Forschungsprojekte des Lehrstuhls Stadtplanung und Entwerfen, Prof. Dr. Martina Baum

Themenfeld Elektromobilität: Ludwigsburg Intermodal (LUI). Ausbau des Bahnhofs Ludwigsburg zur intermodalen Mobilitäts-Drehscheibe als Bestandteil und Stufe zum Wohlfühlbahnhof.

Elektromobile Stadt

Projektleiter:

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rid

Ansprechpartner:
Karsten Hager

Laufzeit / Status:
01.05.2013 bis 30.04.2016

Art der Forschungsarbeit:
Auftragsforschung

Konsortialpartner:
Stadt Ludwigsburg (Leadpartner)
Universität Stuttgart (SI und IAT)
Stadtwerke Ludwigsburg Kornwestheim

Assoziierte Partner:
DB Rent GmbH
Neue Arbeit gGmbH, Stuttgart
Arena Ludwigsburg Objekt Westausgang GmbH
DIBAG Industriebau AG

Unterauftrag:
Mediacluster GmbH, Ludwigsburg


Der Bahnhof Ludwigsburg gehört zu den größten Bahnhöfen und besitzt mit seinen ca. 50.000 Fahrgästen täglich das siebtgrößte Fahrgastaufkommen in Baden-Württemberg. Am Ludwigsburger Bahnhof verzahnt sich der ÖPNV aufgrund seiner innerstädtischen und zentralen Lage stark mit dem Individualverkehr und ist daher ideal geeignet, um die Akzeptanz der Elektromobilität zu fördern und zu erforschen. Im Rahmen des Vorhabens „Umbau Bahnhof Ludwigsburg zum Wohlfühlbahnhof“ wurde das Projekt „LUI Ludwigsburg Intermodal“ beantragt. Das Projekt LUI gehört zum „Schaufenster Elektromobilität“ und wird dort mit anderen Projekten aus der Schaufensterregion zu „LivingLab BWe mobil“ verknüpft.
Die gute Ausgangslage des Bahnhofs soll im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen zu einer intermodalen Mobilitätsdrehscheibe ausgebaut werden. Besonders im Fokus liegt dabei der Ausbau der Elektromobilität, die, zusammen mit einer baulichen Modernisierung des Bahnhofs, das neue nachhaltige intermodale Mobilitätskonzept der Stadt Ludwigsburg prägen soll.

Um Elektromobilität und ihre Akzeptanz in Ludwigsburg zu fördern, müssen positive Emotionen bei den Bewohnern der Stadt Ludwigsburg für die Nutzung einer intermodalen Wegekette sowie der Elektromobilität im täglichen Leben geweckt werden (Partizipation, innovative Mobilität, städtebauliche Qualität, Informations- und Kommunikationstechnik (IUK), etc.).
Das Thema „elektromobile Intermodalität“ dabei beinhaltet drei wesentliche Aspekte: Zum einen wird das Thema über den Bereich der sozial-wissenschaftlichen Forschung abgedeckt, in dem z.B. das Nutzerverhalten im Hinblick auf Mode-Choice, Wegeketten oder Zahlungsbereitschaften erhoben werden kann. Als Zweites weist das Thema eine komplexe technische Komponente auf, wie etwa IT-Lösungen für integrierte Buchungs- und Abrechnungssysteme oder kombinierte Sharing-Lade-Stationen etc. Der Dritte für das Projekt LUI wesentliche Aspekt ist der der Realisierung: Am Beispiel des Bahnhofs Ludwigsburg soll ein konkreter Realumstieg erprobt werden, es soll eine reale Hülle geschaffen werden für die Integration der Elektromobilität in intermodale Wegeketten sowie die Verortung in den Bahnhof als sichtbare und leistungsfähige „Mobilitätsdrehscheibe“. Für die Lösung der zahlreichen Fragestellungen hinsichtlich der Realisierung elektromobiler Intermodalität ist erheblicher Forschungsaufwand nötig.

Aufgabe der Forschungsgruppe des Städtebau-Instituts ist zum einen die Entwicklung einer Grundkonzeption für die Umwandlung des Bahnhofs zu einer „Mobilitätsdrehscheibe“. Dies wird auf Basis einer ausführlichen Analyse der IST-Situation durchgeführt. Anschließend werden potenzielle Elemente zum Aufbau eines Mobilitäts-Hubs am Bahnhof Ludwigsburg identifiziert und dann in einer umfassenden Konzeption gefördert.
Weiterhin ist das Städtebau-Institut für eine Struktur zum Aufbau des Car- und Pedelec-Sharings zuständig. Im Projekt LUI soll somit ein innovatives Geschäftsmodell für elektromobiles Car-Sharing erprobt werden: Dazu wird die Integraton von Car-Sharing in intermodale Wegeketten und intermodale Infrastruktur (Bahnhof, Park&Ride, Lade- und Parkplatzmanagement etc.) sowie die Integration des innovativen Car-Sharings in das Flottenmanagement von Kommunen / Unternehmen sowie in das Management des privaten Pendler-Verkehrs getestet.
Potenzielle Standorte für Ladesäulen und Parkplätze (Car-Sharing) bzw. Abstellplätze (Pedelec-Sharing) werden dabei auch im Hinblick auf eine dezentrale Energieerzeugung im Umfeld des Bahnhofs Ludwigsburg mit Hilfe von Geographischen Informationssystemen (GIS) geprüft und für einen Ausbau vorgeschlagen. Der Ausbau im Stadtgebiet hingegen erfolgt bedarfsgerecht und im Anschluss an eine detaillierte Potenzialanalyse auf Basis der „Elektromobilien Quartierstypologie“.
Ebenfalls wird der Ausbau erneuerbarer Energien im Umfeld des Bahnhofs geprüft, um eine CO2-neutrale Energieversorgung für die alternativen Mobilitätskonzepte zu gewährleisten. Ein noch zu entwerfendes Klimaschutzkonzept wird den Ausbau regenerativer Energien berücksichtigen.

Die wissenschaftliche Verwertbarkeit des Projektes LUI bezieht sich zum einen auf die Integration eines stadträumlichen Modells (Quartierstypologisch) in ein intermodales Mobilitätsmodell sowie ein kommunales Energiemodell. Das im Projekt aufgebaute wohnort-nahe Pedelec-Sharing wird Teil des „Konzepts für elektromobile Intermodalität“ und ist in die IUK Plattform eingebunden. Für die Stationen wird ein über den Projektraum hinaus tragfähiges Geschäftsmodell erarbeitet; v.a. in Kooperation mit der Wohnungsbau-Industrie, die im Rahmen der Workshop Reihe zur Beteiligung der Akteure vor Ort in die Konzeption von Beginn an einbezogen wird. Daraus ergeben sich spin-offs für die Planung und Entwicklung von Wohnquartieren bzw. der Einbeziehung von Pedelec-Sharing Stationen in die Wohnbauentwicklung. Die Ergebnisse werden zusätzlich auf den Plattformen Elektromobilität (Infrastruktur und Ordnungsrechtlicher Rahmen sowie Sozialwissenschaftliche Begleitforschung) eingebracht, an denen sich das Städtebau Institut aufgrund des aktuellen Projektes im Rahmen der Modellregionen Förderung beteiligt.

aktualisiert: 04.10.2014