Auswählen lassen

Für alle Studierenden, die sich dieses Jahr durch den Vorschlag des Prüfungsamtes oder über einen anderen Weg für die Bewerbung an die Studienstiftung des deutschen Volkes qualifiziert haben, steht in diesem Winter oder im kommenden Frühjahr die Teilnahme an einem Auswahlseminar an. Was euch erwartet und wie ihr euch am besten vorbereitet, könnt ihr auf der Homepage der Studienstiftung einsehen. Tipps von Stipendiaten und Stipendiatinnen gab es bei dem, am 25. Oktober erstmalig stattfindenden, universitätseigenen Informationsabend zum Auswahlverfahren.

Schreiben

Wer gute Noten schreibt, kann sich das Lernen fördern lassen.

Noch einmal zur Erinnerung: Das Seminar dauert in der Regel zwei Tage, während denen ihr inhaltlich zwei Einzelgespräche mit unterschiedlichen Juroren führt, ein kurzes Referat für eine kleine Gruppe von anderen Bewerbern haltet, eine sich anschließende Diskussion leitet und an den anderen Diskussionsrunden eurer Gruppe teilnehmt. Die Juroren bewerten euch jeweils mit Punkten, die zusammen addiert eine Summe ergeben, die über eure Aufnahme in die Studienstiftung entscheidet. Ist das Ergebnis nicht eindeutig, diskutieren die Juroren untereinander darüber, ob sie euch in die Studienstiftung aufnehmen. Eine Quote, die die Anzahl der Studierenden begrenzt, denen ein Stipendium ermöglicht werden darf, existiert ebenso wenig wie Feedback an die Bewerber, welches über eine schriftliche Zu- oder Absage hinausgeht.

Die Teilnahme am Seminar ist schon wegen den interessanten Begegnungen mit anderen Studierenden empfehlenswert

Schade, denn eine Rückmeldung wäre persönlich hilfreich. Die Stipendiaten und Stipendiatinnen empfehlen trotzdem uneingeschränkt, am Seminar teilzunehmen. Allein die Bekanntschaft mit den vielen interessanten Studierenden, rechtfertige die Investition an Zeit und Geld. Außerdem sei neben der finanziellen, auch die ideelle Förderung, zu der unter anderem die Möglichkeit an der Teilnahme von Arbeitskreisen zählt, nicht an Wert zu unterschätzen.

Die konkreten Tipps der Referierenden am Veranstaltungsabend habe ich im Folgenden, für einen besseren Überblick, in Form einer Aufzählung, zusammengefasst:

Erstens: Wählt ein Thema für euer Referat, zu dem jeder Studierende, gleich welcher Fachrichtung, eine Meinung ausdrücken kann. Hierzu bieten sich beispielsweise ethische Fragestellungen an.

Zweitens: Benutzt beim Vortragen des Referates und der anschließenden Diskussion eine Uhr, um eure Zeit bestmöglich einteilen zu können.

Drittens: Ermöglicht eurer Gruppe als Diskussionsleiter einen ausgeglichenen Meinungsaustausch: Mäßigt, wer andere unterbricht und fordert stille Teilnehmer auf, ihre Meinung zu äußern.

Viertens: Stimmt als Diskussionsteilnehmer den anderen nicht nur zu, sondern hinterfragt auch kritisch. Schlagt aber nichts Unüberlegtes vor.

Fünftens: Profiliert euch nicht auf Kosten anderer, indem ihr sie nicht zu Wort kommen lasst.

Sechstens: Seid weltoffen, selbstbewusst und begründet eure Aussagen nachvollziehbar.

Siebtens: Seid authentisch.

Wer die Juroren überzeugen will, muss sich gut präsentieren

Menschen

Der Austausch mit den anderen Studierenden lohnt sich.

Auf das Dilemma, das sich für Studierende ergibt, die nicht weltoffen oder selbstbewusst sind, andererseits aber auch den siebten Tipp beherzigen wollen, wurde nicht näher eingegangen. Das führt leicht zu einem Eindruck, der ziemlich treffend durch die folgende Frage eines Teilnehmers ausformuliert werden kann: „Geht es eigentlich auch um die Inhalte oder nur darum, wie man sich präsentiert?“

Natürlich kann eine Gemeinschaft, die den Dialog zwischen ihren Mitgliedern offenhalten will, schlecht nach Meinung selektieren und es wäre sicherlich verkehrt, würden nur Studierende gefördert, die eine gewisse Haltung zu speziellen Themen einnehmen. Für euch als Bewerber und Bewerberinnen ist diese Information deshalb sehr wichtig: Wer die Juroren davon überzeugen will, gefördert zu werden, muss sich gut präsentieren. Den einen mag das leichter fallen als anderen, aber wer schon Zeit und Geld investiert, sollte sich definitiv auch in dieser Hinsicht auf das Auswahlverfahren vorbereiten.

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