Stellungnahme der Studierendenvertretung (FaVeVe) der Universität zur Vergabe der Mittel aus Studiengebühren - WS07/08

Erfreulicherweise wurden bei der zweiten Vergaberunde der Studiengebühren die Anträge mit den Sitzungsunterlagen verschickt. Dennoch kann aus studentischer Sicht nicht von einer Besserung bei der Vergabe der Studiengebühren gesprochen werden.

Die Flut von Anträgen konnte erneut nur in einer Mammutsitzung bewältigt werden. Aus Sicht der Studierendenvertretung ist die Vergabe von 3,5 Mio eine verantwortungsvolle Aufgabe.  Diesem Anspruch kann man in einer neunstündigen Sitzung unmöglich gerecht werden. So wurden vor allem gegen Ende der Sitzung Anträge unreflektiert durchgewunken.

Es sei anerkennend festgehalten, dass sich unter der Unmenge an Anträgen durchaus einige wenige sehr kreative und die Lehre verbessernde und erweiternde Vorschläge befinden. Dazu gehört u. a. die Anschaffung von studienrelevanten Softwarelizenzen für alle Studierende.

Ärgerlich sind aber vor allem offensichtlich überflüssige Anträge: Die Ausschreibung verlangt explizit fakultätsübergreifende und innovative Projekte sowie ein positives Votum der Studienkommission. Vielfach wird scheinbar angenommen, dass das Geld nach Fakultätsstärke verteilt wird. Dies steht jedoch der Grundidee des Verteilungskonzepts diametral gegenüber. Hierbei taten sich einige Institute der Fakultät Maschinenbau hervor, die aus ihrer hohen Studierendenzahl den größten Anspruch am zentralen Topf ableiteten -- trotz eindeutig dezentraler Projekte.

Trotz Bedenken der studentischen Vertreter wurden im Sitzungschaos unter anderem bewilligt:

Nur mit größten Bauchschmerzen musste die Studierendenvertretung die Entscheidung des Rektorates akzeptieren EDV-Stellen in der Verwaltung zur Bachelor/Master-Umstellung aus Studiengebühren zu finanzieren. Somit zahlen die Studierenden eine Umstellung, die sie selbst nicht Gut heißen und deren Konsequenzen für diese auch noch nicht absehbar sind.

In das Protokoll schlich sich darüber hinaus ein Posten als genehmigt ein, der in keinster Weise in der Sitzung diskutiert wurde, und auch sonst nie Erwähnung fand:  die bisher aus Landesmittel bezahlte Rechnersammelbestellung soll über 31.500€ bezuschusst werden. Dieser Beschluss wurde bereits gefällt bevor es überhaupt Studiengebühren offiziell gab.

Generell bewahrheitet sich die Befürchtung, dass Studiengebühren keine Lehrverbesserung bieten können, sondern ein arbeitsfähiges Grundniveau wiederherstellen. So kompensiert man schon Jahrzehnte vermiedene Reparaturen, ohne die curriculare Praktika überhaupt nicht durchführbar waren.

Um die faulige Tomate streiten sich in diesem Jahr der Antrag auf einen büroeigenen Fernseher mit DVD-Spieler, der im Zweifelsfall auch in der Lehre eingesetzt werden könnte, und eine Präsenz der Universität in "Second Live" für schlappe 90.000€. Für das neue Jahr wünschen wir uns mehr ernstzunehmende Anträge mit neuen innovativen Ideen für die Lehre und Sitzungen ohne Basar-Charakter -- und insgesamt mehr "Benehmen".

 

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