Absolventenkongress 2015 in Stuttgart: Wo Karrieren entstehen

Der Absolventenkongress 2015 in Stuttgart.

Der Absolventenkongress 2015 in Stuttgart.

Für die meisten endet das Studium hoffentlich mit einem guten Einstieg ins Berufsleben. Doch der direkte Übergang vom Studium in den Job gelingt selten, stattdessen geht diesem häufig das monatelange Schreiben von Bewerbungen voraus. Im heutigen Beitrag stelle ich euch eine Möglichkeit vor, damit ihr eurem beruflichen Einstieg gelassener entgegenblicken könnt – ganz gleich, ob ihr am Anfang eures Studiums steht oder bereits kurz vor dem Abschluss befindet. Die Teilnahme an einem Absolventenkongress kann eure Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich steigern, sofern ihr geschickt vorgeht. Wie das aussehen kann, zeige ich euch im Folgenden.

Schauplatz des Geschehens war das Kultur- und Kongresszentrum in Stuttgart, wo am 19. Juni 2015 von 10 Uhr bis 16 Uhr der Absolventenkongress stattfand. Rund 40 renommierte Aussteller nahmen daran teil: Von Acando, ALDI SÜD, ATOSS Software, Breuninger, bis über Daimler Protics, Decathlon, die Deutsche Bahn und Telekom sowie die FOM Hochschule für Oekonomie & Management, GPI Consultuing, MAHLE International, OSCAR, persona service, dem Staufenbiel Institut selbst, StepStone, Vodafone und XING – und das ist nur ein kleine Auswahl der vertretenen Unternehmen.

Absolventenkongress – was ist das?

Unternehmen verschiedener Branchen präsentieren sich und warten auf geeignete JobkandidatInnen.

Unternehmen verschiedener Branchen präsentieren sich und warten auf geeignete JobkandidatInnen.

Der Absolventenkongress ist eine Jobmesse, als deren Veranstalter das Staufenbiel Institut auftritt. Was so vollmundig klingt, ist tatsächlich eine gute Gelegenheit, um erste berufliche Kontakte in einem gut organisierten Rahmen und einer entspannten Atmosphäre zu knüpfen. Dabei begegnen sich TeilnehmerInnen und Unternehmen auf Augenhöhe.

Auf dem Kongress versammeln sich Unternehmen verschiedener Branchen auf einem kompakten und übersichtlichen Gelände. Ihr könnt eure Wunschunternehmen im direkten Gespräch kennen lernen, wichtige Informationen einholen und im besten Fall bei den FirmenvertreterInnen einen positiven Eindruck für die anschließende Bewerbung hinterlassen.

Und an wen sich der Absolventenkongress richtet? Keineswegs ausschließlich an AbsolventInnen, denn teilnehmen können und soll(t)en:

  • Studierende aller Fachrichtungen
  • Hoch- und FachschulabsolventInnen
  • Young Professionals mit höchstens 5 Jahren Berufserfahrung

Mit einer Onlineanmeldung und einer Gebühr von 5 EUR steht einer Teilnahme nichts mehr im Wege. Kleiner Tipp: Wenn ihr bei Xing registriert seid und dies bei der Onlineanmeldung angebt, entfällt die Teilnehmergebühr.

Die richtige Vorbereitung ist das A und O

Informieren und die richtige Vorbereitung sind das A und O.

Informieren und die richtige Vorbereitung sind das A und O.

Sicher mag es die eine oder den anderen geben, die relativ spontan und häufig aus reiner Neugier vorbeischauen und sich überraschen lassen möchten. Daran ist erst einmal nichts Verkehrtes. Und gerade für Freizeitveranstaltungen ist das eine adäquate und völlig nachvollziehbare Vorgehensweise, aber wenn es um die berufliche Zukunft geht, solltet ihr unter Umständen etwas mehr Einsatz zeigen. Das heißt im Klartext: Die Vorbereitung sollte nicht gerade auf den letzten Drücker erfolgen, wenn ihr euch einen echten Mehrwert von der Teilnahme erhofft.

Zum Dresscode: Ja, den gibt es tatsächlich. Am Kongress solltet ihr in angemessener Kleidung teilnehmen – Blazer, Kostüme, Anzüge, Hemden und Krawatten sind hierfür die richtige Wahl. Weshalb der Aufwand? Ganz einfach: Ihr könnt nie wissen, ob ihr womöglich auf der Messe euren künftigen ArbeitgeberInnen begegnet und/oder gleich die Chance auf ein direktes Vorstellungsgespräch erhaltet – und in beiden Fällen spielt der erste – auch optische – Eindruck eine wichtige Rolle. Zudem ist eine angemessene Kleiderwahl zugleich die Würdigung des Kontextes, indem sich diese berufliche Begegnung abspielt.

Lebenslauf, Wunschunternehmen und Warm-up

Ein weiterer Aspekt ist die gründliche Überarbeitung des eigenen Lebenslaufs, den ihr am besten in mehrfacher Ausfertigung mitbringt. Hier gilt: Mehr ist mehr, denn es ist auf jeden Fall besser, einen CV* zu viel in der Tasche zu haben, als gerade dann festzustellen, dass er einem ausgegangen ist, wenn man danach gefragt wird und nur noch kleinlaut erwidern kann: „Sorry, sind leider ausgegangen.“

Mindestens ebenso ratsam ist es, sich einen Überblick über die teilnehmenden Firmen zu verschaffen und sich in der Vorbereitung auf drei bis fünf Wunschunternehmen zu konzentrieren. Natürlich könnt ihr jederzeit mehr Stände besuchen und mehr Gespräche führen, aber eine Vorauswahl erleichtert euch den Besuch des Kongresses ungemein. Zudem hat das Gros der AusstellerInnen seine freien Stellen online inseriert, sodass ihr die Vertreter gezielt auf die zu vergebenden Positionen ansprechen könnt.

Ein weiterer Tipp: Beginnt die Gespräche mit den Unternehmen, die ihr euch am wenigsten als künftige ArbeitgeberInnen vorstellen könnt und arbeitet euch allmählich zu euren Topfavoriten vor. So baut ihr von Gespräch zu Gespräch Nervosität und Anspannung ab, lernt den Ablauf besser kennen und könnt souverän(er) agieren.

Mit den richtigen Fragen zum Ziel

Den passenden Job zu finden ist kein Wunschdenken.

Den passenden Job zu finden ist kein Wunschdenken.

Überlegt euch, was ihr von eurem Wunschunternehmen wissen wollt, wenn ihr die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch erhaltet. Nach Informationen zu fragen, die auf der Firmenhomepage angegeben oder via Google mit Leichtigkeit herauszufinden sind, solltet nach Möglichkeit vermeiden. Erzählt stattdessen von eurem Werdegang und erkundigt euch selbstbewusst nach Möglichkeiten, wie ihr mit euren derzeitigen Qualifikationen ins Unternehmen einsteigen könnt. Lasst euch nicht entmutigen, wenn ihr nicht die gesuchte Fächerkombination studiert habt, sondern argumentiert stattdessen damit, wie ihr eure Stärken und die im Studium erworbenen Kompetenzen profitabel im jeweiligen Unternehmen einbringen könnt.

Nach jedem Gespräch solltet ihr euch ein paar Notizen zu dessen Inhalt machen; ebenso solltet ihr euch den Namen eures/eurer Gesprächspartner/in notieren, damit ihr am Ende des Tages nicht den Überblick verliert (und bei der Menge an Eindrücken, Gesprächen und Informationen, die auf euch einprasseln, geschieht das sehr schnell). So könnt ihr später genau zuordnen, mit wem ihr gesprochen habt und euch bei eurer späteren Bewerbung darauf beziehen.

Warum sich eine Teilnahme gleich mehrfach auszahlt

Neben der Gelegenheit, euch einen persönlichen Eindruck vom Unternehmen zu verschaffen, seid ihr in der privilegierten Situation, euch aus der Vielzahl der Unternehmen diejenigen herauszupicken, die für euch wirklich interessant sind. Ihr tretet dementsprechend nicht als Bittstellerin oder Bittsteller auf, sondern könnt euer Interesse an einem beruflichen Einstieg im Unternehmen selbstbewusst bekunden.

Es ist gang und gäbe, dass viele Stellen nicht offiziell ausgeschrieben werden, sondern entweder intern oder auf Empfehlungen hin vergeben werden. Insofern tut ihr euch einen großen Gefallen, wenn ihr einen nachhaltig positiven Eindruck im Gespräch hinterlasst. Ein gutes Zeichen ist es, wenn eure GesprächspartnerInnen euch um die Aushändigung eures Lebenslaufs für spätere Rückfragen (oder für ein Vorstellungsgespräch) bitten. So habt ihr einen guten Anknüpfungspunkt, wenn ihr nach dem Kongress eure vollständige Bewerbung verschickt.

Professioneller CV-Check, Bewerbungsfotos und Vorträge

Mit einem guten Bewerbungsfoto erhöhen sich die Jobchancen enorm.

Mit einem guten Bewerbungsfoto erhöhen sich die Jobchancen enorm.

Darüber hinaus bietet der Absolventenkongress kostenlos folgende Services an: Den Check des eigenen CV sowie professionelle Bewerbungsfotos. Für beides müsst ihr allerdings vorab einen Termin vereinbaren oder euch auf das Glück verlassen und direkt vor Ort nach Restplätzen fragen.

Vorträge und ExpertInnenrunden geben außerdem die Gelegenheit dazu, aktuelle Informationen zum Thema Selbstmarketing, den gängigen Bewerbungsstandards sowie den prognostizierten Branchentrends zu erhalten. Ein weiteres nettes Extra stellt die sogenannte Jobwall dar, auf der ihr euch einen Überblick über den aktuellen Stellenmarkt verschaffen könnt. Darin sind neben Praktika, Traineeprogrammen auch zahlreiche andere Stellenangebote ausgeschrieben.

Nice to have

Und für die Sammelwütigen unter euch: Jeder Stand hat eine begrenzte Auswahl an Goodies ausgelegt – von Post-it über Kugelschreiber, Textmarker und Blöcke ist alles dabei, was das Studierendenherz begehrt. Doch auch hier gilt es, sich höflich und maßvoll zu verhalten und nicht mit vollbeladenen Taschen von Stand zu Stand zu hetzen, um noch mehr abzustauben. Es macht weder einen positiven Eindruck auf die PersonalerInnen noch wirft es ein gutes Licht auf euch selbst.

Nach dem Absolventenkongress ist vor dem Absolventenkongress

Studierende, AbsolventInnen und Young Professionals finden hier (meist), was sie suchen: Austausch, Kontakte und konkrete Jobangebote.

Studierende, AbsolventInnen und Young Professionals finden hier (meist), was sie suchen: Austausch, Kontakte und konkrete Jobangebote.

Glückwunsch, ihr habt wertvolle Informationen erhalten, einige erfolgreiche Gespräche geführt und sogar dem einen oder der anderen Unternehmensvertreter/in euren CV übergeben! Jetzt ist es besonders wichtig, an der Sache dranzubleiben und eure Notizen nachzubereiten, damit die Bewerbung gelingt. Stimmt eure (vollständigen) Bewerbungsunterlagen auf das jeweilige Unternehmen ab und verweist im Anschreiben auf das freundliche Gespräch auf der Jobmesse.

Mein Fazit

Mein Eindruck vom Absolventenkongress ist ein überwiegend positiver, wenngleich mir und Studierenden ähnlicher Fachrichtungen folgendes Manko aufgefallen ist: Die Auswahl der teilnehmenden Unternehmen war zu einem Großteil auf Vertrieb, IT und Technik beschränkt – deshalb würde ich mich sehr darüber freuen, wenn das Branchenspektrum in Zukunft erweitert wird. Ein großes Lob möchte ich für die gelungene Organisation durch das Staufenbiel Institut aussprechen.

Eine Teilnahme kann ich nur wärmstens empfehlen – unabhängig davon, ob ihr eure Chancen auf dem Arbeitsmarkt checken, eure Wunschunternehmen in ungezwungener Atmosphäre kennen lernen oder einfach nur erste Erfahrungen im Hinblick auf euren künftigen Jobeinstieg sammeln wollt. Und natürlich ist ein Austausch mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen über deren Erfahrungen bei der Jobsuche oder dem Start ins Berufsleben möglich.

Weitere Stimmen zum Kongress: Zwei Kurz-Interviews

Leer geht niemand auf dem Absolventenkongress aus.

Leer geht niemand auf dem Absolventenkongress aus.

Neben den Gesprächen mit den Firmenvertretern habe ich die Gelegenheit dazu genutzt, zwei Teilnehmerinnen zu ihrer Motivation, ihren Vorstellungen und ihren Erfahrungen mit dem Absolventenkongress zu befragen. Da sind einmal Alex (weiblich, 28, Masterabschluss in Volkwirtschaftslehre) und Tim (männlich, 25, Masterabschluss in Entrepreneuership & Innovation), beides Absolventen auf der Suche nach ihrem ersten Job.

Für Alex ist es die erste Jobmesse überhaupt. Sie hat im März dieses Jahres ihr Studium an der Universität Göttingen beendet und sucht seitdem nach dem passenden Unternehmen. Im Absolventenkongress sieht sie eine tolle Möglichkeit für unkonventionelle Bewerbungsmöglichkeiten. Da es ihr noch an Berufserfahrung mangelt, sieht sie enorme Vorteile darin, im persönlichen Gespräch zu überzeugen und außerdem einen direkten Anknüpfungspunkt für die spätere Bewerbung zu haben. Sie hat sich im Vorfeld über die Veranstaltung informiert und ihre drei Favoriten herausgesucht. Zum Aufwärmen hat sie erst einige andere Firmen angesprochen, bis ihre Nervosität abgenommen hat, um dann bei ihren Wunschunternehmen anzufragen. Für sie hat sich die Teilnahme gelohnt: Zwei Vorstellungsgespräche und ein Telefoninterview sind das Ergebnis. Ihr Tipp an künftige TeilnehmerInnen: „Hintrauen, selbstbewusst auf die Unternehmen zugehen und herausfinden, ob man zueinander passt.“

Tim befindet sich ebenfalls noch auf Jobsuche. Wie Alex hat er drei bis vier Unternehmen ins Auge gefasst, die für ihn als künftige ArbeitgeberInnen in Frage kommen. Er hat sich durch die Messe neue berufliche Kontakte sowie Jobmöglichkeiten erhofft und auch von den angebotenen Services profitiert: Professionelle Bewerbungsfotos und ein CV-Check. Er ist zufrieden. Sein Tipp für künftige TeilnehmerInnen: „Richtig vorbereiten, einen Plan erstellen, sich per Warm-up die Reihenfolge der Unternehmen zusammenstellen und erst am Schluss das Wunschunternehmen ansteuern.“

Ihr seht: Es lohnt sich allemal, beim nächsten Absolventenkongress dabei zu sein. Wann es das nächste Mal soweit ist, erfahrt ihr hier. Viel Erfolg!

Romy

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