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Weisslichtinterferometrie

Einleitungsbild
Prinzip der Weisslichtinterferometrie (WLI)
Anwendungen
Ergebnisse
Performance
Referenzen

 


Mit der Weisslichtinterferometrie können Oberflächentopografien mit interferometrischer Genauigkeit bestimmt werden. Die erreichbare vertikale Auflösung liegt im nm-Bereich. Das Messverfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikalauflösung unabhängig vom Messfeld ist und sowohl raue als auch glatte Oberflächen vermessen werden können. Im Gegensatz zur klassischen Interferometrie, bei dem Licht nur einer Wellenlänge verwendet wird, bietet die Weisslichtinterferometrie die Möglichkeit, die Objekthöhen absolut zu vermessen.



Prinzip der Weisslichtinterferometrie (WLI)

 

Die Weisslichtinterferometrie (Abb. 1) ist ein interferometrisches Messverfahren, bei dem das Licht einer spektral breitbandigen Quelle verwendet wird. Bei der Messung wird die Probe bzw. das Mikroskop in feinen Schritten in z-Richtung verfahren. Dabei treten als Signal Interferenzen auf, die sich über das Objekt bewegen. Es wird ein Bilderstapel aufgenommen, der für jeden einzelnen Objektpunkt separat ausgewertet wird. Die Abfolge der Intensitäten in jedem Objektpunkt des Bilderstapel ergibt ein Interferogramm (Abb. 2). 

WLI Prinzip

WLI Signal
 

Abbildung 1: Prinzip des Mirau-Weisslichtinterferometers   Abbildung 2: WLI-Signal (Interferogramm)

 

 Das Interferogramm besteht zunächst - vergleichbar zur klassischen Interferometrie - aus einem periodischen Signal. Aufgrund der Verwendung der spektral breitbandigen und damit kurzkohärenten Lichtquelle ist dieses Signal zusätzlich durch eine Einhüllende moduliert. Das WLI-Signal lässt sich mit folgender Formel beschreiben:

Formel


Ikennzeichnet hierbei die mittlere Intensität , m die Modulation, z die Tiefenkoordinate und z0 die reale Objektposition. Für ein ideales Interferometer ist der Pha­senterm j eine Konstante. λS stellt die Schwer­punktwellenlänge dar. Die maximale Modulation im Signal ergibt sich dabei für jedes Pixel genau an der Position, an der die interferometrischen Arme (Objekt- und Referenzarm) die gleiche optische Weglänge aufweisen. Bei der im Rechner durchgeführten Messdatenauswertung wird dieses Maximum dazu verwendet, die Höhe des Objektes in einem Punkt zu bestimmen. Bei kooperativen Proben kann zusätzlich die Phase im Signal genutzt werden, um noch eine höhere Genauigkeit bei der Topografiebestimmung zu erzielen.

Abbildung 1 zeigt das WLI-Prinzip unter Verwendung eines Mirauobjektivs. Ein solcher Aufbau wird mittlerweile am häufigsten verwendet, da dieser im Vergleich zu einem Linnikaufbau leichter zu justieren und unempfindlicher gegen Vibrationen ist.

 

Anwendungen

Die Weisslichtinterferometrie wird vermehrt in Industrie und Forschung zur Vermessung von glatten und rauen Oberflächen angewendet. Ein Beispiel ist die Inspektion von Siliziumwafern in der Halbleiterindustrie. Die Weisslichtinterferometrie gilt als das absolut messende, optische Messverfahren mit der höchsten z-Auflösung. Die z-Auflösung ist dabei unabhängig vom Messfeld. Im Vergleich zu üblichen interferometrischen Systemen können vor allem auch Objekte mit grossen Stufen vermessen werden. 

Ergebnisse


Abb. 3 zeigt das Kamerabild bei der Messung eines beschichteten Siliziumwafers an einer Position des z-Verstellers. Zu erkennen ist hierbei, dass die Interferenzen nur in einem begrenzten Gebiet des Kamerabildes auftreten. Im Film wird gezeigt, wie sich die Interferenzstreifen über das Bildfeld bewegen. Abb. 4 zeigt schliesslich die aus dem Weisslichtsignal berechnete Topografie des vermessenen Objektes.

 


Messung eines Siliziumwafers

Topografie Siliziumwafer
Abbildung 3: Interferenzen bei der Messung eines Siliziumwafers Abbildung 4: Topografie des Siliziumwafers

Performance


Performance des Weisslichtinterferometers am ITO:
Vergrösserungen Linnik-Interferometer: 5fach, 10fach, 20fach, 50fach
Mirau-Interferometer: 50fach
Maximaler z-Messbereich 100 µm
Messgeschwindigkeit 2 µm/s
Genauigkeit 1 nm (bei kooperativen Oberflächen)

Referenzen


[1]

Berger, R.; Sure, T., Osten, W; “Measurement errors of mirrorlike, tilted objects in white-light interferometry”, SPIE, Vol. 6616, (2007)

[2] Hering, M.; Herrmann, S.; Körner, K.; Jähne, B., “Spatial Phase Shifting in White-Light Interferometry.” Proc. of OPTO ’06, ISBN 3-9810993-0-3, pp. 57-62, 2006.
[3] Hering, M.; Herrmann, S.; Banyay, M.; Körner, K.; Jähne, B., “One-Shot Line-Profiling White Light Interferometer with Spatial Phase Shift for Measuring Rough Surfaces”. SPIE 6188, pp. 1-11, 2006.
[4] R. Windecker, K. Körner, M. Fleischer, H.J. Tiziani, "Signalverarbeitung bei tiefen-scannenden 3D-Sensoren für neue industrielle Anwendungen", Technisches Messen 69, S. 251-257, Oldenbourg Verlag (2002)
[5] R. Windecker, K. Körner, M. Fleischer, U. Droste, H.J. Tiziani, "Generalized Signal Evaluation for White-light interferometry and Scanning fringe projection", Fringe 2001, The 4th International Workshop on Automatic Processing of Fringe Patterns, S. 173-180 (2001)
[6] M. Fleischer, R. Windecker, H.J. Tiziani, "Theoretical Limits of Scanning White-Light Interferometry Signal Evaluation Algorithms", Applied Optics, Vol. 40, No. 17, S. 2815-2820 (2001)
[7] M. Fleischer, R. Windecker, H.J. Tiziani, "Fast algorithms for data reduction in modern optical three-dimensional profile measurement systems with MMX technology", Applied Optics, Vol. 39, No. 8, S. 1290-1297 (2000)
[8] R. Windecker, M. Fleischer, H.J. Tiziani, "White-light interferometry with an extended zoom range", Journal of Modern Optics, Vol. 46, No. 7, S. 1123-1135 (1999)
[9] R. Windecker, P. Haible, H.J. Tiziani, "Fast coherence scanning interferometry for measuring smooth, rough and spherical surfaces", Journal of Modern Optics, Vol. 42, No. 10, S. 2059-2069 (1995)

 

 


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