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SFB 627: Nexus |
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Teilprojekt D3:
Reflexion und Bewertung |
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Prof. Dr. phil. habil. Christoph Hubig
Universität Stuttgart
Institut für Philosophie
Seidenstraße 36
70174 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 685 - 82491
Fax +49 (0)711 685 - 72492
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sekretariat(at)philo.uni-stuttgart.de
Überblick
Reflexion und Bewertung - Relevanzkriterien, Vertrauenssicherung, Wirtschaftsethik
Zur Gewährleistung der Akzeptabilität der durch Nexus möglichen Anwendungen analysiert das technikphilosophische
Teilprojekt die Nexus-Technologie auf ihre Einbettbarkeit in die Lebenswelt der Nutzerinnen und Nutzer und entwickelt Kriterien für
die Gestaltung adäquater Nutzungsbedingungen. Die Entwicklung von mobilen und kontextsensitiven Anwendungen steht im Zusammenhang
von Forschungsaktivitäten für die umfassende und allgegenwärtige gesellschaftliche Implementierung von Informations- und
Kommunikationstechniken, insofern beschäftigt sich das Teilprojekt auch mit einer technikphilosophischen Bewertung des
Ubiquitous Computing (auch bekannt unter den Begriffen Pervasive Computing und Ambient Intelligence). Die folgenden Arbeitsbereiche
stehen im Mittelpunkt:
1. Für eine adäquate Aufgabenlösung kontextsensitiver Systeme und die Gestaltung einer erfolgreichen Mensch-Maschine-Interaktion
müssen Relevanz- und Priorisierungskriterien für die Modellierung von Situationen (Ontologie und Semantik) gefunden werden.
Kommunikationsbedingungen verändern sich nicht nur durch variierende Umgebungen, sondern sie verändern sich auch gemäß
der individuellen, sozialen und kulturellen Deutungsmuster von Kontexten und Situationen und erfordern in dieser Hinsicht eine Adaption.
2. Kriterien der Vertrauenssicherung, der Reputationsbewertung, der Verantwortungsteilung (Haftung), sowie notwendiger Systemtransparenz
für das Risikomanagement (Parallelkommunikation über die Systemkommunikation). Fragestellungen zu den Themen Sicherheit
(safety and security) und Akzeptabilität sowie auch Aspekte der Einführung des Systems in Markt und Gesellschaft ziehen sich durch
große Teile der Arbeiten des SFB. Den vielfältigen Sicherheitsanforderungen, die an kontextbezogene Systeme gestellt werden,
muss auf ausgewogene Weise begegnet werden. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit muss eine umfassende und ökonomisch
tragfähige Sicherheitsarchitektur erstellt werden, in welcher sowohl die verschiedenen Randbedingungen des Systems als auch die
Sicherheitsanforderungen aller Beteiligten identifiziert und integriert oder gegebenenfalls gegeneinander abgewogen werden.
Im Unterschied zu empirischen, sozial- oder rechtswissenschaftlichen Analysen fokussiert die philosophische Arbeit insbesondere normative
Fragen der Akzeptabilität (als Frage nach der Wünschbarkeit bestimmter technischer Entwicklungen nach ethisch-normativen
Maßgaben). Die Leitdifferenz Akzeptanz vs. Akzeptabilität ist grundlegend für eine philosophisch reflektierte Technikbewertung.
Die faktische Akzeptanz eines Verlustes von Privatheit seitens potenzieller Nutzer/innen z. B. steht aus ethischer Perspektive der
Akzeptabilität entgegen, die Akzeptabilität aus übergeordneten Werten einer freiheitlichen Grundordnung als
Akezptanzfähigkeit begründet, d. h. dem Einzelnen vorbehält, über seine Privatheit jederzeit
entscheiden zu können.
3. Kriterien der wirtschaftsethischen Rechtfertigung einschlägiger Betreibermodelle.
Schwerpunkt der wirtschaftsethischen Betrachtungen bilden die Analyse und Rechtfertigung von Dienst-Bepreisung und die
Erörterung und Antizipation nicht-intendierter Effekte sowie die sozialverträgliche Ausgestaltung von Geschäftsmodellen.
Die oft angestrebte Reduktion von Informationsasymmetrien in Form unterschiedlicher Bepreisungsmodelle und die damit einhergehende
Enthüllung privater Informationen sind auf ihre ethische Wünschbarkeit zu befragen und alternative Lösungsansätze
aufzuzeigen.
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