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Handel mit Flächenzertifikaten - Fachliche Vorbereitung eines überregionalen Modellversuchs: Institutionelle und instrumentelle Aufbereitung und Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme im Hinblick auf deren Umsetzung in der Gesetzgebung, im Verwaltungsvollzug und im Bereich privater Akteure beim Flächenmanagement

Forschungsvorhaben im Auftrag des Umweltbundesamtes

Die Inanspruchnahme von Naturflächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke gilt als ein persistentes Umweltproblem, welches durch die bisherigen politischen Bemühungen nicht entscheidend eingedämmt werden konnte. Ein Handelssystem mit Flächenausweisungszertifikaten wird in der wissenschaftlichen Debatte als das einzige Instrument bewertet, mit dem treffsicher ein Flächensparziel wie das sog. 30-ha-Ziel erreicht werden kann und – so die Theorie – Flächen dort in Anspruch genommen werden, wo sich eine Entwicklung ökonomisch rechnet. Im Vergleich zu einer Verschärfung der raumordnungsrechtlichen Mengensteuerung eröffnet das Instrument einen hohen Freiheitsgrad für die Kommunen, weil die Gemeinden über Nutzung oder Verkauf der Zertifikate entscheiden können.

Mit dem Koalitionsvertrag der Regierungsparteien vom Oktober 2009 hat dieses Instrument den ersten Schritt in Richtung praktischer Erprobung genommen – so heißt es dort: „Wir beabsichtigen, einen Modellversuch zu initiieren, in dem Kommunen auf freiwilliger Basis ein überregionales Handelssystem für die Flächennutzung erproben.“ Auch wenn ein endgültiger Zeitplan für die Durchführung des Modellversuchs noch nicht vorliegt, existiert eine grobe zeitliche Orientierung. Danach soll der Modellversuch ab dem Jahr 2012 starten. Eine mögliche Implementierung der Ergebnisse würde ab dem Jahr 2015 erfolgen.

Das Forschungsvorhaben FORUM Flächenzertifikate zielt darauf ab, die Möglichkeiten und Grenzen eines bundesweiten überregionalen Flächenhandels zu sondieren und einen Gestaltungsvorschlag für einen Modellversuch zum Flächenhandel zu entwickeln. Dazu werden

  • die rechtlichen, ökonomischen und organisatorischen Randbedingungen des Modellversuchs geklärt,
  • die relevanten Akteure und deren Aufgaben beim Flächenhandel identifiziert,
  • Vorschläge für die zu erprobende Handelsvariante und zur geeigneten systemtechnischen Basis gemacht,
  • eine nach wissenschaftlichen, praktischen, raumordnungsrechtlichen und politischen Gesichtspunkten abgewogene Einschätzung zu den Erfolgsaussichten eines überregionalen Modellversuchs vorgenommen sowie
  • ein Vorschlag für die Durchführung eines Modellversuchs in der Realität unter Berücksichtigung einer Rückzugsoption (Projektoutline) unterbreitet.

Das Projekt wird vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) koordiniert. Neben dem IREUS sind die Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse (sofia), das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und das Team Ewen als Projektpartner beteiligt.

Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Stefan Siedentop
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Auftraggeber:

Umweltbundesamt