Forschungsschwerpunkte der Abteilung für Soziologie und empirische
Sozialforschung (Soziologie I) sind:
- die Entwicklung von theoretischen Modellen und
methodischen Verfahren,
- die Durchführung von empirischen und methodischen
Analysen in den folgenden Forschungsfeldern:
- Prozesse der kognitiven Informationsverarbeitung,
- Strukturen der Herausbildung sozialer Einstellungs- und
Wertmuster,
- Beziehungen zwischen Einstellungen und Verhalten,
- Prozesse der sozialen und politischen Sozialisation.
In diesen Forschungsfeldern wurden / werden u.a. folgende
Forschungsthemen untersucht:
(ad 1) Kognitive Modelle der Informationsverarbeitung zur Analyse
von Einstellungen und Risikoperzeptionen (u.a. gegenüber neuen
Anwendungen der Gentechnik).
In diesem Projekt werden verschiedene Varianten kognitiver
Prozessmodelle der Einstellungsbildung entwickelt und hinsichtlich
ihrer Anwendbarkeit in der Surveyforschung getestet. Am Beispiel von
Einstellungen zu modernen Anwendungen der Gentechnik werden die
diversen theoretischen Modelle empirisch überprüft und miteinander
verglichen.
(ad 2) Latente Wachstumsmodelle zur Analyse von Prozessen
sozialen Wandels.
Im Rahmen der Methodologie latenter Stukturgleichungsmodelle
werden statistische Konzepte der Längsschnittanalyse entwickelt, die
es ermöglichen, Prozesse des sozialen Wandels (wie z.B. die
Veränderung sozialer Einstellungen) hinsichtlich der darin
enthaltenen systematischen Verlaufsmuster und unter gleichzeitiger
Anwendung von Mehr-Indikatoren-Modellen (zur Kontrolle möglicher
Messfehler) zu untersuchen.
(ad 2) Theoretische Modellierung und empirische Analyse
kollektiver Identitäten.
Es werden verschiedene Erscheinungsformen kollektiver Identität
u.a. von sozialen Bewegungen, reinen Lebensstilgruppen und
Migrantenkulturen in theoretischer Hinsicht als strukturähnlich
beschrieben und empirisch miteinander verglichen. Für die
theoretische Modellierung werden Konzepte aus unterschiedlichen
Forschungsperspektiven benutzt (vor allem aus Systemtheorie,
Netzwerkanalyse, Figurationssoziologie).
(ad 3) Kognitive Moderatorvariablen der
Einstellungs-Verhaltens-Beziehung.
Methodische Probleme der Einstellungsmessung ergeben sich aus der
Eigenschaft von Einstellungen, latente d.h. nicht direkt
beobachtbare Konstrukte zu sein. Daraus ergeben sich u.a.
Schwierigkeiten einer adäquaten Einstellungsmessung und der
Identifikation von sog. „Nonattitudes“ (Einstellungsangaben, die
nicht einem Urteil über das Objekt entstammen, sondern sich z.B.
durch Effekte der sozialen Erwünschtheit ergeben). Das Projekt
beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit der theoretischen
Ausarbeitung und empirischen Messung von Moderatorvariablen des
Einstellungs-Verhaltens-Zusammenhangs sowie mit dem Modus der
Informationsverarbeitung und der Einstellungsstärke.
Forschungsprojekt ARIS - Antwortreaktionszeitmessungen in der
Surveyforschung und die kognitive Analyse von Einstellungen und
Prozessen der Informationsverarbeitung. (DFG gefördert)
(ad 4) Sozialisatorische Bedingungen der Entstehung pädosexueller
Gewalt.
Es wird untersucht, ob Kinder, die zum Opfer sexuellen
Missbrauchs oder zum Opfer physischer Gewalt in ihrem familiären
Umfeld werden, im Verlauf ihres späteren Lebens einem erhöhten
Risiko unterliegen, selbst zum Täter pädosexueller Gewaltausübung zu
werden. Dazu werden verschiedene soziale Wirkungsmechanismen zum
Übergang aus der Opfer- in die Täterrolle pädosexueller
Gewaltausübung bestimmt und zur empirischen Untersuchung von
Opfer-Täter-Transitionen benutzt.
Forschungsprojekt OTTS – Sozialisation und Devianz.
Statustransitionen im Lebensverlauf. (DFG gefördert)
Forschungsprojekt MAPS – Meta-Analyse zum Stand der empirischen Erforschung psycho-sozialer Ursachen von pädosexueller Delinquenz. (DFG gefördert)“
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