Start-Up-Szene ist ihr nicht unbekannt. Während ihres Studiums der Angewandten Medienwissenschaften hat Annabel zahlreiche Start-Ups aus dem In- und Ausland für ein Magazin interviewt und portraitiert, darunter auch Johannes und Dominique. „Wir haben uns zufällig an der Bushaltestelle in unserem Heimatort wieder getroffen. Es war schnell klar, dass ich gut ins Team passen würde“, erzählt die 21-Jährige.

Die Idee zur App entstand beim Fernsehen

Der Gedanke, dass es nützlich sein könnte, während einer Sendung zusätzliche Informationen auf Smartphone oder Tablet angezeigt zu bekommen, kam den beiden natürlich beim Fernsehen.

Dominique suchte vergeblich nach einer Wanddekoration, die er in einer Sendung gesehen hatte und wollte dieses Problem lösen. Die Idee zu Flickstuff war geboren. Er und Johannes haben sich ans Programmieren gemacht. Nachdem sie Professor Albrecht Schmidt, der ihre Masterarbeit betreut hat, für das Projekt begeistern konnten, ging es an die Umsetzung des Start-Ups. Das Team bewarb sich für das Gründerstipendium Exist, das vom Bundeswirtschaftsministerium vergeben wird und erhielten den Zuschlag. Die Fördermittel ermöglichten es dem Start-Up, sich für ein Jahr finanziell über Wasser halten zu können und das Büro auf dem Vaihinger Campus zu beziehen.

2017 entscheidet sich die Zukunft von Flickstuff

Johannes programmiert die App Flickstuff. Bild: Flickstuff

Im vergangen Jahr hat das Team von Flickstuff die App weiterentwickelt. Neben der Funktion der Produkt- und Hintergrundinformationen zum Programm, soll die App auch Analyse ermöglichen. Es soll zukünftig auch möglich sein, dass Unternehmen Informationen darüber erhalten, welche Produkte gekauft oder gesucht und welche Sendungen geschaut werden. „Der Prototyp für Zuschauer ist schon ziemlich ausgereift und steht 100 Interessierten seit Februar 2017 gratis zum Download im App-Store bereit“, sagt Annabel. Für den Sommer ist geplant, den Prototyp für die Analyse fertig zu stellen, um langfristig auch den business-to-business-Bereich bedienen zu können. 2017 muss es dem jungen Stuttgarter Start-Up gelingen, mit ihrem Produkt zu überzeugen. Das Gründerstipendium hat die Finanzierung für ein Jahr abgedeckt. Nun gilt es, finanziell möglichst schnell auf eigenen Beinen stehen zu können.  „Es wird sich zeigen, ob es mit Flickstuff klappt oder nicht. Aber das ist ja das Risiko, das wir als Start-Up eingehen wollten“, erklärt Annabel.

Bei ihrer Ausgründung unterstützt werden und wurden die Informatik- Absolventen von der Technologie-Transfer-Initiative GmbH (TTI GmbH), der zentralen Anlaufstelle für Ausgründungen der Universität Stuttgart. Diese steht regelmässig mit zahlreichen Bewilligungen für EXIST-Gründerstipendien im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten weit vorne.

 

Janey

 

 

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