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unilogo Universität Stuttgart

Abteilung für Soziologie und empirische Sozialforschung

Forschung

  Forschungsschwerpunkte der Abteilung für Soziologie und empirische Sozialforschung (Soziologie I) sind:
  1. die Entwicklung von theoretischen Modellen und methodischen Verfahren,
  2. die Durchführung von empirischen und methodischen Analysen in den folgenden Forschungsfeldern:
     
  3. Prozesse der kognitiven Informationsverarbeitung,
  4. Strukturen der Herausbildung sozialer Einstellungs- und Wertmuster,
  5. Beziehungen zwischen Einstellungen und Verhalten,
  6. Prozesse der sozialen und politischen Sozialisation.

In diesen Forschungsfeldern wurden / werden u.a. folgende Forschungsthemen untersucht:

(ad 1) Kognitive Modelle der Informationsverarbeitung zur Analyse von Einstellungen und Risikoperzeptionen (u.a. gegenüber neuen Anwendungen der Gentechnik).

In diesem Projekt werden verschiedene Varianten kognitiver Prozessmodelle der Einstellungsbildung entwickelt und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit in der Surveyforschung getestet. Am Beispiel von Einstellungen zu modernen Anwendungen der Gentechnik werden die diversen theoretischen Modelle empirisch überprüft und miteinander verglichen.

(ad 2) Latente Wachstumsmodelle zur Analyse von Prozessen sozialen Wandels.

Im Rahmen der Methodologie latenter Stukturgleichungsmodelle werden statistische Konzepte der Längsschnittanalyse entwickelt, die es ermöglichen, Prozesse des sozialen Wandels (wie z.B. die Veränderung sozialer Einstellungen) hinsichtlich der darin enthaltenen systematischen Verlaufsmuster und unter gleichzeitiger Anwendung von Mehr-Indikatoren-Modellen (zur Kontrolle möglicher Messfehler) zu untersuchen.

(ad 2) Theoretische Modellierung und empirische Analyse kollektiver Identitäten.

Es werden verschiedene Erscheinungsformen kollektiver Identität u.a. von sozialen Bewegungen, reinen Lebensstilgruppen und Migrantenkulturen in theoretischer Hinsicht als strukturähnlich beschrieben und empirisch miteinander verglichen. Für die theoretische Modellierung werden Konzepte aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven benutzt (vor allem aus Systemtheorie, Netzwerkanalyse, Figurationssoziologie).

(ad 3) Kognitive Moderatorvariablen der Einstellungs-Verhaltens-Beziehung.

Methodische Probleme der Einstellungsmessung ergeben sich aus der Eigenschaft von Einstellungen, latente d.h. nicht direkt beobachtbare Konstrukte zu sein. Daraus ergeben sich u.a. Schwierigkeiten einer adäquaten Einstellungsmessung und der Identifikation von sog. „Nonattitudes“ (Einstellungsangaben, die nicht einem Urteil über das Objekt entstammen, sondern sich z.B. durch Effekte der sozialen Erwünschtheit ergeben). Das Projekt beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit der theoretischen Ausarbeitung und empirischen Messung von Moderatorvariablen des Einstellungs-Verhaltens-Zusammenhangs sowie mit dem Modus der Informationsverarbeitung und der Einstellungsstärke.

Forschungsprojekt ARIS - Antwortreaktionszeitmessungen in der Surveyforschung und die kognitive Analyse von Einstellungen und Prozessen der Informationsverarbeitung. (DFG gefördert)

(ad 4) Sozialisatorische Bedingungen der Entstehung pädosexueller Gewalt.

Es wird untersucht, ob Kinder, die zum Opfer sexuellen Missbrauchs oder zum Opfer physischer Gewalt in ihrem familiären Umfeld werden, im Verlauf ihres späteren Lebens einem erhöhten Risiko unterliegen, selbst zum Täter pädosexueller Gewaltausübung zu werden. Dazu werden verschiedene soziale Wirkungsmechanismen zum Übergang aus der Opfer- in die Täterrolle pädosexueller Gewaltausübung bestimmt und zur empirischen Untersuchung von Opfer-Täter-Transitionen benutzt.

Forschungsprojekt OTTS – Sozialisation und Devianz. Statustransitionen im Lebensverlauf. (DFG gefördert)

Forschungsprojekt MAPS – Meta-Analyse zum Stand der empirischen Erforschung psycho-sozialer Ursachen von pädosexueller Delinquenz. (DFG gefördert)“