Workshop Luft- und Raumfahrttechnik
Luft und Raumfahrttechnik,
das sind natürlich Flugzeuge und Raumschiffe, aber auch alles was mit Starten und Landen von solchen zu tun hat. Oder Hubschrauber oder Luftschiffe. Oder Satelliten oder Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.
Beim Projekttag unter dem Motto "Probiert die Uni aus!" findet im Frühjahr 2013 wieder das Schülerinnenprojekt statt. Einen Nachmittag lang können Schülerinnen der Oberstufe hinter die Kulissen des Studienganges der Luft- und Raumfahrttechnik schauen und Informationen aus erster Hand sammeln.
So lief der Workshopnachmittag 2011 ab:
Zuerst trafen sich alle Schülerinnen im Vorlesungssaal V27.02. Nach der Begrüßung durch den Studiendekan der Fakultät Prof. Krämer und einigen erklärenden Worten der Projektbeauftragten Laura Vranos zum Ablauf des Workshops stellten zwei studentische Vertreterinnen der Fachschaft (FLURUS) das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik mit einem Bildervortrag vor. Sie erklärten den Studienablauf sowohl im Vor- als auch im Hauptdiplom. Danach sprachen sie über ihre persönlichen Erfahrungen und gaben Tipps für den Studienbeginn, für Praktika und das Leben an der Uni.
Als nächstes standen Institutsführungen auf dem Plan. Jede Gruppe konnte dabei gleich drei Institute besichtigen und einen Einblick in verschiedene Forschungsgebiete der Luftfahrt oder Raumfahrt bekommen. Die Institute sind nämlich nicht nur für die Lehre da. Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Abteilungen gaben Einblick in die weit gefächerten Tätigkeitsbereiche. Durch die kleine Gruppengröße ergab sich bei diesen Gesprächen eine familiäre Atmosphäre und alle Fragen waren erlaubt und erwünscht.
Was gab es zu sehen?
An der Fakultät gibt es neun Institute, acht davon konnten bei den Workshops im Frühjahr 2011 besucht werden. Heiß her ging es am Institut für Luftfahrtantriebe (ILA). Der Testlauf einer Mikrogasturbine war etwas für die Augen, Ohren und Nasen. Nur zum Anfassen eignete sich das nach dem Lauf zum Teil 800°C heisse Modellflugzeugtriebwerk nicht. Überdies wurden dessen Funktionsweise mit der eines Automotors verglichen und einige haarsträubende Fakten zur Größe, zu den Belastungen, zum Verbrauch und zu den Kosten eines Triebwerks auf den Tisch gelegt. Anhand kleiner Videoclips konntet ihr sehen, wie ein Triebwerk getestet werden muss, bevor es im Flugbetrieb eingesetzt werden darf.
Beim Besuch am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) wurde ein großes Modell der Raumstation ISS von der Decke heruntergefahren und daran die Stationssysteme und die Lebensbedingungen der Astronauten erklärt. Ihr konntet euch alles ganz genau anschauen und bekamt Antworten auf all eure Fragen. Im Labor durftet ihr Versuche mit Brennstoffzellen durchführen.
Um numerische Kalkulationen von Verbrennungsvorgängen und deren Notwendigkeit geht es im Institut für Verbrennung (IVLR). Beispielhaft wurden anhand eines kleinen Brenners Einflüsse auf die Verbrennung demonstriert. Abgeschlossen wurde der IVLR Besuch mit der Beschreibung des Vorgehens, wie die theoretisch gewonnnen Erkenntnisse anhand von Komponentenversuchen umgesetzt werden.
Am Institut für Flugmechanik und Regelung (IFR) bekamt ihr Einblicke in ein Raumforschungsprojekt, für das die Wissenschaftler des IFR die Satellitensteuerungssoftware programmieren. Bei diesem Projekt werden die Satelliten in einem sehr weit von der Erde entfernten Raum positioniert, um dort Gravitationswellen zu messen. Dann wurde die vom IFR programmierte Steuerung eines Flugzeugs am Computer mit einem Flugsimulator getestet. Zum Ausklang konnte der Instituts-Modellquadrokopter beim Fliegen bewundert werden.
Eine Gruppe besuchte das Institut für Thermodynamik der Luft- und Raumfahrt (ITLR). Das erforscht alles, was mit Wärme und Wärmeübergängen zu tun hat. Zu sehen gab es da eine modellierte Turbinenschaufelkühlung, und man konnte die Kühlung mit Hilfe von Flüssigkeitskristallen sichtbar machen. Dafür durfte jede eine Kachel mit einem speziellen Lack besprühen, der bei Erwärmung die Farbe verändert. Diese Kachel durftet ihr als Andenken mit nach Hause nehmen.
Wer sich für Flugzeuge interessiert, war definitiv am (IFB) (Institut für Flugzeugbau) gut aufgehoben. Warum fliegt ein Flugzeug? Wie wird ein Flugzeug gebaut? Was sind Faserverbundwerkstoffe? Diesen und ähnlichen Fragen geht das IFB tagtäglich auf den Grund. Nach einer Einführung in das Thema "Fliegen" wurden einige spannende Versuche zum Auftrieb durchgeführt. Das ist die Kraft, die ein Flugzeug nach oben zieht.
Bei der Aero- und Gasdynamik geht es um alles, was mit Strömung von Gasen oder Flüssigkeiten zu tun hat, z.B. bei einem schnellen Auto, einem Haifisch oder einem Golfball. Am (IAG) habt ihr einen Versuch zur Tragflügelströmung bei Flugzeugen erlebt und durftet den Auftrieb, die Auftriebsverteilung und den Widerstand für verschiedene Anstellwinkel messen. Da Luftströmung im Normalfall unsichtbar ist, habt ihr diese mit Hilfe von Rauch sichtbar gemacht.
Neugier geweckt! Dann macht mit beim nächsten Workshop Luft- und Raumfahrttechnik im Frühjahr 2013!
Infos bei: Dipl.-Ing. Laura Vranos, Tel.: 0711/685-60321,
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