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WeltRisikoIndex

1. März 2016;

Prof. Dr. Jörn Birkmann, Direktor des IREUS der Universität Stuttgart und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates von IRDR (Integrated Research on Disaster Risk), präsentierte am 26. Februar 2016 zusammen mit Kollegen der UN-Universität und des Bündnisses Entwicklung Hilft die neusten Ergebnisse des WeltRisikoBerichts und des WeltRisikoIndex. Das High-Level Event, an dem mehr als 100 Diplomaten und UN-Experten teilnahmen, wurde durch den deutschen UN-Botschafter Harald Braun sowie den Botschafter von Bangladesch bei der UN ausgerichtet.

In seiner Eingangsrede betonte Botschafter Braun, dass der Bericht und der WeltRisikoIndex wichtige Herausforderungen identifiziere, wenn es in den nächsten Jahren um die Implementierung der in 2015 erzielten Vereinbarungen zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs), dem Sendai Framework for Action und den Ergebnissen des Weltklimagipfels von Paris geht. Dementsprechend hat Forschung gerade auch für die weitere Umsetzung dieser neuen globalen Vereinbarungen eine zentrale Rolle, so Botschafter Braun.

Der WeltRisikoIndex, der von Prof. Birkmann und Dr. Torsten Welle entwickelt und kalkuliert wurde, erfasst die Exposition von 171 Ländern gegenüber Natur- und Klimagefahren sowie die gesellschaftlichen Vulnerabilitäten und Kapazitäten, mit diesen Gefahren und Extremereignissen umgehen zu können.

Der Index zeigt, dass Vanuatu mit einem Index-Wert von 36.72 das Land mit dem höchsten Katastrophenrisiko ist. Danach folgen Tonga auf Platz 2 und die Philippinen auf Platz 3. Darüber hinaus weisen der Index und die Ergebnisse darauf hin, dass die konventionelle Klassifizierung von Ländern nach dem Pro-Kopf Einkommen in am wenigsten entwickelte Länder (Least Developed Countries), Länder mit mittlerem (middle income countries) und Länder mit hohem Pro-Kopf-Einkommen (high income countries) für die Umsetzung des Sendai Rahmenabkommens sowie der Weltklimaziele von Paris nicht hinreichend geeignet ist. Vielmehr sollten Strategien zur Umsetzung der globalen Ziele im Bereich der Risikoreduktion gegenüber Extremereignissen und der Anpassung an den Klimawandel auf Länderklassifikationen aufbauen, die die gleichen Gefahrenstufe bzw. Expositionsstufe in Bezug auf ausgewählte Klima- oder Naturgefahren beinhalten oder die ähnliche Vulnerabilitätsmuster aufweisen, wie z.B. erhebliche Defizite im Bereich von Governance, so Prof. Birkmann in seinem Beitrag in New York.

Des Weiteren zeigt der Bericht, dass Nahrungskrisen durch Katastrophen im Kontext von Naturgefahren verstärkt werden können, wenn beispielsweise Extremereignisse dazu führen, dass wichtige Infrastrukturen für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zerstört werden. Auch können Naturgefahren wie Hochwasser und Stürme zu direkten Zerstörungen von landwirtschaftlichen Gütern und Nahrungsmitteln führen.

Weitere Informationen unter www.uni-stuttgart.de/ireus/Internationales/WorldRiskIndex/ und in dem WeltRisikoBericht unter World Risk Report 2015.

Darüber hinaus sind wissenschaftliche Grundlagen und Auswertungen des Index in folgenden peer-reviewten Journalartikeln dargelegt:

Welle, T. and Birkmann, J. (2015) The World Risk Index, in: Journal of Extreme Events (JOEE), Vol. 2, No. 1 – see: https://www.researchgate.net/profile/Joern_Birkmann2/publications

Birkmann, J. and Welle, T. (2015) Assessing the risk of loss and damage: exposure, vulnerability and risk to climate related hazards for different country classifications, in: International Journal of Global Warming, Vol 8, No. 2 /2015(DOI 10.1504/IJGW.2015.071963  – see https://www.researchgate.net/profile/Joern_Birkmann2/publications

 

Das Foto zeigt von rechts nach links:

Mr. Jo Scheuer, Director / Chief of Profession Climate Change and Disaster Risk Reduction, United Nations Development Programme

Professor Jörn Birkmann, Director, Institute of Spatial and Regional Planning, University of Stuttgart

H.E. Ambassador Masud Bin Momen, Permanent Representative of Bangladesh

H.E. Ambassador Harald Braun, Permanent Representative of Germany

Ms. Carla Mucavi, Director, Liaison Office of the Food and Agriculture Organization of the United Nations

Dr. Matthias Garschagen, Head of Vulnerability Assessment, Risk Management and Adaptive Planning, United Nations University, UNU-EHS

Mr. Peter Mucke, Director of Bündnis Entwicklung Hilft, Germany, and Managing Director of the World Risk Report