- Einnahmen
- Dezentral verwaltete Mittel aus Studiengebühren
- Mittel aus Studiengebühren für die zentralen Einrichtungen
- Mittel aus Studiengebühren zur Verfügung des Rektorats
- Beispiele für die Verwendung von Studiengebühren
Die Universität Stuttgart hat seit dem Haushaltsjahr 2007 folgende Einnahmen aus Studiengebühren erhalten:
| Haushaltsjahr | |||
|---|---|---|---|
| 2007 | 2008 | 2009 | |
| Einnahmen aus allgem. Studiengebühren | 13.023.705 € | 12.676.919 € | 9.365.128 € |

Die Studiengebühren stehen den baden-württembergischen Hochschulen gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 des Landeshochschulgebührengesetzes "zweckgebunden für die Erfüllung ihrer Aufgaben in Studium und Lehre zur Verfügung".
Unter Berücksichtigung dieser Zweckbestimmung hat das Rektorat der Universität Stuttgart im Benehmen mit den Studierenden folgende Verteilung der Einnahmen ab dem Wintersemester 2009/10 beschlossen. Die Gesamtheit der Netto-Gebühreneinnahmen wird wie folgt aufgeteilt:
1. Dezentral verwaltete Mittel aus Studiengebühren
Den Fakultäten werden 70 % zur dezentralen Verwendung zur Verfügung gestellt (bis zum Wintersemester 2008/2009 60 %). Nachfolgend sind die den einzelnen Fakultäten zugewiesenen Mittel sowie die hieraus geförderten Maßnahmen aufgeführt.
| Fakultät | Studiengänge | Zuweisung SS10 (€) |
|---|---|---|
| Fakultät 1 | Architektur und Stadtplanung | 223678 |
| Fakultät 2 | Bauingenieurwesen, Immobilientechnik- und Immobilienwirtschaft, Umweltschutztechnik, Infrastrukturplanung, COMMAS, WAREM | 181795 |
| Fakultät 3 | Chemie, Lebensmittelchemie, Werkstoffwissenschaften, Materialwissenschaft | 191905 |
| Fakultät 4 | Geographie, Technische Geowissenschaften, Geologie, Mineralogie Technische Biologie,Verfahrenstechnik, WASTE | 44591 |
| Fakultät 5 | Elektrotechnik und Informationstechnik, INFOTECH, Informatik, Softwaretechnik | 363951 |
| Fakultät 6 | Geodäsie und Geoinformatik; GEOENGINE, Luft- und Raumfahrtechnik | 257979 |
| Fakultät 7 | Automatisierungstechnik in der Produktion, Maschinenwesen, Fahrzeug- und Motorentechnik, Technologiemanagement, Energie- und Anlagentechnik, Technische Kybernetik, Mechatronik | 745414 |
| Fakultät 8 | Mathematik Physik, Computational Physics, Physics | 274949 |
| Fakultät 9 | Anglistik, Englisch, Französisch, Romanistik (Französisch), Galloromanistik, Deutsch, Germanistik, Deutsch als Fremdsprache, Geschichte, Geschichte der Naturwissenschaften und Technik, Italianistik, Romanistik (Italienisch), Kunstgeschichte, Linguistik, Computerlinguistik , Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie, Philosophie/Ethik, Praxisorientierte Kulturphilosophie | 370089 |
| Fakultät 10 | Berufspädagogik, Technikpädagogik, Pädagogik, Sozialwissenschaften, Soziologie, Politikwissenschaft, Deutsch-Französische Sozialwissenschaften, Empirische Politk- und Sozialforschung, Sport, Technisch orientierte Betriebswirtschaftslehre, Technisch orientierte Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre | 355647 |
2. Mittel aus Studiengebühren für die zentralen Einrichtungen
Einen Festbetrag in Höhe von 1,6 Mio. Euro pro Jahr erhalten ab dem Haushaltsjahr 2010 wichtige Zentrale Einrichtungen der Universität.
| Zentrale Einrichtung/zentrales Aufgabengebiet | Betrag pro Jahr in T€ |
|---|---|
| Universitätsbibliothek | 500 T€ |
| Rechenzentrum | 500 T€ |
| Sprachenzentrum | 60 T€ |
| Zentrum für Curricularentwicklung und Weiterbildung | 220 T€ |
| Internationale Angelegenheiten | 100 T€ |
| Allgemeiner Hochschulsport | 30 T€ |
| Zentrale Studienberatung | 60 T€ |
| e-Bologna/Bologna-Prozess | 130 T€ |
Bis zum Wintersemester 2008/2009 wurden 30 % der Einnahmen für das zentrale Programm "Investitionen und Innovationen für die Lehre" verwendet, weitere 10 % dienten als Reserve. Aufgrund der für dieses Programm eingereichten Anträge hat das Rektorat auf Empfehlung des Senatsausschusses Lehre, dem vier studentische Mitglieder angehören, eine Förderung folgender Projekte beschlossen:
Stellungnahme der Studierendenvertretung (FaVeVe) der Universität Stuttgart zur Vergabe der Mittel aus Studiengebühren Die Studierendenvertretung (FaVeVe) der Universität Stuttgart hat zur Vergabe der Mittel aus Studiengebühren Stellungnahmen abgegeben. SS 07 | WS07/08.
3. Mittel aus Studiengebühren zur Verfügung des Rektorats
Der Restbetrag der Einnahmen steht dem Rektorat in Abstimmung mit der Studierendenvertretung zur Förderung universitätsweiter Maßnahmen zur Verfügung.
Aufgeteilt auf verschiedene Verwendungszwecke stellt sich die Verwendung der Studiengebühren an der Universität Stuttgart insgesamt wie folgt dar:
| SS 2007 | WS 2007/2008 | SS 2008 | WS 2008/2009 | SS 2009 | WS 2009/2010 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Professorenstellen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| befristetes wissenschaftliches Personal (inkl. Lehrbeauftragte) | 101.695,99 | 900.643,32 | 1.068.618,85 | 1.452.921,47 | 1.913.147,42 | 2.001.065,37 |
| unbefristetes wissenschaftliches Personal | 32.771,83 | 9.231,09 | 354,32 | 5.877,97 | 34.496,51 | 1.541,40 |
| studentische Hilfskräfte | 106.347,53 | 495.540,46 | 531.972,38 | 735.915,59 | 666.716,01 | 856.637,08 |
| wissenschaftliche Hilfskräfte | 14.626,63 | 56.409,88 | 76.557,37 | 133.051,47 | 63.870,30 | 114.208,56 |
| Bibliothek | 8.881,22 | 465.477,93 | 229.570,34 | 435.319,16 | 212.248,19 | 348.657,00 |
| Lehrbezogene technische Ausstattung (auch EDV) | 125.173,66 | 511.708,20 | 872.401,47 | 1.383.676,40 | 1.032.538,62 | 1.019.090,04 |
| Internationales / Auslandsamt | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 100.367,83 | 59.559,20 | 65.288,68 |
| Studium Generale, Schlüsselqualifikationen, Fremdsprachen | 0,00 | 0,00 | 40.923,19 | 63.552,63 | 227.822,91 | 244.666,73 |
| Qualitätssicherung / Evaluation, Hochschuldidaktik | 0,00 | 0,00 | 255,70 | 0,00 | 26.128,75 | 15.087,13 |
| Sonstiges (z. B. Exkursionen) | 131.571,32 | 410.053,59 | 794.433,93 | 863.862,15 | 493.243,10 | 594.297,09 |
| Verwaltungskosten | 43.692,52 | 59.179,98 | 74.180,41 | 198.331,69 | 163.092,86 | 181.331,51 |
| Summen | 521.068,18 | 2.849.064,47 | 3.615.087,55 | 5.174.544,67 | 4.729.771,01 | 5.260.539,08 |
4. Beispiele für die Verwendung von Studiengebühren
Die Studiengebühren wurden für eine Verbesserung der Lehre eingeführt. Die Institute handhaben die Verteilung der Gebühren unterschiedlich, einige erweitern ihr Angebot an Wahlpflichtkursen, andere finanzieren von den Gebühren Seminarskripte. Die hier vorgestellten Beispiele stehen stellvertretend für viele Projekte, die mit Hilfe der Studiengebühren verwirklicht werden konnten.
Trainieren wie Profi-Astronauten
Seit Beginn des Sommersemesters 2009 können Studierende der Luft- und Raumfahrttechnik unter realen Bedingungen die Sojus-Kapsel nutzen. Dieser an einer deutschen Universität einmalige Simulator am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) wurde 2008 samt Einbauten mit Hilfe von Studiengebühren für insgesamt 17.000 Euro angeschafft. Mit der Kapsel können die Studierenden unter anderem lernen, an der Internationalen Raumstation IS anzudocken. Ziel des Ausbildungsmoduls ist es vor allem, die in der Raumfahrt typischen komplexen Prozeduren zu trainieren und in Echtzeit zu üben. Vergleichbare Systeme stehen sonst nur professionellen Trainern für die Ausbildung von Astronauten wie etwa am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in Köln zur Verfügung. Prof. Ernst Messerschmid vom IRS, der 1985 selbst als Astronaut an Bord des Space Shuttle ins All geflogen ist, beschaffte 2007 zunächst aus Universitätsmitteln für 20.000 Euro den eigentlichen Sojus-Simulator. Dieser besteht aus der Software für die Kapselsteuerung vom Gagarin Cosmonaut Training Center in Russland (GCTC), zwei Computern, zwei Bildschirmen und den entsprechenden Joy-Sticks zum Bedienen. Um eine vollständige Simulationsumgebung aufzubauen, wurde nun in einem zweiten Schritt eine technisch hochwertige Nachbildung der Sojus-Kapsel im Maßstab 1:1 in Zusammenarbeit mit dem EAC erworben. Die Kapsel besteht aus zwei Hälften, die zum Ein- und Aussteigen auseinander geschoben werden können, und enthält eine an der Decke aufgehängte Konsole mit Bildschirmen und Fluginstrumenten sowie drei originalgetreue Astronautensitze.
Lernlabor für Sportwissenschaftler
Im so genannten „EduLab“ haben Studierende der Sportwissenschaft seit Frühjahr 2009 die Möglichkeit, ihre theoretische Ausbildung durch wissenschaftliche Experimente zu vertiefen. Finanziert wurde das Lernlabor in Höhe von 250.000 Euro aus Studiengebühren. Während sportwissenschaftliche Forschungslabore mittlerweile an vielen Universitäten zum Standard gehören, erlaubt die Einrichtung des EduLabs erstmalig auch Studierenden Zugang zu naturwissenschaftlichen Methoden in den Bewegungswissenschaften. In etwa 40 Experimenten kann theoretisch erlerntes Wissen aus den Bewegungswissenschaften durch praktische Erfahrungen unter Laborbedingungen ergänzt werden. Die Versuche ermöglichen es beispielsweise, Reflexe zu studieren und Kraft- und Aktivitätsmessungen durchzuführen. Im Labor wird nach einem dreiteiligen Konzept vorgegangen: Im Modul „Motor Control & Performance“ geht man den Fragen nach, wie das Gleichgewicht des Menschen neurophysiologisch organisiert ist, was Reflexe leisten und wie die motorische Antizipation beim Menschen funktioniert. Im Mittelpunkt des Moduls „Learning and Behavior“ steht die Frage, nach welchen Prinzipien sich motorische Kontrolle verbessert. Und das Modul „Activity and Health“ untersucht, wie man körperliche Aktivität und psychische Prozesse synchron erfassen kann. Die Einrichtung steht auch für andere Studiengänge zur Verfügung. So erhalten Studierende der Technischen Biologie, der Informatik, des Maschinenbaus und der Medizintechnik die Möglichkeit, psycho-physische Vorgänge experimentell zu erfahren.
Labor soll Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern
Heutige Unternehmen vieler Branchen sind ohne integrierte IT-gestützte Anwendungssysteme nicht mehr denkbar. Daraus resultiert aktuell und in absehbarer Zeit ein großer Bedarf an Absolventen, die ein Verständnis für Anwendungssysteme, zur Unterstützung von Geschäftsprozessen sowie Managemententscheidungen als Bestandteil ihrer Hochschulausbildung mitbringen. Vor diesem Hintergrund hat das Betriebswirtschaftliche Institut unter Führung der Lehrstühle für Wirtschaftsinformatik das ERP-BI-Labor eingerichtet, um die Chancen der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Das maßgeblich durch Studiengebühren finanzierte Labor verbindet die Bereiche Enterprise Resource Planning (ERP) und Business Intelligence (BI) und kommt in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. So fanden beispielsweise Zertifizierungsveranstaltungen für Studierende in Microsoft- und SAP-Tools mit großem Erfolg statt. Den Studierenden stehen die ERP- und BI-Anwendungen mit Fallstudien und Testdaten für Seminare, Planspiele, Experimente und Abschlussarbeiten zur Verfügung. Speziell im Rahmen von Abschlussarbeiten sind die Studierenden zudem in die anwendungsnahe Forschung im Bereich integrierter Anwendungssysteme eingebunden.
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