Schlüsselqualifikationen im Studium

Schlüsselqualifikationen sind mehr als eine gute Idee.

Schlüsselqualifikationen sind mehr als eine gute Idee. Quelle: pixabay.com

Mit den Vorlesungen und Seminaren, Übungen und Tutorien sowie der eigenen Vor- und Nachbereitung des Studiums sind Studierende in aller Regel mehr als ausgelastet. Hinzu kommen außerdem oftmals noch ein oder zwei Nebenjobs, denn schließlich müssen Miete und Studienunterlagen regelmäßig bezahlt werden. Zeit ist ein Luxus, den man sich nicht nehmen kann. Und dann will man ja auch noch etwas von seinem Leben außerhalb der Uni haben. Oder etwa nicht?

In Abhängigkeit vom jeweiligen Studiengang werden Schlüsselqualifikationen mittlerweile sogar vorgeschrieben und gehören zur regulären universitären Ausbildung dazu. Nicht immer stoßen sie bei Studierenden auf Gegenliebe – und dass, obwohl sie meist breit gefächert sind und viele spannende Themen durch entsprechende Kurse, Vorlesungen und Seminare abdecken. Alleine an der Universität Stuttgart seid ihr mit einer Vielzahl an möglichen Schlüsselqualifikationen konfrontiert – und neben den verpflichtenden existieren sehr viele, die euch weit über den eigenen Studientellerrand hinausblicken lassen. Vorausgesetzt, ihr nehmt euch die Zeit dazu. Was genau hat es mit diesen ominösen Schlüsselqualifikationen auf sich?

Schlüsselqualifikationen – was ist das eigentlich?

Der Begriff Schlüsselqualifikation dürfte den wenigsten Studierenden unbekannt sein. Für diejenigen, die sich bislang noch nicht damit auseinandergesetzt haben, hier die Erklärung: Es handelt sich dabei um

„[…] erwerbbare allgemeine Fähigkeiten, Einstellungen und Wissenselemente, die bei der Lösung von Problemen und beim Erwerb neuer Kompetenzen in möglichst vielen Inhaltsbereichen von Nutzen sind, so dass eine Handlungsfähigkeit entsteht, die es ermöglicht, sowohl individuellen als auch gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden.“ (Nach der Definition der Bildungskommission NRW, 1995)

Der Erwerb von Wissen und wissenschaftlichem Arbeiten bildet die Grundlage eines universitären Studiums und er ist dementsprechend für viele Kontexte elementar. Allerdings bewegen sich die meisten Studiengänge in ihrem fachlich vorgegebenen Rahmen. Die Schlüsselqualifikationen setzen an diesem Punkt an, indem sie die Schnittstelle zwischen dem sogenannten Elfenbeinturm des Wissens und der praxisorientierten Anwendung dieses Wissens bilden. Sie werden dabei zunehmend wichtiger, da sie erheblich dazu beitragen, Handlungsfähigkeiten auf verschiedenen Ebenen zu entwickeln. Die Universität Stuttgart bietet eine Vielzahl von Kursen und Seminaren an, bei denen diese Qualifikationen vermittelt werden. Einen Überblick über die angebotenen Schlüsselqualifikationen (im Folgenden mit SQ abgekürzt) werde ich euch im nächsten Abschnitt geben.

Fachübergreifende Schlüsselqualifikationen

Wissen verbindet. Quelle: pixabay.com

Wissen verbindet. Quelle: pixabay.com

Die fachübergreifenden SQ umfassenden methodische, soziale, kommunikative und personale Kompetenzen. Außerdem gehören Recht, Wirtschaft und Politik sowie naturwissenschaftlich-technische Grundlagen dazu. Da jeder einzelne Aspekt zahlreiche Veranstaltungen anbietet, werde ich mich im heutigen Beitrag auf die methodischen und sozialen Kompetenzen beschränken. So oder so – ihr könnt euch je nach Interesse (und Platzangebot) für verschiedene Kurse anmelden und euch Wissen jenseits eures Studiengangs aneignen bzw. bereits vorhandenes Wissen direkt erproben und mit anderen Studierenden teilen.

Methodische Kompetenzen

Bei den methodischen Kompetenzen liefert euch die Uni ein breites Angebot unterschiedlicher Kurse und Vorlesungen. Drei davon möchte ich euch an dieser Stelle kurz vorstellen:

  • Schreibwerkstatt. In der Schreibwerkstatt erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem – ihr könnt es euch denken – Schreiben. Und zwar in ganz unterschiedlicher Weise. In der Einführung in das wissenschaftliche Schreiben geht es darum, Studierenden die Basics wissenschaftlicher Arbeit bzw. wissenschaftlichen Schreibens zu vermitteln. Dazu werden wissenschaftliche Textsorten behandelt und ihre sprachlichen Strukturen untersucht. Des Weiteren werden die individuellen problematischen Bereiche analysiert und besprochen. Ihr verfasst eigene Texte, überarbeitet und korrigiert sie, was Formulierungsübungen beinhaltet. Gerade für Erstsemester ist das eine großartige Gelegenheit, praxisnah an die Erarbeitung von Seminararbeiten herangeführt zu werden. So müsst ihr nicht am Ende des Semesters ratlos und/oder überfordert vor dem leeren Blatt sitzen (und prokrastinieren). Für jene Studierende, die sich dem Ende ihres Studiums nähern und eine Bachelor- bzw. Masterarbeit schreiben müssen, empfiehlt sich der Kurs Wissenschaftliches Schreiben – Die Abschlussarbeit. Oder, wenn es noch spezifischer sein soll: Die Bachelorarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften.
  • Arbeitsmethoden, Zeitmanagement und Selbstorganisation. In diesem Kurs geht es rund um das selbstständige Arbeiten, wobei ihr Methoden an die Hand bekommt, mit denen ihr eure Zeit sinnvoller nutzen und euch besser organisieren könnt. Er empfiehlt sich für all diejenigen unter euch, die Schwierigkeiten damit haben, selbstständig zu arbeiten und sich leicht verzetteln, Prioritäten falsch (oder gar nicht) setzen oder ihre bisherigen Strategien verbessern möchten.
Soziale Kompetenzen
Teamwork ftw! Quelle: pixabay.com

Teamwork ftw!
Quelle: pixabay.com

Neben den methodischen könnt ihr selbstverständlich auch sozialen Kompetenzen erwerben bzw. sie ausbauen. Die passenden Kurse bzw. Vorlesungen dazu findet ihr – wie auch die methodischen – im Vorlesungsverzeichnis. Was sich hinter den sozialen Kompetenzen verbirgt, erfahrt ihr anhand der folgenden drei Beispiele:

  • Arbeiten und Kommunizieren im Team. Teamarbeit begegnet uns sowohl außerhalb als auch innerhalb der Universität. Wer meinen Beitrag Mit Teamwork zum Erfolg: Toll, ein(e) andere(r) macht’s? und seine Fortsetzung gelesen hat, erinnert sich vielleicht noch an den einen oder anderen Fallstrick, den so eine Gruppenarbeit mit sich bringen kann. In diesem Seminar werden u. a. Teams und ihre Bedeutung beleuchtet, verschiedene Phasen der Teamentwicklung besprochen, wobei auf verschiedene Modelle und kommunikative Grundlagen Bezug genommen wird. Ihr seid im Anschluss an das Seminar in der Lage, euer eigenes Verhalten und das von anderen besser zu reflektieren. Davon profitiert ihr garantiert nicht nur im Studium.
  • Kommunikationstraining: Einführung in gewaltfreie Konfliktaustragung und Mediation. Der Titel der Veranstaltung legt es bereits nahe – es geht um die Grundlagen von Konflikten, von Gewalt und natürlich von Gewaltfreiheit. Dabei dreht sich alles darum, wie eine gewaltfreie Kommunikation möglich ist und dabei hilft, Entscheidungen im Konsens zu finden. Neben der persönlichen Erkenntnis darüber, welche Konfliktmuster vorliegen, erwerbt ihr einen bewussteren Umgang mit Konflikten sowie Kompetenzen darin, Gewaltfreiheit in privater, universitärer und beruflicher Hinsicht zu nutzen.
  • Kommunikationslabor. Hier handelt es sich um eine Veranstaltung der besonderen Art: Ihr werdet in festen Teams Texte von Argyris, Senge, Luhmann und Schlötter bearbeiten und euch die Ergebnisse gegenseitig präsentieren – und zwar wettbewerbsmäßig. Dabei geht es um die Zusammenarbeit im Team, während ihr euch die Texte aneignet, um mittels dieser Selbsterfahrung eine „realitätsnahe Betrachtung von Kommunikation“ zu erhalten. Was ihr aus dieser Erfahrung außerdem mitnehmen könnt? Ihr entwickelt ein Verständnis für andere Personen und ein Problembewusstsein im Hinblick auf Kommunikation.

Ihr seid neugierig geworden und möchtet erfahren, wie ihr an diesen und/oder anderen SQ-Veranstaltungen teilnehmen könnt? Wunderbar!

Wo finde ich SQ, wie und wann melde ich mich für sie an?

Wenn ihr wissen möchtet, wo ihr die SQ finden könnt, die euch interessieren bzw. wo ihr euch informieren könnt, ob das Passende dabei ist, werft ihr am besten einen Blick ins Vorlesungsverzeichnis.

Die rechtzeitige Anmeldung für SQ ist enorm wichtig, da die Plätze für die jeweiligen Kurse und Vorlesungen sehr oft stark begrenzt sind. Und ohne Anmeldung keine Teilnahme. Insbesondere Bachelor- und Masterstudierende müssen darauf achten, dass sie sich vorab über das LSF anmelden. Wo ihr euch außerdem noch anmelden müsst (etwa zusätzlich via E-Mail bei der bzw. dem jeweiligen Dozentin bzw. Dozenten), erfahrt direkt unter der Einzelansicht des Kurses.

Ihr benötigt weitere Informationen zu den SQ oder habt konkrete Fragen? Dann wendet euch doch direkt an das Zentrum für Lehre und Weiterbildung. Das geht per E-Mail, telefonisch oder im persönlichen Gespräch. Dort wird euch gerne weitergeholfen.

PS: Eine ausführliche Anleitung zur Belegung der SQ findet ihr unter diesem Link.

Romy

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