Forschungsprojekte des Lehrstuhls Stadtplanung und Entwerfen, Prof. Dr. Martina Baum

Themenfeld Elektromobilität: Energieeffizienzpark Sindelfingen (e-carPark Sindelfingen). Ein Forschungsprojekt im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität.

Elektromobile Stadt

Projektleiter:

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rid

Ansprechpartner:
Manfred Schmid

Laufzeit / Status:
2013-2015

Art der Forschungsarbeit:
Auftragsforschung

Institutionen:
Universität Stuttgart, Städtebau-Institut
EFG Engineering Facility Group Weilimdorf
Schäfer GmbH & Co. KG, Sindelfingen-Darmsheim

 


Projektinhalt:
Im Rahmen des Projekts wird auf einer Konversionsfläche in Sindelfingen-Darmsheim ein Gewerbepark errichtet, welcher den ansiedelnden Unternehmen CO2-neutrales Wirtschaften ermöglichen wird. Hierfür müssen Stoff- und Energieflüsse intelligent organisiert und symbiotisch miteinander verknüpft werden. Die für das Projekt relevanten Betrachtungsebenen sind Strom, Wärme und die Elektromobilität.
Das innovative Energiekonzept ermöglicht weitestgehend die dezentrale Versorgung des Parks und trägt so zu einer Autarkie vom überregionalen Stromnetz bei. Abhängigkeiten von steigenden Kosten fossiler Energieträger werden systematisch gesenkt, was den ansiedelnden Unternehmen einen strategischen Vorteil bietet. Dies wird sich voraussichtlich auch ökonomisch niederschlagen.
Aus städtebaulicher Sicht soll der e-carPark Sindelfingen als Vorbild für vergleichbare Konversionsflächen dienen und auch bestehenden Gewerbeparks Anregungen bieten.

Elektromobilität
Das Mobilitätskonzept im e-carPark Sindelfingen ist Dreh- und Angelpunkt des Projekts. So ist der Einsatz regenerativ betriebener Elektromobilität Voraussetzung für die angestrebte Emissionsneutralität; gerade betriebliche Flotten bieten die notwendigen Rahmenbedingungen, um über eine hohe Kilometerleistung ökonomische Vorteile zu erzielen. Vielmehr bieten die Batterien der Fahrzeuge aber die Möglichkeit, überschüssigen Strom zwischen zu speichern und somit Lastspitzen auszugleichen. Diesem „Vehicle-to-Grid“ genannten Konzept könnte im Rahmen der deutschen Energiewende eine große Bedeutung zukommen. Die Erkenntnisse des e-carPark Sindelfingen werden hier wegweisend sein, da der Ansatz im Projekt sogar noch weiter geht: Elektrofahrzeuge verfügen schließlich über das Potenzial, im Rahmen notwendiger Fahrten extern Strom zu tanken und in den Park zu importieren. Darüber hinaus sind die Elektromobile des e-carParks ein idealer, in Sindelfingen und Umgebung stets sicht-barer Kommunikator des Parkkonzepts. Sie demonstrieren damit täglich die Machbarkeit nachhaltigen Wirtschaftens.

Strom
Durch den vorrangigen Einsatz regenerativ gewonnenen Stromes aus Photovoltaik und Wind-kraft wird der CO2-Ausstoß des Gesamtparks minimiert. Um den Grundlastbedarfen der Unternehmen gerecht werden zu können, ist die Einbindung von Biomassenanlagen sowie Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen vorgesehen. Diese stellen Strom wärmebedarfsorientiert bereit und lassen sich daher optimal einbinden. Überkapazitäten werden nach Möglichkeit vom elektromobilen Fuhrpark verbraucht oder bei später auftretenden Unterkapazitäten aus den Fahrzeugen zurück in das Netz des e-carPark Sindelfingen gespeist.

Wärme
Die Substitution fossiler Wärme wird neben Biomasse- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auch mittels Wärmepumpen umgesetzt. Diese beziehen Umgebungswärme durch Solarthermie, Geothermie und aus dem Grundwasser und stellen sie für Heizzwecke zur Verfügung. Das Wärmemanagement im e-carPark Sindelfingen beinhaltet darüber hinaus die Nutzung der Abwärme produzierender Unternehmen in benachbarten Gebäuden und stellt – vornehmlich im Sommer – den Bedarfen entsprechend Kälte zur Verfügung, die in Absorptionskältemaschinen erzeugt wird.

aktualisiert: 04.02.2013