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Version française
Internationales Graduiertenkolleg Stuttgart-Paris VIII
Ab 1.3.2005 gefördert von der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) und der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) als Erweiterung des Graduiertenkollegs "Sprachliche Repräsentationen und ihre
Interpretation" der Universität Stuttgart in Kooperation mit der École Doctorale "Cognition, langage,
interaction" der Université de Paris VIII.
Vgl. Pressemitteilung Nr.62
der DFG vom 2.11.2004
Beteiligte Wissenschaftler/innen
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Forscher/in
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Institution
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Schwerpunkte
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Barra-Jover,
Mario
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Prof. Univ.Paris
VIII /CNRS UMR 7023
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syntaxe
historique des langues romanes ; sémantique
lexicale
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Cadiot,
Pierre
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Prof. Univ.Paris
VIII /CNRS UMR 7023
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sémantique
lexicale : prépositions, polysémie; sémantique
et pragmatique
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Laca,
Brenda
Responsable pour la
partie française
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Prof. Univ.Paris
VIII /CNRS UMR 7023
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sémantique
et morphosyntaxe : détermination nominale, catégories
aspectuelles et temporelles
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Nash,
Léa
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Prof. Univ.Paris
VIII /CNRS UMR 7023
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syntaxe
générative : flexion
verbale, clitiques, ergativité, acquisition
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Perdue,
Clive
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Prof. Univ.Paris
VIII /CNRS
UMR
7023
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acquisition
L1 et L2 : temps, aspect et personne, structure informationnelle
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Zribi-Hertz,
Anne Responsable
de SDL
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Prof. Univ.Paris
VIII /CNRS UMR 7023
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syntaxe
générative et typologie : détermination,
pronoms, temps et personne
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Cabredo-Hofherr,
Patricia
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Chargée
de Recherches CNRS
UMR 7023
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syntaxe
générative et typologie : passif et impersonnel,
typologie des pronoms, morphologie
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Alexiadou,
Artemis Sprecherin
des Graduiertenkollegs
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Prof. Univ.
Stuttgart
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syntax
theory, comparative syntax, syntactic typology, argument
structure and the lexicon
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von
Heusinger, Klaus
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Prof. Univ.
Stuttgart
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semantics
of nominal phrases, discourse theory, anaphors, nominalization
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Kamp,
Hans
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Prof. Univ.
Stuttgart
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formal
semantics, discourse representation theory (DRT), philosophy and
logic
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Pafel,
Jürgen
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Prof. Univ.
Stuttgart
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syntax
of nominal phrases, scope of quantifiers, tense and aspect
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Stein,
Achim Koordinator
für die deutsche Seite
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Prof. Univ.
Stuttgart
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lexical
semantics, semantic representation, ontologies in linguistics,
corpus linguistics
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Forschungsprogramm
Das deutsch-französische Programm hat vier thematische
Forschungsschwerpunkte. Zur Orientierung sind exemplarische Arbeitsgebiete angegeben.
1. Verbsemantik und Argumentstruktur
Die Hauptinteressen dieses Forschungsgebiets liegen (1.) in der Analyse und Repräsentation von verbaler Bedeutung und Mehrdeutigkeit, (2.) in der Erforschung der Zusammenhänge zwischen Verbbedeutung und syntaktischen Realisierungsmöglichkeiten der Argumente (Alternationen) und (3.) in der Integration dieser Erkenntnisse in syntaktische Modelle.
Themengebiete für Doktoranden (Auswahl)::
- Polysemie und Disambiguierung: Beschreibung lexikalischer Bedeutungen im Hinblick auf ihre Abhängigkeit vom Kontext. Voraussetzung für die Durchführung der Arbeiten ist die Reflexion und Ausarbeitung von Kriterien zur Differenzierung von Lesarten. Ziel ist die systematische Herausarbeitung der Faktoren, die Interpretation bzw. Selektion von Lexemen steuern, auf verschiedenen Ebenen (z.B. Argumente von Prädikaten, Determination, Adjunkte, Satzbedeutung, satzübergreifender Kontext).
- Lexikalische Beschreibung semantischer Domänen des Lexikons und konzeptuelle Strukturen: Ein ausgewählter Bereich des Wortschatzes wird semantisch exhaustiv analysiert. Basis hierfür sind sowohl die traditionellen lexikographischen Quellen wie semantische Datenbanken und aus Textkorpora extrahierte Bedeutungen. Ziel ist eine möglichst generalisierte lexikalische Beschreibung, bei der semantische Merkmale aus dem Lexikon abstrahiert und auf möglichst allgemeiner konzeptueller Ebene angesiedelt werden (cf. 3.)
- Konzeptuelle Strukturen: Ausgangspunkt der Arbeiten ist der für die linguistische Beschreibung relevante Forschungsstand in den Bereichen Wissensrepräsentation und Ontologien. Ziel ist der Aufbau von Konzeptsystemen, die eine möglichst generalisierte lexikalische Beschreibung einer Sprache ermöglichen oder als Interlingua zwischen mehreren Sprachen dienen können. Von besonderem Interesse sind hierbei die Eigenschaften von und die Relationen zwischen Konzepten, die zwar sprachunabhängig sind (Temporale und aspektuelle Struktur, Implikaturen, Argumentsemantik), aber bei der Rezeption bzw. Produktion von Sprache die Interpretation bzw. Selektion von Lexemen steuern.
- Lexikalische Kookkurrenz und Kollokationen: Die Arbeiten beschäftigen sich mit den Typen von Wortkombinationen, bei denen die üblichen Beschreibungsmethoden über Selektionsrestriktionen nicht oder nur ansatzweise greifen. Ziel ist die Herausarbeitung, Formulierung und Formalisierung von Regelmäßigkeiten solcher Ausdrücke, die auf semantischen Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen den beteiligten Lexemen (in der Regel den Kollokationsbasen) beruhen.
- Argumentstrukturen verbaler Prädikate: In Anlehnung an bereits für andere Sprachen (besonders das Englische) geleistete Arbeiten sollen für ausgewählte Verbgruppen Argumentstrukturen ausgearbeitet werden, die die Zusammenhänge zwischen interner semantischer Struktur und syntaktischer Realisierung repräsentieren. Ziel ist eine möglichst weitgehende Klassenbildung für die Verben der untersuchten Sprache(n) bzw. deren Lesarten.
2. Tempus
In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Erforschung der sprachlichen Repräsentation der Zeitdimension und der "Finitheit" in formaler Syntax und Semantik spektakuläre Fortschritte erzielt, dies aber z.T. unabhängig voneinander. Heutzutage lässt sich eine Konvergenz von Ansätzen feststellen, die die Entwicklung integrierter Modelle erwarten lässt, in denen konfigurationale Repräsentationen von Tempus und Aspekt mit verfeinerten Korrelationen zwischen Positionen und Bedeutungseffekten einhergehen. Für diese besteht heute ein reiches Inventar von relevanten Kontexten und Tests (Interaktion mit Adverbien, Implikationen, relative Lokalisierung von Ereignissen) die sehr präzise Beschreibungen ermöglichen. Formale Ansätze sehen sich dennoch mit der Herausforderung konfrontiert, die die Phänomene des Sprachwandels und der Variation darstellen ("Grammatikalisierung" von Tempus- und Aspekt-Kategorien), ebenso wie mit den Problemen, die Sprachen mit "defektiver" temporaler oder aspektueller Morphologie (Sprachen "ohne Tempus / ohne Aspekt") und/oder semantisch "unterdeterminierte" Formen mit sich bringen. Daten aus dem Erst- und Zweitspracherwerb sind hier besonders relevant, insofern als sie wertvolle Indizien über die Gestaltung dieser Kategorien bieten können.
Themengebiete für Doktoranden (Auswahl)::
- Vergleichende Beschreibungen (entfernt und nah-verwandte Sprachen; Mikrovariation; Diachronie) der Kategorien, die sich in den am besten beschriebenen Sprachen als besonders "labil" erweisen, z.B. derjenigen, die Aspekt als nicht-deiktische Zeitrelation ausdrücken.
- Beziehungen zwischen temporalen Kategorien und Modalität : Interaktionen zwischen Tempus und Modalität (Problem des relativen Skopus und Position beider Kategorien), Deutung der Phänomene der "modalen" Ausnutzung von Tempus (irreale oder modalisierte Vergangenheitsformen, epistemische Perfekte, usw.), Rolle der Modalität in sogenannten "Sprachen ohne Tempus"
- Im Hinblick auf Spracherwerb (besonders der Erstsprache): die Reihenfolge beim Erwerb temporaler und aspektueller Kategorien; der Zusammenhang zwischen Erwerb und morphologischer Realisierung der Kategorien; der besondere Status der Sprachen mit zwei Perfektformen (z.B. synthetisch und analytisch in romanischen Sprachen). Im Hinblick auf den Zweitspracherwerb: Eigenschaften der Lekte von Lernern je nach Erwerbsstadium und je nach Divergenz und Konvergenz von L1 und L2.
3. Nominalisierung
Bei Ereignisnominalisierungen hat sich die Forschung intensiv mit ihren syntaktisch-semantischen Repräsentationen beschäftigt. Die Frage nach der Vererbung der thematischen Rollen und der damit eng zusammenhängenden Argumentstruktur steht dabei im Zentrum des Interesses. Andere Aspekte wie die Interaktion von der Ereignisstruktur der Basis und den aspektuellen Eigenschaften der unterschiedlichen Abstraktsuffixe werden weniger intensiv behandelt. Fast völlig unbeachtet ist der Prozess der Konkretisierung geblieben, d.h. die Bedeutungsalternation von einem Ereignis- oder Eigenschaftstyp zu einem konkreten Objekttyp, einem Resultat oder dem Träger des Ereignisses.
Intensive Untersuchungen sind notwendig, um den Einfluss der syntaktisch-semantischen Information im Lexikon wie die des Argumentrahmens, der Ereignisstruktur und der aspektuellen Merkmale auf die Möglichkeit von Konkretisierungen bestimmen zu können. Untersuchungsgegenstände sind insbesondere (1.) die verschiedenen morphologischen Prozesse für die Ableitung von Substantiven aus Verben und ihre Produktivität, (2.) der Einfluss dieser Prozesse auf die semantischen und syntaktischen Eigenschaften des Substantivs, (3.) der Zusammenhang zwischen der verbalen Basis und des deverbalen Substantivs bezüglich Argumentstruktur und Subkategorisierung und (4.) die semantische Interpretation deverbaler Substantive und ihr Zusammenhang mit Argumentstruktur, Subkategorisierung und Morphologie. Doktoranden sollen in diesem Gebiet möglichst aus komparativen Perspektive eine Auswahl dieser Punkte untersuchen.
Themengebiete für Doktoranden (Auswahl)::
- Lexikalische Repräsentation von Ereignisnominalisierungen: (i) Repräsentationsmodell für Ereignisnominalisierungen im Lexikon; (ii) Typologie der Arten von Ereignissen; (iii) Isolierung der semantischen Merkmale, die von der verbalen Basis in die Ableitungen übernommen werden.
- Konkretisierung als lexikalischer Prozess: (i) Semantische, syntaktische und kognitive Motivationen und Restriktionen für die Konkretisierung; (ii) Unterscheidung von lexikalischen Prozessen, die einerseits die Abstraktbildung und andererseits die Konkretisierung regeln; (iii) Unterscheidung der Konkretisierungen von polysemen und vagen Strukturen; (iv) Unterscheidung der Konkretisierungen von Idiomatisierungen und Isolierungen.
- Syntaktische Repräsentation im Distributed Morphology-Ansatz: (i) Definition der Merkmale von Wurzeln" (i.S. von Distributed Morphology); (ii) Klärung der grundsätzlichen Frage der Repräsentation von lexikalischen Prozessen in einem System, das solche Prozesse negiert; (iii) exakte Definition von nominalisierenden und/oder verbalisierenden Umgebungen; (iv) Produktivität und nicht-ambige Darstellung von Suffixen.
4. Determinierung der Nominalphrase
Referentielle Kategorien sind ein zentraler Untersuchungsgegenstand von
funktionalen wie formalen Arbeiten in der Typologie und in der Semantik. Dabei
steht traditionell die Kategorie Definitheit im Zentrum des Interesses, aber
auch Generizität ist intensiv erforscht worden. Die Kategorie Spezifizität ist
erst seit recht kurzer Zeit bekannt, so dass es noch keine historisch
verfestige Ansicht oder Theorie gibt. Damit bietet sie sich in besonderer Weise als Untersuchungsgegenstand an. Es gilt neue Modelle und Konzepte zu entwickeln und diese auf kontrastiv erhobene Daten anzuwenden.
Themengebiete für Doktoranden (Auswahl):
- Semantik und Pragmatik von referentiellen Kategorien, insbesondere: Vergleich von Spezifizität mit Definitheit und Generizität; Anwendung von Theorien zu Spezifizität; Entwicklung einer umfassenden Repräsentation von referentiellen Kategorien mit robusten Tests; Interaktion / Kombinierbarkeit solcher Kategorien; Einarbeitung kontrastiv erhobener Daten.
- Morphosyntaktische Markiertheit, insbesondere: Vergleich von (in)definitem Artikel und "Markierungen" für Spezifizität; Vergleich von Markierungen am Nomen und am Verb ("Clitic Doubling"); Vergleich von NP-Eigenschaften mit Satzeigenschaften (vgl. Generizität).
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