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- Reinheit der heiligen Schriften bewahren. Lexikographie als
Aufgabe der Priester:
- Sanskrit in Indien
- Chinesisch: kanonische Texte des Konfuzius
- Arabisch: Koran
- Reformation und Gegenreformation: Übersetzungen
und Konkordanzen zur Bibel
- Gegenpol: lateinische Wörterbücher der Jesuiten
- seit 16. Jh. zweisprachige Lexikographie von
Missionaren
- Rezeption alter Werke: Glossen, später Textglossare
- Produktion von Texten: poetische Hilfswörterbücher
- nach Sachgruppen geordnet (Thesaurus, Synonymwörterbuch)
- nach Reimen (Flaubert: dictionnaire des rimes: ,,s'en
servir? Honteux¡`
- Bedeutende Wörterbücher Chinas, Indiens und der arabischen
Welt sind bis ins 19. Jh in Versen verfasst (zum Auswendiglernen).
- Wirtschaft: Erfolg eines it.-dt. Wörterbuch als Zugang zum
einzigen Wörterbuchs mit Türkisch (it.-türk.)
(Levantehandels im 18. Jh.).
- Tourismus
- Migration der Arbeitskräfte: terminologisch orientierte
Fachlexikographie
- nicht muttersprachliche Bildungssprache (Sanskrit, klass.
Arabisch, Latein, Kolonien)
- allgemeine Schulpflicht: verordnet oder empfohlen (Larousse,
Webster)
- In Deutschland: kein allgemeines einsprachiges Schulwörterbuch
- politisch-soziale Funktion: Demokratisierung des Wissens
- Roland Barthes: Heilmittel gegen die Kultur der Massenmedien
- fremde Verwaltungssprache: sumerisch-akkadische Tontäfelchen
- In China: Auswahl der Beamtenelite durch Erfolge beim
Auswendiglernen von Wörterbüchern
- ähnlich in Europa: Juristen und Schreiber der frühen Neuzeit
- Außenpolitik (Diplomatie, Krieg, Entwicklungshilfe) führt zu
zweisprachiger Lexikographie
- das Deutsch-französische Tornisterwörterbuch hat 1870
eine Auflage von 100.000
- Nationalismus: seit dem 16. Jh. die Ausarbeitung
nationalsprachlicher Wörterbücher
- Sprachpolitik: Wunsch nach Standardisierung und Stabilisierung
der Schriftsprache
- normative Wörterbücher (orthographisch, definitorisch): altes
China, Académie française, Duden
- kommunistische Sprachpflege: Steigerung der kulturellen
Leistungsfähigkeit, Demokratisierung der Bildung
- Folge: Kluft zwischen tatsächlicher Sprache und Sprache des
Wörterbuchs
- Wörterbücher ohne direkten gesellschaftlichen Bezug
- Motivation: Freiheit der Forschung, Kulturprestige
- Konflikt mit utilitaristischen Maßstäben
- Entfernung der Lexikographie von der Gesellschaft beitragen
- Dicziunari rumantsch grischun: 10.000 Seiten
für 50.000 Sprecher
- Dokumentations- statt Gebrauchslexikographie.
- Erklärung des sprachlich Fremden
- Skala abhnehmender Fremdheit (Rey 1970): Fremdsprache,
Fremdwörter, Dialektwörter, Fachwörter, alte Wörter, neue Wörter,
Substandard, seltene Wörter, undurchsichtige Wörter und Wendungen,
Wörter von zweifelhafter Korrektheit, Identität (Homonyme) oder
Etymologie.
- sachliches Informationsbedürfnis: unbegrenzt viele
Nachschlagewerke mit verschiedenen Ordnungsprinzipien (Telefonbuch,
Postleitzahlen, Warenkatalog, Atlanten, Führer usw.)
- Lektüre der Einleitung des Petit Robert
- Spaziergang durch die der Wörterbuchregale in der Bibliothek.
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Achim Stein
Mit Apr 12 08:41:47 MEST 2000