Auslandspraktikum in Malaysia – Hello Kuala Lumpur

Sonne, Meer und Strand. Manche arbeiten da, wo andere Urlaub machen. Erfahrungen in einem „ganz anderen“ Alltag sammeln ist durch ein Auslandspraktikum möglich. Es bieten sich verschiedene Mittel und Wege, als Studierender im Ausland ein Praktikum zu machen. Die Prüfungsordnungen schreibt in vielen Studiengänge ein Pflichtpraktikum vor, dabei ist aber jedem selbst überlassen wo. Master-Studentin Sahana Sri Ravindranathan wird ab März 2016 für sechs Monate ihr Praktikum in Malaysia, absolvieren. Ich habe ihr ein paar Fragen gestellt

Twin Tower in Kuala Lumpur. Quelle: Mehtap Taspinar

Twin Tower in Kuala Lumpur. Quelle: Mehtap Taspinar

Sahana Sri Ravindranathan (24) studiert im dritten Semester Management im Master an der Uni Hohenheim. Nebenbei ist die Werkstudentin bei der Daimler AG. Durch ihren Arbeitgeber erhielt sie die Chance im Bereich After Sales- Garantie und technische Gewährleistung ein sechsmonatiges Vollzeitpraktikum in Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia zu machen.

Malaysia liegt in Südostasien und ist ein vielseitiges Land. 28 Millionen Menschen verschiedender Herkünfte und Religionen leben dort. Über 65 Prozent sind malaysischer Herkunft, knapp 25 Prozent sind Chinesen und etwa zehn Prozent haben einen indischen Ursprung. Über die Hälfte der Bevölkerung hier ist muslimisch, 20 Prozent sind buddhistisch, sieben Prozent hinduistisch und zehn Prozent der Bevölkerung gehören dem christlichen Glauben an. Durch die verschiedenen Volksgruppen in der Region sind neben der Amtssprache Bahasa Malaysia (Malaysisch) auch weitere Sprachen wie beispielsweise Indisch und Chinesisch weit verbreitet. Heutzutage reisen viele Touristen nach Malaysia, weil sie sich vom Charme dieses Landes verzaubern lassen wollen.

Sahana ist mehr als nur ein gewöhnlicher Tourist. Sie wird in Malaysia arbeiten und leben, sodass sie die Gelegenheit haben wird, die Menschen und das Land länger und besser kennenzulernen. Ihr Praktikum wird bis Ende September 2016 gehen.

Das ist Sahana. Quelle: privat

Das Interview mit Sahana

Feven: Wieso willst du ein Auslandspraktikum machen?

Sahana: Damit ich viele tolle Erfahrungen sammeln kann und eine neue Arbeitskultur kennen lerne. Ausserdem wollte ich schon immer ein Auslandspraktikum machen und für eine längere Zeit raus aus Stuttgart um etwas neues zu entdecken und selbstständiger zu werden.

Und wie bist du zu Deinem Praktikumsplatz in Malaysia gekommen?

Ich arbeite ja als Werkstudentin beim Daimler und bin so dazu gekommen. Mein Betreuer hat mir dabei sehr geholfen. Und als ich mich beworben habe, ging alles eigentlich sehr schnell.

Du bist insgesamt für ein halbes Jahr weg. Was nimmst du auf jeden Fall mit?

Da schon einiger meiner Freunde im Ausland waren, habe ich mitbekommen, dass Desinfektionsmittel ganz wichtig ist. Pflegeprodukte sollen in Asien auch teuer sein, daher nehme ich viele Pflegeprodukte  aus Deutschland mit. Ansonsten denke ich, dass ich vor Ort alles kaufen kann und nehme daher lieber etwas zu wenig, als zu viel mit. Geshoppt wird dann am Ende. (lacht)

Du wirst das erste Mal längere Zeit allein „unterwegs“ sein. Hast du Angst davor?

Ja, habe ich. Aber ich denke, das gehört ein bisschen dazu. Und ich werde gut vorbereitet sein, deswegen bin ich eher aufgeregt im positiven Sinne anstatt Angst zu haben.

Wie sehen deine Vorstellungen von Malaysia und deiner zukünftigen Arbeitsstelle aus?

Ich gehe davon aus, dass das Alltagsleben in Malaysia ganz anders aussehen wird, als in Deutschland. Chaotisch, kompliziert. Wahrscheinlich werde ich Wochen brauchen, bis ich da zurechtkomme Der Arbeitsalltag wird nicht wie in Deutschland sein.

Bist du gut vorbereitet bzw. hast du dich über das Land informiert?

Ja ich habe mich gut vorbereitet und ja ich habe mich über das Land informiert. Freunde von mir haben mir wertvolle Tipps gegeben, die vorher schon mal in Malaysia waren. Außerdem bin ich ja Tamilin und es leben viele Tamilen in Malaysia, des wird auch ein großer Vorteil für mich sein, so kann ich mich gleich heimisch fühlen.

Denkst du, du wirst dein soziales Umfeld und deinen Alltag vermissen?

Ja, auf jeden Fall, vor allem meine Familie und Freunde. Ich war bisher noch nie über einen längeren Zeitraum weg, aber ich denke, die Zeit wird verfliegen und ich sehe sie dann bald alle wieder.

China Town in Kuala Lumpur. Quelle: Mehtap Taspinar

China Town in Kuala Lumpur. Quelle: Mehtap Taspinar

Willst du in Malaysia bleiben oder willst du durch Asien reisen?

Mein Ziel ist es soviel wie möglich von Asien zu sehen. Ich werde definitiv reisen und einige Freunde wollen mich besuchen kommen, darauf freue ich mich sehr.

Hast Du noch Tipps für Studierende, die auch ein Auslandspraktikum machen möchten?

Auch wenn ich das Auslandspraktikum noch nicht absolviert habe, kann ich nur jedem Studenten raten, so eine Erfahrung zu machen. Viele lassen sich von den Anforderungen und dem Bewerbungsprozess abschrecken, aber so kompliziert war es nicht und es wird sich auf jeden Fall lohnen. Es wird sicher erfrischend sein, für eine längere Zeit aus dem Alltag zu kommen, um eine neue fremde Kultur kennenzulernen.

Vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg und Spaß in Malaysia. 

 

Ein Auslandspraktikum ist die Gelegenheit etwas von der Welt zu sehen, spannende Erfahrungen zu sammeln und damit gleichzeitig seinen Lebenslauf „aufzupeppen“. Wer also die Chance bekommt, sollte sie nutzen und wie Sahana für ein paar Monate in einem fremden Land arbeiten. Verschiedene Organisationen helfen dabei einen Platz für ein solches Praktikum zu finden, beispielsweise AIESEC.

Das Dezernat Internationales der Universität Stuttgart vermittelt zwar selbst keine Praktika, steht aber bei der Planung beratend zur Seite und informiert über Finanzierungsmöglichkeiten wie z.B. ERASMUS-Praktika: Dieses Programm der Europäischen Union unterstützt finanziell Fachpraktika im europäischen Ausland von drei (mindestens 91 Tage) bis zwölf Monaten. Die Praktikumsstelle muss in Eigeninitiative besorgt werden. Entsprechende Infos gibt es hier.

Eine gute Orientierung zum Thema Auslandspraktikum bietet auch die DAAD-Publikation Wege ins Auslandspraktikum.

 

Feven

 

studiert an der Uni Stuttgart im sechsten Semester.

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