Wir
entwickeln und implementieren ein
neues kohärent-optisches Verfahren zum Vergleich der Form oder
Verformung zweier nominell identischer, aber physisch unterschiedlicher
Objekte mit rauhen Oberflächen (Muster-Probe-Vergleich). Durch
die
Kombination der Prinzipien der Digitalen Holografie und der
Vergleichenden Holografie entsteht mit der Vergleichenden Digitalen
Holografie (VDH) ein flexibles Prüfverfahren, bei dem
gleichzeitige physische Präsenz des Musters und der Probe am
Ort
des Vergleichs nicht erforderlich ist.
Prinzip der
Vergleichenden Digitalen Holografie |
Die Vergleichende
Digitale Holografie macht sich bewusst
die Technologie moderner räumlicher Lichtmodulatoren (LCD,
LCOS)
zunutze. Indem das zuvor aufgezeichnete digitale Hologramm des
Musterobjekts (auch bezeichnet als kohärente Maske) in einen
geeigneten Lichtmodulator geschrieben wird, ergibt sich die
Möglichkeit, die konjugierte Welle aktiv zu rekonstruieren, um
damit das Testobjekt kohärent zu beleuchten, s. Abbildung 1.
Die
Interferenzphase des schliesslich rekonstruierten digitalen Hologramms
des Testobjekts verkörpert lediglich die Form- bzw.
Verformungsdifferenz zwischen Muster- und Testobjekt. Auf diese Weise
lassen sich in Prozess-Echtzeit Inspektionsergebnisse und
Qualitätsaussagen auch an komplexen Prüfobjekten
erzielen.
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| a)
Aufnahme des Hologramms des Musters |
b)
Aufnahme des Vergleich-Hologramms |
| Abbildung 1:
Prinzipdarstellung der Vergleichende Digitale Holografie.
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In
der Industrie gibt es einen grossen
Bedarf an Messsystemen zum Vergleich und zur Kontrolle technischer
Objekte mit rauhen Oberflächen. Die klassische Interferometrie
erlaubt nur die Untersuchung von glatten Oberflächen.
Die Vergleichende Digitale Holografie bringt drei Neuheiten in der
Messtechnik:
| | 1. |
Die VDH ist das einzige
Verfahren zum Vergleich der Form oder der Verformung zweier nominell
identischer, aber physisch unterschiedlicher Objekte mit rauhen
Oberflächen. |
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2. | Die physische Präsenz des
Musters am Ort des
Vergleichs ist nicht erforderlich. |
| | 3. | Eine aktive Kompensation von
Repositionierfehlern der Probe durch eine iterative Selbstjustage der
rekonstruierten konjugiertne Wellenfront des Musters mit dem
Lichtmodulator. |
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|
- Qualitätskontrolle
technischer Objekte.
- Muster-Probe-Vergleich
von Form- und Verformung.
- Messtechnik über
grosse Entfernung (remote
metrology).
Mit
dem VDH-Verfahren, können wir Form-
und
Verformungsvergleich zwischen Muster und Probe machen. In den beiden
Fällen, haben wir zwei nominell identische, aber physisch
unterschiedliche Objekte mit rauhen Oberflächen.
Der Verformungsvergleich gibt den Unterschied in der Verformung
zwischen dem Muster und der Probe. Die Objekte werden durch mechanische
oder thermische Belastung verformt. Wir können in diesem Fall
Defekte an der Oberfläche und Ungleichartigkeit der Probe
detektieren.
Der Formvergleich gibt den
Unterschied in der
Makrostruktur zwischen den beiden Objekten. So können wir
Defekte
auf der Oberfläche der Probe detektieren. Die Position, Form
und
Grössenverhältnisse können in diesem Fall
bestimmt
werden.
Simulation
Wir stellen eine Simulation des Formvergleichs
dar. Als
Muster simulieren wir eine Pyramide mit der Mikrostruktur auf der
Oberfläche, als Probe nehmen wir die gleiche makroskopische
Pyramide mit einer anderen Mikrostruktur (s. Abbildung 2). Die Probe
hat dazu vier Defekte.
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| a) Muster
| b) Probe mit vier
Defekten |
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| Abbildung 2:
Pyramide als
simuliertes Objekt |
Das
Ergebnis der Simulation des Formvergleichs zwischen
den beiden Pyramiden der Abbildung 2 ist in der Abbildung 3 gezeigt.

Abbildung 3:
Formvergleich zwischen
das Muster und der Probe der Abbildung 2.
Deutlich wird bei der VDH, dass nach der digitale
Rekonstruktion der Vergleichshologramm die Defekte ohne weitere
Bildverarbeitung sichtbar und quantifizierbar sind.
Experiment
Als experimentales Ergebnis, stellen wir den
Verformungsvergleich dar. Muster- und Testobjekt sind zwei
unterschiedliche Kunststoffplatten. Das Testobjekt weist
gegenüber
dem Musterobjekt drei kreisförmige Defekte auf. Mit einem
speziellen Halter (Abbildung 4) können wir die
Kunststoffplatte
kontrolliert verformen. In unserem Experiment beträgt die
Verformung 5 µm.
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| Abbildung 4: Halter
um die
Kunststoffplatten zu verformen.
|
Wir
nehmen einen Hologramm des Musterobjekts im
ungestörten sowie im verformten Zustand auf (Abbildung 1 a)).
Die
Abbildung 1 b) zeigt die Beleuchtung des Testobjekts im
ungestörten Zustand mit der konjugierten rekonstruierten
Wellenfront des Musterobjekts im ungestörten Zustand. Die
gleiche
Prozedur wird für die verformten Zustanden
durchgeführt. Aus
den zwei aufgenommenen Hologrammen, ergibt sich der
Verformungsvergleich zwischen dem Muster- und dem Testobjekt (Abbildung
5). Die drei Defekte des Testobjekts auf einem Streifenhintergrund sind
klar sichtbar. Die Streifen im Hintergrund kommen von einer
grundsätzlichen Formabweichung zwischen Muster und
Testobjekten.
Die ungewollte Abweichung zwischen der rekonstruierten Wellenfront des
Muster- und Testobjekts wurde durch eine Phasenschiebung, die in das
LCD geschrieben ist, kompensiert. [4-5]
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| Abbildung 5:
Verformungsdifferenz zwischen zwei Kunststoffplatten. Das Testobjekt
weist gegenüber dem Musterobjekt drei kreisförmige
Defekte
auf.
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| [1] |
W.
Osten, G.
Pedrini, X. Schwab, T. Baumbach, "Null test in speckle light by
comparative digital holography“, Proc. of the
13th International
Conference on Experimental
Mechanics, Ed. E. E. Gdoutos, Springer, pp. 603-604, 2007. |
| [2] | Osten, W., Baumbach, T.,
Jüptner, W., Comparative digital holography, Optics Letters 27
(2002), pp. 1764-1766. |
| |
| [3] | Osten,
W., Baumbach, T., Seebacher,
S., Jüptner, W., Remote shape control by comparative digital
holography, Proc. Fringe 2001, Elsevier Science, pp. 373-382. |
| |
| [4] | C.
Kohler, X. Schwab, W. Osten,
"Optimally tuned spatial light modulators for digital holography",
Appl. Opt. 45, 960-967 (2006). |
| |
| [5] | Kohler,
Schwab, Osten, Baumbach,
"Charakterisierung von Flüssigkristalllichtmodulatoren
für
die Rekonstruktion digitaler Hologramme", Technisches Messen,
März
2006. |
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