Wo Goethe Bier trinken würde

Ein Café, das nur abends geöffnet ist? Barkeeper und Barkeeperinnen, die tagsübers mit dir im gleichen Hörsaal sitzen? Veranstaltungen querbeet, ohne kommerziellen Hintergrund, dafür zur Feier des Genusses? Das Studierendencafé Faust vereint so manche scheinbaren Gegensätze und bleibt dabei vorallem eins: Ein großes, gemütliches Wohnzimmer für alle Studierenden der Universität Stuttgart und deren Freunde. 

Café Faust Logo

Frisch gestrichen: Der Eingang des Studierendencafés.

Am Donnerstag, den 27. Oktober fand die äußerst gut besuchte Feier zu Beginn des Wintersemesters 2016 im Gewölbekeller und Innenhof des Café Faust statt. Wer während den Renovierungsarbeiten im Sommersemester vor verschlossener Türe stand, durfte sich nun über die Bekanntgabe der dauerhaften Eröffnung des Studierendencafés freuen: Immer dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags ab 17:00 Uhr ist reger Betrieb. Neben den regelmäßig stattfindenden Jazzsessions werden aktuelle Veranstaltungen auf Facebook und der Homepage des Cafés angekündigt.

Alle zwei Wochen treffen sich die Freiwilligen zum Stammtisch

Regelmäßige Besucher wissen das Faust um sein Ambiente und die vergleichsweise günstigen Getränkepreise zu schätzen. Aber warum kann es sich das Faust eigentlich leisten, Bier für 1,50 Euro zu verkaufen? Das liegt unter anderem an der Ersparnis von Personalkosten. Die Studierenden hinter der Bar arbeiten freiwillig – und das nicht wenig. Während manche Ehrenamtliche eine zweieinhalbstündige Barschicht übernehmen, organisieren andere den Getränkeeinkauf, leiten die Stammtische, führen Abrechnungen, kümmern sich um die Technik oder klären offene Fragen mit rechtlichen Beratern. Die Studierenden verwenden ihre freie Zeit und Energie sehr engagiert, um das Café Faust nicht nur zu erhalten, sondern auch zu verbessern.

Und sie haben Erfolg. Gerade bei Veranstaltungen unter der Woche ist das Faust sehr gut besucht, oft reger als vergleichbare Bars in Stuttgart. Das funktioniert nur, weil jeder und jede der Freiwilligen ein großes Stück Verantwortung für sich selbst und die Einrichtung mitträgt. Dass im Faust jede Stimme gleich viel zählt und niemand von oben herab regiert, ist ein guter Nährboden für die Entstehung eines solchen Verantwortungsgefühls.

Jeder Neuling wird eingelernt

Bar

Die Barschicht dauert in der Regel zweieinhalb Stunden.

Alle zwei Wochen treffen sich die Freiwilligen zum Stammtisch. Dort sprechen sie unter anderem über aktuelle Anfragen von Künstlern, anstehende Veranstaltungen und konkrete Verbesserungsvorschläge für die Arbeit und die Ausstattung. Zusätzlich findet mindestens zweimal jährlich eine Mitgliederversammlung statt. Zu dieser sind alle Mitglieder des „Freunde des Faust e.V.“  eingeladen. Dort wählen die Beteiligten unter anderem den Vorstand und den Schatzmeister mit jeweiliger Vertretung.

Um die Qualität des Fausts zu sichern, freut sich das Team über jeden Studierenden, der die Einrichtung in irgendeiner Form unterstützen möchte. Gleich, ob ihr im ersten oder im letzten Semester seid, einen vollen Stundenplan oder noch viel freie Zeit habt: Wer helfen möchte, kann das. Auch wer noch keine Erfahrung im Gastronomiebetrieb hat, ist herzlich eingeladen: Jeder Neuling wird eingelernt. Kommt einfach zu den Öffnungszeiten vorbei und sprecht die Leute hinter der Bar an.

One thought on “Wo Goethe Bier trinken würde

  1. Honoro sagt:

    Sieht aus, als wäre das Cafe einen Besuch wert. Schöner Artikel.

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