Promovieren. Warum und wie funktioniert’s?

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Du willst dein Wissen in deinem Fachgebiet weiter vertiefen oder die Möglichkeit nutzen, ein eigenständiges Forschungsprojekt durchzuführen? Du strebst eine akademische Karriere an, die eine Promotion voraussetzt? Die Gründe, die für eine Entscheidung zur Promotion sprechen sind vielfältig. Ob dieser Schritt sinnvoll ist kann nicht pauschal, sondern nur individuell entschieden werden. Hier erfährst du welche Vorteile ein Doktortitel möglicherweise bringt und welche Herausforderungen damit verbunden sind.

 

Promotion, Dissertation, Doktorandinnen und Doktoranden.

Die Verleihung des akademischen Grades, dem Doktortitel, in einem Studienfach wird Promotion genannt. Diese setzt sich aus der Dissertation, einer selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit und einer mündlichen Prüfung zusammen. Den Doktortitel können Studierende an Universitäten und, in Deutschland, an diesen geleichgestellten Hochschulen erlangen. Als Doktoranden werden die Personen bezeichnet, die eine Promotion anstreben, wobei deren Eignung von einer promotionsberechtigten Institution überprüft und bestätigt wurde.

 

Promotionsstudierende vor allem in Mathematik & Naturwissenschaften 

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Laut der jüngsten Studie des Bundesamts für Statistik stammt bundesweit die größte Zahl an Promotionsstudierenden aus den Fachrichtungen Mathematik und Naturwissenschaften. Dies ist jedoch nicht darauf zurückzuführen, dass diese Fachrichtungen die meisten Studierenden allgemein vorweisen. Der Anteil der Studierenden dieser Fächergruppe an der gesamten Studierendenschaft betrug zum Wintersemester 2010/11 18 %. Die Autorinnen und Autoren der Studie kommen zur Schlussfolgerung, dass sich eine Promotion in dieser Fächergruppe Vorteilhaft auf den beruflichen Werdegang auswirken könnte. Auch würden eine große Anzahl an Forschungsthemen sowie entsprechende Fördermittel zu einer hohen Anzahl Promotionsstudierender in Mathematik und Naturwissenschaften beitragen. In den Gesundheitswissenschaften sowie Human- und Veterinärmedizin ist der Anteil der Promotionsstudierenden im Verhältnis zur Gesamtzahl der Studierenden ebenfalls sehr hoch, da hier eine Promotion meist als Regelabschluss angesehen wird.

Unabhängig von der konkreten Fachrichtung beeinflussen viele Faktoren die Entscheidung für oder Gegen eine Promotion. Häufig ist der Doktortitel die Grundvoraussetzung für den Beginn einer akademischen Karriere an einer Universität oder anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Studierende, die eine Promotion anstreben, können sich dadurch einem eigenständigen Forschungsprojekt intensiv widmen und so ihr Fachwissen in einem speziellen Themengebiet vertiefen. Auch können Gehalt oder berufliche Aufstiegschancen auf diese Weise positiv beeinflusst werden. Das Verfassen einer Dissertation birgt für Studierende neben den benannten Vorteilen auch Schwierigkeiten. Studierende, die sich für diesen Schritt entscheiden, sollten sich darüber bewusst sein, dass eine Doktorarbeit mit erheblichem Zeitaufwand und unter Umständen auch physischen Belastungen verbunden ist. Die Doktorandinnen und Doktoranden müssen häufig den Spagat zwischen Beruf und Dissertation schaffen und mit finanziellen Belastungen aufgrund geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse oder Teilzeitstellen rechnen. Unterstützung bei der Finanzierung erhalten Promotionsstudierenden durch Stipendien unter anderem bei Forschung und Entwicklung, dem Mentoring-Programm für Frauen in Wissenschaft und Forschung oder Stiftungen. Ob eine Promotion im einzelnen Fall eine sinnvolle Entscheidung ist, muss jede und jeder Studierende letztlich selbst entscheiden.

 

Wie promoviert man an der Uni Stuttgart?

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An der Uni Stuttgart sind im Wintersemester 2015/ 2016 unter den insgesamt 27.792 Studierenden 1.604 Promotionsstudierende eingeschrieben. Meist entscheiden sich Studierende im Anschluss an ein Diplom-, Magister- oder Masterstudium für eine Promotion, in Ausnahmefällen und nach Eignungsfeststellung ist dies mit einem Bachelorabschluss möglich. Um den akademische Grad des Doktors oder der Doktorin an der Uni Stuttgart zu erlangen,  müssen folgende Punkte beachtet werden: Zunächst gilt es die Voraussetzungen zur Promotion zu erfüllen. Damit ist gemeint, dass eine Betreuungsperson gefunden wird, in der Regel eine Professorin oder ein Professor mit dem Recht der Berichterin oder des Berichters. Daraufhin schließen Betreuerin oder Betreuer mit der Doktorandin oder dem Doktoranden eine Promotionsvereinbarung (gemäß § 38 Abs. 5 Landeshochschulgesetz) ab. Weitere Voraussetzungen sind die Anerkennung des Abschlusses sowie die Mitgliedschaft an der Uni Stuttgart im Rahmen eines Studiums oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit, dies ist auch während der Anfertigung der Dissertation möglich. Die zweite Hürde ist die Annahme als Doktorandin oder Doktorand durch den Prüfungsausschuss der zuständigen Fakultät, die über das Prüfungsamt beantragt wird. Bei erfolgreicher Annahme gilt es nun die Dissertation zu verfassen. Während dieses Arbeitsprozesses können Studierende die Möglichkeiten nutzen, die eine Mitgliedschaft bei der Graduierten Akademie der Uni Stuttgart GRADUS bietet. Allgemein sollte die Dissertationsschrift in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein, andere Fremdsprachen müssen vom zuständigen Prüfungsausschuss genehmigt werden. Wenn die Arbeit erfolgreich zu Ende gebracht wurde, ist diese beim Dekan der zuständigen Fakultät abzugeben. Die Zulassung zur Prüfung wird vom Promotionsausschuss genehmigt und ist mit der Abgabe der Dissertation bei der zuständigen Fakultät verbunden. Zugelassen wird, wer erfolgreich als Doktorandin bzw. Doktorand angenommen wurde und gegebenenfalls erteilte Auflagen erfüllt hat. Um die Promotion abzuschließen, müssen Studierende an einer mündlichen Doktorprüfung teilnehmen und im Zuge dessen nachweisen, dass vertiefte Kenntnisse auf dem Fachgebiet der Dissertation vorhanden sind. Der letzte Schritt auf dem Weg zum Doktortitel ist die Veröffentlichung der Dissertationsschrift.

One thought on “Promovieren. Warum und wie funktioniert’s?

  1. Respekt für den sehr gut verfassten Artikel. Ich selbst bin gerade in so einer Phase, somit hast du mir aus der „Seele“ geschrieben.

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