Wo Geist schafft

Tische und Stände

Die Ergebnisse des Projekts werden auf dem Campus Stadtmitte ausgestellt.

Es mag Menschen geben, die Studierenden der Geisteswissenschaften einen schlechten Berufseinstieg prophezeien. Entgegen diesem landläufigen Pessimismus haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des wissenschaftlichen Projekts „Wo Geist schafft“ einmal konkret in den Unternehmen in der Region Stuttgart nachgefragt – und Ergebnisse erhalten, die zuversichtlich stimmen.

Lea Schuster und Dominik Sturm haben an dem Projekt zur Befragung ehemaliger Studierenden der Geisteswissenschaften mitgewirkt und erzählen mir im Interview von ihren persönlichen Erfahrungen.

Weshalb habt ihr euch für das Projekt „Wo Geist schafft“ beworben?

Lea: Um zu sehen, was für Berufsfelder als Geisteswissenschaftler in Frage kommen. Ich hatte selbst noch keine konkrete Vorstellung von meiner beruflichen Zukunft und wollte mich inspirieren lassen. Dafür war „Wo Geist schafft“ perfekt!

 Ganz grob, in welche Bereiche kann man als studierter Geisteswissenschaftler im Raum Stuttgart unterkommen?

Lea: Das Angebot ist viel breiter als erwartet! Geisteswissenschaftler arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen: in der Kommunikationsbranche, beispielsweise als Journalist oder auf dem Gebiet der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, in der Kreativwirtschaft, beispielsweise bei Werbeagenturen, als auch in den Bereichen Bildung, Coaching und Beratung. Ob in der Politik, in Museen, bei Stiftungen oder Verlagen: auch hier ist man als Philologe richtig.

Nach eigenen Interessen bilden, statt sich nur dem Arbeitsmarkt anzupassen

Habt ihr einen Arbeitsbereich kennen gelernt, in dem ihr eigentlich keinen studierten Geisteswissenschaftler vermutet hättet?

Lea: Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Geisteswissenschaftler so viel mit modernen Medien zu tun haben. Ein gutes Beispiel ist die Innovationsagentur MFG, die zum Beispiel Spieleentwickler in Baden-Württemberg in ihren Projekten fördert und ihnen beim Networken hilft.

Vorführung der Interviews.

Präsentiert werden unter anderem die gedrehten Interviews.

Was würdet ihr zu einem Abiturienten sagen, der sich zwar für das Studium von Geisteswissenschaften interessiert, aber durch die unklaren Berufsaussichten abgeschreckt ist?

Dominik: Als Geisteswissenschaftler würde ich ihm natürlich raten, eine Geisteswissenschaft zu studieren, wenn das sein Wunsch ist. Man soll sich schließlich nach eigenen Interessen bilden und nicht nur an einen Arbeitsmarkt anpassen. Als Geisteswissenschaftler hat man zwar keinen vorgezeichneten Weg, dadurch aber auch viel mehr Raum, sich im Berufsleben umzuorientieren.

Wo Geist schafft“ unterstützen

Warum sollten noch mehr Studierende an dem Projekt teilnehmen?

Dominik: Durch das Projekt erhält man die Möglichkeit, mit Menschen zu sprechen, die schon ein Stück des Weges hinter sich haben, den man selbst noch vor sich hat. Auch noch unmittelbar und auf einer persönlichen Ebene und mit dem schönen Nebeneffekt, Kontakte in mögliche Arbeitsbranchen zu knüpfen. Dabei erhält man eine bessere Übersicht über seine Karrieremöglichkeiten und nützliche Tipps. Das sind alles Punkte, die sicher für jeden relevant sind. Übrigens steht das Projekt leider auf der Kippe, da nicht klar ist, ob es weiter finanziert wird. Aus diesem Grund wäre es wichtig, viele Interessenten für nächstes Semester ins Boot zu holen oder auf irgend einem Weg positives Feedback zu bekommen. „Wo Geist schafft“ sollte auf jeden Fall bestehen bleiben um noch vielen weiteren Geisteswissenschaftlern bei der Berufsorientierung helfen zu können.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Projekts präsentieren ihre Ergebnisse noch an zwei Terminen auf dem Campus Stadtmitte. Wer sich für die Berufsaussichten studierter Geisteswissenschaftler im Raum Stuttgart interessiert oder den Erhalt des Projektes unterstützen will, sollte unbedingt vorbei schauen:

Vom 28. bis 30. Juni 2016 zum Themengebiet „Bildung, Coaching und Beratung“ (KI, Foyer).

Vom 5. bis 7. Juli 2016 zum Themengebiet „Stiftungen, Museen, Politik“ (KI, Foyer).

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