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Forschungsprojekt „Agenden und Interessengruppen“ (AIG)


Laufzeit:
09/2016 – 08/2019
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektleitung:
Prof. Patrick Bernhagen (Universität Stuttgart); E-Mail senden

Projektmitarbeiter :
Felix Goldberg, M.A.
Pakull, Dominic, M.A.

Studentische Hilfskräfte:
Johannes Baamann
Tom Huhnke

Projektpartner:
Prof. Joost Berkhout (University of Amsterdam)
Dr. Adam Chalmers (King’s College London)
Prof. Beth Leech (Rutgers University)
Dr. Amy McKay (University of Exeter)

Beschreibung:
Zivilgesellschaftliche Organisationen vermitteln gesellschaftliche Präferenzen und bereichern die demokratische Diskussion. Jedoch wird befürchtet, dass Gruppen mit konzentrierten wirtschaftlichen Interessen oder sehr festen Überzeugungen besser im politischen Prozess repräsentiert werden als große Gruppen oder allgemeinere Interessen, deren politische Handlungsfähigkeit mit höheren Hürden kollektiven Handelns konfrontiert wird. Dies kann zu politischen Prioritäten und Entscheidungen führen, die nur unzureichend repräsentativ sind. Während diese Art von Verzerrung in der öffentlichen Diskussion wie auch in der wissenschaftlichen Literatur oft thematisiert wird, ist wenig darüber bekannt, wie ausgewogen oder unausgewogen der Einflusses organisierter Interessen auf nationale Regierungen tatsächlich ist. Ferner gibt es bislang keine empirischen Erkenntnisse über das Ausmaß in dem die politischen Ziele von Interessengruppen denen der Bürgerinnen und Bürger entsprechen.

Ein grundsätzliches Problem besteht in diesem Zusammenhang darin, dass der Ursprung der Themen, über die auf der politischen Ebene diskutiert wird, weitgehend unerforscht ist. Agenden und Interessengruppen (AIG) ist ein vergleichendes Forschungsprojekt, das erstmals den Einfluss von Verbänden speziell auf die Zusammensetzung der politischen Tagesordnung in den Fokus rückt und die Bedingungen untersucht, unter denen Bürgerinnen und Bürger sowie verschiedene Interessengruppen ihre Themen auf der Tagesordnung platzieren können. Um das Ausmaß der Übereinstimmung von Bürgerpräferenzen und den Themen-Agenden von Interessengruppen und Regierung zu bestimmen, werden mithilfe einer repräsentativen Umfrage die Bevölkerungen sowie eine Zufallsauswahl von 100 Interessengruppen in vier Ländern (Deutschland, Großbritannien, Niederlande, USA) zu ihren politischen Zielen befragt (vergl. Abbildung 1). Dabei werden je drei spezifische Themen in drei Politikfeldern genauer analysiert. Die Präferenzprofile werden schließlich mit den legislativen Tagesordnungen der jeweiligen Regierungen verglichen. Durch die kombinierte Analyse der Tagesordnungen von Bürgerinnen und Bürgern, Interessengruppen und Regierungen sowie den Vergleich zwischen vier führenden Industrienationen können wir normativ relevante Fragen nach dem Ausmaß und den Ursachen ungleicher zivilgesellschaftlicher Repräsentation aufgreifen und beantworten.

 

Poster: