Informationen zu

zur Startseite

Abteilung für Internationale Beziehungen und Europäische Integration (SOWI III)

Prof. Dr. Cathleen Kantner
Mitarbeiter-/innen
 

 
Adresse:

Breitscheidstr. 2
70174 Stuttgart

Anfahrt

Sekretariat:

  E-Mail senden
Telefon 0711 685-83420
Telefax 0711 685-83432


Gastvorträge im Sommersemester 2017

 

Monika Schwarz-Friesel

Hass via Internet – Antisemitismus im World Wide Web
Zu den kognitiven und emotionalen Grundlagen der aktuellen Judenfeindschaft

Vortrag in Stuttgart am 20.7.2017. (Do., 18.30 - 21 Uhr, Vortragssaal der Universitätsbibliothek Stadtmitte):

Weltweit nimmt die öffentliche Verbreitung drastischer Verbal-Antisemitismen über das Web 2.0 zu. Durch die Spezifika der Internetkommunikation sinkt die Hemmschwelle, judenfeindliche Äußerungen offen zu artikulieren. Die unkomplizierte und freie Zugänglichkeit zu Diskursen mit manifesten Hass-Äußerungen und deren schnelle und multiple Verbreitung haben zu einer Ausweitung des Sagbarkeitsfeldes für judeophobe Hasssprache geführt. Dabei sind vor allem die harmlos anmutenden Publikationsorgane und sozialen Netzwerke, die auf den ersten Blick weder politisch noch ideologisch ausgerichtet sind, verantwortlich für eine Normalisierung des Antisemitismus im Internet. Im Vortrag wird anhand von repräsentativen Beispielen erörtert, inwieweit die aktuellen Manifestationen von Judenhass kognitiv auf kulturell tradierten antisemitischen Stereotypen und emotional auf kollektiven Gefühlswerten basieren und inwieweit die „Israelisierung des Antisemitismus“ einem uralten, typischen Adaptionsmuster von Judenhass folgt.

Prof. Monika Schwarz-Friesel ist Antisemitismusforscherin und Kognitionswissenschaftlerin an der TU Berlin. Publikationen zum Thema u.a.: Aktueller Antisemitismus – ein Phänomen der Mitte (mit J. Reinharz/E. Friesel, 2010), Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert, 2013 (mit J. Reinharz), Gebildeter Antisemitismus (2015); „Inside the Antisemitic Mind“ (2017); seit 2014 Leiterin des DFG-Projekts „Verbal-Antisemitismus im World Wide Web“.



Hauke Behrendt, M.A.


Was ist soziale Teilhabe? Plädoyer für einen dreidimensionalen Inklusionsbegriff

Vortrag in Stuttgart am 05.07.2017
(Mi., 10.30 - 12 Uhr, Sitzungssaal des Instituts für Navigation, Breitscheidstr. 2, 4. OG:

„Ziel meines Vortrags ist es, den Inklusionsbegriff aus einer praxistheoretischen Perspektive systematisch zu erschließen. Im Hintergrund meiner Überlegungen steht dabei die Überzeugung, dass «Inklusion» eine sozialtheoretische Schlüsselkategorie für ein analytisch aufschlussreiches Verständnis und eine sachlich angemessene Kritik zwischenmenschlicher Beziehungen darstellt. Meine zentrale These lautet, dass ein umfassendes Verständnis der Inklusionsthematik besonders gut von einem praxistheoretischen Zugang geleistet werden kann. Das heißt, die relevanten Bausteine des Inklusionsbegriffs sollen vor einem theoretischen Grundgerüst begründet und zueinander in Beziehung gesetzt werden, das den einschlägigen Bezugspunkt, auf den das Phänomen sozialer Inklusion bezogen ist, als Erscheinungsformen sozialer Praxis begreift. Aus der Perspektive einer Praxistheorie soll ein gehaltvoller sozialphilosophischer Inklusionsbegriff als Grundlage für eine einheitliche Inklusionsforschung fruchtbar gemacht werden.“

Hauke Behrendt ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Er studierte Philosophie, Geschichte, Religion und Kultur in Rostock und Berlin. Für seinen Masterabschluss wurde er von der Carl und Max Schneider Stiftung zur Förderung der Philosophie ausgezeichnet. Behrendts im März 2017 eingereichte Doktorarbeit handelt vom Ideal einer inklusiven Arbeitswelt vor allem mit Blick auf Menschen mit Behinderungen. In Forschung und Lehre konzentriert er sich auf Fragen der normativen Ethik, Sozialphilosophie und Metaethik sowie auf die Werke von John Rawls und Jürgen Habermas.


Dario Battistella


Whither NATO: Chronicle of a Death Foretold?

Vortrag in Stuttgart am 28.6.2017. (Mi., 11.30 - 13 Uhr, Vortragssaal der Universitätsbibliothek Stadtmitte):

“NATO’s days are not numbered, but its years are. … Once the new Germany finds its feet, it will no more want to be constrained by the US acting through NATO”. Two decades and a half after having been asserted, is Kenneth Waltz’ prediction about to come true? Not necessarily because of Angela Merkel, reluctantly acknowledging that “the times in which we could rely fully on others … are somewhat over”, but maybe because of Donald Trump considering NATO to be “obsolete”? To give a tentative answer to this question, this presentation will first tackle the issue of NATO’s nature – is it a mere alliance or a security community? –, then put forward a neo-classical realist analysis of the system- and individual-level variables likely to shape NATO’s future evolution.

Prof. Dario Battistella ist Politikwissenschaftler und Spezialist der Theorien der Internationalen Beziehungen. Er forscht und lehrt am Sciences Po Bordeaux. Von ihm erschienen u.a. Un monde unidimensionnel (2015, 2. Auflage) Théories des relations internationales (2015, 5. Auflage) sowie Paix et guerres au 21e siècle (2011).