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Forschung [aktuelle Projekte]

 

Konzeptualisierung und Evaluation deliberativer Systeme
(DAAD-PPP Australien, mit John Dryzek (Centre for Deliberative Democracy and Global Governance, University of Canberra)): Dieses Projekt befasst sich mit der Entwicklung eines umfassenden konzeptuellen Rahmens zur Erforschung deliberativer Systeme. Es strebt die Erweiterung und Verfeinerung der methodologischen Instrumente (quantitativ, qualitativ, mixed-methods-design) zur empirischen Evaluation und zum Vergleich deliberativer Systeme in unterschiedlichen politischen Kontexten und Policy-Bereichen an. Dabei wird erstmalig der Beitrag deliberativer Innovationen sowohl zur Demokratie als auch zur Demokratisierung in unterschiedlichen Weltregionen untersucht.

Noble Politics
Dieses Projekt befasst sich mit neuen Konzepten repräsentativer Politik im Zeitalter von politischer Polarisierung und Mediatisierung. „Noble politics“ als Konzept geht davon aus, dass es im 21. Jahrhundert einen Bedarf nach einer Erneuerung demokratischer Politik gibt und zudem eine stärkere Verschränkung von repräsentativer und partizipativer Demokratie impliziert. „Noble politics“ will dabei epistemische und inklusive sowie deliberative und aggregative Visionen von Politik einander annähern. In einem ersten Schritt wird in Anlehnung an John Stuart Mill ein Idealmodell entwickelt, welches auf optimale Kommunikations- und Verhandlungsprozesse in Kombination mit begünstigenden Institutionen und geeigneten Repräsentationsmodellen fokussiert. Gleichzeitig wird auch eine systemische Perspektive (Parkinson und Mansbridge 2012; Cambridge University Press) eingenommen, welche sich mit dem komplexen Zusammenspiel verschiedener Arenen in der politischen und zivilgesellschaftlichen beschäftigt. In einem zweiten Schritt geht es darum, diese Konzepte auf existierende politische Systeme anzuwenden (Westminster-Systeme, Konsensdemokratien, amerikanischer, lateinamerikanischer und afrikanischer Präsidentialismus), wobei nicht grundlegende institutionelle Reformen im Zentrum stehen, sondern kluge „nudges“, um diese Systeme in Richtung von „noble politics“ zu bewegen. Dabei spielt auch die Frage, was BürgerInnen in verschiedenen politischen Systemen und Weltregionen von (demokratischer) Politik erwarten, eine zentrale Rolle.

Optimal Deliberation
In diesem Projekt geht es um optimale Kommunikationsformate, institutionelle Spielregeln und ihre Wirkungen auf Meinungsbildung, Wissen und die Akzeptabilität von Entscheiden. Aktuell teste ich in einem Laborexperiment zur Eurokrise an der Universität Wien (in Zusammenarbeit mit Bernhard Kittel (Universität Wien) und Susumu Shikano (Universität Konstanz)), welche Wirkung „Teufelsadvokaten“ auf die Meinungsbildung, das Wissen und die Lösungsfindung der Teilnehmenden haben. Dabei wird ein „Teufelsadvokaten“-Treatment einem gewöhnlichen Diskussionsformat gegenübergestellt, mit der Erwartung, dass ersteres insbesondere die epistemische Dimension positiv beeinflusst, aber potentiell die kooperative Lösungssuche und die Akzeptabilität der Entscheidung unterminiert.

Deliberation, Legitimacy and Epistemic Quality in Multilevel Governance Systems
(NCCR Democracy 3. Phase (unterstützt vom SNF), mit Marco Steenbergen, Universität Zürich): Dieses Projekt führt Vignetten- und Diskussions-Experimente mit BürgerInnen zu Legitimationsvorstellungen, Wissen und Akzeptabilität im Kontext von internationalen Entscheidungsprozessen durch. Im Vordergrund steht dabei die Frage, welche Demokratiemodelle – repräsentative, direkte, deliberative – von BürgerInnen unter welchen Bedingungen präferiert werden.

Mapping and Measuring Deliberation
Dieses Buchprojekt mit John Parkinson (University of ; unter Vertrag bei Oxford University Press) liefert einen konzisen Überblick über bisherige Deliberationsmessung und zeigt neue Konzeptualisierungs- und Messmethoden für Mikro- und Makrodeliberation auf.

Deliberating the Boundaries of the Demos
(SNF-Projekt): Dieses Projekt befasst sich mit Deliberation und Meinungswandel zu politischen Rechten von AusländerInnen. Es beinhaltet eine Reihe von Studenten- und Bürgerexperimenten, wobei der Fokus auf optimalen Diskussionsregeln und „Framing“ liegt.

Deliberation in Direct Democracy
(NCCR Democracy; mit Marco Steenbergen (Universität Zürich) und Thomas Gautschi (Universität Mannheim)): In diesem Projekt geht es um die Wirkungen von Bürgerdeliberation bei direktdemokratischen Entscheiden. In einem Feldexperiment zur Ausschaffungsinitative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) können wir zeigen, dass online-Deliberation zu anderen Präferenzen und zu höherem Wissen führt (insbesondere im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die einzig der direktdemokratischen Kampagne ausgesetzt war).