Institut für Mineralogie und Kristallchemie der Universität Stuttgart

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Skelettkristalle und Dendriten:Das Vorkommen von Skelettkristallen und Dendriten aus Triphylin, Li(Fe,Mn)(PO4), oder Triplit, (Mn,Fe)2(PO4)F (Abb. 11), ist ein Beweis für stark ausgeprägte Ungleichgewichtsbedingungen während der Kristallisation.

Sie wurden in Pegmatiten, in denen die Dendriten ein orientiertes Wachstum senkrecht zu den Kontakten aufweisen, sehr wahrscheinlich durch eine starke thermische Unterkühlung verursacht. Die oft gigantischen Abmessungen der Minerale, meist in inneren Bereichen der Pegmatite (Abb. 13), hatten für lange Zeit zu der gegensätzlichen Auffassung geführt.

Dendriten aus Triphylin
Abb. 11 : Dendriten aus Triphylin (Mitte), neben idiomorphen, blockigen Kristallen (Rand). Dan Path, Black Hills. USA

Inzwischen ist dieses Modell jedoch in Frage gestellt. Der auffällige Zonarbau sowie die enorme Fraktionierung wird mit einer kräftigen Unterkühlung der Pegmatitschmelze bei der Platznahme, ausgeprägten Ungleichgewichtsreaktionen und einer stark reduzierten Keimbildungshäufigkeit erklärt. Die Phosphatdendriten waren die ersten in der Literatur genannten Indikatoren für derart starke thermische Ungleichgewichtsbedingungen.


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