Studierendenrabatte – Warum häufig altersbeschränkt?

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Als Student kann man ordentlich sparen. Jedoch nicht automatisch…
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Den meisten kommt das wohl bekannt vor: Man geht mit Freunden ins Freibad, schaut auf die Preisliste, freut sich kurz über den Rabatt für Studierende beim Eintrittspreis und zahlt seine 2,50. Aber plötzlich heißt es für die Freundin: „4 Euro, bitte“. Und das nur, weil sie eben ein bisschen älter ist, als man selber. Ist das gerecht?

Studierendenrabatte an sich finde ich großartig. Man kommt günstiger ins Kino, ins Freibad, in Veranstaltungen und so weiter. Ich mit meinen 20 Jahren, erst seit einem Jahr im Studium, nehme das auch noch sehr bewusst wahr und freue mich immer wieder darüber. Außerdem bleibt mir mit diesem Alter noch ausreichend Zeit, um die Preisermäßigungen nutzen und davon profitieren zu können. Aber man ist ja nun nicht für immer 20.

Denn bei den Rabatten gibt es ein Problem: Sie gelten häufig nur bis zu einem bestimmten Alter. Meist bis zum 25. Lebensjahr, manchmal auch bis 27 oder 28, aber eben nicht für jedes Alter. Sicherlich kann man erwarten, dass viele Studierende eher jung sind und vielleicht auch mit Mitte oder jedenfalls Ende 20 ihr Studium abschließen. Danach können sie ausreichend eigenes Geld verdienen und sind nicht mehr auf die Rabatte angewiesen. Aber in der Realität sind doch die wenigsten mit 25 fertig.

Studieren = jung sein?

Irgendwie widerspräche das ja auch den Möglichkeiten, die man nutzen soll, solange man jung ist. Denn nach freiwilligen Jahren vor dem Studium, Auslandssemestern während dem Studium und Bachelor und Master ist man eben schnell über der Altersgrenze. Außerdem könnte man auch die Möglichkeit nutzen, sich nach ein paar Jahren Berufserfahrung noch einmal weiterzubilden und ist dann auch schon zu alt für die meisten Studi-Rabatte. Eine Ermäßigung wäre dann allerdings dennoch sinnvoll, da man während des Studiums für gewöhnlich weniger Geld verdient. Ich persönlich bin zwar gar nicht betroffen, aber werde mich später sicher ungerecht behandelt fühlen, wenn ich mit 26 im Freibad plötzlich 1,50 Euro mehr zahlen müsste, nur weil ich ein Jahr älter bin, aber eigentlich noch genau so studiere wie meine Freunde.

Außerdem betrifft das ganze noch deutlich mehr Bereiche: Ab einem gewissen Alter gehören Veranstaltungsermäßigungen der Vergangenheit an, die Bank bietet andere Optionen und die Bahncard wird beispielsweise bedeutend teurer. Deshalb wollte ich mir die Sache mal genauer anschauen und den Hintergrund zu diesen äußerst unterschiedlichen Angeboten kennenlernen.

Ermäßigungen bei der Deutschen Bahn

Auf der Website der Deutschen Bahn für die Studierendenbahncard steht eindeutig, dass der ermäßigte Preis nur bis einschließlich 26 Jahre gilt. Aus den Kommentaren kann man entnehmen, dass mehrere damit unzufrieden sind und sich ungerecht behandelt fühlen. Allerdings geben die Administratoren keine direkte Antwort darauf. Auf meine Nachfrage hin erhielt ich nur die Antwort, dass die Altersbegrenzung in den AGB der Deutschen Bahn so vemerkt sei. Das war leider keine große Hilfe.

In Deutschland ist es der Fall, dass Unternehmen sich selbst aussuchen dürfen, ob und inwiefern sie Ermäßigungen für Studierende anbieten. Einerseits ist es dann ja eine gute Einrichtung, wenn überhaupt etwas Derartiges angeboten wird. Andererseits könnte man es dann nicht auch einrichten, dass Rabatte für jeden gelten, der als Studierender immatrikuliert ist, egal wie alt?
Im Fall der Deutschen Bahn wurde diese Altersgrenze offenbar einmal beschlossen und seit dem nicht mehr weiter überdacht. Und gerade in diesem Fall macht es einen bedeutenden Unterschied, da z.B. die Bahncard 50 ohne Ermäßigung gleich doppelt so viel kostet. Dabei ist der Markt um Studierende für die Bahn bestimmt nicht völlig unwichtig, da trotz Fernbussen und Mitfahrgesellschaften immer noch viele mit der Bahn unterwegs sind.

 Was bietet Amazon?

Der Online-Versandhändler Amazon verwendet wieder ein anderes Modell. Als Studierender kann man Amazon Prime ein Jahr lang umsonst und danach für die Hälfte des Preises erhalten, was ein wirklich gutes Angebot ist. Und tatsächlich spielt dabei das Alter keine Rolle, es kommt nur darauf an, dass man immatrikuliert ist. Allerdings ist die vergünstigte Mitgliedschaft dann maximal vier Jahre möglich und wird beendet sobald man nicht mehr immatrikuliert ist. Zusammengerechnet ergibt das 5 Jahre Amazon Prime für Studenten und entspricht somit der Zeit für ein reguläres Studium, wenn man innerhalb der Minimaldauer Bachelor und Master absolviert. Sollte man sich für einen anderen Studiengang entscheiden oder einfach etwas länger studieren kann man währenddessen nicht die ganze Zeit Amazon Prime nutzen. Dennoch ist das Angebot altersunabhängig und erfordert nur die gültige Immatrikulation, was ja schon mal ein Anfang ist.

Die gute alte Zeitung

Eine gültige Immatrikulationsbescheinigung ist die Vorraussetzung für Rabatte jeder Art

Eine gültige Immatrikulationsbescheinigung ist die Voraussetzung für Rabatte jeder Art.

Zum Thema Rabatte machen Zeitungsabonnements positiv auf sich aufmerksam. So gut wie jede Zeitung bietet ein Angebot für Studierende, meistens  inklusive Print- und Digitalangebot. Dabei lässt sich einiges an Geld sparen und die einzige Bedingung ist eine bestehende Immatrikulation. Die Ermäßigung wird unabhängig vom Alter angeboten und die Bescheinigung kann man meist bequem per E-mail zuschicken. Na also, es geht doch.

Nun ist aber nicht jeder ein begeisterter Zeitungsleser, sondern würde auch gerne in anderen Bereichen von Ermäßigungen profitieren und das vielleicht auch noch
mit 28.

Wie es in Zukunft mit Studierendenrabatten aussieht wird sich zeigen. Aber wahrscheinlich müsste überhaupt erst mal ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass die aktuelle Situation nicht besonders zufriedenstellend ist. Und ob es eine Einheitsgrenze geben sollte oder weiterhin jedes Unternehmen selbst über Angebote für Studierende entscheiden darf und nur etwas großzügiger sein sollte, ist die andere Frage. Aber vielleicht kann man Freibäder und andere häufiger mal daran erinnern, dass das ganze irgendwie ungerecht ist und ob man das nicht verändern könnte. Fragen kostet ja schließlich nichts.

 

Lena

Hi, ich bin Lena und 21 Jahre alt. Meine Leidenschaften sind Orchestermusik und kreative Dinge und verträumt wie ich bin, schreibe ich meistens auf, was mir gerade so durch den Kopf geht. Ich studiere seit März 2014 Mediapublishing an der HdM und bringe somit ein paar externe Gedanken für USUS mit.

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