Motivationslöcher im Studium: Tipps und Tricks

Motivation lädt ... Foto: Flickr.com - nigelpepper

Motivation lädt …
Foto: Flickr.com – nigelpepper

Früher oder später erreicht jede(r) von uns diesen Punkt im Studium – die einen früher, die anderen etwas später: Die Motivation hat sich auf Nimmerwiedersehen verabschiedet, die Laune sinkt angesichts der wachsenden Bücherberge auf dem Schreibtisch (und Zimmerboden) in den Keller und das schlechte Gewissen hindert einen auch nicht länger daran, alles auf die lange Bank (ergo: das nächste Semester) zu schieben. Damit ihr am Semesterende nicht von aufgeschobenen Aufgaben erschlagen werdet, möchte ich euch heute ein paar hilfreiche Methoden an die Hand geben.

Der Weg ist das Ziel?

So banal es klingt, der Weg ist nicht das alleinige Ziel, wenn ihr euer Studium beginnt. Es ist deshalb wichtig, den Gedanken an euren Abschluss nicht aus dem Auge zu verlieren, vor allen Dingen dann, wenn ihr in schwierigen Motivationslöchern festhängt und alles mehr oder weniger sinnlos erscheint. Viele kleine Schritte – d. h. Studienleistungen jeglicher Form – summieren sich letztendlich zum Studienabschluss.

Stellt euch vor, ihr wollt Urlaub machen, habt aber nicht den geringsten Plan, wo es eigentlich hingehen soll, also lasst ihr euch treiben, bleibt ein paar Tage hier und ein paar Tage dort. Ganz ohne Zwang oder Druck. Was für den Urlaub wunderbar klappen kann, kann im Studium aber fatale Folgen haben. Trotz aller Freiheiten, über die ihr im Studium verfügt, solltet ihr eins nicht außer Acht lassen: Das Ziel. Nur wenn ihr – wie bei einem Navigationsgerät – ein konkretes Ziel anpeilt, kommt ihr auch dort an.

Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn eure Studienfinanzierung an zeitliche Vorgaben bzw. Studienleistungen gekoppelt ist, wie etwa beim Bafög. Aber auch ohne das Bafög-Amt im Nacken studiert es sich deutlich angenehmer, wenn ihr zumindest einen groben Plan im Hinterkopf behaltet; die besten Anhaltspunkte dafür liefern euch das Modulhandbuch eures Studiengangs und natürlich auch die Prüfungsordnung.

Etwas Planung schadet nicht

Den Terminkalender stets im Blick.

Den Terminkalender stets im Blick.

Das neue Semester hat gerade erst begonnen, aber ein wenig Vorausplanung schadet trotzdem nicht. Sobald ihr euch für eure Seminare, Vorlesungen und Übungen entschieden habt, ist es sinnvoll, die dafür nötigen studienbegleitenden Leistungen anzugehen, d. h. sie nicht zu lange nach hinten zu schieben, sondern sie ungefähr bis zur Semesterhälfte abzuhaken.

Zu den studienbegleitenden Leistungen zählen beispielsweise Protokolle, Referate, Exposés und Thesenpapiere. Die Vorteile liegen auf der Hand: In der Regel habt ihr zu Beginn des Semesters einen geringeren Arbeitsaufwand vor euch, als gegen Ende des Semesters, da mit jedem weiteren Beitrag eurer KommilitonInnen der Anspruch (inhaltlich) steigen kann und ihr zusätzlich damit rechnen müsst, zu den bisherigen Beiträgen Stellung zu nehmen, Verbindungen herzustellen oder Vergleiche zu ziehen.

Für manche ist es deshalb hilfreich, sich einen Zeitplan zu erstellen, um besser überblicken und abschätzen zu können, wie groß der Arbeitsaufwand (auf das gesamte Semester gerechnet) sein wird. Das bedeutet auch, großzügige Zeitpuffer einzuplanen und auch die Zeiten festzuhalten, in denen ihr abschalten wollt oder euch mit anderen Dingen beschäftigt (etwa Hobbys, Ehrenämter oder Sport). Dazu müssen dreieinhalb wichtige Fragen geklärt werden, damit ihr euch nicht verzettelt:

  1. Was gibt es zu tun? (Aufgabe eingrenzen)
  2. Wie lange dauert diese Aufgabe (und was benötige ich dafür)? (Dauer und Materialien einplanen)
  3. Bis wann muss sie fertig sein? (Fristen berücksichtigen)

Ortswechsel: Weg vom Schreibtisch

Wenn ihr den Anblick eures Schreibtischs nicht länger ertragen könnt, wird es Zeit, den Arbeitsplatz vorübergehend an einen anderen Ort zu verlagern. Das kann ein anderes Zimmer in eurer Wohnung sein, die (meist) ruhige Atmosphäre einer  Bibliothek, für Pendler die (unvermeidlichen) Zugfahrten … Eurer Fantasie sind in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt. Dass nicht jeder Ort dieselben Idealbedingungen aufweisen kann, versteht sich von selbst. Aber manchmal genügt es bereits, die eigenen vier Wände zu verlassen und sich in einer anderen Umgebung auf die zu bewältigende Menge von Lernstoff einzulassen.

Bunt gewinnt

Einigen genügen ein einziger Collegeblock und ein paar schreibfähige Kugelschreiber, um das Studium zu bestreiten. Wer es ästhetischer mag und gerne mit Hinguckern arbeitet, darf seinen inneren Schweinehund gerne austricksen. Was ihr dazu benötigt? Im Grunde nur das Arbeitsmaterial, mit dem ihr wirklich gerne arbeitet. Für die einen mag das ein strukturierter Semesterplaner sein, in den alle wichtigen Termine und Fristen eingetragen werden. Für die anderen ist das Lesen von Texten ohne farbige Markierungen eine Qual, sie benötigen Post-it und/oder Textmarker in verschiedenen Farben. MinimalistInnen mögen es belächeln, aber die Wirkung von Schreibutensilien und/oder Ordnern (etc.), die ihr gerne in die Hand nehmt, ist nicht zu unterschätzen.

In der Ferne lockt … die Belohnung

Erfolge feiern bei einem leckeren Cocktail.

Erfolge feiern bei einem leckeren Cocktail.

Und der älteste Trick der Welt: Belohnungen! Wichtig ist dabei allerdings, dass ihr euch nach getaner Arbeit auch tatsächlich belohnt und euch bewusst vor Augen führt, was ihr bisher geleistet habt. Welche Arten von Belohnungen kommen dabei infrage? Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann schwer pauschal beantwortet werden. Während die einen sich für materielle Belohnungen begeistern, freuen sich andere wiederum darüber, mehr (freie) Zeit zur Verfügung zu haben.

An dieser Stelle trotzdem ein paar Ideen zur Anregung für eine nette Belohnung: Das kann der Gang ins Kino sein, ein Buch, das so rein gar nichts mit dem Studium zu tun hat, ein paar freie Stündchen auf der Couch oder ein netter Abend in der Cocktailbar. Wie ihr eure Belohnungen setzt und was euch am meisten motiviert, wisst ihr selbst am besten.

VisionärInnen: Die Zukunft im Blick

Je plastischer, d. h. greifbarer ihr euch das Bild eures erfolgreichen Abschlusses vorstellen könnt, desto stärker verankert es sich in euch und ist bestenfalls auch (und gerade) dann abrufbar, wenn ihr am liebsten alles hinschmeißen wollt. Erinnert euch daran, mit welcher Intention ihr das Studium aufgenommen habt, warum ihr ausgerechnet diesen Studiengang gewählt habt und was ihr euch von der Zukunft versprecht, wenn ihr erst einmal fertig geworden seid. Dabei gilt: Je stärker ihr euch darüber im Klaren seid, was euch im Studium antreibt, desto eher seid ihr gewillt, euch auch in härteren Zeiten durchzubeißen.

 Fünfe mal grade sein lassen

Wenn keine noch so ausgefeilte Strategie greift und ihr euch zu gar nichts mehr aufraffen könnt, dann gebt nach und tut zur Abwechslung einfach mal gar nichts. Solange das selige Nichtstun nicht zum Dauerzustand wird, ist alles in Butter – und gelegentliche Motivationslöcher gehören nun einmal zum Leben (und Studium) dazu.

Euch allen einen ordentlichen Schwung Motivation und ein gutes Durchhaltevermögen!

Romy