Lektorat für sardische Sprache und Kultur 
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Giuseppe
Biasi
kommt am 23. Oktober 1885 in Sassari zur Welt. Schon mit seinen ersten
Karikaturen, Werbegraphik und Illustrationen von 1905-07 für
Zeitschriften wie L'Avanti
della Domenica, L'Illustrazione italiana, Il giornalino
della
Domenica und La Lettura hat er intensiv am Prozess der
"Erfindung der Identität" Anteil, die Sardinien innerhalb von
wenigen
Jahren an die Spitze der nationalen Kulturdebatte führt. 1909
verschafft ihm
seine Teilnahme an der Biennale von Venedig mit dem Bild Processione
nella
Barbagia di Fonni jene Bekannt- und Beliebtheit bei Kritikern und
Publikum,
deren er sich auch in den folgenden Jahren immer sicher sein kann. Auf
der Suche nach
neuen Bildimpulsen reist er lange über die Insel, so nach Osilo,
Ittiri,
Sennori, Orani, Ovodda, Desulo, Ollolai und Fonni. Die Ergebnisse
seiner
Streifzüge durch diese Orte voller alter erhaltener Traditionen
fließen in den
Band Arte Sarda ein, eine anthropologische Studie, die Biasi
zusammen
mit dem Freund und Architekten Giulio Ulisse Arata verfasst und 1935
bei Treves
herausbringt. Obwohl er in Sassari wohnt, fährt Biasi oft nach
Rom. Dort
verkehrt er im Kreis der Intellektuellen um den Bildhauer Giovanni
Prini und
stellt ab 1913 mit den Sezessionisten aus. In
Mailand stellt
Biasi ab 1917 in der Galleria Centrale d’Arte des Caffè Cova
aus, was nicht
zuletzt wegen der Beteiligung anderer Maler Sardiniens ein großes
Presseecho
hervorruft. In der Folge widmen ihm weitere wichtige mailändische
Galerien
Ausstellungen. Seine Fähigkeit, poetisch die Wirklichkeit zu
verdrehen, erlaubt
es Biasi, sich mit einer ähnlichen Experimentierfreudigkeit wie
auf Sardinien
auch jenseits der Insel zu betätigen. Das zeigen die afrikanischen
Gemälde, Ergebnis verschiedener Aufenthalte in Tripolitanien und
Ägypten zwischen
1924 und 1927. Außer zusammenfassenden Momentaufnahmen vor Ort
ermöglichen
diese intensiven Erfahrungen dem Künstler Auf- und
Überarbeitungen im Anschluss
an die Aufenthalte; die Resultate der Arbeit jener Zeit führen zu
Ausstellungen
mit ägyptischen Avantgarde-Künstlern in Kairo. Biasi
nimmt mit
Leichtigkeit das große Format in Angriff, oft mit kühnem
Kinoschnitt, wie es
die Dekorationszyklen des Künstlers in der Casa Serbelloni in
Bellagio (1923),
in der Villa Argentina in Viareggio (1930) und im neuen Bahnhof von
Tempio
Pausania (1931-32) zeigen. Empört über den Ausschluss von den
wichtigsten
nationalen Ausstellungen schreibt er mutige Pamphlete gegen den
Kunstbetrieb;
in den vierziger Jahren zieht Biasi nach Biella um, wo er sich vor
allem der
Produktion von Landschaftsgemälden und Stillleben widmet, die von
einer starken
melancholischen Unruhe durchdrungen sind. Er stirbt am 20. Mai 1945 in Andorno
Micca. Für weitere Informationen bitte hier
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