Institutsdirektor
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2.424 |
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Universität Stuttgart
Institut für Elektrische und
Optische Nachrichtentechnik
Pfaffenwaldring 47
D-70569 Stuttgart
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Sprechstunde:
Mittwoch 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr (Voranmeldung wird empfohlen)
75 Jahre INT
Liebe Freunde des Instituts für Elektrische und Optische Nachrichtentechnik,
es sind 75 Jahre vergangen, seit Professor
Feldtkeller den Ruf auf den Lehrstuhl für Elektrische Nachrichtentechnik an der Universität Stuttgart annahm und
das gleichnamige Institut gegründet hat.
Diese 75 Jahre decken ein großes Spektrum der Entwicklung in der Nachrichtentechnik ab und bieten einen willkommenen
Anlass, um auf die vergangenen Jahre zurückzuschauen, aber auch einen Blick auf die aktuelle Forschung und die
zukünftigen Entwicklungen zu werfen.
Der Gründer des Instituts, Professor Richard Feldtkeller, berichtet bei seiner Emeritierung,
dass er am 16. Juni 1936 zunächst vertretungsweise den Lehrstuhl übernommen habe und am 1. Juli beim
Rektor der Universität sein Amt antreten sollte. Seine Ernennungsurkunde zum
ordentlichen Professor trägt das Datum 26. September 1936.
Das Institut zählt damit auch zu den ältesten Instituten der Elektrotechnik an der Universität Stuttgart.
Zu Beginn seiner Tätigkeit fand Feldtkeller einen großen 80 m Kurzwellensender vor.
Es gab 2 Assistenten und die Wände der Labors waren mit Empfangsquittungen von Kurzwellenamateuren
aus der ganzen Welt geschmückt.
Vor und während des 2. Weltkrieges waren Röhrenverstärker und Filter die wesentlichen Themenstellungen, die Professor
Feldtkeller auch in seinen zwei Büchern zur "Vierpoltheorie" und "Siebschaltungstheorie" bekannt gemacht hat.
Besonders hervorzuheben sind Feldtkellers Arbeiten auf dem Gebiet der magnetischen Werkstoffe und zusammen mit
Zwicker insbesondere die Arbeiten der Hörpsychologie. Das bekannte Buch "Das Ohr als Nachrichtenempfänger" ist
auf diesem Gebiet ein Klassiker.
Während des Krieges musste das Institut ausgelagert werden und fand Unterschlupf in der Nähe der Firma Wandel
& Goltermann in Eningen unter der Achalm.
1966 ging Professor Feldtkeller in den Ruhestand und Professor Dr. Gerhard Kohn wurde sein Nachfolger am Institut
für Elektrische Nachrichtentechnik. Kohn war ehemals wissenschaftlicher Assistent bei Feldtkeller und promovierte
1958 mit dem Thema "Erzeugung von Nanosekundenimpulsen". Danach wechselte er an das Forschungslaboratorium
der IBM in Zürich, wo er sich mit schnellen Schaltvorgängen und integrierten Schaltungen sowie Magnetspeichern
beschäftigte. Noch heute berichten mir viele von der exzellenten Lehre, die Professor Kohn an der Universität Stuttgart
gehalten hat.
In allen seinen Vorlesungen "Theorie der Schaltungen", "Impuls und Digitaltechnik" und "Vierpole und Siebschaltungen" waren seine Studenten von seiner Didaktik und Klarheit der Vorträge begeistert. Er beschäftigte sich mit besonders schnellen Digitalschaltungen,
die an der oberen Grenze auch die Optik mit einschloss und hat damit das neue Arbeitsgebiet der optischen
Nachrichtentechnik am Institut etabliert.
Auch Professor Kohn blieb 30 Jahre lang als Institutsdirektor verantwortlich und ging 1996 in den Ruhestand.
Somit ergibt sich die bemerkenswerte Tatsache, dass bis heute nur 3 Institutsdirektoren die Themen am Institut für Elektrische
und Optische Nachrichtentechnik in Forschung und Lehre geprägt haben.
Professor Dr. Manfred Berroth