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Pragmatik

Wenn ich jemanden frage: "Kannst du Schach spielen?", dann wird er mit "Ja" oder "Nein" antworten. Wenn ich ihn aber frage: "Kannst du mir mal das Salz reichen?", dann wird er nur selten mit "Ja" oder "Nein" antworten, obwohl die zwei Fragen doch relativ ähnlich sind. Der Grund ist, dass der Gefragte versteht, dass mich nicht interessiert, ob er in der Lage ist, die genannte Handlung auszuführen, sondern dass ich einfach Salz haben möchte.
Aber wieso eigentlich? Was für Gesetzmäßigkeiten sind für die unterschiedlichen Reaktionen zuständig? Sind es Regeln der deutschen Sprache oder allgemeine Regeln der Kommunikation, die unsere Reaktionen unterschiedlich ausfallen lassen?

Noch ein Beispiel. Wenn ich sage: "Er schläft", wird der Angesprochene ohne weiteren Kontext nicht wissen, wen ich mit er meine. Anders ist es bei dem folgenden Dialog: "Was macht Peter?" - "Er schläft.". Hier wird jeder verstehen, dass "er" sich auf "Peter" bezieht. Woher weiß ich das? Gibt es eine Regel der deutschen Sprache, die das garantiert? Wahrscheinlich nicht, denn im folgenden Fall ist ohne weiteren Kontext unklar, wer "er" ist: "Soll ich John Peter vorstellen?" - "Er schläft." Kann man trotzdem ein Regelsystem ausarbeiten, das uns hilft, herauszufinden, auf wen oder was sich Pronomen wie "er" beziehen?

Diese Beispiele illustrieren das Betätigungsfeld der Pragmatik, des Teilgebiets der Linguistik, das sich mit Äußerungen in ihrem jeweiligen Kontext beschäftigt.

Wenn Dich solche Fragen interessieren, dann bist du bei uns richtig!