Praktikum und Studium
Die Bezeichnung Praktikumsbericht ist irreführend, da es sich hierbei nicht um einen Bericht der Tätigkeiten während des Praktikums handelt, sondern um eine wissenschaftliche Arbeit, in der die Theorie in Bezug zur Praxis gesetzt werden soll.
Der Praktikumsbericht soll Euch dazu dienen, eigene Erfahrungen zu reflektieren und zu verarbeiten, indem er die Möglichkeit bietet, sich auf der Basis einer eigenen Fragestellung mit dem jeweiligen Praxisfeld auseinanderzusetzen.
Der Bericht ist ein wissenschaftlicher Text, in dem das eigene oder beobachtete pädagogische Handeln auf der Basis einer Theorie reflektiert werden soll. Zwischen wissenschaftlicher Theorie und erlebter Praxis soll somit eine Verbindung hergestellt werden.
Bei der Themensuche gilt es zwischen Thema und Fragestellung zu unterscheiden.
Das Thema kann im Gegensatz zur Fragestellung weit gefasst sein (z.B. "Das sozialpädagogische Handeln") und Euch, sowie dem Leser, Schwierigkeiten bereiten, da Ihr eine sehr umfangreiche Arbeit schreiben müsstet, um ein komplettes Thema zu umfassen.
Die Fragestellung ist hingegen konkreter gefasst als das Thema. Sie beschränkt sich auf bestimmte Aspekte eines Themenkomplexes. Hier habt Ihr als auch der Leser eine konkretere Vorstellung von dem, was erwartet werden kann.
Somit gilt es, das Thema eines Praktikumsberichts möglichst auf eine konkrete Fragestellung hin einzugrenzen. Diese sollte so angelegt sein, dass eine eigenständige wissenschaftliche Auseinandersetzung möglich ist und es sich nicht nur um eine Reproduktion von bereits Vorhandenem handelt. Neben theoretischen Fragestellungen, Vergleichen von Konzeptaspekten, können auch kleinere Untersuchungen durchgeführt werden, z.B. Entwicklung eines Fragebogens und seine Auswertung oder Gesprächsanalysen. Hierbei kann ausgehend von einer bestimmten Methode, die im Praktikum angewendet werden soll, folgender Prozess durchlaufen werden:
Methodenauswahl

Untersuchungsfrage

Operationalisierung

Datenerhebung

Auswertung

Interpretation
Quelle: Fromm, M./Paschelke, S.: Wissenschaftliches Denken und Arbeiten. Münster 2006.
Die Schriftart sollte Times New Roman/Arial sein,
die Schriftgröße 12 Pkt,
der Zeilenabstand 1,5-zeilig und
die Seitenränder links und rechts 2-3 cm betragen (der rechte Rand sollte größer sein, um Platz für Korrekturen zu bieten).
Der Umfang des Praktikumsberichts beträgt ca. 15 Seiten.
Beim Aufbau des Praktikumsberichts solltet Ihr auf verschiedene Aspekte achten. Wichtig ist, zu prüfen, ob die Gliederung schlüssig und aufeinander aufbauend ist. Die Kapitel sollten einen roten Faden verfolgen, d.h. die Zielsetzung der Arbeit und die daraufhin untersuchten Aspekte des Themas sollten durch die ganze Arbeit hindurch erkennbar und nachvollziehbar sein.
Klassisch sollten sich am linken oberen Rand des Deckblatts die Informationen zur Universität befinden:
Universität, Institut und Abteilung
der Betreuer der Arbeit
die Institution, in der das Praktikum abgeleistet worden ist
der Zeitraum des Praktikums
das Thema des Praktikumsberichts
Auf der rechten Seite oder auch unterhalb des Deckblatts sollten dann Eure Daten vermerkt sein:
Name
Matrikelnummer
Fächerkombination und das Fachsemester
Studienabschluss
das Datum der Abgabe
Eure Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse
Musstet Ihr den Bericht korrigieren, solltet Ihr dies bei der erneuten Abgabe der Arbeit vermerken (2.Version).
Es ist wichtig, dass alle diese Informationen vollständig korrekt und vor allem übersichtlich auf dem Deckblatt erscheinen.
Beispiel für ein Deckblatt (pdf-Datei)
Das Inhaltsverzeichnis hat die Funktion, dem Leser der Arbeit eine Orientierungshilfe zu geben. Besonders wichtig ist die Gliederung der Themen. Diese sollte vollständig und vor allem schlüssig und aussagekräftig sein. Ihr könnt Euch auf unterschiedliche Arten der Gliederung festlegen, z.B.:
chronologisch
nach zentralen Merkmalen
nach den einzelnen Theorien und Konzepten
Die Formatierung sollte einheitlich sein. Fett-Markierungen oder Einrückungen der über- bzw. untergeordneten Gliederungsebenen helfen, den Aufbau der Arbeit übersichtlich zu gestalten. Die Seitenzahlen sollten angegeben werden und mit den Kapitelüberschriften übereinstimmen. Die Kapitelüberschriften müssen vollständig aufgeführt sein (auch untergeordnete Überschriften) und mit den Überschriften im Text exakt übereinstimmen. Das Literaturverzeichnis ist auch als Kapitel zu nummerieren.
Wichtig: Wird ein Oberkapitel weiter untergliedert z.B. 1.1 muss immer mindestens ein weiteres Kapitel auf dieser Ebene sein, also 1.2.
In der Einleitung sollten folgende Aspekte behandelt werden:
Eure Motivation, warum Ihr das jeweilige Praktikum ausgewählt habt
die Institution, in der das Praktikum abgeleistet worden ist
das Thema des Berichts und die Gründe für die Wahl des Themas
die Problemstellung sollte abgegrenzt und das Ziel der Arbeit erläutert werden
Überblick über Aufbau und Inhalt des Berichts sollte gegeben und begründet werden
Hier soll die Einrichtung, in der das Praktikum absolviert wurde, genannt und eine kurze Vorstellung ihrer Aufgaben und Ziele beschrieben werden.
In diesem Teil des Berichts reflektiert Ihr die Aufgaben, die Ihr im Praktikum zu bewältigen hattet. Diese Beschreibung sollte sich nur auf Wesentliches beschränken und keine detaillierte Dokumentation der Tätigkeiten darstellen.
Dieser Teil des Praktikumsberichts ist der zentrale Teil, da Ihr Euch hier mit der Darstellung der Theorie und der Anwendung dieser auf die erlebte Praxis auseinandersetzt. Zu Anfang ist es wichtig, zentrale Begriffe zu erläutern und wichtige Definitionen zu referieren. Die eigenen Erfahrungen oder Untersuchungen, die im Zentrum des Berichts stehen und analysiert werden sollen (z.B. ein besonderer Fall, ein Konflikt, eine problematische Situation), können jetzt geschildert werden.
Bei der Entwicklung einer Fragestellung, die mit einer bestimmten Theorie in Verbindung gebracht werden soll, können Euch folgende Fragen eine Hilfe sein:
Wie sieht die Theorie aus? Welche gibt es bereits?
Wie sieht die Praxis tatsächlich aus?
Auf welche Probleme bin ich aufmerksam geworden?
Worin genau bestehen diese Probleme?
Was halte ich für die Ursache?
Wie habe ich/die Mitarbeiter gehandelt?
Wie begründe ich das jeweilige Handeln?
Diese argumentative Stellungnahme nimmt den überwiegenden Teil des Berichts ein (ca. 10 Seiten), da hier Eure eigentliche Leistung erbracht wird.
Im Fazit werden die zentralen Erkenntnisse nochmals aufgeführt und zusammengefasst. Ein persönliches Resümee kann gezogen und der Stellenwert des Praktikums für das eigene Studium erhoben werden. Zudem können Schlussfolgerungen in Bezug auf die Fragestellung der Arbeit sinnvoll sein, das Ergebnis kann bewertet und durch einen weiteren Ausblick ergänzt werden.
Im Literaturverzeichnis muss jedes direkt oder indirekt zitierte Werk angegeben werden. Die Literaturangaben müssen vollständig und korrekt sein. Die verwendete Literatur wird alphabetisch geordnet.
Den Anlagen soll Folgendes beigelegt werden:
die Bescheinigung der Praktikumseinrichtung über das absolvierte Praktikum mit Angabe des genauen Zeitraums und der Summe der Arbeitsstunden
evtl. Einverständniserklärungen, falls im Bericht Informationen über Dritte gegeben werden
der ausgefüllte Leistungsschein der Universität (Praktikumsschein Bachelor (pdf-Datei), Praktikumsschein Magister (pdf-Datei))
Beispiel für einen Praktikumsbericht 1
Beispiel für einen Praktikumsbericht 2
Dieses Projekt widmete sich bis jetzt Praktika im Allgemeinen bzw. Praktika im Inland. Im Folgenden soll die Möglichkeit, das Praktikum im Ausland zu absolvieren, vorgestellt werden.